Na, mal wieder angepisst wegen des Mülls, der heutzutage (auch in der Metalszene) so als “Musik” verbreitet und abgefeiert wird? Gelüste nach in alten Tagen gefertigter Qualitätsware? Aber alle Highlights aus der Death-Metal-Hochphase Skandinaviens bereits in und auswendig gehört? Dann solltet ihr hier zugreifen, denn diese All-Star-Band um Mikael Akerfeldt (Opeth), Anders Nyström, Jonas Renske (beide Katatonia) und Dan Swanö (Ex-Edge Of Sanity und vieles mehr…) beschert uns mit diesem Album eine Huldigung an die Zeit, als Entombed, Unleashed, Dismember, Edge Of Sanity u.v.a. sowie unzählige Nachzügler und Nachahmer eine zunächst nicht zu bändigende Death-Metal-Welle lostraten, die letztendlich allerdings wohl mangels anhaltender Qualität und durch das Aufkommen des Black Metal wieder verebbte. Nichtsdestotrotz führt dieses Album zurück zum Beginn der 90er und wäre mit Sicherheit, falls damals erschienen, ein weiterer Klassiker in der Reihe der Releases o. g. Bands geworden. Kein Wunder, denn hier sind Könner am Werk.
Meister Akerfeldt grunzt fürstlich durch die 10 Tracks, die von Tausendsassa Swanö an den Drums (!) grundsolide und schnörkellos nach vorne gepeitscht werden, während Gitarren und Bass für eine mächtige Soundwand sorgen, nicht zuletzt aufgrund der unheimlich fetten (aber vielleicht etwas “trockenen”) Produktion (die genauso “Retro” ist wie das Songmaterial…).
Letzteres überzeugt, wie bereits angedeutet, eben vor allem durch seine Authentizität, wobei dies den Abwechslungsreichtum mit einbezieht. So finden sich hier neben flotteren Krachern wie “So You Die”, oder “The Soulcollector” auch eher gebremstere Teile wie “Mass Strangulation”, “Buried By The Dead” oder “Like Fire” (primitives Killerriff!). Vor allem diese machen das Album ggf. auch für Fans von Six Feet Under oder Obituary interessant, die sonst nicht sonderlich viel vom Elchtod halten. Aber eigentlich sind alle Songs im Tempobereich letztlich mehr oder weniger variabel gehalten, wobei die geschickt eingestreuten, melodischen Leads das Gesamtbild verfeinern. Well done!
Eine gelungene Hommage an die alten Tage, die Spaß und Lust auf mehr macht. Also, ihr Dismembers und Entombeds des 21. Jahrhunderts, wie wär’s mit einer (ernsthaften) Rückbesinnung?
Spearhead24