Durchdes Welt -Ego Electric Zine-


Sidesho,Iron Skull und Hammerhead im Neusser Flick Flack
Januar 12, 2002, 8:17 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Musik - Show Review | Schlagworte: ,

Der gute Tim rief mich mal wieder an, um mir mitzuteilen das mal wieder ein Konzi, Organisiert vom ex- Gitaristen von Small but Angry- Guntram, bei uns in Neuss stattfinden sollte. Die guten Hammerhead sollten spielen, und ich fragte mich warum er nicht mal anständig Werbung macht? Scheiße, mir ging es zur Zeit nicht so gut und so entschied ich mich erst kurzfristig, zusammen mit Laura mal dort vorbei zu schauen.
Um acht Uhr verabredeten wir uns mit Tim, Axel und ein paar anderen Bekannten vorm Laden, und ich glaubte es nicht, heute klappte es auch mal….
Im Laden selbst, der sehr gut gefüllt war, traf man den ein oder anderen aus vergangenen Tagen und es gab einiges zu erzählen. Heute scheinen wirklich alle aus ihren Löchern gekommen zu sein…

Die erste Band, Sidesho, könnte man am besten in die Kategorie Gymnasiastenrock einordnen. Total fehl am Platz und mit ihrer Bemerkung das sie im Neusser Zelt spielen werden, beeindruckte auch niemanden weiter.

Zwischenzeitig zogen wir es vor neben an mal eben ne Pizza zu essen. Okay, irgendwie war der Laden nicht so mein Geschmack, leicht Schicki Micky, jedoch die direkte Nähe überredete uns. Ich kam mir ständig beobachtet vor und von den feinen Herrn, aber wir wollten wie ja nur mal eben eine Pizza essen. Um die Ecke saß dann noch der Sänger von Hammerhead, der Tobias. Grühter bad in zu uns am Tisch , da sich die beiden wohl schon ne Zeit lang kannten. Ich traute meinen Augen kaum, so brav hatte ich Tobias nicht in Erinnerung. Kenne die Band nun schon seit vielen Jahren und war auf einer Menge Konzerten von denen und immer standen sie für mich als einer der letzten echten Punkbands des Landes. Da saß er nun, für seine Verhältnisse recht vornehm, glatte Haare und einen Mühevoll rasierten Schnauz!!!! Ich konnte nicht mehr vorlachen. Wir hatte ne Menge Spaß.

Die Leute im Laden fanden uns wohl nicht so witzig. Ich drehte mich um und konnte mich erneut kaum noch halten vor lachen. Da saß dort in der Ecke ein Keyboard Spieler. Die Musik die wir die ganze Zeit hörten kam also nicht vom Band. Das Witzige an der Sache war, das der ältere Musiker total Emotionslos spielte. Er musste wohl schon einige Flaschen Wein verdrückt haben, dachte ich so bei mir. Der gute spielte so Klassiker wie New York, New York und schaffte es auch noch jede Stimmlage seiner Lieder genau zu treffen. Einmal spielte er einen Song bei dem er so hoch sang das ich das Gefühl nicht loswurde , das man ihm etwas abgebunden haben könnte. Ich verstand nicht das die anderen Gäste dabei noch so Cool bleiben konnten. Laura machte noch ein Foto und die Pizza kam. Schnell mussten wir aufessen, da die ersten Leute wieder in die Kneipe gingen, um Iron Skull zu sehen.

Iron Skull kannte ich nur aus ihrer Anfangszeit. Vor ein paar Jahren spielten sie noch eine Art New York Hardcore und mir wurde das Gerücht immer wieder lauter das sie nun Hardrock spielen würden. Na ja…. Basty, der ehemalige Golgatha Sänger sollte am Bass stehen da er die Melodischeren Sachen nicht singen könne. Wir stellten uns direkt vor der Bühne um das Specktakel auch genau mit zu kriegen. Der Laden füllte sich immer mehr und es sollte lustig werden. Es kam ein Sänger auf die Bühne, der mich an die besten Momente von Judas Priest erinnerte. Kappe, Sonnenbrille, offene Lederjacke. Auf seinem freien Bauch war in bester New York Manier ein Schriftzug platziert. Oh Mann! Als die Band endlich zu spielen begann da blieb vor lachen kein Auge mehr trocken. Lupenreiner Alte Schule Hardrock mit allen Klischees. Schwer zu beschreiben, für mich wirkte das ganze mehr wie ein Theater Stück als einem Konzert und hatte meinen Spaß auf jedem Fall. Die Leute gingen ganz gut mit und ich fragte mich ob das ganze Specktakel der Band wirklich ernst gemeint war….
Nach der genialen Show, und einer Menge Fun in den Backen gingen wir mal wieder vor die Türe um noch einmal ein wenig Sauerstoff für die kommenden Hammerhead zu tanken.

Der Laden und das Volk verlagerte sich noch ein Stück in dem kleinen Laden nach vorne. Vom ersten Akkord an konnte die Band überzeugen und es spritzte Bier aus allen Löchern. Die Leute tanzten und grölten alle ihre Hits mit. Die neueren Songs der Band waren noch ein wenig mehr Punkrocklastiger und erinnerten mich an die ganzen Achtzigerjahre Sachen, Musik ohne viel Schnick Schnack und direkt ins Gesicht. Die Band rockte wie der Teufel. In der Mitte des Sets spielten sie ein paar Hardrock Songs und machten sich über die ganzen Metallbands lustig. Tobias Ansagen kamen wie immer sehr direkt und ehrlich und erinnerten an die gute alte Zeit des Punk, in der es noch ein wenig Wut gab! Gegen Ende der Show wurden noch mal ein paar Klassiker gespielt, unter anderem von Cro Mags. Nun konnte sich kaum noch jemand halten und die Besucher flippten total aus. Das schöne fand ich hier, das wirklich niemand total übertreibte und es immer noch sehr viel Spaß bedeutete. Gegen Ende musste man dann doch fast die Band von der Bühne treten, da sie immer noch einen drauf legten.

Nach der genialen Show, wie wir alle fanden, machten wir uns Biergetränkt schnell durch die kalte Nacht zu unseren Autos um morgen wieder Fitt zu sein für die Spermbirds Show in Köln…….

Durchde


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