Loreena McKennit – A Midwinter Night’s Dream – Review

By Durchde

Die Tage werden kürzer und kälter, die Supermärkte nerven uns bereits
jetzt mit ihrem viel zu frühen Aufgebot an Weihnachtsartikeln und von
der vielerorts beschworenen Besinnlichkeit im Hinblick auf die Feiertage
am Jahresende ist natürlich wenig in Sicht. Für die dennoch ruhigen und
besinnlichen Momente abseits von Leuchtreklame und Geschenke-Hatz
kommt nun das aktuelle Album aus dem Hause Loreena
McKennit’s daher. Es handelt sich dabei um eine aufgestockte Version der
1995er „A Winter Garden“ E. P., zu deren 5 Tracks sich nun 8 neue,
aufgenommen in Peter Gabriels „Real World Studios“ im Frühjahr 2008, gesellen.
Dass die besagten 5 Songs bereits 13 Jahre auf dem Buckel haben, fällt im
Gesamtrahmen nicht auf. „Five Songs for the Season“ war anno ‘95
der Untertitel, und in diesem Sinne ist auch diese Veröffentlichung zu verstehen.

Man muss nicht unbedingt mit dem bisherigen Schaffen und dem Werdegang der
Künstlerin vertraut sein (- ich bin es nicht -), um diesem Werk etwas
abgewinnen zu können, denn dieses Album ist keine stumpf zusammengestellte
Weihnachtsmischung, sondern wartet mit einigen abwechsungsreichen Momenten
auf. Zu den für den Laien zu erwartenden keltischen/britischen Einflüssen
gesellt sich öfters auch Orientalisches, es gibt drei Instrumentals und
es kommen mindestens drei Sprachen über den Verlauf des Albums zum Einsatz.
„Gloucestershire Wassail“ fällt mit seinem A-capella-Chorgesang etwas aus
dem Rahmen und ist auch der einzige Song, der mir eher negativ auffällt.

„Eine frische Erinnerung an die Vielfalt so vieler Traditionen in Hinsicht auf
Musik in der winterlichen Jahreszeit“ soll „A Midwinter Night’s Dream“ laut
McKennit darstellen, und viel besser kann man dieses Werk wohl auch nicht in einem
Satz zusammenfassen. Weltmusik in traditionellem Zusammenhang, die man
sowohl in stilleren Momenten allein genießen kann als auch als originelle
Hintergrundmusik zur Bescherung.

Spearhead24

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