
Vier Jahre sind ins Land gezogen, als ich Mourning for Tomorrow das erste und leider auch letzte mal live gesehen habe. Die Mini (Demo) CD im Jahr 2004 und ihre Show 2005 in Moers habe ich heute noch in bester Erinnerung. In den letzten Jahren verfolgte ich ihr Geschehen eher beiläufig im Netz, aufmerksam wurde ich wieder, als es neue Songs auf Myspace gab. Ich hörte die Tracks zum kommenden Album in den letzten Wochen rauf und runter. Selten haben ich solch einen genialen Retro Zorn goes Neurosis Sound gehört. Ich freute mich besonders auf die bevorstehende Record Release Party zur Veröffentlichung von Deine Hülle, Deine Haut -. Das Spektakel fand mit Kodiak im Gelsenkirchener Cafe ohne Namen statt…
Dank Navi fanden wir schnell zum Ziel. Zwar war das Cafe geöffnet und die Instrumente aufgebaut, dennoch spielte sich das Treiben eher vor der Türe als im Laden ab. Um 21 Uhr, eher früher, sollte die Show, vorgezogen aus Rücksicht vor den Anwohnern, starten. Wir hatten noch ein wenig Zeit zu überbrücken und schlenderten durch die Einkaufsstrassen von Buer. Als wir wieder zurück zur Location kamen, traf ich Sebastian und Phil von MFT mit denen ich endlich mal ausgiebiger quatschen konnte. Natürlich wurde als erstes die neue CD gekauft. Feines Artwork und eine fette Produktion ließen schon die Tracks auf Myspace erahnen. Acht Euro kostet das feine Teil, allerdings schade, dass es von Deine Hülle, Deine Haut keine Vinyl Version gibt.
Mit dem Start von Kodiak erlosch das Licht und die uns den Rücken zugekehrte Band, wurde spärlich von einer Neonröhre angestrahlt. Die düstere Stimmung passte zu ihrem apokalyptischen Weltuntergangssoundtrack, der in Slow Motion zum Besten gegeben wurde. Instrumental, ein zähflüssiges, zum Song formendes Gebilde, sorgte bei den Zuschauern in den vorderen Reihen für einen Trance ähnlichen Zustand. Puhhhh, derbe Kost und so gar nicht meine Kragenweite. Mich wunderte, dass das Seismographische Institut nicht den Laden stürmte….
Für eine dezent hoffnungsvollere dennoch düstere Atmosphäre sorgten Mourning for Tomorrow. Farbe ins Spiel brachte eine grüne Leuchte, die Farbe der Hoffnung…
Samples verbunden und formten ihren Auftritt zu einem homogenen Gebilde. Die Stimmung, der nicht abreißenden Fäden aus Wut, Frust und Verzweiflung begleitete mich wie ein Spielfilm der Trostlosigkeit, an dessen Ende eine stecknadelgroßes Lichtquelle den Hoffnungsschimmer symbolisierte. Es müssten alle Songs vom kommenden Album gespielt worden sein, welches eine Zeitreise vom Mid 90ies Emocore bis hin zum epischen Gefilde der Souls at Zero Scheibe von Neurosis ist. Effekte von nur einer einzigen Gitarre schufen eine einnehmbare Soundwand, die zwischen den wuchtigen Fragmenten dezente Melodien im Cleanpart hervorbrachte. Als Shouter Phil irgendwann von den Fans über den Köpfen getragen, und am Ende des leider viel zu kurzen Sets sich die Band äußerst herzlich bei allen bedankte, wurden Mourning for Tomorrow mit reichlich Applaus entlassen …..
Durchde
Schlagworte: Café ohne Namen, Kodiak, Mourning for Tomorrow