Weblog-Archiv für 9. November 2006

Bolt Thrower – TheIVth Crusade (& Spearhead EP)

November 9, 2006



Ende ‘92 legten Bolt Thrower mit ihrem vierten Album, naheliegenderweise „The IVth Crusade“ betitelt, ihr bisheriges Meisterwerk vor, das sie wohl auch nie wieder toppen werden können (auch wenn „…For Victory“ und „Honour – Valour – Pride“ verdammt nah dran waren). Klar, „War Master“ war ein starkes Album, allerdings gab es da noch deutliche Defizite im Songwriting und bei der Produktion. Letzteres Manko hat man unter der Mithilfe von Colin Richardson nun völlig ausgemerzt und „The IVth Crusade“ in ein dichtes, fettes Soundgewand verpacht. Waren es auf „War Master“ vor allem eher die vereinzelt auftretenden „Über-Songs“, die zu begeistern wussten („Profane Creation“, „Cenotaph“ etc.), so kommt „The IVth Crusade“ wie aus einem Guss daher, ohne wesentliche Schwächen oder gar Ausfälle. Bolt Thrower haben es geschafft, die Entwicklung vom Grindcore zum perfekten Death Metal mit diesem Album abzuschließen, ihren mächtigen Kriegsmaschinen-Sound an den richtigen Stellen mit Melodien zu bereichern, ohne die Brutalität und Vehemenz einzubüßen. Blastbeats sucht man hier also vergebens, und obwohl ich normalerweise Speed & Aggression dem Wohlklang vorziehe, besitzt „The IVth Crusade“ ein solch optimales Arrangement von Härte und Melodie, dass es (seit Jahren) meinen absoluten All-Time Favoriten unter den Metal-Alben darstellt. Da kommt einfach sonst niemand mehr dran.

Eröffnet wird „The IVth Crusade“ von seinem Titelsong, der bis heute ein Highlight im Live-Set von Bolt Thrower darstellt. Hier wird praktisch die Art Song vorausgenommen, die mit dem Titeltrack von „…For Victory“ die Perfektion erreichte, zunächst melodisch und bedächtig, sich zum Refrain hin bedrohlich steigernd, um nach kurzem Sturm wieder melodiös auszuklingen. Über das fulminante „Icon“ geht’s weiter zu „Embers“, dem nächsten Glied in der Kette „In Battle There’s No Law / World Eater / Cenotaph / …“. Relativ primitive, aber mächtige Death Metal-Dampfwalze, leider völlig unterbewertet. Es folgt das nicht ganz so starke „Where Next To Conquer“, das auch den schwächsten Song des Albums darstellt. Klingt in seinem High-Speed-Part ein wenig wie eine Rückbesinnung zu „War Master“. „As The World Burns“ ist dann wieder etwas gemäßigter, wobei hier in den schnelleren Abschnitten wieder wie schon bei „Embers“ mittels eines Killerriffs gewalzt wird (Randbemerkung: wenn man Fear Factory auf „Soul Of A New Machine“ Bolt Thrower-Einflüsse nachweisen will, sollte man mal besagte Teile von „As The World Burns“ und FF’s „Escape Confusion“ vergleichen, da wird’s deutlich.) „This Time It’s War“ schafft das, was bei „Where Next To Conquer“ nicht so gut gelungen ist, nämlich die Symbiose von Melodie, Geschwindigkeit und BT-Soundwand in den jeweils optimalen Dosen. Weiter geht’s mit dem schnellen Stampfer „Ritual“, bevor das unheilvolle „Spearhead“ alles zermalmt, was nicht schnell genug aus der Reichweite hüpft. Würde ich gerne mal live hören! Das wieder etwas gemäßigtere, aber dennoch formvollendete „Celestial Sanctuary“ und „Dying Creed“ bilden dem Abschluss, bevor „The IVth Crusade“ mit dem schleppenden Outro „Through The Ages“ ausklingt, ein nachdenklich stimmendes, akustisches Mahnmal (wie bereits „Cenotaph“, aber eindringlicher), bei dem so ziemlich alle großen Kriege der letzten 2000 Jahre Menschheitsgeschichte mit Datum aufgezählt werden. Es gibt also auf Jahre hin genug inhaltlichen Stoff für BT-Lyrics…

An dieser Stelle sei noch auf die ebenfalls essentielle „Spearhead“ EP hingewiesen, die einen „Extended Remix“ von „Spearhead“ (ca. 2 Minuten mehr Zermalmung! Geil!) sowie die beiden nicht auf dem Album enthaltenen Tracks „Crown Of Life“ und „Lament“ enthält. „Crown Of Life“ reiht sich nahtlos in die Reihe der hochklassigen Up-Tempo-Tracks auf „The IVth Crusade“ ein, während „Lament“ für Bolt Thrower Verhältnisse schon fast „romantisch“ ist, sehr melodisch und hymnisch, im Gegensatz zum ebenfalls langsamen „Through The Ages“ aber viel „wärmer“. Dazu gibt’s auf der EP noch das bereits bekannte „Dying Creed“, nur der Vollständigkeit halber. Mit diesen zwei bzw. drei mehr oder weniger anderen Tracks wäre „The IVth Crusade“ noch ein wenig perfekter…

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Bolt Thrower – Honour – Valour – Pride-

November 9, 2006



Nachdem sich die britischen Deathmetal-Gods zuletzt 1998 recht eindrucksvoll mit „Mercenary“ zurückgemeldet hatten, durfte man gespannt sein, ob es ihnen mit dem Folgewerk gelingen würde, die Schwachstellen von „Mercenary“ auszumerzen und ggf. auch ein paar mehr absolute Highlightsongs als drei Jahre zuvor abzuliefern (wie etwa „Mercenary“ oder „No Guts, No Glory“). Wer die Möglichkeit nutzte, sich den Vorab-Track „Inside the Wire“ (u. a. auf der Rock Hard Dynamit-CD) zu Gemüte zu führen, dürfte überzeugt gewesen sein, dass diese Hoffnungen nicht enttäuscht werden würden. Aber dann…. kam alles noch viel besser!

Bereits der (in bester Bolt Thrower-Manier) „plattwalzende“ und eigentlich ein wenig primitiv gestrickte Opener „Contact – Wait Out“ macht bereits unmissverständlich klar: dieses Album macht keine Gefangenen. Der neue Shouter Dave Ingram (Ex-Benediction) fügt sich nahtlos in die von Karl Willets hinterlassene Lücke ein und verleiht den mächtigen Songs noch eine Kante mehr Brutalität, wobei diese allerdings nach wie vor in erster Linie von der (endlich wieder völlig massiven) Gitarrenwand beigesteuert wird. Ein großes Lob muss auch für die druckvolle Produktion (die Band & Andy Faulkner) gemacht werden, die zwar nicht an die Intensität von „The IVth Crusade“ heranreicht, aber die beiden Vorgängeralben klar in den Schatten stellt. Zur Höchstform laufen Bolt Thrower bei den Tracks auf, bei denen sie ihre majestätisch-melodische Seite mit der brutalen optimal wechseln und kombinieren („7th Offense“, „K-Machine“). Letzterer Track stellt dann auch meiner Meinung nach das absolute Highlight des Albums dar, denn hier haben Bolt Thrower absolute Maßarbeit geliefert, einen Song, der an die Vertonung eines alles niederwalzenden Kriegsungetüms erinnert (und wie bereits z. B. „Tank Mk. I“ einen entsprechenden Namen trägt). (Empfindliche Pazifisten mögen bitte das Vokabular entschuldigen.) Und wenn man gerade daran dachte, die Highlights hinter sich zu haben, gibt einem das (bei der gewöhnlichen CD) abschließende „Pride“, das wie ein Resümee nochmals alle Schattierungen des typischen Bolt Thrower-Sounds in sich vereint, den Rest. Den bereits bekannten Böller am Schluss hätte man sich allerdings sparen können.

Fans sei noch die (diesmal etwas aufwändigere) Digi-Pack Version mit dem Bonustrack „Covert Ascension“ empfohlen, der das Level der regulären Album-Tracks problemlos hält.

Als Kritikpunkte bleiben eigentlich nur die etwas zu offensichtliche Anlehnung von „Inside the Wire“ an „No Guts, No Glory“ und das nicht sonderlich originelle Schlachten-Cover, das Erinnerungen an „Realm of Chaos“ weckt. Insgesamt ist „Honour – Valour – Pride“ das erste Album seit „The IVth Crusade“ ohne Durchhänger (auf einen Nachfolger zum etwas schwachbrüstigen „Powder Burns“ haben Bolt Thrower glücklicherweise verzichtet). Damit hat sich die Band die Messlatte für das nächste Album verdammt hoch gelegt; es ist zu hoffen, dass sie dieses Level zumindest noch lange halten (kann man da überhaupt noch was drauflegen?).

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Bloodbath -Resurrection Through Carnage-

November 9, 2006



Na, mal wieder angepisst wegen des Mülls, der heutzutage (auch in der Metalszene) so als „Musik“ verbreitet und abgefeiert wird? Gelüste nach in alten Tagen gefertigter Qualitätsware? Aber alle Highlights aus der Death-Metal-Hochphase Skandinaviens bereits in und auswendig gehört? Dann solltet ihr hier zugreifen, denn diese All-Star-Band um Mikael Akerfeldt (Opeth), Anders Nyström, Jonas Renske (beide Katatonia) und Dan Swanö (Ex-Edge Of Sanity und vieles mehr…) beschert uns mit diesem Album eine Huldigung an die Zeit, als Entombed, Unleashed, Dismember, Edge Of Sanity u.v.a. sowie unzählige Nachzügler und Nachahmer eine zunächst nicht zu bändigende Death-Metal-Welle lostraten, die letztendlich allerdings wohl mangels anhaltender Qualität und durch das Aufkommen des Black Metal wieder verebbte. Nichtsdestotrotz führt dieses Album zurück zum Beginn der 90er und wäre mit Sicherheit, falls damals erschienen, ein weiterer Klassiker in der Reihe der Releases o. g. Bands geworden. Kein Wunder, denn hier sind Könner am Werk.

Meister Akerfeldt grunzt fürstlich durch die 10 Tracks, die von Tausendsassa Swanö an den Drums (!) grundsolide und schnörkellos nach vorne gepeitscht werden, während Gitarren und Bass für eine mächtige Soundwand sorgen, nicht zuletzt aufgrund der unheimlich fetten (aber vielleicht etwas „trockenen“) Produktion (die genauso „Retro“ ist wie das Songmaterial…).

Letzteres überzeugt, wie bereits angedeutet, eben vor allem durch seine Authentizität, wobei dies den Abwechslungsreichtum mit einbezieht. So finden sich hier neben flotteren Krachern wie „So You Die“, oder „The Soulcollector“ auch eher gebremstere Teile wie „Mass Strangulation“, „Buried By The Dead“ oder „Like Fire“ (primitives Killerriff!). Vor allem diese machen das Album ggf. auch für Fans von Six Feet Under oder Obituary interessant, die sonst nicht sonderlich viel vom Elchtod halten. Aber eigentlich sind alle Songs im Tempobereich letztlich mehr oder weniger variabel gehalten, wobei die geschickt eingestreuten, melodischen Leads das Gesamtbild verfeinern. Well done!

Eine gelungene Hommage an die alten Tage, die Spaß und Lust auf mehr macht. Also, ihr Dismembers und Entombeds des 21. Jahrhunderts, wie wär’s mit einer (ernsthaften) Rückbesinnung?

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DRAGONLORD – RAPTURE

November 9, 2006



Dragonlord sind das Black Metal-Projekt von Testament-Klampfer Eric Peterson, der hier auch für die Vocals zuständig ist (und sich dabei durchaus achtbar schlägt). Mit an Bord sind u. a. auch Testament-Kollege Steve Smyth und Basser Steve DiGiorgio (Sadus, Death etc.). Zeugen des Dragonlord-Gigs beim W.O.A. 2002 (der ausschlaggebend dafür war, dass ich mir die CD zugelegt habe) durften fast das komplette Album live erleben (ohne DiGiorgio) und sollten bestätigen können, dass in dieser Kapelle einiges an Potential steckt.

Doch zum eigentlichen Album: die ersten Klänge des Openers „Unholyvoid“ (nach dem schönen Keyboard-Intro „Vals de la Muerte“) verunsichern einen beim ersten Hören noch, denn es klingt unüberhörbar wie Black-Metal, bei dem die Thrash-Roots der Musiker hervorstechen. Es gibt im Verlauf des Album noch ein paar mehr Stellen bzw. Ideen, die eigentlich auch gut (besser?) zu Testament gepasst hätten. Etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings muss man Peterson (der, abgesehen von „Vals…“, sämtliche Musik geschrieben hat) zu Gute halten, dass einem zu keinem Zeitpunkt besondere COF- oder Dimmu Borgir-Anleihen o. ä. übel aufstoßen (die Einsprengsel. von cleanem (Chor-)Gesang kommen dann aber doch nicht so doll, das sollte man lieber Bands wie Emperor bzw. deren Nachfolgern überlassen).

Insgesamt werden sieben Songs vom Stapel gelassen, die alle über ein gesundes Maß an Originalität und Qualität verfügen, ohne Ausfälle. Als Highlight könnte man vielleicht „Spirits in the Mist“ hervorheben. Zu kritisieren wären meiner Meinung nach der Mix (meine Dimmu-verwöhnten Lauscher melden, dass die Keyboards und der Rest etwas besser hätten zusammengemixt werden können) und die etwas knappe Spielzeit (ca. 35 min). Dafür gibt’s allerdings auch ein hübsch gestaltetes Booklet…

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Dismember – Like An Ever Flowing Stream-

November 9, 2006



Ehrlichgesagt habe ich nie verstanden, weshalb um die als Death-Metal-Gods gehandelten Entombed so ein Rummel gemacht wurde. Klar, ein paar nette Songs haben sie geschrieben, allerdings nie die Intensität und Brutalität von Bands wie Unleashed oder Dismember erreicht. Und letztere haben anno 1991 mit ihrem Debut einen Klassiker des schwedischen Death Metals abgeliefert, der sich gewaschen hat. (Stichwort „waschen“: die Blut- bzw. Ketchupbad-Bilder im Booklet sind ober-peinlich!).

Drummer Fred Estby und Thomas Skogsberg haben die acht bzw. zehn Death Metal-Walzen in ein unheimlich fettes Soundgewand verpackt, indem besonders die Kracher „Override Of The Overture“, „Bleed For Me“, „Dismembered“ (lasst euch hier nicht von dem melodiösen Intro irreleiten! Früher oder später bricht die Hölle los…) und „Skin Her Alive“ allerheftigst zur Geltung kommen. Nicht-Eingeweihte haben spätestens jetzt gemerkt, dass die Lyrics, ebenso wie die Musiker auf den Bandfotos (- hierzu ein interessantes Detail: nur drei posen besudelt, die anderen zwei hatten wohl verständlicherweise keinen Bock drauf und halten sich im Hintergrund; vielleicht auch war Frontmann Matti seine Körperfülle peinlich…-), ziemlich mit rotem Körpersaft triefen. Wegen „Skin Her Alive“ gab’s damals sogar Ärger mit der britischen Justiz, allerdings konnte man glücklicherweise die Zensur damals abwenden.

Erwähnenswert wären vielleicht noch die beiden CD-Bonustracks, von denen zumindest „Deathevocation“ eine gelungene Bereicherung zum „Normalprogramm“ des Albums ist. Aber das dürfte mittlerweile eh’ in anderer Form wiederveröffentlicht sein.

Eigentlich hätte diesem Album der Titel „Death Metal“, den Dismember erst ein paar Alben später verwendeten, besser zu Gesicht gestanden. (Was wäre gewesen, wenn Bolt Thrower „Realm Of Chaos“ mit diesem Mördersound aufgenommen hätten?!?) br>

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Usurper -Skeletal Season-

November 9, 2006



Ja, man kann es bereits am Bandnamen erkennen, diese Maniacs sind eindeutig von Celtic Frost beeinflusst, allerdings ohne als bloße Kopie dazustehen. Sicher, Frontmann Diabolical Slaughter (suuuper Pseudonym…) hat im Zweifelsfall auch die klassischen „Uuuhhs“ drauf, aber darauf beschränkt er sich bei Weitem nicht. Hmm, eigentlich gar nicht so einfach, diese Scheibe stilistisch einzuordnen… (immer diese Schubladen…). Irgendwo in der Schnittmenge Celtic Frost, Doom- und Black Metal würde ich tippen. Letzteres vor allem deshalb, da der „gute“(?) Slaughter an einigen Stellen regelrecht blackig daherkreischt („Dismal Wings Of Terror“, „Brimstone Fist“) und sich Drummer Dave Hellstorm (…ohne Kommentar…) dabei dreschtechnisch austoben darf.

Unabhängig vom Stil herrscht auf diesem Album durchgängig eine tief-morbide (Friedhofs-)Atmosphäre, die besonders bei den schleppenderen Tracks („Skeletal Season“, „Embrace Of the Dead“, „Cemetarian“(!), „Wolflord“) zum Tragen kommt. Vielleicht könnten sich sogar Freunde der ganz frühen Cathedral für diese Grusel-Songs begeistern. Im Gegensatz dazu wird aber, wie bereits angedeutet, auch oft genug losgeprügelt („Prowling Death“, „Brimstone Fist“).

Soundtechnisch wurden die 8 Tracks in ein Gewand Marke „bessere Garage“ verpackt, aber das dürfte durchaus gewollt sein und passt perfekt zu dem kultigen Auftreten der Chicagoer (im Gegensatz zu der Sonnenbrille, die einer von Ihnen auf dem Backcover, neben Nieten und Spikes wohlgemerkt, trägt). Im Booklet (geziert von einem stilvollen Friedhofs-Cover) wird übrigens sympatischerweise auch der textliche Hintergrund von „Shadowfiend“ und „Wolflord“ weitergegeben, beides europäische Werwolf-Stories aus dem 16. bzw. 18. Jahrhundert.

„Prowling Death“ stand, wenn ich mich recht erinnere, auf der allerletzten Deftone-CD, und genau damit bin ich auf Usurper aufmerksam geworden. Vielleicht hat die ja der ein oder andere noch zum Antesten griffbereit… Passt jedenfalls gut zur momentanen Jahreszeit, brrrr….

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Vader -Revelations-

November 9, 2006

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Wie bereits im meinem Review zu „Litany“ erwähnt, ist „Revelations“ weitaus weniger schnell und brachial ausgefallen als sein Vorgänger. Es ist wohl leider das Kreuz populärer Bands in „relativ“ extremen Gefilden, dass nach dem Abliefern eines (High-Speed-) Killer-Albums wie „Litany“ das Risiko umschifft werden muss, bei einem weiteren Album im gleichen oder ähnlichen Stil mit Klagen nach Abwechslung und Weiterentwicklung überschüttet zu werden. Schade. Was nicht heisst, dass Vader ihren Stil maßgeblich verändert hätten, er erscheint eben wesentlich kontrollierter. Um es plakativ auszudrücken: „Revelations“ ist sinngemäß eher Vader’s „Seasons In The Abyss“ als ihr „South Of Heaven“…

Die „Litany“-Fahne wird auf „Revelations“ am ehesten von Songs wie „Wolftribe“ oder „Whisper“ (Highlight!) hochgehalten, wobei „The Nomad“ gewissermaßen als Erbe von „Xeper“ als „gemäßigterer“ aber dennoch wuchtiger Song mit Killerriff durchgeht. Bei „The Code“ sind so was wie 80er-Jahre Thrash-Einflüsse vorhanden. Der (Digi-?)Bonustrack „Son Of Fire“ ist ebenfalls empfehlenswert, wobei auch die übrigen Songs eigentlich nicht übel sind, aber nie die Intensität von „Litany“ erreichen. Ein zweites „Cold Demons“ sucht man hier vergebens. Gravierendste Neuerung ist allerdings der Song „Revelation Of Black Moses“, der Vader von einer ganz anderen Seite zeigt, nämlich düster und eher schleppend. Durchaus gelungen, aber die Weiterführung ist absehbar. Mit zunehmender Popularität werden mehr solcher Songs zum Nachteil von Songs wie „Whisper“ auf den Vader-Alben auftauchen…

Die ultra-fette Produktion von „Litany“ ist übrigens (wie zu erwarten war) ebenfalls etwas zurückgeschraubt worden.

O. k., für die, dies noch nicht zwischen den Zeilen gelesen haben: gegenüber „Litany“ finde ich „Revelations“ eher enttäuschend, auch wenn das Album für sich gesehen durchaus stark ist. Aber ich mag Vader nun mal eher für ihr aggressives High-Speed-Geknüppel…

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Vader – Litany-

November 9, 2006



Boah, was für ein Brett! Wer auf Vader (so wie meine Wenigkeit) erst mit dem „Revelations“-Album aufmerksam wurde, hat definitiv bis dahin was verpasst und sollte sich schleunigst den Vorgänger (wenn man mal die „Reign Forever World“-EP außen vor lässt) daneben stellen. Auf diesem prügeln sich die Polen durch 11 brutale, oft pfeilschnelle, aber durchaus (auch ohne ein „Revelation of Black Moses“) ausreichend abwechslungsreiche Tracks; u. a. „Wings“, „Xeper“ und die Speed-Granaten „Cold Demons“ und „North“, um nur die absoluten Highlights zu nennen.

Bereits die ersten Töne des Openers „Wings“ geben ein prägendes Merkmal dieses Albums preis: einen Doc, der wie besessen seine Drums in Grund und Boden drischt, ausgestattet mit dem wohl fettesten Double-Bass-Sound, den eine Death-Metal-Scheibe je hatte (man stelle sich mal einen Dave Lombardo mit diesem Sound vor…). Dieser fügt sich gelungen in den ohnehin druckvollen, mächtigen Gesamtsound ein. In Verbindung mit dem durchweg hochklassigen Songmaterial ergibt das ein absolutes Death-Metal-Highlight (um nicht das Wort „Klassiker“ zu bemühen). Ein weiterer Pluspunkt ist dann auch noch, dass manche Passagen zwar etwas an Slayer oder Morbid Angel erinnern, man Vader im Großen und Ganzen aber attestieren muss, einen unverkennbaren Stil zu fahren und trotz aller allgegenwärtigen Brutalität und Raserei nie Langeweile aufkommen zu lassen. Die haben es einfach drauf, das Tempo an den richtigen Stellen zu variieren, ohne an Vehemenz einzubüßen.

Als Bonbon gibt’s dann noch das Video zu „Cold Demons“ mit auf der CD, begleitet von Discographie, Band-History etc. Der Clip (Panzer in allen Variationen in Aktion) dürfte wahrscheinlich besonders bei Pappnasen wie Marduk oder George W. Bush ankommen…

Stichwort Pappnasen: Nicht auszudenken, wenn die Herren von Slayer mal wieder richtig ihre Ärsche hochkriegen würden und etwas im Stile bzw. mit der Intensität von „Cold Demons“ abliefern würden… Und was wäre gewesen, wenn Sepultura nach „Arise“ mehr in die „Xeper“-Richtung gegangen wären, anstatt den Weg in die Belanglosigkeit zu finden…

Genug gemeckert (an dieser Stelle…), zurück zum Thema. Wer sich also beim Hören von „Revelations“ wünscht, dass (noch) öfter (vehementer) auf’s Gaspedal getreten würde, ist bei „Litany“ goldrichtig. Und wer überhaupt mal wieder Bock auf ein mächtiges, infernalisches Death-Metal-Gewitter hat, kann hier bedenkenlos zugreifen.

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Witchery -Symphony For The Devil-

November 9, 2006



Very well done. Meister Jensen und seine makabren Gesellen legen mit „Symphony For The Devil“ ihr drittes Album (wenn man „Witchburner“ nicht mitzählt) und gleichzeitig wohl auch das reifste vor. Alle vertretenen 12 Songs (inkl. zwei Bonustracks) sind auf gleichbleibenden hochkarätigem Level angesiedelt und decken ein sehr vielfältiges Spektrum ab. Von speedigen Thrashern wie dem Opener „The Storm“ (Killer!) oder „Wicked“ über Stampfer wie „Inquisition“ und „Enshrined“ zu den Instrumentals „Bone Mill“ (hat was von Annihilator) und „Hearse Of The Pharaohs“. Über allem liegen die bekannt-krächzigen Vocals von Frontmann Toxine, der sein Gekreisch diesmal sehr songdienlich variiert. Klar, das ein oder andere Slayer-Riff gibt’s natürlich auch wieder zu hören, aber das ist aufgrund der durchgehend gelungenen Arrangements auch gut so. Natürlich werden wieder ein paar Gimmicks mit Augenzwinkern serviert, so z. B. das Gastspiel von Hank Sherman bei letztgenanntem Track (bei welcher Band war der noch mal…? :-) ) oder das Ausborgen von Dark Angel-Vokabular in „Shallow Grave“ (nette Huldigung). Und auf Songtitel wie „None Buried Deeper“ oder den Albumtitel muss man erst mal kommen…

Alles in allem finde ich, dass Witchery auf diesem Album perfekt demonstrieren, wie man die Einflüsse aus den Glanzzeiten des Metal (also vor allem 1980′er) zu einem zeitgemäßen Werk zusammenfliessen lassen kann, ohne Altbewährtes einfach wieder aufzuwärmen. Weiter so! Bleibt zu hoffen, dass Jensen auch weiterhin, trotz der Doppelbelastung (oder ist das ggf. gar keine?), in zwei Top-Bands zu spielen, solche Klasse-Alben (mit-)hinbekommt.

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RESURRECTION – EMBALMED EXISTENCE-

November 9, 2006



Hier haben wir es mit einem leider völlig untergegangenen Release aus dem Jahre 1993 zu tun. Man sollte sich von Bandlogo und Dan Seagrave-Cover nicht täuschen lassen, denn Resurrection aus Florida zockten auf ihrem Debüt-Album „Embalmed Existence“ eine abgefahrene, technische Mischung aus Thrash- und Death-Metal, die sich deutlich von Einheitsbrei des damaligen US-Death-Metals abhebt. Man könnte die Mucke vielleicht auch als „Obituary meets Malevolent Creation“-Mischung beschreiben, ohne damit der Band ihre Eigenständigkeit absprechen zu wollen. Geschickt werden hier wuchtiger Thrash und schleppender Death-Metal (oder auch alles umgekehrt :-) miteinander verbunden, angereichert durch raue, grimmige Vocals (kein langweiliges Gegrunze) und eine wie üblich fette, druckvolle Morrisound-/Scott Burns-Produktion. Beachtenswert auch die von (in diesem Fall Aushilfsdrummer) Alex Marquez (zu der Zeit noch bei Malevolent Creation und Solstice tätig) in bewährter Weise eingeprügelten Drums.

Das in Grau- und Blautönen gehaltene Seagrave-Cover passt allerdings gut zur gesamten Atmosphäre des Albums, das seine Düsternis auch aus den geschickt eingestreuten, schleppenden Parts (man höre den Titeltrack sowie das fiese „Smell Of Blood“) sowie dezenten Piano-Akkorden(!!) bezieht. Als weitere Besonderheit kommen die völlig verrückten „Spoken Words“-Stücke dazu, die die einzelnen Songs umfassen. Ein Typ mit abgedrehter Stimme gibt ebensolche Story-Fragmente zum Besten. Außerdem hervorzuheben wäre noch die imposante Coverversion des Kiss-Klassikers „War Machine“, der die Jahre später in die Welt gesetzte Six Feet Under-Version nicht im Geringsten das Wasser reichen kann. Sorry Mr. Barnes, hättet ihr euch also sparen können.

Wie schon angedeutet, fand dieses Album leider nicht die ihm gebührende Resonanz und Anerkennung, so dass es meines Wissens nach keine Fortsetzung gab. Liebhaber von Malevolent Creation’s „Retribution“ und sonstigen Werken mit Marquez’scher Beteiligung sollten sich „Embalmed Existence“ auf jeden Fall zulegen. (Anspieltipps: „Torture Chamber“, „Test Of Fate“)

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Solitude Aeturnus – Into the Dephts of Sorrow-

November 9, 2006



Ähnlich wie im Fall Sepultura, die Anfang der 90er als Thronfolger von Slayer gehandelt wurden, erschien damals mit Solitude Aeturnus ein legitimer Nachfolger für die damals in der Belanglosigkeit herumkrebsenden Candlemass (logisch, da ohne Messiah). Geboten wird hier atmosphärischer Doom der Güteklasse A, 7 Songs (+ Intro), alle mindestens 5 Minuten lang. Doch sollte man sich beim Stichwort „Doom“ nicht täuschen lassen, es geht nicht gezwungenermaßen schleppend zu, sondern es gibt durchaus auch Ausflüge bis in den flotteren Power Metal-Bereich (sogar in der Hymne „Destiny Falls To Ruin“), wobei besonders dann die treibende Double-Bass zum Tragen kommt.

Solitude Aeturnus haben es ausgezeichnet verstanden, ihren Songs durchgehend „Feeling“ zu verpassen (man höre z. B. den Beginn von „Transcending Sentinels“), allerdings finde ich nicht, dass der Titel und das Cover des Albums dazu passen. Es ist gewissermaßen wie beim Hören von Dimmu Borgir’s „Stormblast“, man wird für die Dauer des Albums in eine andere, sehr melancholische Welt entführt (auch wenn die hier weitaus weniger frostig ist). Besonders gut zu hören bei Kerzenschein oder auch unterm Nachthimmel. Das hat die Band wohl leider später auf späteren Alben nicht mehr so hinbekommen. Ich kann nur dringend raten, sich nicht von der christlichen Prägung der Lyrics abschrecken zu lassen!

In Robert Lowe haben Solitude Aeturnus (genau wie Candlemass) einen Ausnahmesänger vorzuweisen, und der kann (wie auch Messiah) wirklich singen. Mag nicht jedermann’s Fall sein, aber ich halte es auf jeden Fall auch deshalb für legitim, dass sich Solitude Aeturnus einige Jahre später mit Erfolg an Black Sabbath’s „Heaven and Hell“ versucht haben (selbstverständlich ohne das Original zu toppen).

Als besonderen Anspieltip (auch wenn eigentlich jeder Song dafür herhalten könnte) möchte ich noch den Abschluß-Track „Where Angels Dare To Tread“ nennen, mein persönlicher Favorit (beinharte Up-Tempo-Parts!).

Alles in Allem ein wahrer Klassiker ohne Durchhänger, hier stimmt einfach alles: Songs, Atmosphäre, Produktion, musikalisches Können…. Bis heute sträflich unterbewertet! (Zumindest) Doom-Fans müssen hier zugreifen!

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Sepultura -Chaos A. D.-

November 9, 2006



Groß waren die Erwartungen zu diesem Album, nachdem Sepultura mit „Arise“ ein (weiteres) hochklassiges Death-/Thrash-Album vorgelegt hatten, was ihnen nach dem bereits beliebten „Beneath The Remains“ einen weiteren Popularitätsschub verschaffte. Der Vorab-Videoclip zu „Territory“ liess zwar eine Vorschau auf einen ganz netten Track zu, gleichzeitig aber auch hoffen, dass dies einer der (wenigen) nicht so dollen Songs des Albums sein sollte. Pustekuchen! Mit „Amen“ und „Nomad“ finden sich durchaus mehrere höchstens durchschnittliche Songs auf „Chaos A. D.“, ebenso wie man mit „Slave New World“ ein langweiliges Armutszeugnis abgeliefert hat. Neben gelungenen Experimenten wie dem Akkustik-Track „Kaiowas“ oder dem schleppenden „We Who Are Not As Others“ steht mindestens ein misslungenes (das deplatzierte New Model Army-Cover „The Hunt“ – ganz nett, aber was hat das auf dem Nachfolger von „Arise“ zu suchen?). „Refuse/Resist“, „Biotech Is Godzilla“ und das alleinige Highlight „Manifest“ halten zwar noch ein wenig die heftige Fahne hoch, aber die Tatsache, dass das eigentlich in die selbe Sparte gehörende „Propaganda“ nicht zündet, spricht Bände.

Tja, hätte „Manifest“ anstelle von „Propaganda“ auf der „Refuse/Resist“-Maxi gestanden, hätte man sich die Anschaffung von „Chaos A. D.“ getrost sparen können zugunsten dieser Auskopplung sowie der „Territory“-Maxi (da gab’s „Biotech Is Godzilla“).

Fazit:
nach zwei bis drei starken Alben (inkl. des unterbewerteten „Schizophrenia“) begaben sich Sepultura mit „Chaos A. D.“ unter dem Vorwand der Weiterentwicklung und Abkehr vom Death/Thrash auf den absteigenden Ast.

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The Haunted -The Haunted Made Me Do It-

November 9, 2006



Thrash, thrash, thrash!!! Nach dem gutklassigen, aber noch nicht überragenden Debut legten The Haunted mit „The Haunted Made Me Do It“ einen Brocken hin, der seines Gleichen sucht. Eingekleidet in ein provokantes, aber durchaus gelungenes und nachdenklich stimmendes Artwork (man führe sich nur mal den dargestellten üppigen Waffenhandels-Kassenzettel mit dem netten Gruß „Thank You, Have A Nice Day“ zu Gemüte), stellt THMMDI einen Meilenstein des modernen Thrash dar, den sich jeder Fan gleich neben At The Gates’ „Slaughter Of The Soul“ stellen sollte (auch wenn kein zweites „Blinded By Fear“ enthalten ist). Die Qualität kommt also keineswegs von ungefähr, schließlich sind hier die Björler-Brothers (Ex-At The Gates) sowie Riffmaster Jensen (auch bei Witchery) zu Gange. Den zu Cradle Of Filth abgewanderten Drummer Adrian hat man mit Per M.Jensen (Ex-Invocator) adäquat ersetzt sowie die Vocals-Position mit Marco Aro (Ex-Face Down) enorm aufgewertet, denn dessen Perfomance kommt weitaus kraftvoller und weniger nervig als die von Peter Dolving auf dem Debut rüber.

„Moderner Thrash“ übrigens u. a. deshalb, da man auf THMMDI neben Speed-Geschossen wie „Bury Your Dead“, „The World Burns“ oder „Victim Iced“ auch Tracks wie das atmosphärisch-böse „Leech“ und den „Hit“ „Hollow Ground“ findet, bei denen zu Gunsten innovativen Riffings deutlich weniger Slayer-Einflüsse zun Tage treten. Beim Schwachpunkt des Albums „Under The Surface“ ist dieser Schritt allerdings nach hinten losgegangen, glücklicherweise wird allein hier einer dieser wie beim Debut auftretenden grausligen Refrains eingesetzt.

Pflichtanschaffung für Thrash-Fans!

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Testament -The Gathering-

November 9, 2006



Wieder mal so ein Album, bei dem ich mich selbst dafür wohin treten könnte, dass ich’s mir nicht gleich bei Erscheinen geschnappt habe… Allen, die Testament seit „Practice What You Preach“ abgeschrieben hatten, sei ebenso geraten, sich dieses hochklassige Werk des (modernen) Thrash-Metals schleunigst zuzulegen, ihr verpasst sonst was… „Modern“ soll hier weniger heißen, dass hier neuerdings Machine Head- oder sonstige Anklänge anzutreffen sind, sondern vielmehr, dass das Material problemlos mit allen sonstigen Veröffentlichungen seines Genres aus dieser Zeit mithalten kann (o. k., streng genommen würde „Eyes Of Wrath“ auch auf jedem MH-Album ein Highlight darstellen…).

Nach dem zwiespältig aufgenommenen Ausflug ins Death Metal-Lager (vor allem bei den Vocals) mit dem „Demonic“-Album haben sich Testament auf ihre eigentlichen Stärken zurückbesonnen, allen voran Chuck Billy, der das Gegrunze zugunsten seiner ansonsten gewohnt-charismatischen Stimme (die streckenweise gar wieder wie in den good old 80’s klingt, man höre „Down For Life“) zurückgefahren hat und die Growls nun gezielt an solchen Stellen einsetzt, wo es auch passt. Darüber hinaus trumpft „The Gathering“, das im Übrigen nix mit Anneke & Co. zu tun hat, mit überragendem Songmaterial auf, das in punkto Abwechslung und Qualität seines Gleichen sucht: zwischen dem Opener „D. N. R.“ und dem Rausschmeisser „Fall Of Sipledome“ gibt’s ein Thrash-Feuerwerk von 9 weiteren Meisterwerken ohne jeglichen Ausfall zu bestaunen. Aber auch die zurückgewonnene hörbare Spielfreude und Vehemenz fallen positiv auf (checkt mal die Mid-Tempo-Nackenbrecher „Eyes Of Wrath“ und „Sewn Shut Eyes“ an). Die letzten High-Speed-Kracher vom Kaliber „D. N. R.“, „Legions Of The Dead“ oder „Fall of Sipledome“ gab’s meiner Erinnerung nach zu seligen „The New Order“-Zeiten…

Erwähnenswert wäre noch, dass neben den o. g. Highlights auch ein gemäßigterer Song wie „True Believer“ (be)steht (keine Ballade!).

Ach ja, auf die personelle Besetzung sollte noch hingewiesen sein, standen den Bandköpfen Chuck und Eric doch die „All-Stars“ James Murphy (wieder) und Steve DiGiorgio sowie der unvergleichliche Dave Lombardo zur Seite, wobei besonders letzterer einen Extraklasse-Job hingelegt hat.

Insgesamt herausragender Song ist meiner Meinung nach das rasende „Fall of Sipledome“; wer hätte gedacht, dass Testament jemals wieder ein solches (Geschwindigkeits-)Level erreichen würden. Strategisch günstig am Ende des Album platziert, bleibt nach dem (am Besten auf Knien zu verfolgenden) Vorüberrasen dieses Geschosses (Lombardo!!) nur noch eins zu sagen (bzw. zu flehen): Mehr davon! (Her mit der „First Strike Still Deadly“!!)

Mit Testament ist also definitiv wieder zu rechnen.

Spearhead24


METALLICA -ST. ANGER-

November 9, 2006



Es war und ist nach wie vor schwer für mich, über dieses Album ein definitives Urteil zu fällen. Ein Urteil, das im Falle von Metallica unmöglich ganz unvoreingenommen gefällt werden kann. Zu tief sitzt die Enttäuschung nach dem desaströsen Verfall der ehemals besten Metal-Band der Welt, der mit dem „schwarzen Album“ seinen Anfang nahm (das will ich an dieser Stelle aber nicht alles rekapitulieren). Also, wie rezensiert man ein so wichtiges und kontroverses Album, an dem sich offenbar die Geister noch eher scheiden als an seinen beiden Vorgängern, ohne sich zu sehr von der Enttäuschung der Vergangenheit noch von Anfälligkeit zur Euphorie (schließlich waren das mal Identifikationsfiguren und -musik)?

Vielleicht so:

Nun, „St. Anger“ ist definitiv leider keine Wiederauferstehung geworden, die man qualitativ neben die ersten 4 Alben einordnen kann. Damit sollte man heutzutage auch nicht mehr rechnen, denn Hetfield & Co. können und wollen mit Sicherheit keine zweite „Ride The Lightning“ o. ä. abliefern. Seid ehrlich, die Gewissheit, dass die Metalli-Millionäre beim Versuch kläglich scheitern würden, sollte jeden Wusch nach dem Unerreichbaren in diesem Fall schleunigst in der Rundablage P (sprich Papierkorb) verschwinden lassen..

Ich hab’ mir „St. Anger“ peinlicherweise zugelegt, nachdem mich die Darbietung von „Frantic“ (mit ordentlichem Sound!) bei Stefan Raab’s „TV total“ doch optimistisch gestimmt hatte. Der Clip von „St. Anger“ konnte als Kaufargument aufgrund des grottenschlechten Sounds (s. u.) nicht herhalten. Die Erwartungshaltung lag also irgendwo zwischen „das Beste hoffen und mit dem Schlimmsten rechnen“. Und nach den ersten 5 – 10 Hördurchgängen kristallisierte sich deutlich eine freudige Erleichterung heraus, dass es kein weiterer Reinfall wie „(Re-)Load“ geworden ist. Pluspunkte:

1) Die lauen Lüftchen, die noch auf „Load“ und „Reload“ fleißig am Wehen waren, gehören glücklicherweise der Vergangenheit an. Auf „St. Anger“ wird recht aggressiv drauflos geschrammelt, es gibt keine einzige Ballade (juchu!) und auf die mit den beiden o. g. Alben zum Metallica-Fanlager dazugekommenen Leute wirkt „St. Anger“ hoffentlich ähnlich abstoßend wie True Metal auf Black Metal-Pandas. Wenn sich die Weichspüler-Fans also nun angewidert abwenden, hat das stellenweise von Energie sprühende „St. Anger“ weitgehend seine Daseinsberechtigung erfüllt. Obwohl, jetzt besteht natürlich die Gefahr einer Unterwanderung durch Nu-Metal-Kiddies, denen der dargebotene Krach zusagt… )

2) „Frantic“, „St. Anger“ und „Some Kind Of Monster“ sind, von der Produktion abgesehen, ein bärenstarkes Opener-Triple. Von den beiden erstgenannten Songs erwarte ich als einzige, dass sie die Hürde ins Live-Repertoire ihrer Erzeuger schaffen (auch wenn ich wohl kein solches Konzert mehr erleben werde, fuck the high-price politics!)

3) „Invisible Kid“ ist der wohl gewöhnungsbedürftigste Song, da hier mehr Wert auf Groove als auf Hektik und Aggressivität gelegt wird. Ein Grower, den man nicht nach zwei Mal Hören abwerten sollte.

4) James Hetfield legt mit seinen sehr variablen Vocals eine absolut reife Leistung hin. Daran lässt sich nicht rütteln, auch wenn die „Kill, Kill, Kill, Kill, Kill“-Shouts am Ende von „All Within My Hands“ doch etwas befremdlich wirken.

5) Tausend Dank an James für die Lyrics zu „The Unnamed Feeling“. Du hast ja so recht …..

6) Das Highlight „All Within My Hands“ habe ich bei den ersten paar Mal Hören gar nicht mitbekommen, da es blöderweise am Ende dieser 75-Minuten-Scheibe „versteckt“ ist. Wow, solch einen Hassbratzen hätte ich nun wirklich nicht mehr von den 3 alten Herren erwartet. Geschickt wird hier zwischen den eher verhaltenen Songparts und dem heftigen Chorus hin- und hergependelt. Thrash! (na gut, nicht wirklich…)

Minuspunkte:

1) Die Länge der Songs! Was nützen die auf dem Cover-Sticker angepriesenen „over 75 minutes of music“, wenn ein Großteil dieser Spielzeit sich als überflüssiges Anhängsel der viel zu lang geratenen 11 Songs entpuppt? „Some Kind Of Monster“ wäre ein völlig uneingeschränktes Highlight, wenn der Song nach 5 – 6 Minuten vorbei wäre, er wird aber auf 8:25 min gequält… Grundsätzlich hätte man sich bei allen vertretenen Songs mit Spielzeit jenseits der 6 Minuten den darüber hinaus gehenden Teil sparen können. Ärgerlich…

2) Der Sound! Bitte, bitte, James, Lars, Kirk, (und nun auch) Rob: schickt diesen Bob Rock dafür in die Wüste! Lasst „No Remorse“ walten! Ein eigentlicher Klasse-Song wie der Titeltrack erstickt bei den schnellen Parts förmlich an diesem hauchenden Gitarren-Lüftchen Sucht euch doch bitteschön einen ordentlichen Producer. Gewollter Garagen-Klang hin oder her…

3) „Dirty Window“ und „Sweet Amber“ wissen zwar durch ihren flotten Drive zu gefallen, sind aber zu simpel geraten, um vollkommen zu überzeugen und nutzen sich zu schnell ab. Was man von „Shoot Me Again“ nicht behaupten kann, der ist allerdings wieder so lang, das er gegen Ende öde wird…

4) „My World“ und „Purify“ fallen gegenüber den übrigen Tracks deutlich ab. Bei „My World“ trifft der oft gehörte Vorwurf des halbgaren Demo-Songs leider doch zu, der Song wirkt wie ein Sammelsurium von Ideen, aus denen man bei besserem Arrangement etwas interessantes hätte machen können. Insbesondere der Chorus ist furchtbar. Ein Aneinanderklatschen von ein paar Aggro-Parts macht halt noch keinen guten Song… „Purify“ ist schlichtweg unspektakulär und hätte ebenfalls nicht auf dieses Album gehört.

Neutrales:

1) An den so oft kritisierten Snare-Sound, den Mr. Ulrich hier auftischt, kann man sich wirklich gewöhnen. Mich stört er nicht mehr, er verleiht dem Album eher eine etwas eigene Note.

2) Die völlig fehlenden Soli sind für mich kein Kritikpunkt. Schließlich geht’s bei „St. Anger“ um Power, und dafür braucht man eigentlich kein Gefrickel…

3) Cover und Gestaltung: nett, das man Mr. Pushead wieder mal bemüht hat. Nur musste dass mit den Müllabfuhr-Orangetönen im Verbund mit Grau sein? Aua….

4) Ja, es sind wohl Nu Metal-Einflüsse vorhanden. Ist zwar sehr schade, wer aber dazu neigt, das komplette Album deswegen zu verteufeln, sollte sich mal intensiv mit den Slayer-Outputs „Diabolus…“ und „God Hates Us All“ auseinandersetzen…..

Fazit:
Bleiben unter dem Strich also 6 richtig gute Songs, 3 „nur“ gute und zwei Ausfälle. Das ist gegenüber „(Re-)Load“ eine bemerkenswerte Steigerung. Ich tendiere eher dazu, die Leistung der Band, ein raues, heftiges Album auf die Beine zu stellen, zu honorieren, als den alten Zeiten hinterher zu weinen und „St. Anger“ nur an alten Göttergaben zu messen. Auch wenn es noch viel zu verbessern gibt, ist dies wenigstens ein Schritt (in die richtige Richtung?), auf dem man aufbauen kann. Misst man dieses Werk der Herren Hetfield, Ulrich und Hammett allerdings an ihrem Status, d. h. dem Anspruch, nur aus Highlights bestehende Alben abzuliefern, fällt auch „St. Anger“ durch, wie bereits die beiden davor.

Spearhead24

Massacra -Sick-

November 9, 2006



Der Titel trifft es ganz gut… beim Hören dieser CD könnte mir wirklich schlecht werden. Welch ein Abstieg! Da lieferten die Franzosen Massacra mit dem 92′er „Signs Of The Decline“-Album noch ein hochklassiges, aggressives Death-Metal-Album ab, zwei Jahre später war allerdings schon wieder die Luft raus… Anstatt sich an der zuvor aufgelegten Messlatte zu versuchen, wenden sich Massacra vom Death Metal ab und eher dem „normalen“ Thrash/Power Metal zu, ohne dabei etwas sonderlich Spannendes zustande zu bekommen. Sollte da etwa gar der Major-Deal negative Auswirkungen gezeigt haben? Der Opener „Twisted Mind“ verdeutlicht es ganz gut: klingt wie ein entschärfter/gebremster „Signs Of The Decline“-Songs; das teilweise hektische Riffing ist zwar noch da, aber der wirkliche Drive fehlt bei dieser Mid-Tempo-Nummer. Und dann wird auch noch die Akkustische ausgepackt… brrr, völlig unnötig.

Weitere Unnötigkeiten wie „Madness Remains“ oder „Suckers“ schließen sich an… Ein leichtes Aufflackern von Energie wie bei „Harmless Numbers“ oder „Can’t Stand“ bringt da auch nichts mehr. Über den Status „eigentlich ganz nett“ (wenn man die Vorgeschichte ausblendet) kommt keiner der Tracks 1 – 10 hinaus, mit „Piece Of Real“ gibt’s wenigstens ein schönes Outro. Wäre Metallica’s „Load“-Rohrkrepierer nicht erst drei Jahre später erschienen, würde ich glatt schätzen, Massacra hätten sich davon inspirieren lassen. Sorry, aber wenn ich starken Power/Thrash-Metal hören will, greife ich lieber zu einer langen Reihe anderer Alben…

Spearhead24

Malevolent Creation – The Will To Kill-

November 9, 2006



Mal ehrlich, die vorherigen beiden MC-Alben „The Fine Art Of Murder“ und „Envenomed“ waren zwar ganz nett, gemessen an der vorangegangenen Glanztaten allerdings nicht der Stoff, der einen sonderlich vom Hocker haut. Einhergehend mit den obligatorischen Personalwechseln haben es MC dann allerdings geschafft, wieder in weitaus begeisterndere Sphären vorzudringen. „The Will To Kill“ kommt in etwa daher wie eine Mischung aus „Eternal“ (vom Songmaterial) und „In Cold Blood“ (von der Vehemenz), mit besserer Produktion als „Eternal“ und ohne die Monotonie von „In Cold Blood“. Soll heißen: es gibt (oft Slayer-beeinflusste-) Killerriffs en masse, ohne dass einem von beständigem „Voll-auf-die-12″-Gedresche schwindelig wird. So ist’s recht! Sind das in „With Murderous Precision“ gar leichte Black Metal-Einflüsse? Interessant…

Zum Personal: der vom Side-Projekt Hate Plow mitgebrachte Neu-Shouter Kyle Symons macht seinen wegen Drogen-Problemen erneut aus der Band geflogenen Vorgänger Brett Hoffmann in kürzester Zeit vergessen und bereichert die Songs u. a. durch seine gelegentlich eingestreuten hohen Schreie. Der zweite Neuzugang Justin Di Pinto drischt die Drums fachgerecht in Grund und Boden, dem Andenken an seinen Vorgänger David Culross würdig. Bleibt eigentlich zu hoffen, dass diese Klasse-Besetzung zu mehr Konstanz kommt als man es eigentlich erwarten dürfte und weitere solcher Klasse-Alben abliefert (allerdings ist Di Pinto wohl nicht lange nach den Aufnahmen zu „The Will To Kill“ bereits wieder ausgeschieden…).

Hervorzuhebende Songs gibt’s eigentlich nicht, als Anspieltipps würde ich „Pillage And Burn“ (brutal!) und „Lifeblood“ empfehlen. Death-/Thrash at its best!

Spearhead24

MALEVOLENT CREATION -STILLBORN-

November 9, 2006



Malevolent Creation aus Florida dürften allgemein bekannt sein als Verfechter des knallharten amerikanischen Death-Thrash. Mit den Alben „The Ten Commandments“ und „Retribution“ hatte man bereits eine brettharte Visitenkarte abgegeben und einige Hammer-Songs abgeliefert (z. B. „Multiple Stab Wounds“ oder „Slaughter of Innocence“). Das Drittwerk „Stillborn“ aus dem Jahre 1993 übertraf dann seine Vorgänger zumindest songtechnisch noch. „Zumindest“ deshalb, da man (nach den beiden von Scott Burns veredelten Vorgängern) den Producer wechselte, mit dem Ergebnis, dass Mark Pinske und Fasciana dem Album einen rauen, gewöhnungsbedürftigen Sound verpassten, der in punkto Druck und Dichte aber nicht mit Morrisound und Konsorten mithalten kann. Trotzdem passt es irgendwie, auch wenn man sich fragen darf, welchen Status „Stillborn“ mit einem besseren Sound (z. B. dem von „In Cold Blood“) erreicht hätte. Es gibt natürlich auch bessere Shouter als Brett Hoffmann (sorry dude!)…

Die zehn enthaltenen Songs bieten eine ausgewogene Bandbreite, von High-Speed-Geballer mit Blastbeats („Geared for Gain“, „Ordain the Hierarchy“) bis bedrohlich-schleppend (der Rausschmeisser „Disciple of Abhorrence“). Beides davon gibt es im Titelsong (was diesen, in Verbindung mit den Lyrics, für mich zu einer perfekten Teenager-Frusthymne machte). Das Qualitätslevel ist bei allen Songs gleichbleibend hoch, eigentlich ist so recht keiner hervorzuheben. Allerdings sollte dabei nicht vernachlässigt werden, dass die Lyrics weitestgehend nicht bloß stumpfe Blood & Gore-Themen beinhalten, sondern mehr die Auseinandersetzung mit grausamer Realität (und wer hatte damals schon den Mumm und Verstand, einen Text wie „Ethnic Cleansing“ abzuliefern, der selbige anprangert?).

Für Komplettisten sei noch vermerkt, dass personaltechnisch die einzige Veränderung gegenüber „Retribution“ darin bestand, dass der zu Cannibal Corpse übergelaufene Rob Barrett durch Jon Rubin ersetzt wurde. Die Drums wurden hier also wiederum göttlich von Alex Marquez verprügelt (der übrigens zusammen mit Barrett auch das geile Solstice-Album einspielte). Auch was das (zum Titel passende) Cover betrifft setzte man auf bewährte Qualität, und so kann „Stillborn“ in diesem Punkt mit „Retribution“ durchaus mithalten, Dan SeaGrave sei dank!

Fazit: „Stillborn“ ist einer meiner absoluten Favoriten unter den Metal-Alben und hat mich durch manche dunklen (Pubertäts-)Phasen als optimaler Soundtrack zur Frustbewältigung begleitet. Nach „Stillborn“ kam dann aber leider erst mal „Eternal“ mit der überflüssigen „They Breed“-Kontroverse. Fuck Jason! (und alle, die wissentlich die „They Breed“-Vocals durchgehen und auf das Album haben nehmen lassen.)

Spearhead24

Machine Head -Through The Ashes Of Empires-

November 9, 2006



Die schlechte Nachricht zuerst: es gab vorher noch kein Machine Head Album, das mir wirklich vom ersten bis zum letzten Ton zugesagt hat; noch keines, auf dem Trotz einiger Killer-Tracks durchgängig ein hohes Level gehalten wurde. „Through The Ashes Of Empires“ macht da leider keine Ausnahme. Dennoch darf man hier wohl von einem der (bzw. dem?) besten von den Mannen um Robert Flynn verbrochenen Album sprechen.

Der Opener „Imperium“ weckt, sobald die leisen, verhaltenen Töne zu Beginn verflogen sind, absolutes Back-to-the-roots-Feeling, steht er doch ohne Zweifel in einer Reihe mit dem mächtigen „Davidian“ vom Debut „Burn My Eyes“. Daran schließt sich das Groove-Monster „Bite The Bullet“ an, das zwar auf einem sehr simplen Riff besteht, in diesem Arrangement und im Verbund mit der fetten Produktion aber volle Durchschlagskraft entwickelt. Hätte auch auf „The More Things Change“ gepasst, wirkt aber lebendiger. „Left Unfinished“, wiederum sehr wohltuend thrash-lastig, ist die Abrechnung des Adoptivkinds Robert Flynn mit seinen leiblichen Eltern; musikalisch wie textlich harter Tobak. Es folgt das düstere „Elegy“, wenig spektakulär, aber nach den drei vorhergehenden Hämmer gut zum Verschnaufen geeignet. Vielleicht am ehesten was für die Anhänger von „The Burning Red“. An dieser Stelle Haben Mr. Flynn & Co. es leider versäumt, den Sack mit weiteren Volltreffern zuzumachen. „In The Presence Of My Enemies“ und „Days Turn Blue To Grey“ können das Intensitätslevel nicht halten, mit „Vim“ geht es wieder leicht aufwärts. Schade, ständen an deren Stelle weitere Nummern im Stile der folgenden Brecher „All Falls Down“ und „Wipe The Tears“, hätte dies „Through The Ashes…“ sicher auf die Klassiker-Ebene gehievt. Zum Abschluss gibt’s noch die düstere Halb-Ballade „Descend The Shades Of Night“, über die ich mir noch kein richtiges Urteil bilden konnte. Ist zwar schön-schaurig und dramatisch, zündet aber auch irgendwie nicht so recht.

Insgesamt gibt’s also auf der Habenseite vier absolute Volltreffer („Imperium“, „Bite The Bullett“, „All Falls Down“, „Wipe The Tears“), sowie vier mehr („Left Unfinished“, „Elegy“) oder weniger („Descend The Shades Of Night“, „Vim“) gelungene Ergänzungs-Tracks. Ach so, hatte ich schon die immer mal wieder eingestreuten Bay-Area-Thrash-Anleihen lobend erwähnt? Und das Fehlen solcher Melodic-Experimente wie „Crashing Around You“ oder „All In Your Head“? Ein großer Schritt in die richtige Richtung, wenn beim nächsten Mal noch 2 – 3 weitere Hochklasse-Songs dabei sind, isses nicht mehr zu toppen. Die beständig aufkommenden „Das hätte auch auf …. gepasst“-Gedanken zeigen doch, dass Machine Head sich nunmehr auf einem Level befinden, auf dem die bisher auf den Alben verstreuten Blitzlichter langsam aber sicher zu einer mächtigen Einheit zusammengeführt werden. Weiter so!

Spearhead24

Iced Earth -Iced Earth-

November 9, 2006


Es dürfte anno ‘91 gewesen sein, als MTV ein kultiges Jahresabschluss-Special von Headbanger’s Ball (R.I.P.), moderiert von 2/3 Spinal Tap (!!), ausstrahlte. Inmitten eines (offenbar von einem „Fremd-Video“ entliehenen) Florida-Death-Metal-Special (u. a. mit Beiträgen von / zu Obituary, Morbid Angel, Morrisound Studio) gab es einen Clip der mir bis dahin nur vom Lesen geläufigen Iced Earth zu bewundern, ein völlig geniales Power Metal Brett von Song. Überflüssigerweise wurde der Clip (die Band bangt in der mit Scheinwerfen ausgeleuchteten Garage / Proberaum ab) in der Mitte mit weiteren Features überblendet und zu allem Überfluss unterlassen, den Songtitel irgendwann einzublenden. Was macht der so angefixte aber ratlose Fan also? Zunächst drauf spekulieren, dass es sich um eine Song vom Debut-Album handelt, aber es dauerte einige Zeit, bis ich dieses endlich in die Finger bekam. Die Jagd danach sollte sich lohnen…

Der „Clip-Song“ entpuppte sich also als „Colors“ und stellt meiner Meinung nach einen der besten jemals auf Tonträger gebrachten Metal-Songs überhaupt dar (die Lyrics nicht mitgezählt). Neben diesem alles überragenden Stück Edelmetall enthält „Iced Earth“ mit dem Titelsong, „Written On the Walls“, „Curse The Sky“, „Life and Death“ und der Hymne „When the Night Falls“ (Highlight Nr. 2) weitere hochklassige Power Metal Kracher, die zusammen mit den Instrumentals „Solitude“ und „Funeral“ einen bärenstarken Einstand ergeben (Warum sind nur so viele davon bei „Alive In Athens“ nicht dabei? Wie kann man dabei vor allem „Colors“ aussparen?) Hier und da sind Einflüsse von Maiden und Metallica auszumachen (?Funeral? weist eine gewisse Verwandschaft zu ?The Call Of Ktulu? auf), was das positive Gesamtbild allerdings nicht beeinträchtigt. Tüpfelchen auf dem „I“ ist, wie bei so vielen Florida-Veröffentlichungen, die Morrisound-Produktion (Tom Morris & Bandleader Jon Schaffer).

Urteil: Dieses Album gehört in jede anspruchsvolle Sammlung! (Mit wie vielen verschiedenen Covers ist das Ding eigentlich mittlerweile wiederveröffentlicht worden?)

Spearhead24