Weblog-Archiv für 24. Oktober 2002

Ich glaube ich habe es geschafft….

Oktober 24, 2002

Was habe ich hier gesessen, telephoniert und Bewerbungen geschrieben? Ich habe mich die letzten Wochen um kaum etwas anderes gekümmert und hoffe das ich nun endlich abschalten kann!
Ja ich glaube ich habe es geschafft, ich habe so wie es aussieht einen Job! Eine mündliche Zusage habe ich schon, der Vertrag müsse nur noch dem Betriebsrat vorgelegt werden. Ich bin vorsichtig geworden und freue mich noch nicht zu früh, denn wie gesagt ich habe noch nichts in der Hand! Ich habe ja selbst am eigenen Leib gespürt wie schnell sich die Situation ändern kann.

Wenn ich mal überlege was ich an Bewerbungskosten ausgegeben habe, Porto und Telephonkosten….

Von den meisten Stellen habe ich nie wieder etwas gehört, noch nicht einmal habe ich meine Unterlagen zurück bekommen, ja so ist das heute. Ihr werdet es nicht glauben, die Stelle bei der ich nun Anfangen soll, habe ich mir doch tatsächlich aus dem Computer des Arbeitsamtes gefischt! Na ja fast….

Kommen wir zur Geschichte.

Ich arbeitete die letzten Jahre als Lagerist und bin eigentlich auch ganz zufrieden mit dem Job. Eine bekannter Fernsehsender der Täglich eine Verkaufshow hat, sucht jemanden für das Zentrallager. Ich weiß nicht warum, das Lager ist hier bei uns in Neuss und ich schicke meine Unterlagen nach Düsseldorf, zu dem wie ich dachte, Hauptsitz. Als ich einen Einladung vom Sender selbst bekam, wunderte mich die Sache schon ein wenig. Ich surfte zu deren Webseite und musste mit erschrecken festellen, das ich mich auf eine ganz andere Stelle beworben hatte! Die Suchten dort etwas ähnliches wie einen Lageristen, jemanden für den Bereich in dem die Präsentationsstücke der verschiedenen Sendungen gelagert sind. Als ich die Anforderungen lass die der Sender verlangte, wurde mir ein wenig mulmig. Sicher habe ich Englisch und Computerkenntnisse und kann gut im Team arbeiten, jedoch nun sollte ich es auch beweisen. Nicht mehr Gabelstaplerfahren, kein rauer Umgangston ? Nicht mehr nassgeschwitzt vom vielen schleppen? Langsam hatte ich mich daran gewöhnt.!

Okay, dann zog ich mir doch mal ne saubere Hose an und fuhr nach Düsseldorf. Als ich beim Sender ankam bemerkte ich, das er ganz in der Nähe meiner Ausbildungsstätte gelegen wahr. Sofort schossen so viele Gedanken und Erinnerungen durch meinen Kopf. Da ich noch ein wenig früh dran gewesen bin, fuhr ich ein paar Meter weiter und hielt vor der Papierfabrik an in der ich fünf Jahre gearbeitet hatte. Man, wenn ich heute den Drecksladen sehe bin ich froh, das ich dort nicht mehr arbeite! Wie oft hatte ich noch Jahre danach Alpträume von diesem Job ….

So nun wurde es aber langsam Zeit, den ich wollte nicht zu spät zum Vorstellungsgespräch kommen. Als ich mein Auto parkte und ausstieg wurde mir beim Anblick des modernen Gebäudes und der Vorstellung dort gleich ein Gespräch zu haben, etwas mulmig zu Mute. Nachdem ich durch die Schranken gegangen war, hielt mich ein Sicherheitschef fest. Er blieb jedoch freundlich und zeigte mir den Weg. Nun wahr ich in einer großen Empfangshalle angekommen und teilte einer Frau an der Rezeption mein verlangen mit. Ersteinmahl musste ich meine Personalien hinterlassen und bekam einen Besucherausweis. Ich sollte doch noch ein wenig Platz nehmen, mein Gesprächspartner würde mich bald empfangen.

Da saß ich nun, auf einem großen Sessel aus Metal, auf dem ich mir noch verlorener vorkam. Direkt neben mir wahren in der Wand drei große Bildschirme eingelassen, die eine Lifeübertragung des Senders zeigten. In regelmäßigen Abständen kamen aufgedonnerte Frauen an mir vorbei die ich eben noch auf dem Bildschirm gesehen hatte. Alle wahren soooo hübsch und aufgedonnert, so das ich noch mehr das Gefühl bekam hier total fehl am Platze zu sein.

Eine viertel Stunde später kam dann einer der beiden Gesprächspartner die mich erwarteten und holte mich ab. Haben mich doch noch nicht vergessen! Ich durchstreifte eine Menge von Gängen und fühlte mich wie in Fort Knox. In einem Konferenzraum nahmen wir Platz und bekam langsam das Gefühl ich hätte mich als Bankkaufmann beworben.
„Die Kollegin vom Personalbüro würde etwas später kommen“, erzählte mir mein gegenüber mit einem netten und breiten grinsen. Das Gespräch lief recht locker und schnell fanden wir uns auf einer Ebene wieder auf der wir uns gut verstanden. Sehr schnell wurde ich lockerer und fühlte mich schon ein wenig sicher, auch wenn das hier immer noch eine Nummer zu groß wahr. Dann ging die Türe auf und eine nette Frau, die sich als die Personalschefin vorstellte, betrat den Raum. Von nun an trat eine Wende in unser Gespräch und es wurde immer Tiefenpsychologischer. Noch nie hatte ich einen Stunde lang ein Vorstellungsgespräch und wurde so auseinadergenommen wie hier. Sehr schnell bemerkte ich das meine Reaktionen getestet werden sollten und spielt verdeckt ihr Spiel mit. Natürlich blieb mein gegenüber immer nett und freundlich auf einer Art, die mir viel besser gefiel als das Gegenüber in einer Spedition.

Als ich „entlassen“ wurde kam der Standartspruch, das noch weitere Bewerber seinen und das sich die Firma melden würde. Ich glaubte fest daran mit Pauken und Trompeten durchgefallen zu sein und machte mir nicht allzu große Hoffnungen auf diesen Job. Dann kam die Tage ein Brief mit einem Vertragsangebot ins Haus, da wurde mir langsam klar es doch geschafft zu haben. Ich telephonierte mit der Personalchefin und erfuhr das ich einen sehr guten Eindruck gemacht haben soll?! Na gut, nun sitze ich hier und warte auf meinen Vertrag der mir zugeschickt werden soll…..

Durchde