Weblog-Archiv für 13. Januar 2002

Nothing in Common und Spermbirds im Kölner Prime Club

Januar 13, 2002

Noch ein wenig müde und angeschlagen, machte ich mich auf den Weg nach Köln um mal wieder mit dem Tim und ein paar Kollegen ein Konzert zu besuchen. Heute sollte Lisses Band -Nothing in Common spielen und zwar als „Vorband“ von Spermbirds…..
Spermbirds gibt es ja bekanntlich schon eine weile nicht mehr und haben sich noch einmal in Originalbesetzung mit Lee, nicht mit dem Metallsänger, zusammengetan um ein paar Shows zu spielen. Was soll man davon halten? Die Band war für mich einer der Lieblingsband in den Achtzigern, haben dann ne Menge Mist gemacht, gingen auf einem Major und sind in der Versenkung verschwunden. Und nun alles nur Geldmacherei? Back to the roots? Bald werde ich es erfahren….
Der Prime Club in Köln, hieß früher mal Luxur und zu dieser Zeit war er schon ein wenig merkwürdig! Total unpassend für Punkbands, hoher Eintritt und wenn Du einmal dir bist kommst du nicht mehr raus……

Wieder einmal war ich viel zu früh und hatte 20Minuten Zeit, bis der Tim kommen sollte. Gemütlich aß ich noch beim Türken nebenan einen Vegetarischen Döner und es kam mir vor wie vor 10 Jahren, als wir auch immer dort aßen, wenn wir zum gegenüberliegenden Rose Club gingen. Endlich traf ich den Tim mit Begleitung. Ich hatte mir draußen so richtig den Arsch abgehfrohern und war nun froh mal in einer Menschenmasse unterzutauchen. Ersteinmahl hieß es von Ordnern abtasten zu lassen und 10 Euro Eintritt zu bezahlen!!! Was für ein Laden…
Für die ihn nicht kennen, es handelt sich hier um eine Art Disco und weniger um einen Konziort. Die Räumlichkeit gleicht einen langen Schlauch mit Bühne am Ende. Immer ist es drinnen fast stockdunkel und alles sau teuer. Mein erstes Bier hat 6 Euro gekostet und mein zweites habe ich dann sein gelassen……

Spermbirds hatten eine kleinen Stand mit Merchandise an dem sie neu aufgelegt die beiden ersten L.P. liegen hatten. Auf der Scheibe prangte ein Sticker mit der Aufschrift:“ Hardcore Klassiker“. Braucht den wirklich der Punk eine Aufforderung, oder kennt keiner die Band? Die T-Shirts waren recht cool, hätte mir fast eines gekauft, dann fiel mir auf das sie noch nicht mal das original Logo drauf hatten……..

Was mir an dem Laden gefiel, war das der D.j. der einen sehr guten Geschmack hatte und nur Descendents laufen ließ. Eine Platte nach der anderen schien er in einem Wechsler gesteckt zu haben, welches nachher doch zu nerven begann! Der Laden füllte sich immer mehr und kurz vor Beginn der Show müssen es so um die 400-500 Leute gewesen sein!
Nothing in Common beraten die Bühne und konnten sofort mit ihrem Samiam beeinflussten Punk überzeugen. Die Band hatte den Nötigen Drive, ne Menge guter Ideen und der Gesang von Lisse erinnerte mich Stellenweise ein wenig an Joshua. Teilweise ging es sogar ein wenig Emotional zu Sache und die Musiker bewegten sich ständig auf der Bühne, so das man ihnen ihre Spielfreude ansehen konnte. Cool! Leider wusste die Band nicht im richtigen Moment aufzuhören und nervten nach einer halben Stunde dann doch ein wenig. Denke das es immer schwierig ist eine bestimmte Spannungskurve zu halten. Trotz allem fand ich ihre Show sehr gut und muss mir wohl mal ne Platte von denen kaufen.

Jetzt war erst mal wieder großes warten angesagt, die Spermbids machten Ersteinmahl gemütlich einen Soundscheck. Nach einer halben Stunde ging es dann endlich los. Eines vorne Weg, man merkte den Jungs an, es ist nicht mehr 1987. Die Menge der Leute ging doch trotz der Anfangs eher neuen und mir unbekannten Songs richtig gut ab. Überall divten Menschen oder pogten wild umher. Alles im allem bewegten sie sich noch im Humanen Rahmen und als die Band mit ihren Klassikern begann, da konnte ich auch nicht mehr still stehen. Alle meine Bekannten traf ich im Pitt wieder und es bereitete mal wieder so richtig Spaß. Dann Langweilte mich die Band wieder mit neueren Songs, die meiner Meinung nach einen ganz anderen Stiel vertraten als der gewohnte. Als die Band die Bühne verließ forderten doch tatsächlich ihre Crew die Leute Beifall zu rufen. Tatsächlich kamen sie dann „völlig ungeplant“ auf die Bühne zurück, und so stimmte die Kiste wieder. Zum Glück spielten sie dann ein paar Klassiker und es ging wieder richtig gut ab. Das mit dem Specktakel, ich geh von der Bühne, ging noch ein bis zwei mal so weiter und dann verließen sie uns.

Ich bin ein wenig geteilter Meinung über die Spermbirdshow. Sicher es war ein netter Abend, ein wenig alte Erinnerungen kamen auf, mehr jedoch nicht. Hoffe das die Band ihr Kriegsbeil begraben lässt und keine neue Platte aufnimmt! Ab und an mal ne Show könnte Spaß versprechen, aber bitte erste wieder in ein paar Jahren. Trotzdem ein ganz cooler Abend….

Durchde