
[2008 Digitalrelease Grand Hotel van Cleef]
Die Jahre ziehen ins Land. Irgendwann hatte ich But Alive aus den Augen verloren, sie lösten sich auf und Marcus Wiebusch gründete Kettcar eine poppigere Variante ihres Punkvorläufers.
Erst mit ihrem letzten Album Sylt, welches weit über die Szene hinaus Anerkennung erhielt, bin ich wieder auf die Hamburger Musiker aufmerksam geworden. Nullsummenspiel ist nun die zweite Auskopplung vom Album.
…Gedanken über das Funktionieren in unserer Gesellschaft. Glücklich, aber nie zufrieden sein, immer nach dem nächst Größeren streben und doch drei Stufen auf der Suche der Erfüllungen zurück zu fallen. Wo bin ich, wo ist mein Ziel, geht es den Anderen denn wirklich besser?…
So lautet meine Interpretation des Titeltracks, welcher wieder einmal sehr poetisch intellektuell vom Märchenonkel Marcus Wiebusch besungen wird. Die Lyriks sind verpackt in einem melodischen, poppigen Gewand, welche den Zugang zu denen ermöglicht, die sich ansonsten vielleicht nicht mit derart kritischer Substanz auseinander gesetzt hätten.
Ihre erste Single Graceland findet sich auf diesem Digitalrelease gleich in sechs Remixe namenhafter Künstler:
Computer verwandeln den Song in eine warme Elektro/Gitarrennummer, die etwas verträumt anmutet.
Egotronic schmücken Graceland in einem stampfenden Techno Rave Gewand mit Punk Attitüde. Cooler Remix für den Club.
Jan Weigel verzaubert Graceland in eine nette Trance Nummer, stielt dem Track seine ursprüngliche musikalische Stimmung und interpretiert völlig neu.
Frittenbude präsentieren meiner Meinung nach den interessantesten „Remix“
Die Jungs begnügen sich nicht damit „hier und da“ an den Reglern zu drehen und covern Graceland gleich komplett.
Weil es so schön punkig/raveig klingt, wird der Kettcar Song auch gleich in Raveland umgetauft. Frittenbudes Version könnte direkt aus deren Feder stammen, großes Kino!
Krink deformiert den Song zur Unkenntlichkeit. Mein Geschmack ist es nicht, auch wenn seine Interpretation für offene Ohren besonderes innovativ klingen könnte, Geschmacksache.
Zum Schluss gibt es noch einen Plemo Remix, welcher eine netter aber unauffälliger Remix geworden ist.
Kettcars – Nullsummenspiel – Digitalrelease ist eine sehr aufwändige Sache geworden, auf der Elektro und Pop nebeneinander harmonieren. Hier wurde sich wirklich Mühe gegeben nicht einfach nur einen langweiliges Singeloutake zu produzieren…
Durchde
Schlagworte: But Alive, Egotronic, Frittenbude, Graceland, Jan Weigel, Kettcar, Krink, Marcus Wiebusch, Nullsummenspiel, Plemo, Review
August 6, 2008 um 9:45
Ich kann mir nicht helfen, aber Kettcar find ich irgendwie langweilig. Das ist alles so hochtragend. Die Texte sind mit Sicherheit intellektuell hochwertig und klug, aber irgendwie fehlt mir da der Pep. Tomte gefiel mir ne ganze Zeit ganz gut, Schlagen ja in die gleiche Kerbe, aber auf Dauer wirds leider etwas lahm. Mit „Ich sang die ganze Zeit von Dir“ haben sie aber definitivb den besten deutschsprachigen Liebessong rausgehauen. Aber Kettcar,…ich weiß nicht so recht. „Graceland“ ist mittlerweile schon so nen Dauerradionummer geworden, was es Songs nicht unbedingt einfacher macht.