
Ich muss gestehen das ich nie der dolle Propagandhi Fan und deren Melodic Punk Clone gewesen bin. Zuletzt hatte ich die Kanadier Mitte der Neunziger gesehen. Da sich heute eine gute Bekannte und der Meister Kluthzifer zum Besuch ankündigten, willigte ich dem netten Beisammensein ein. Um ehrlich zu sein sagte ich nur zu weil meine Lieblinge Matula als Vorband spielten, aber das dürft ihr bloß nicht weiter sagen….
Wir schlugen sehr früh an der Essigfabrik auf. Die Location welche sich als kommerzielle Disko entpuppte liegt im Kölnerabseits. Nur eine anliegende Tankstelle konnte uns mit Kaffe und Cola die Wartezeit verkürzen.
Als wir zurück zur Location kamen warteten schon die ersten Fans. Recht schnell füllte sich der Vorplatz des durch Ordner gehüteten Platzes. Mit Punkrock hatte dieses Aufgebot nicht viel am Hut. – 17 Euro Eintrittspreis gingen gerade noch durch….
In der großen Konzerthalle mit „Rockstar tauglichen Bühne“ war wieder Langeweile angesagt. Zwar hatten die Bands und der Peta2 Stand etliches an Merch zu bieten, aber ich konnte mir nicht vorstellen wie in dieser trostlosen „kalten“ Halle eine bunte Punkrockshow stattfinden sollte…
Matula begannen ihr Set und bewiesen Spielfreude. Leider verloren sie sich etwas auf der hohen und großen Bühne. Die Jungs machten das Beste aus ihrer Situation und schafften es dennoch am Ende ein Paar Fans zum Mitsingen animieren. Leider kam aufgrund der Distanz zur Band nicht das gewohnte Feelig auf, welches gerade diesen Sound lebendig macht.
Aber dennoch war es schön die sympathischen Jungs Live zu hören, vor allem da ich die Songs von der Split mit Nein Nein Nein nicht kannte…
Zur Beginn der Propagandhi Show füllte sich die Halle und bot ein gemischtes Publikum aller Altersklassen. Die Kanadier spielten nur ein paar Songs der alten Scheiben und präsentierten fast ausschließlich Stuff der neuen Platte. Ihr Trash Metal getünchter Sound klang interessant und frisch. Ich hatte zum Zeitpunkt leider die Platte nur einmal hören können.
Allerdings nervten mich die Rockstar Gebärden des Bassisten. Mit Fortschreitender Show gingen mir dann auch die nervigen Ansagen Tierisch auf den Sack. Da half auch das sauber gespielte Set nicht weiter. Propagandhi dürften für die Meisten der absolut der Hit gewesen sein, für mich klang das alles nach Retorte und die Show stupide einstudiert und abgespult.
Nein, ich habe es nicht bedauert in die Essigfabrik gefahren zu sein. Mit meinen Freunden fühlte ich mich gut unterhalten. Laute Rockmusik für Zwischendurch bot der Abend allemal. Vielleicht tue ich der Band unrecht, vielleicht war ich aber auch nicht in der richtigen Stimmung an diesem Abend…
Durchde
Schlagworte: Essigfabrik, Kölner, Matula, Propagandhi
April 27, 2009 um 7:03
Hauptsache ist doch, man hatte eine gute Zeit mit Leuten die man mag. Da ist der Rest doch egal.
April 29, 2009 um 3:52
Right! Aber irgendwie hatte der ganze Abend dadurch einen faden Beigeschmack…