
Ich habe gerade Good bye, Logo von Neil Boorman gelesen. Selten dass mich ein Buch derart nachdenklich gestimmt hat. Das informative Werk erzählt nicht nur die Geschichte der Marken und die der Käufer, es erzählt die Geschichte eines Mannes, der diesem blinden Wahn entspringen möchte.
Good bye, Logo ist in der Form eines Tagebuches geschrieben, dass die Ereignisse vor und nach der öffentlichen Verbrennung Neils Markenartikel dokumentiert. Diesen Selbstversuch hat er in seinem Blog protokolliert und erhielt meist böse Kommentare.
Das Buch erzählt außerdem von Neils Psychose mit der er sich in Behandlung begibt. Er fühlt sich bis über das Ende seines Markenkonsums hinaus ständig zwischen zwei Welten hin und her gerissen. Die Suche nach alternativen Produkten stellt sich nicht so einfach dar wie geglaubt. Kosmetika wollen selbst gefertigt und labellose Kleidung gefunden werden. Am Ende stellen sich die Fragen, ob z.B. Biokost heute nicht auch eine Art Marke verkörpert und wo die Grenzen des möglichen De-Branding liegen…
Good bye, Logo hat mich bis zum Ende gefesselt und oft zum nachdenken gebracht.
- Wir alle kriegen den Hals nicht voll und merken es meist noch nicht einmal. Ich stelle mir nun Fragen wie: Macht eine Blueray einen Film wirklich besser? Das Bild ganz bestimmt. Doch in der Mitte unter guten Freunden würde derselbe Film auch auf einem VHS Tape funktionieren. Das gleiche gilt für Computer, Mac vs. PC oder bei den Musikmedien. Oft verschenken wir viel zu viel Zeit an das Ranschaffen neuer Waren, als dass wir Zeit hätten diese zu würdigen. Oft ist der wirtschaftliche Nutzen eines teueren Produktes nicht erkennbar.
Ich kann und will nicht völlig auf Marken verzichten. Allerdings werde ich mir heute vermehrt Gedanken über den Sinn und Nutzen diverser Dinge machen.
Das Leben kann so schön sein. Man muss nur sein eigenes leben, sich nicht blenden und sich nicht durch Werbung emotionalen Glückseligkeiten vorgaukeln lassen.
Durchde
Schlagworte: Good bye, Logo, Neil Boorman
Juni 1, 2009 um 12:48
Hört sich interessant an – aber ist es nicht schlimm, dass solche Bücher wirklich geschrieben werden. Wenn man wirklich mal ans nachdenken kommen will, sollte man sich mal die aktuelle Fachpresse im Bereich Werbung und Marketing durchblättern. Mit welchen Mitteln versucht wird den Konsumenten zu gewinnen/verführen ist abartig. Wer sich nicht jetzt schon darüber bewußt ist, was da gespielt wird ist schon verloren. Marken konsumieren kann Spaß machen, aber man sollte sich bewußt sein, was man da für den Preis alles kauft. Das Prinzip des No Logo Konsums ist interessant, aber in diesem Extrem auch nicht gut für die Wirtschaft. Noch nicht. Deinem Review nach zu urteilen, denke ich , dass das Buch zu stark polarisiert. (Evtl. ist es aber auch Dein Review) … Habe so viele Gedanken und Meinungen zu dem Thema, dass ich da schon ein eigenes Buch drüber schreiben könnte. Können uns gerne mal zu einer Diskussionsrunde treffen
Juni 2, 2009 um 2:59
Hi Kluthzifer ,
gerne können wir uns im RL mal über die Thematik unterhalten und ich bringe Dir das Buch am besten einfach mal mit.
Das Buch schildertden ausgetragenen Kampf des Autors und die ständige Frage ob er nicht zuweit geht und sich sein Projekt in seiner Zukunft weiter tragen lässt.
Der Autor macht sich auch Gedanken über vertretbare Alternativen in Bereichen in denen man nicht ohne Marken auskommt.
Es ist erschreckend das sich anscheinend das komplette Leben Einiger auf die Illusionen der Markenwelt stützt…