Wie bereits im Review zu Malevolent Creation’s “Stillborn” erwähnt, zockten bei dieser Combo aus Miami, Florida (nicht zu verwechseln, es gibt / gab (?) auch eine gleichnamige Band aus Europa) die im gleichen Jahr (1992) auch bei M.C. auftretenden Rob Barrett und Alex Marquez. Und diese Namen bürgen hierbei für Qualität! Geboten wird feinster, hasserfüllter Florida-(Death)-Thrash mit Hardcore-Einflüssen (denen man u. a. mit dem gelungenen Cover von Carnivore’s “S.M.D.” Tribut zollt). Angetrieben vom Marquez’ unvergleichlichem Drumming (mit dem er auch Resurrection’s “Embalmed Existence” veredelte) und Barrett’s aggressiven Vocals hauen die Amis der geneigten Hörerschaft neun akkustische Dreschflegel um die Ohren, meist im oberen Tempobereich angesiedelt, allerdings niemals zu stumpf drauflosbolzend, sondern stets mit geschickt eingestreuten Variationen und Moshparts. Tracks wie z. B. “Cleansed of Impurity” oder “Survival Reaction” sind Hassgeschosse erster Kajüte. Kein Wunder, wenn man sich die Thanx-Liste der Einflüsse im Booklet betrachtet (u. a. Slayer, Possessed, Exodus, Terrorizer etc.)
Der Sound ist übrigens sehr transparent und (trotz Morrisound und dem Mitwirken von Scott Burns als Engineer) nicht ganz so wuchtig und fett wie die meisten Morrisound-Erzeugnisse aus dieser Zeit. Tut der Gesamtwirkung aber keinen nennenswerten Abbruch. Positiv zu erwähnen wären noch die Lyrics, so kritisiert z. B. “Plasticized” den würdelosen Umgang mit älteren Menschen und “Cleansed of Impurity” verarbeitet die Wut über die Zustände, die zu den (damaligen) Unruhen in L. A. führten. Ach ja, die Spielzeit von knapp über einer halben Stunde ist leider nicht sehr üppig ausgefallen (”Reign-in-Blood-Syndrom”
), andererseits hätte eine längere Spieldauer vielleicht auch negativ auf die vorhandenen Tracks gewirkt (soll heißen, mehr als eine halbe Stunde Gedresche kann auch langweilig werden).
Das 1995 nachfolgende Album “Pray” fiel dann leider nicht mehr so stark aus, was an Barrett’s Ausscheiden (abgesehen von Gastauftritten bei zwei Songs) gelegen haben könnte.
Wer Malevolent Creation’s “Retribution” mag, sollte sich diesen Hammer (mit einem, praktisch als Sahnehäubchen, genialen Repka-Cover) gleich daneben stellen! “Get down on your knees, suck it!” (Cleansed of Impurity)
Spearhead24