Ende ‘92 legten Bolt Thrower mit ihrem vierten Album, naheliegenderweise „The IVth Crusade“ betitelt, ihr bisheriges Meisterwerk vor, das sie wohl auch nie wieder toppen werden können (auch wenn „…For Victory“ und „Honour – Valour – Pride“ verdammt nah dran waren). Klar, „War Master“ war ein starkes Album, allerdings gab es da noch deutliche Defizite im Songwriting und bei der Produktion. Letzteres Manko hat man unter der Mithilfe von Colin Richardson nun völlig ausgemerzt und „The IVth Crusade“ in ein dichtes, fettes Soundgewand verpacht. Waren es auf „War Master“ vor allem eher die vereinzelt auftretenden „Über-Songs“, die zu begeistern wussten („Profane Creation“, „Cenotaph“ etc.), so kommt „The IVth Crusade“ wie aus einem Guss daher, ohne wesentliche Schwächen oder gar Ausfälle. Bolt Thrower haben es geschafft, die Entwicklung vom Grindcore zum perfekten Death Metal mit diesem Album abzuschließen, ihren mächtigen Kriegsmaschinen-Sound an den richtigen Stellen mit Melodien zu bereichern, ohne die Brutalität und Vehemenz einzubüßen. Blastbeats sucht man hier also vergebens, und obwohl ich normalerweise Speed & Aggression dem Wohlklang vorziehe, besitzt „The IVth Crusade“ ein solch optimales Arrangement von Härte und Melodie, dass es (seit Jahren) meinen absoluten All-Time Favoriten unter den Metal-Alben darstellt. Da kommt einfach sonst niemand mehr dran.
Eröffnet wird „The IVth Crusade“ von seinem Titelsong, der bis heute ein Highlight im Live-Set von Bolt Thrower darstellt. Hier wird praktisch die Art Song vorausgenommen, die mit dem Titeltrack von „…For Victory“ die Perfektion erreichte, zunächst melodisch und bedächtig, sich zum Refrain hin bedrohlich steigernd, um nach kurzem Sturm wieder melodiös auszuklingen. Über das fulminante „Icon“ geht’s weiter zu „Embers“, dem nächsten Glied in der Kette „In Battle There’s No Law / World Eater / Cenotaph / …“. Relativ primitive, aber mächtige Death Metal-Dampfwalze, leider völlig unterbewertet. Es folgt das nicht ganz so starke „Where Next To Conquer“, das auch den schwächsten Song des Albums darstellt. Klingt in seinem High-Speed-Part ein wenig wie eine Rückbesinnung zu „War Master“. „As The World Burns“ ist dann wieder etwas gemäßigter, wobei hier in den schnelleren Abschnitten wieder wie schon bei „Embers“ mittels eines Killerriffs gewalzt wird (Randbemerkung: wenn man Fear Factory auf „Soul Of A New Machine“ Bolt Thrower-Einflüsse nachweisen will, sollte man mal besagte Teile von „As The World Burns“ und FF’s „Escape Confusion“ vergleichen, da wird’s deutlich.) „This Time It’s War“ schafft das, was bei „Where Next To Conquer“ nicht so gut gelungen ist, nämlich die Symbiose von Melodie, Geschwindigkeit und BT-Soundwand in den jeweils optimalen Dosen. Weiter geht’s mit dem schnellen Stampfer „Ritual“, bevor das unheilvolle „Spearhead“ alles zermalmt, was nicht schnell genug aus der Reichweite hüpft. Würde ich gerne mal live hören! Das wieder etwas gemäßigtere, aber dennoch formvollendete „Celestial Sanctuary“ und „Dying Creed“ bilden dem Abschluss, bevor „The IVth Crusade“ mit dem schleppenden Outro „Through The Ages“ ausklingt, ein nachdenklich stimmendes, akustisches Mahnmal (wie bereits „Cenotaph“, aber eindringlicher), bei dem so ziemlich alle großen Kriege der letzten 2000 Jahre Menschheitsgeschichte mit Datum aufgezählt werden. Es gibt also auf Jahre hin genug inhaltlichen Stoff für BT-Lyrics…
An dieser Stelle sei noch auf die ebenfalls essentielle „Spearhead“ EP hingewiesen, die einen „Extended Remix“ von „Spearhead“ (ca. 2 Minuten mehr Zermalmung! Geil!) sowie die beiden nicht auf dem Album enthaltenen Tracks „Crown Of Life“ und „Lament“ enthält. „Crown Of Life“ reiht sich nahtlos in die Reihe der hochklassigen Up-Tempo-Tracks auf „The IVth Crusade“ ein, während „Lament“ für Bolt Thrower Verhältnisse schon fast „romantisch“ ist, sehr melodisch und hymnisch, im Gegensatz zum ebenfalls langsamen „Through The Ages“ aber viel „wärmer“. Dazu gibt’s auf der EP noch das bereits bekannte „Dying Creed“, nur der Vollständigkeit halber. Mit diesen zwei bzw. drei mehr oder weniger anderen Tracks wäre „The IVth Crusade“ noch ein wenig perfekter…
Spearhead24
Nachdem sich die britischen Deathmetal-Gods zuletzt 1998 recht eindrucksvoll mit „Mercenary“ zurückgemeldet hatten, durfte man gespannt sein, ob es ihnen mit dem Folgewerk gelingen würde, die Schwachstellen von „Mercenary“ auszumerzen und ggf. auch ein paar mehr absolute Highlightsongs als drei Jahre zuvor abzuliefern (wie etwa „Mercenary“ oder „No Guts, No Glory“). Wer die Möglichkeit nutzte, sich den Vorab-Track „Inside the Wire“ (u. a. auf der Rock Hard Dynamit-CD) zu Gemüte zu führen, dürfte überzeugt gewesen sein, dass diese Hoffnungen nicht enttäuscht werden würden. Aber dann…. kam alles noch viel besser!
Dragonlord sind das Black Metal-Projekt von Testament-Klampfer Eric Peterson, der hier auch für die Vocals zuständig ist (und sich dabei durchaus achtbar schlägt). Mit an Bord sind u. a. auch Testament-Kollege Steve Smyth und Basser Steve DiGiorgio (Sadus, Death etc.). Zeugen des Dragonlord-Gigs beim W.O.A. 2002 (der ausschlaggebend dafür war, dass ich mir die CD zugelegt habe) durften fast das komplette Album live erleben (ohne DiGiorgio) und sollten bestätigen können, dass in dieser Kapelle einiges an Potential steckt.
Ehrlichgesagt habe ich nie verstanden, weshalb um die als Death-Metal-Gods gehandelten Entombed so ein Rummel gemacht wurde. Klar, ein paar nette Songs haben sie geschrieben, allerdings nie die Intensität und Brutalität von Bands wie Unleashed oder Dismember erreicht. Und letztere haben anno 1991 mit ihrem Debut einen Klassiker des schwedischen Death Metals abgeliefert, der sich gewaschen hat. (Stichwort „waschen“: die Blut- bzw. Ketchupbad-Bilder im Booklet sind ober-peinlich!).
Ja, man kann es bereits am Bandnamen erkennen, diese Maniacs sind eindeutig von Celtic Frost beeinflusst, allerdings ohne als bloße Kopie dazustehen. Sicher, Frontmann Diabolical Slaughter (suuuper Pseudonym…) hat im Zweifelsfall auch die klassischen „Uuuhhs“ drauf, aber darauf beschränkt er sich bei Weitem nicht. Hmm, eigentlich gar nicht so einfach, diese Scheibe stilistisch einzuordnen… (immer diese Schubladen…). Irgendwo in der Schnittmenge Celtic Frost, Doom- und Black Metal würde ich tippen. Letzteres vor allem deshalb, da der „gute“(?) Slaughter an einigen Stellen regelrecht blackig daherkreischt („Dismal Wings Of Terror“, „Brimstone Fist“) und sich Drummer Dave Hellstorm (…ohne Kommentar…) dabei dreschtechnisch austoben darf.
Wie bereits im meinem Review zu „Litany“ erwähnt, ist „Revelations“ weitaus weniger schnell und brachial ausgefallen als sein Vorgänger. Es ist wohl leider das Kreuz populärer Bands in „relativ“ extremen Gefilden, dass nach dem Abliefern eines (High-Speed-) Killer-Albums wie „Litany“ das Risiko umschifft werden muss, bei einem weiteren Album im gleichen oder ähnlichen Stil mit Klagen nach Abwechslung und Weiterentwicklung überschüttet zu werden. Schade. Was nicht heisst, dass Vader ihren Stil maßgeblich verändert hätten, er erscheint eben wesentlich kontrollierter. Um es plakativ auszudrücken: „Revelations“ ist sinngemäß eher Vader’s „Seasons In The Abyss“ als ihr „South Of Heaven“…
Boah, was für ein Brett! Wer auf Vader (so wie meine Wenigkeit) erst mit dem „Revelations“-Album aufmerksam wurde, hat definitiv bis dahin was verpasst und sollte sich schleunigst den Vorgänger (wenn man mal die „Reign Forever World“-EP außen vor lässt) daneben stellen. Auf diesem prügeln sich die Polen durch 11 brutale, oft pfeilschnelle, aber durchaus (auch ohne ein „Revelation of Black Moses“) ausreichend abwechslungsreiche Tracks; u. a. „Wings“, „Xeper“ und die Speed-Granaten „Cold Demons“ und „North“, um nur die absoluten Highlights zu nennen.
Very well done. Meister Jensen und seine makabren Gesellen legen mit „Symphony For The Devil“ ihr drittes Album (wenn man „Witchburner“ nicht mitzählt) und gleichzeitig wohl auch das reifste vor. Alle vertretenen 12 Songs (inkl. zwei Bonustracks) sind auf gleichbleibenden hochkarätigem Level angesiedelt und decken ein sehr vielfältiges Spektrum ab. Von speedigen Thrashern wie dem Opener „The Storm“ (Killer!) oder „Wicked“ über Stampfer wie „Inquisition“ und „Enshrined“ zu den Instrumentals „Bone Mill“ (hat was von Annihilator) und „Hearse Of The Pharaohs“. Über allem liegen die bekannt-krächzigen Vocals von Frontmann Toxine, der sein Gekreisch diesmal sehr songdienlich variiert. Klar, das ein oder andere Slayer-Riff gibt’s natürlich auch wieder zu hören, aber das ist aufgrund der durchgehend gelungenen Arrangements auch gut so. Natürlich werden wieder ein paar Gimmicks mit Augenzwinkern serviert, so z. B. das Gastspiel von Hank Sherman bei letztgenanntem Track (bei welcher Band war der noch mal…?
Hier haben wir es mit einem leider völlig untergegangenen Release aus dem Jahre 1993 zu tun. Man sollte sich von Bandlogo und Dan Seagrave-Cover nicht täuschen lassen, denn Resurrection aus Florida zockten auf ihrem Debüt-Album „Embalmed Existence“ eine abgefahrene, technische Mischung aus Thrash- und Death-Metal, die sich deutlich von Einheitsbrei des damaligen US-Death-Metals abhebt. Man könnte die Mucke vielleicht auch als „Obituary meets Malevolent Creation“-Mischung beschreiben, ohne damit der Band ihre Eigenständigkeit absprechen zu wollen. Geschickt werden hier wuchtiger Thrash und schleppender Death-Metal (oder auch alles umgekehrt
Ähnlich wie im Fall Sepultura, die Anfang der 90er als Thronfolger von Slayer gehandelt wurden, erschien damals mit Solitude Aeturnus ein legitimer Nachfolger für die damals in der Belanglosigkeit herumkrebsenden Candlemass (logisch, da ohne Messiah). Geboten wird hier atmosphärischer Doom der Güteklasse A, 7 Songs (+ Intro), alle mindestens 5 Minuten lang. Doch sollte man sich beim Stichwort „Doom“ nicht täuschen lassen, es geht nicht gezwungenermaßen schleppend zu, sondern es gibt durchaus auch Ausflüge bis in den flotteren Power Metal-Bereich (sogar in der Hymne „Destiny Falls To Ruin“), wobei besonders dann die treibende Double-Bass zum Tragen kommt.
Groß waren die Erwartungen zu diesem Album, nachdem Sepultura mit „Arise“ ein (weiteres) hochklassiges Death-/Thrash-Album vorgelegt hatten, was ihnen nach dem bereits beliebten „Beneath The Remains“ einen weiteren Popularitätsschub verschaffte. Der Vorab-Videoclip zu „Territory“ liess zwar eine Vorschau auf einen ganz netten Track zu, gleichzeitig aber auch hoffen, dass dies einer der (wenigen) nicht so dollen Songs des Albums sein sollte. Pustekuchen! Mit „Amen“ und „Nomad“ finden sich durchaus mehrere höchstens durchschnittliche Songs auf „Chaos A. D.“, ebenso wie man mit „Slave New World“ ein langweiliges Armutszeugnis abgeliefert hat. Neben gelungenen Experimenten wie dem Akkustik-Track „Kaiowas“ oder dem schleppenden „We Who Are Not As Others“ steht mindestens ein misslungenes (das deplatzierte New Model Army-Cover „The Hunt“ – ganz nett, aber was hat das auf dem Nachfolger von „Arise“ zu suchen?). „Refuse/Resist“, „Biotech Is Godzilla“ und das alleinige Highlight „Manifest“ halten zwar noch ein wenig die heftige Fahne hoch, aber die Tatsache, dass das eigentlich in die selbe Sparte gehörende „Propaganda“ nicht zündet, spricht Bände.
Thrash, thrash, thrash!!! Nach dem gutklassigen, aber noch nicht überragenden Debut legten The Haunted mit „The Haunted Made Me Do It“ einen Brocken hin, der seines Gleichen sucht. Eingekleidet in ein provokantes, aber durchaus gelungenes und nachdenklich stimmendes Artwork (man führe sich nur mal den dargestellten üppigen Waffenhandels-Kassenzettel mit dem netten Gruß „Thank You, Have A Nice Day“ zu Gemüte), stellt THMMDI einen Meilenstein des modernen Thrash dar, den sich jeder Fan gleich neben At The Gates’ „Slaughter Of The Soul“ stellen sollte (auch wenn kein zweites „Blinded By Fear“ enthalten ist). Die Qualität kommt also keineswegs von ungefähr, schließlich sind hier die Björler-Brothers (Ex-At The Gates) sowie Riffmaster Jensen (auch bei Witchery) zu Gange. Den zu Cradle Of Filth abgewanderten Drummer Adrian hat man mit Per M.Jensen (Ex-Invocator) adäquat ersetzt sowie die Vocals-Position mit Marco Aro (Ex-Face Down) enorm aufgewertet, denn dessen Perfomance kommt weitaus kraftvoller und weniger nervig als die von Peter Dolving auf dem Debut rüber.
Wieder mal so ein Album, bei dem ich mich selbst dafür wohin treten könnte, dass ich’s mir nicht gleich bei Erscheinen geschnappt habe… Allen, die Testament seit „Practice What You Preach“ abgeschrieben hatten, sei ebenso geraten, sich dieses hochklassige Werk des (modernen) Thrash-Metals schleunigst zuzulegen, ihr verpasst sonst was… „Modern“ soll hier weniger heißen, dass hier neuerdings Machine Head- oder sonstige Anklänge anzutreffen sind, sondern vielmehr, dass das Material problemlos mit allen sonstigen Veröffentlichungen seines Genres aus dieser Zeit mithalten kann (o. k., streng genommen würde „Eyes Of Wrath“ auch auf jedem MH-Album ein Highlight darstellen…).
Es war und ist nach wie vor schwer für mich, über dieses Album ein definitives Urteil zu fällen. Ein Urteil, das im Falle von Metallica unmöglich ganz unvoreingenommen gefällt werden kann. Zu tief sitzt die Enttäuschung nach dem desaströsen Verfall der ehemals besten Metal-Band der Welt, der mit dem „schwarzen Album“ seinen Anfang nahm (das will ich an dieser Stelle aber nicht alles rekapitulieren). Also, wie rezensiert man ein so wichtiges und kontroverses Album, an dem sich offenbar die Geister noch eher scheiden als an seinen beiden Vorgängern, ohne sich zu sehr von der Enttäuschung der Vergangenheit noch von Anfälligkeit zur Euphorie (schließlich waren das mal Identifikationsfiguren und -musik)?
Der Titel trifft es ganz gut… beim Hören dieser CD könnte mir wirklich schlecht werden. Welch ein Abstieg! Da lieferten die Franzosen Massacra mit dem 92′er „Signs Of The Decline“-Album noch ein hochklassiges, aggressives Death-Metal-Album ab, zwei Jahre später war allerdings schon wieder die Luft raus… Anstatt sich an der zuvor aufgelegten Messlatte zu versuchen, wenden sich Massacra vom Death Metal ab und eher dem „normalen“ Thrash/Power Metal zu, ohne dabei etwas sonderlich Spannendes zustande zu bekommen. Sollte da etwa gar der Major-Deal negative Auswirkungen gezeigt haben? Der Opener „Twisted Mind“ verdeutlicht es ganz gut: klingt wie ein entschärfter/gebremster „Signs Of The Decline“-Songs; das teilweise hektische Riffing ist zwar noch da, aber der wirkliche Drive fehlt bei dieser Mid-Tempo-Nummer. Und dann wird auch noch die Akkustische ausgepackt… brrr, völlig unnötig.
Mal ehrlich, die vorherigen beiden MC-Alben „The Fine Art Of Murder“ und „Envenomed“ waren zwar ganz nett, gemessen an der vorangegangenen Glanztaten allerdings nicht der Stoff, der einen sonderlich vom Hocker haut. Einhergehend mit den obligatorischen Personalwechseln haben es MC dann allerdings geschafft, wieder in weitaus begeisterndere Sphären vorzudringen. „The Will To Kill“ kommt in etwa daher wie eine Mischung aus „Eternal“ (vom Songmaterial) und „In Cold Blood“ (von der Vehemenz), mit besserer Produktion als „Eternal“ und ohne die Monotonie von „In Cold Blood“. Soll heißen: es gibt (oft Slayer-beeinflusste-) Killerriffs en masse, ohne dass einem von beständigem „Voll-auf-die-12″-Gedresche schwindelig wird. So ist’s recht! Sind das in „With Murderous Precision“ gar leichte Black Metal-Einflüsse? Interessant…
Malevolent Creation aus Florida dürften allgemein bekannt sein als Verfechter des knallharten amerikanischen Death-Thrash. Mit den Alben „The Ten Commandments“ und „Retribution“ hatte man bereits eine brettharte Visitenkarte abgegeben und einige Hammer-Songs abgeliefert (z. B. „Multiple Stab Wounds“ oder „Slaughter of Innocence“). Das Drittwerk „Stillborn“ aus dem Jahre 1993 übertraf dann seine Vorgänger zumindest songtechnisch noch. „Zumindest“ deshalb, da man (nach den beiden von Scott Burns veredelten Vorgängern) den Producer wechselte, mit dem Ergebnis, dass Mark Pinske und Fasciana dem Album einen rauen, gewöhnungsbedürftigen Sound verpassten, der in punkto Druck und Dichte aber nicht mit Morrisound und Konsorten mithalten kann. Trotzdem passt es irgendwie, auch wenn man sich fragen darf, welchen Status „Stillborn“ mit einem besseren Sound (z. B. dem von „In Cold Blood“) erreicht hätte. Es gibt natürlich auch bessere Shouter als Brett Hoffmann (sorry dude!)…
Die schlechte Nachricht zuerst: es gab vorher noch kein Machine Head Album, das mir wirklich vom ersten bis zum letzten Ton zugesagt hat; noch keines, auf dem Trotz einiger Killer-Tracks durchgängig ein hohes Level gehalten wurde. „Through The Ashes Of Empires“ macht da leider keine Ausnahme. Dennoch darf man hier wohl von einem der (bzw. dem?) besten von den Mannen um Robert Flynn verbrochenen Album sprechen.
Es dürfte anno ‘91 gewesen sein, als MTV ein kultiges Jahresabschluss-Special von Headbanger’s Ball (R.I.P.), moderiert von 2/3 Spinal Tap (!!), ausstrahlte. Inmitten eines (offenbar von einem „Fremd-Video“ entliehenen) Florida-Death-Metal-Special (u. a. mit Beiträgen von / zu Obituary, Morbid Angel, Morrisound Studio) gab es einen Clip der mir bis dahin nur vom Lesen geläufigen Iced Earth zu bewundern, ein völlig geniales Power Metal Brett von Song. Überflüssigerweise wurde der Clip (die Band bangt in der mit Scheinwerfen ausgeleuchteten Garage / Proberaum ab) in der Mitte mit weiteren Features überblendet und zu allem Überfluss unterlassen, den Songtitel irgendwann einzublenden. Was macht der so angefixte aber ratlose Fan also? Zunächst drauf spekulieren, dass es sich um eine Song vom Debut-Album handelt, aber es dauerte einige Zeit, bis ich dieses endlich in die Finger bekam. Die Jagd danach sollte sich lohnen…