
„Die Augen können dich täuschen, traue ihnen nicht.“ – selbiges gilt für das aktuelle Album der Kölner „Uncovered Noise„, die mit „Requiem For The Masses“ ihr neues Album vorgelegt haben. Bevor die Silberscheibe im Player verschwindet, fällt die CD inkl. Booklet schon mal sowohl durch ihre äußerst professionelle Gestaltung auf als auch durch die düstere Illustrierung. Man könnte also, insbesondere in Verbindung mit dem Albumtitel, zunächst meinen, es hier mit einer tristen Gothic- oder Doom-Kapelle zu tun zu haben, aber auch wenn Einflüsse aus der Gothic-Ecke sicherlich meist präsent sind, gehen UN doch einen eigenen Weg. Ihre eigene Info nennt „gotisch-melodischen Rock-Heavy …. (und diverse andere Schubladen)“ – das kann man so stehen lassen.
Was den musikalischen Inhalt betrifft, ist UN eine solide Leistung zu bescheinigen. Einiges an guten Melodien
mit Wiedererkennungswert hat seinen Weg auf diese CD gefunden. Zwischen den treibenden Gitarren und Drums bleibt immer genug Luft für die wohldosierten Keyboards. Mit dem Gesang von Frontfrau Michaela werde ich allerdings bei allem Wohlwollen nicht richtig warm. Ihre Stimme ist nicht unangenehm, fällt aber auch nicht wirklich postiv auf. Da dürfte stilistisch noch was rauszuholen sein.
Thematisch sind UN vorwiegend mit mehr oder weniger realen menschlichen Abgründen befasst und z. T. ganz nahe am Puls der Zeit. So haben die Lyrics zu „Nothing’s Allright“ durch die Tragödie von Winnenden eine traurige Aktualität.“Billy The Kid“ geht in eine ähnliche Richtung. „The Six Conspirators“ hat „The Fog ? Nebel des Grauens“ als Vorlage. Zugegebenermaßen könnte die Mucke vor diesem Hintergrund noch einiges am Schwärze vertragen.
Fans von melodischem Metal mit Düster-Beigeschmack sollten also mal ein Ohr riskieren. Als Anspieltipps würde ich mal „Copper“ und „Burning Desire“ nennen – deren Melodien gefallen mir am besten.
Die Homepage der Band findet ihr unter http://www.uncoverednoise.de/
Spearhead24
Schlagworte: Requiem For The Masses, Review, Uncovered Noise