Weblog-Archiv für 7. November 2009

White Lies & Darker my Love – 1.11.09 LMH Köln

November 7, 2009

whitelies2010koeln

Die Briten White Lies sind für mich 2009 eine der Überraschungsbands im Indie Bereich. Ehrensache, dass ich die Jungs bei der nächsten Gelegenheit unbedingt Live erleben musste.

Es war ein verregneter Sonntag Abend, welcher zwar unangenehm nass, aber eine passende Einstimmung auf den melancholischen Mix aus Britpop und Joy Division Indie Sound von White Lies bot.
Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns auf zur Lokation. Die Schlange vor den Toren der Live Music Hall war recht überschaubar. Als erstes nahmen wir den Merchstand unter die Lupe. Die Shirts gefielen mir nicht so dolle, Thema abgehackt.
Der Konzertraum war noch nicht sonderlich gefüllt und wir sicherten uns einen Platz im vorderen Bereich.

Darker my Love eröffneten schon bald ihr Set. Der Name sagte mir was, konnte die Band jedoch bisher nirgends einordnen. Die Musiker waren bemüht ein gutes Set abzuliefern, begeisterten die White Lies Fans jedoch nur bedingt. Der Auftritt wirke etwas emotionslos auf mich. Den Sound von Darker my Love würde ich als Indie Rock Mitte 70ies Kante einordnen. Einen dezenten psychedelischen Unterton bot das Keyboard. Klang insgesamt sehr professionell, befriedigte dennoch meinen Geschmack nicht ….

Zur langen Umbaupause füllte sich die Halle. Es fand, glaube ich, kein Kartenausverkauf statt, aber viele Tickets dürfte es dennoch nicht mehr gegeben haben. Die Techniker schraubten ewig auf der Bühne und die Musiker ließen auf sich warten.
Irgendwann ging das Licht aus und ein Intro drang aus den Boxen. White Lies erhobenes weißes Drumset wurde majestätisch mit grellen Spots beleuchtet. Das gesamte Bühnenlicht bestand aus ungefärbten Spots, welche unterschiedlich gedimmt wurden und erzeugte eine schlichte und dennoch stylische Untermalung auf den einsetzenden Sound der Briten. Eröffnet wurde ihr Set mit „Farewell to the Fairground“. Im Anschluss folgte Hit um Hit vom Debüt Album. Die noch recht junge Band hatte vom ersten Akkord ihre Fans im Griff. Der Sound klang um einiges rauer/punkiger als auf Platte. Besonderes der Gesang wirkte nicht so glatt wie auf der Tonkonserve . Es bildete sich ein kleiner Pogo Pitt, der sich recht brav verhielt. Die Lyriks wurden von Alt und Jung mit gesungen und jeder Song mit tosendem Applaus bedankt.
In der Mitte des Sets gab es mit „Taxidermy“ sogar eine ältere White Lies Nummer, welche nicht auf dem Album enthalten ist. Da ihr Material mit bis dato nur einem Album sehr begrenzt ist, standen schon bald die obligatorischen Zugaben auf dem Plan. Eröffnet wurde mit einem Talking Heads Cover. Als nächstes gab es einen weiteren Song, welchen ich leider vergessen habe. Zum Abschluss durfte natürlich die erste Single „Death“ nicht fehlen, bei der die Band noch einmal gebührend abgefeiert wurde…

Einen klasse, wenn auch etwas zu kurzen Auftritt von knapp 60 Minuten, boten uns White Lies in Köln, die ich mir bestimmt nicht das letzte mal Live angesehen haben dürfte.

Durchde

Mesh – A Perfect Solution

November 7, 2009

mesh_perfect

[2009 Dependent (ALIVE)]
[www.mesh.co.uk]

Drei Jahre sind seit dem letzten Mesh Album – We Collide – ins Land gezogen und endlich steht das neuste Output der Engländer in den Plattenregalen.
- A Perfect Solution – heißt der Longplayer und darf inhaltlich als Konzept Album verstanden werden. Die Lyriks behandeln zwischenmenschliche Beziehungen, welche bis in den tiefsten Abgründen thematisiert werden.
Musikalisch klingt – A Perfekt Solution – düsterer und verspielter als je zuvor.
Diese Stimmung wird vom dunklen Cover Artwork zusätzlich unterstrichen, welches die oben genannte Konzeption passend illustriert. 2009 klingen Mesh progressiver und nicht gleich einvernehmend wie es vorher oft der Fall gewesen war.
Eine Ausnahme stellt die Vorabsingle „Only Better“ dar, welche gleich im Ohr hängen bleibt. Die weiteren 10 Tracks des 60minütigen Albums werden teilweise kunstvoll mit Interludes veredelt und erhalten ihre volle Größe nach einer kurzen Anlaufzeit.
Hat sich – A Perfekt Solution – erst einmal erschlossen, gibt es kein zurück mehr. Schnell ist zu erkennen, dass sich das neue Mesh Album zu ihrem besten Werk entwickelt.
Die Songs klingen bombastischer und von den Sounds her weniger poppig. Jedoch keine Angst sobald die Refrains einsetzen beweist Mark wieder, dass er nicht ohne Grund zu den besten Sängern im Elektrobereich gehört.

Die ersten beiden Tracks „If we stay here“ und die Single „Only Better“ gestallten sich eher etwas ruhiger.
Mit „Everything I made“ wird die Bremse gelöst und ein explosiver Dancefloor Smasher in bester Mesh Manier wird auf den Hörer losgelassen. In den Sounds wird man viele neue Facetten erkennen, die – A Perfect Solution – lange spannend und frisch halten.
Is it so hard?” bewegt sich anfänglich etwas unscheinbar, biete dennoch eine gute Mid Tempo Nummer. Den Knaller stellt sein melodischer Refrain, der nicht mehr aus dem Gehör verdrängt werden möchte.
Hold it Togehter“ klingt recht progressiv und ist ein experimenteller Song, der sehr druckvoll und mit interessanten Sounds gespickt serviert wird.
Die schnulzige Seite wird durch „It`s gone“ repräsentiert, die ein weiteres Spektrum der Vielfalt von – A Perfekt Solution – abdeckt.
Nach „Everything I made“ gibt es mit „How Long?“ eine weitere Aufforderung das Tanzbein zu schwingen.
Who Says?” stellt für mich die spannendste Nummer des Albums dar. Hämmernde Beats und zweistimmiger Gesang in Form weiblicher Gastunterstützung bereichen den Mesh Sound ungemein. Großartig! Namentlich wird hier in textlicher Hinsicht der Albumtitel aufgegriffen und stellt für mich die interessanteste Erweiterung des Sounds dar.
Hope Dreams“ klingt in der Strophe nach einer Mischung aus Industrial und altem Depeche Mode Sound, knallt im Refrain ungewohnt laut und wird von rockigen Gitarrenklängen begleitet.
Bei „Want You“ geht es eher ruhig zu Sache.
Zum Schluss wurde mit „The Bitter End“ die vielleicht lauteste Mesh Nummer produziert und zieht noch einmal gehörig die Geschwindigkeit nach oben. Normalerweise hätte man sich solch einen Knaller als Opener für ein Album gewählt, auf – A Perfect Solution – lädt diese Nummer ein gleich wieder die Repeat Taste des Players zu drücken.
Überraschend und interessanter haben Mesh nie geklungen. Ich bin heute schon auf die Liveperfomance der neuen Songs gespannt….

Tracklist:
1. If We Stay Here
2. Only Better
3. Everything I Made
4. Is It So Hard
5. Hold It Together
6. It’s Gone
7. How Long
8. Who Says
9. Hope Dreams
10.Want You
11.The Bitter End

Durchde