Weblog-Archiv für 13. März 2004

12.3.04 Kill Kim Novak,I Despise und Caliban Live im Zero Arnsberg

März 13, 2004

Und schon wieder Kill Kim Novak.
Langsam aber sicher könnte man den Anschein bekommen ich währe ein kleines unschuldiges Groupie welches der angebeteten Band auf Schritt und Tritt folgt.
Heute in Arnsberg zusammen mit den Kings of Metal Core -Caliban-

Dieses Ereignis konnte sich meine Navigatorin Laura auch nicht entgehen lassen. Wie schon so oft Fahrten ins Sauerland, Erlebnisse endend im Stau oder totalen Verlorenheit in der Prärie. Um Chaos zu vermeiden fuhren wir Beide schon Mittags los und kamen bis auf einer kleinen Ausnahme unkompliziert ans Ziel. Der einzigste Hacken war das wir uns Mitten auf dem Lande befanden und noch vier Stunden bis Showbeginn vor uns hatten….
Rundfahrten und ein wenig bummeln im Baumarkt oder Möbelgeschäft, langweilig wurde uns zum Glück nicht. Mit Ach und Krach fanden wir später doch noch etwas zum essen und machten uns später gut gestärkt auf in Richtung Zero Arnsberg.

Wir hatten Glück, am Hintereingang luden gerade Kill Kim Novak aus und die Jungs nahmen uns mit in die heiligen Hallen von Arnsberg.
Caliban befanden sich gerade im Soundscheck und das wackeln der Wände verriet mir das es heute Abend sehr laut werden würde.
Das Zero ist eine recht kleine Disko, wenn auch was die Technik angeht, modern und auf dem neusten Stand eingerichtet. Eine riesige Backline wurde aufgefahren, geradeso als würden heute Abend Manowar Junior spielen. Wir staunten nicht schlecht, Riesen Boxen, Videoleinwand und Spiegel über dem Schlagzeugpodest erinnerten dann doch weniger an einer Screamoshow…..

Der Mischer hatte seine Problemchen den Sound von Novak zu mixen, welches Stevie einen dicken Hals einbrachte. Der Sound war gewaltig, nur passte der Boller -Metalproll -Sound überhaupt nicht zur Band.
Die Befürchtung das heute das absolute Prollpublikum erscheinen würde, wurde damit untermauert das nun Lehrvideos in Sachen Kick Boxen über die Leinwand flimmerten. Es handelte sich um irgendwelche sogenannten Hardcoreshows, wie mir Tim sicherlich bestätigen würde. Ein Plattenstand verkaufte dann die passende Kleidung in Form von Hatebreed und Konsorten. Na das kann ja ein heiterer Abend werden……

Gegen 20 Uhr öffneten sich dann die Pforten des Zeros und die warteten Caliban Fans traten ein. Der Laden war mit circa 200 Leuten recht gut gefüllt und zeigte recht schnell eine lockere und augelassende Stimmung. Die Zuschauer beobachteten ihr Lehrvideo und übten vorab schon mal ihre einstudierten Moves.
Was ist nur aus meiner kleinen lieben Szene geworden ..

Gegen 9 standen Kill Kim Novak auf der Bühne. Heute hatten sie zwei Mädels bewaffnet mit Videokameras mitgebracht. Vom ersten Akkord an schien alles zu stimmen. Der Sound war jetzt im gut gefüllten Raum um längen besser und das Publikum zeigte zu meiner Verwunderung kaum Arroganz. Unglaublich, einige der Anwesenden kannte sogar die Texte der Band auswendig. Die Jungs spielten ein sauberes Set und man merkte ihnen einmal mehr die Liebe zum gespielten Sound an. Es wirkte nichts aufgesetzt, Gefühle nahmen ihren Lauf und Emotionen sprangen über so wie ich es mag.
Zu meiner Überraschung wurde auch neuer Stoff geboten. Eine deutliche Weiterendwicklung, welche so einigen Screamo Bands leider fehlt. Die Songs waren gut strukturiert und ein wenig rockiger als die alten Sachen. Besonderes der abwechslungsreichere Gesang stand der Band gut zu Gesicht. Die Zuschauer dankten jeden Song mit Applaus welches ich von dem Prolligen Publikum nicht erwartet hätte!
Alles war schön wie immer jedoch leider viel zu kurz…..

Als zweite Band standen als Ersatz für Globber in Time, I Despise auf der Bühne. Zum lupenreinen Metalsound passte die Bühnenoptik mit Blitzer und Lightshow bestens. Nur leider gefiel mir ihr Sound überhaupt nicht und auf Headbangende Köpfe stehe ich schon lange nicht mehr. So hielten wir und beim Stevie und dessen improvisierten Merch- Stand auf. Die Zuschauer hatten sichtlich ihren Spaß und aus den Boxen dröhnte ein brutaler Sound…

Nach circa 45 Minuten war ihr Set am Ende und Caliban bauten ihr Set auf. Ich gestehe heute Abend werden es Kill Kim Novak schwer haben die beste Band am Abend zu sein. Weniger wegen ihres Sounds sondern mehr wegen des absolut Profimäßigen Stageacting Calibans.
Kill kim Novak fürs Herz und Caliban fürs Auge was will man mehr an einen Abend? Sorry Jungs aber ihr wisst hoffentlich was ich meine ;-)

Der Sänger der Band verwandelte sich vom Schluffie zur Diva und wirkte mit seinen aufgerichteten Haaren, Schminke und Kontaktlisten wild und ungewöhnlich.
Würde die Band nicht ausnahmslos schwarz tragen würde ich behaupten Caliban bringen bunte Farbe in die Szene….
Wie immer wurden alle Klischees vom Parkett gerissen.
Nach einem Intro, während dessen sie sich versteckt aufhielten, sprangen sie rechtzeitig zum ersten Akkord auf die Bühne. Die Bühnenpräsenz war unglaublich. Jeder der Fünf Mitglieder gab sein bestes. Zeitweise wirkte das Bild einstudiert wie ein gutes Theaterstück. Wie Eingangs erwähnt, etwas fürs Auge.
Der Sänger schaffte es vom ersten Takt an seine Fans in den Bann zu ziehen und schriee was die Stimmbänder hergaben. Der komplette Sound klang so perfekt wie man es von ihren Platten gewöhnt ist Das schöne an Caliban finde ich, das trotz ihres sehr brutalen Soundes ein sehr sympathisches Feeling von der Abend ausgeht. Es wird sich fast liebevoll um die Fans gekümmert und die Jungs scheinen das Herz am richtigen Fleck zu haben. Heute spielten Caliban ihre letzte Show der Tour und waren ein wenig eingeschränkt auf Grunde eines Aushilfebassisten.
Die neuen Songs vom kommenden Album waren der absolute Hammer und haben mich umgehauen. Die Zuschauer gingen ab wie Sau und ein paar Kung Fu Idioten benahmen sich wie Sau. Im großen und ganzen verhielt sich die Situation dann doch ruhiger als erwartet und jeder kam auf seine Kosten. Nach einigen Zugaben war dann auch der wirklich gelungene Abend wieder zu Ende und wir beide mussten uns wieder einmal viel zu schnell von Kill Kim Novak verabschieden.
2 Uhr Abends ,leicht geschafft und noch 130 Kilometer Heimweg vor uns, langsam werde ich alt…….

Durchde