, und die MAx Rebo Kids im AK 47

By Durchde

Selten habe ich mich auf ein Konzert wie dieses gefreut. Erst vor kurzem habe ich Waterdown zum ersten Mal gehört und mich in ihre Platte verliebt. Wie der Zufall es wollte, sollte diese großartige Deutsche Hardcoreband, die ihren ersten Longplayer auf Victory Records veröffentlicht hat, hier bei uns im AK 47 spielen. Das erste Mal hatte ich verpasst und das Konzert heute durfte ich mir nicht entgehen lassen, so sehr hat mich ihre Mixtur aus emotional melodischen und aggresiven Hardcore, bei dem der Gesang auf zwei Sänger gekonnt aufgeteilt wird, gepackt.
Jeder der heute nicht mitgefahren ist hat wirklich etwas verpasst. Noch nie hatte ich mich so spät in der Nacht an einen Artikel gesetzt wie heute, so stark hat die Band meine Gefühle bewegt.

Es war mal wieder klar, keiner hatte Zeit oder Lust mitzufahren, konnte aber meine Freundin Laura und meinen alten Kumpel Kiste überzeugen sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Von der Kiefernstrasse und seinem AK 47 bin ich schon einiges gewöhnt. Hier regiert immer noch der Punk und die Konzerte laufen immer recht locker ab. Meist so, das man nie so recht weis welche Band den nun wirklich spielt und vor allem um wie viel Uhr . Ich machte mich gerade noch lustig über Erlebnisse an diesem Ort, da viel uns schnell auf das sich wieder einmal nichts geändert hatte.

Um 20Uhr war Einlass doch keine der beiden Bands war vor Ort und somit noch kein Instrument aufgebaut. Um circa 21.30Uhr betrat dann mal gemütlich die Max Rebo Kids die Bühne. Die Kollegen hatten sich voll und ganz dem neueren Metal Straight Edge Kram verschrieben und ließen die Wände wackeln. Trotz des sehr guten Sounds der Band konnte mich diese nicht so recht überzeugen, verschonte mich zum Glück mit irgendwelchen Belehrungen, und solch einen Sound hatte ich schon Hundertfach beim Tim gehört. Dieser hätte sicherlich seine wahre Freude an den Max Rebo Kids gehabt….

Endlich war Ruhe eingekehrt und machten uns nach draußen um noch einmal vor Waterdown Luft zu schnappen. Vor der Tür hatten sich schon recht viele Fans getroffen und fragte mich wie alle noch ins AK rein wollten…

Circa eine halbe Stunde später betraten dann endlich Waterdown die Bühne und entschuldigten sich fürs lange Warten. Als sie darauf hinwiesen das sie nun schon das Zweite mal hier spielten, antwortete darauf einer aus dem Publikum:“ Wir waren schon da, da wart ihr noch nicht da!“ Das konnte man zweideutig sehen und sofort startet die Band nach einem kurzem Intro ihr Set. Die Jungs rockten das Haus das es eine wahre Freude war. Die einen Zuschauer tanzten ausgelassen während sich andere beim Diven versuchten. Die restlichen wippten im Takt mit und ich glaube das keiner enttäuscht worden ist. Was mir sehr positive aufgefallen ist, das keiner versucht hat beim Tanzen den harten Man rauszuhängen und somit auch die Mädels ihren Spass hatten. Selbst meine Freundin die nicht ein allzu großer Musikfan ist wurde nach der etwas langweiligen ersten Band hellwach…
Hinter mir befand sich die Kiste die wildbängend im Takt wippte, während ich versuchte im Stockdusteren Raum Fotos zu machen.
Jeder Song war eine Hymne heute Abend und einer der Gitaristen übte sich so in wilden Tanzeinlagen das ich Angst bekam der gute würde sich noch die Beine verknoten, während der zweite Gitarist zusammen mit dem Bassiten ein lustiges Posing abzogen, das ich mir das ein und andere Mal das lachen nicht mehr verkneifen konnte. Durch die Menschenfülle erwärmte sich der kleine Raum so stark das die ersten klitschnass um Luft rangen. Waterdown zeigten sich mittlerweile auch ein wenig angeschlagen und kündigten nun den Poppsong, ihr wisst schon welchen, an als ob ihnen es ein wenig peinlich währe. Danach ging es sofort weiter wie gewohnt und als sie dann den Song June spielten fühlte ich mich ein paar Jahre zurückversetzt, zur der Zeit als es in Deutschland noch so richtig geile neue Bands gab und viele meiner Bekannten aktive wahren. In mir kam das gleiche emotionale Gefühl auf als ich das erste mal Rusty James Live gesehen habe und den ganzen Abend in einer Art Rausch getanzt habe….

Überhaupt habe ich lange schon keine Band mehr gesehen die solch eine Spielfreude an den Tag gelegt hat. Nach circa einer Stunde spielten sie noch als Zugabe Etikette tötet von Slime den alle Lauthals mitgröhlten und ans Mikro sprangen. Die Partystimmung wurde erst dadurch unterbrochen, als der tanzende Gitarist total erschöpft am Boden saß und immer nur stammelte:“ Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr!“ Das war uns Scheißegal, wir wollten noch nicht nach Hause . Die Band schaffte es nicht mehr ihr zusammen gebrochenes Mitglied zu motivieren, der eine Show abzog , bis ihn die Zuschauer auslachten. Endlich, ich glaube er wollte mit so einer Peinigung nicht nach Hause gehen und gab noch einen Song zu besten das der Mopp erneut tobte.

Nach dem Konzert fühlte ich mich total überschüttet von Emotionen, das ich hätte heulen können. Meine zwei Begleitern schien es ähnlich zu gehen und beschlossen in zwei Wochen aufs nächste Waterdown Konzert zu fahren…..

Dieser Abend hat mir mal wieder den Glauben in 2001 an Hardcore zurück gegeben.

Danke….

Durchde


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