Der Tag begann schon als absolute Höhle. Am Morgen noch besoffen vom Kellnern, und mein Nacken schmerzte als wenn ich drei Tage lang Headbangen betrieben hatte. Dann sollte heute Abend auch noch das Serverfestival stattfinden und wir haben dem Eric von Nirdezneb versprochen sein Stuff nach Dortmund zu transportieren. Das nächste Problem wahr, das wir schon gegen 16 Uhr losmussten und meine Mutter auch noch heute Geburtstag hatte! Die totale Hecktick stand Laura und mir bevor. Am frühen Nachmittag ging es dann zu meiner Mutter und leider musste ich immer ein Auge auf die Uhr halten, damit wir nicht zum spät beim Eric ankamen. Pünktlich um 15.30 Uhr holten wir die Hure (kostenloses Gefährt) bei den Eltern von Laura ab. Meine Schmerzen im Halsbereich wurden immer schlimmer und überlegte schon zum Arzt zu gehen. Laura zeigte sich sichtlich genervt von meiner Jammerei. Ich wahr froh als ich endlich im Wagen der Eltern saß und wir uns auf den Wag machten.
Ein paar Minuten kamen wir doch zu spät beim Eric an und er stand schon mit seinem Rechner und Boxen startbereit an der Haustüre. Schnell wahren die Sachen eingepackt und los ging es Richtung Dortmund. Zum Glück hatten wir eine Wegbeschreibung und Laura fuhr. Ich selbst hätte mich wieder brutal verfahren. Als wir im Zentrum von der Autobahn abfuhren, da stellten wir fest, das heute mal wieder ein Fußballspiel wahr und der steigende Verkehr hielt uns auf. Irgendwie hatte Laura sich dann doch verfahren und wie selbstverständlich zog Eric einen Stadtplan hervor. So liebe ich das! Meine Wenigkeit lag benebelt und schmerzverzehrt im Sitz und beobachtete das Spiel. Die beiden schafften es dann doch noch mit vereinten Kräften den richtigen Weg zu finden und so weit hatten wir uns gar nicht verfahren.
Das Serverfestival fand in einem Kunstmuseum statt. Von außen wirkte das Gebäude eher einem Autonomen Jugendzentrum, und sammelte so schon mal Sympathiepunkte. Der „Konzertraum“ entpuppte sich als eine Art kleines Caffee. In der Mitte wahr ein großer Tisch platziert auf dem die ersten Rechner und Rekorder aufgebaut wurden. Wir wahren wieder viel zu früh, wie eigentlich immer wenn wir auf einer Veranstaltung fuhren. Die Leute im Laden wahren so nett und halfen uns beim ausladen.
Die komplette Veranstaltung fand in Zusammenhang mit einer Kunstausstellung statt und wurde Live als Stream ins Netzt übertragen. Ich glaube es sollten fünf Akteure ihr bestes geben, in der Mitte wahr das Set von Nirdezneb gelegt. Nirdezneb spielen eigentlich einen brutalen doomigen Gitarrensound mit vielen nosigen und vor allem technischen Experimenten. Die Musik wird von Axel und Eric vorproduziert und durch Videoanimationen verfeinert. Heute hatten Nirdezneb sich ein anderes Programm überlegt, eher passend für den Abend einer Kunstausstellung. Sie wollten eine Performance aus verschiedenen Sounds bieten und auf Gitarren ect. verzichten. Da war ich ja mal gespannt!
Mittlerweile baute Eric seine Sachen auf und bereitete sich zu einem Soundscheck vor. Der gute Axel ließ immer noch auf sich warten…..
Ich schaute mich in den Räumlichkeiten um und beobachtete immer wieder Menschen mit Laptops die versuchten alles am laufen zu kriegen. Laura und ich gingen dann mal in die Kunstausstellung. Eines vorneweg, ich bin kein Kunstkenner, also steinigt mich nicht für meine Äußerungen! Meist handelte sich um Videopräsentationen in den verschiedensten Versionen. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht warum ich mich in die Mitte dreier Fernseher stellen soll und mir Frauen von hinten im Gang durch eine Strasse anschauen sollte. Genauso uninteressant finde ich es einen Film rückwärts laufen zu lassen oder ein Bild ständig zu drehen! Der Hammer wahr der Raum der Stille. In einer Schalldichten Kabine wurden Videoaufnahmen von einer Wüste gezeigt und das ganze absolut ohne Ton. Wie gesagt, ich bin kein Kunstkenner und verstehe die Menschen nicht die immer eine passende Antwort auf den größten Quatsch finden. Ist das Kunst? So genug gelästert! Gerade eben kamen Axel und Welf die Türe herein. Es wurde aber auch langsam mal Zeit, den ich hatte schon wieder Hunger! Axel schloss seinen Rechner an und testete über den Beamer seine Animationen. Es dauerte nicht lange und so machten wir uns alle zusammen auf zur Pizzabude. Wir warteten hier eine Ewigkeit auf unser essen, aber das scheint wohl im Pott normal zu sein. Der Lappen wahr nicht schlecht, jedoch zu klein für meinen Geschmack.
Als wir wieder zurück kamen, hatte der erste Künstler schon angefangen. Tut mir leid ich konnte dem Konzept nicht so ganz folgen! Mindestens eine Viertelstunde kamen immer die selben Töne aus den Boxen und es langweilte gewaltig. Ein Typ saß hinter seinem Rechner und fummelte konzentriert mit seiner Maus rum. Ich wusste nicht wofür, denn die Musik schien sich nicht zu ändern. Vielleicht wahr er ja auch nur Happy solche kranken Töne gefunden zu haben und spielte sie immer und immer ab. Das hielt Laura und ich nicht mehr aus und während die anderen drei brav auf ihren Plätzen sitzen blieben, gingen wir vor die Türe. Auf der Suche nach einem Büdchen stießen wir auf etwas ganz feines. So etwas habe ich auch bis jetzt nur im Film gesehen! Ein Kiosk in einer Privatwohnung. Der Besitzer raffte irgendwie gar nichts mehr. Entweder hatte er sich einen gesoffen oder wir störten ihn gerade bei irgendetwas…..
So richtig Lust hatten wir beide noch nicht uns die schöne Musik anzutun und setzten uns ins Auto. Dort viel mir ein das ich doch ein Aufnahmegerät dabei hatte und nahm folgendes auf:
Durchde:
Also wir hängen jetzt hier auf dem Serverfestival in Dortmund, wie ist den Dein erster Eindruck?
Laura:
Ich glaube ich bin hier im falschen Film! Um das hier zu ertragen, musst Du bekifft sein oder irgendwie einen höheren Geist haben als wir. Also für mich schweben die hier auf einer anderen Ebene. Für mich ist das nichts…
Durchde:
Also auf mich wirkt das hier ziemlich unmotiviert. Ich verlange ja keine Hardcoreshow, aber die pennen ja bald hinter ihren Rechnern ein!
Das hört sich an als wenn ne Platte einen Sprung hat und braucht schon sehr viel Zeit um überhaupt irgendein Gefühl für die Sache zu entwickeln. Ich hätte es cooler gefunden wenn die Musik im Ausstellungsraum gelaufen währe oder die Band in dem dunklen Raum gespielten würde und direkt hinter ihnen die evtl. Animation produziert worden währe.
Laura:
Ja, Animationen haben wir ja noch gar nicht gesehen. Einfach nur die Musik vom Endlosband alleine, kann man kaum ertragen. Zusammen mit einem Film vielleicht. Da wirst Du bekloppt!
Durchde:
Die Zuschauer schauen auch so unmotiviert drein. Irgendwie scheint das hier keinen zu interessieren, oder ist das auch ne Art von Kunst??? Ich glaube auch nicht, das hier großartig fremdes Publikum ist. Hier hat wohl jede Band ein paar Leute mitgebracht oder die wahren auf der Ausstellung. Ich weiß ja nicht wie das übers Netzt rüber kommt.
Laura:
Fremdes Publikum glaube ich gibt es hier wirklich nicht. Und die Ausstellung ist auch nicht so mein Fall.
Durchde:
Okay dann warten wir einfach mal die nächste Band ab…..
Als wir wieder rein kamen saßen die meisten schon in einem Trance Zustand auf ihren Plätzen. Axel, Eric und Welf wahren noch wach und zum Glück lag das Set der „Band“ in den letzten Zügen! Die Musik wurde nicht besser und endlich wahr alles vorbei…
Nun kam die nächste Kapelle. Direkt vom Anfang an gefiel mir die Sache schon um Längen besser als das vorherige. Der Sound wahr auch recht monoton, doch bauten sich stetig Soundstrukturen auf, meist unterschwellig. Die Band ließ ein abstraktes Video laufen, welches per Stream von einem Rechner außerhalb kam. Gegen Ende gefiel mir das Set recht gut und langsam machte mir die Sache Spaß. Mal was anderes!
Nun ging alles recht flott. Parallel bauten wir auf während die anderen abbauten. Ich wahr gespannt was Nirdezneb heute bieten würden. Axel und Eric saßen konzentriert hinten ihren Rechnern und von der ersten Sekunde an boten sie einen totalen Overkill. Kranke Töne endeten in einem Noisegewitter das ihres gleichen sucht. Das hier ist wirklich neu -dachte ich mir. Axel legte beste, teils argefahrende Animationen auf den Beamer die den Sound von Nirdezneb gut untermalten und für eine düstere Stimmung sorgten. Auch hier saßen die Zuschauer wie versteinert auf ihren Stühlen. Ich fragte mich ob die schon in einem Trance Zustand verfallen wahren oder konzentriert dem Sound lauschten. Mir gefiel die Musik , auch wenn ich ganz ehrlich sein muss das mir ihr eigentlicher Sound mit Gitarren und Gesängen noch besser gefällt….
Nach der Show bauten wir schnell den Krempel ab um ihn spätestens nach 10 Minuten teilweise wieder auszupacken. Die nächste Kapelle brauchte Endstufe und Boxen. Na gut, also teilweise den Krempel wieder angeschlossen. Der Veranstalter erzählte mir eine ellenlange Geschichte über die Endstehung der Sounds der nächsten Kapelle. Sie würden nur natürliche Klänge verwenden und sie dann verfremden. Ich wahr gespannt. Als dann das Set begann, erinnerte mich das ganze eher an einfallslose Trance Musik. Vom DVD Player kam eine Meditations- CD, die er wohl noch am selben Tag im Geschäft gekauft hatte. Es wahr auf jeden Fall der eingängigste Sound heute Abend. Die meiste Zeit verbrachten wir damit draußen vor der Türe zu stehen und zu Quatschen. Zu uns gesellte sich nun auch der Veranstalter und hielt uns dieses mal einen Vortrag über die Kunst am Computer. Anfangs wahr es ja wirklich noch interessant um im nächsten Augenblick in undurchschaubare Gefilde abzudriften. Ich weiß nicht ob mein Intellekt nicht mehr reichte oder der Kollege schon ordentlich einen im Kahn hatte. Es wahr nett. Als wir jedoch hörten, das noch eine Kapelle spielen sollte, wurde es Laura und mir dann doch zu viel. Wir überzeugten die anderen zu fahren, da wir schon sehr müde wahren und noch eine nicht allzu kurze Strecke vor uns hatten.
Natürlich ging es wie jedes Mal zu Burgerking. Mir viel ein das ich völlig vergaß ein Interview mit Nirdezneb zu machen und nun auch schon viel zu müde wahr. Als wir den Eric nach Hause brachten fuhr ich weiter. Laura schlief auf dem Beifahrersitz und ich beschloss, auf jeden Fall das nächste mal wieder mit zu fahren. Mal was anderes…..
Durchde