Weblog-Archiv für 14. November 2009

Slayer – World painted Blood –

November 14, 2009

slayer_world

[2009 Warner]

Meine Frau fragte mich, ob man Slayer leise hören könne. Natürlich nicht! Die Worte beherzigt legte ich das neuste Werk der Schädelspalter in den Player und drehte den Lautstärkeregler nach rechts. Im Vorfeld pries die Presse – World painted Blood – als Back to the Roots und das härteste Slayer Album seit Jahren an. Auf solch ein Geschwätz sollte man natürlich nichts geben. Aus Fankreisen war zu hören, dass die Platte irgendwo zwischen – South of Heaven – und – Seasons in the Abyss – liegen soll, schauen wir mal …

So, dann mache ich es mir mal auf der Couch gemütlich, Laptop auf den Schoss und die Playtaste der Fernbedienung gedrückt.
Die ersten Klänge von – World painted Blood - beginnen mit einem beschwörerischen Intro.
Beim Titeltrack geht es gleich zur Sache. Allerdings warte ich sehnsüchtig auf einen Break, nachdem die Gitarren ihren vollen Druck entfalten würden. Doch dieser Höhepunkt bleibt mir leider verwehrt. Auf dem Sechseiter liegt eine störend starke Kompression, die den Eindruck eines Vorabmixes anmutet. Im ersten Song wird mir im Mittelteil etwas zu viel experimentiert, belohnt werde ich dann allerdings mit bretthartem Thrash Metal, der in den schnellen Parts sehr clean mit einem gewissen Punk Flair rüber kommt.
Bei „Unit 731“ bricht man Geschwindigkeitsrekorde bei dem Lombardo ganze Arbeit leistet und beweist, dass er immer noch als Meister seines Fachs verstanden werden darf.
Snuff“ ist eine typische Slayer Nummer, in der sich Hi Speed Attacken mit brutalen Mid Tempo Parts ablösen. Sehr kompromisslos.
Beauty Through Order“ zeigt in der ersten Hälfte die ersten experimentelleren Elemente des Albums. Hier kann sich Arayas Gesang entfalten und zeigt sich abwechslungsreich wie schon lange nicht mehr. In der Mitte des Tracks wird es dann richtig geil und ich ziehe meinen Hut vor dem traditionellen Gitarren Spiel von King und Hanneman. Das ist Slayer Pur in bester – South of Heaven – Marnier.
Hate Worlwide“ sagt eigentlich schon alles. Unmissverständlicher Titel, kompromissloses Metal Gewitter.
In „Public Display of Dismemberment” zeigen Slayer eindrucksvoll, dass wenn man die Bremse löst, es kaum ein halten zu geben scheint.
Zeit zum durch atmen bietet „Human Strain“. Eine Midtempo Nummer mit einem etwas nervigen Mittelteil, der sich jedoch verkraften lässt. Die bisher schwächste Nummer des Albums.
Americon“ bietet gleich zum Anfang einen fetten rockigen Sound, der mich animiert noch etwas an dem Lautstärkeregler zu drehen. Auch wenn, oder vielleicht gerade deshalb, weil die Nummer sich etwas abhebt von den restlichen Songs, gefällt sie mir besonders.
Den vorzeige Track stellt die Single Auskopplung „Psychopathy Red“ dar. Full Speed or nothing heißt die Devise. Der Gesang scheint sich gegen Ende förmlich zu überschlagen.
Bei „Playing with Dolls“ geht es experimenteller zur Sache und Araya erhält genug Raum in der Midtempo Nummer zum experimentieren. Kommt mir dennoch etwas langweilig rüber.
Der Elfte und letzte Song von – World painted Blood – „Not of this God“ bietet eine solide Slayer Thrash Metal Nummer, welche zum Ende hin mit einer bedrohlich heruntergestimmten Gitarre aufwartet. Solch einen druckvollen Sound hätte ich mir fürs gesamte Album gewünscht.

Auf – World Painted Blood – zeigen sich Slayer experimenteller als auf seinem Vorgänger – Christ Illusion -. Die Kalifornier verstehen es immer noch auf die Fresse Metal zu komponieren. Leider klingt das ganze aus der Konserve, deutlich nach strikter Abarbeitung einstudierter Parts. Man hört recht deutlich, dass die Musiker selten komplett im Studio gestanden haben dürften. Der Platte fehlt ein gewisser Biss den z.B Kreator mit ihrer Back to the Roots Aufnahmesession an ihrem letzten Album gefunden hatten.
Dennoch bedienen Slayer weiterhin das Fanherz mit Bravur und dürften diese mit 11 neuen Tracks kaum enttäuschen. Wem das immer noch nicht reicht, darf sich die Platte gleich viermal zulegen, um aus dem geteilten Cover ein ganzes zusammen zu legen…..

Tracklist:
World painted Blodd
Unit 731
Snuff
Beauty Through Order
Hate Worldwide
Public Display of Dismemberment
Human Strain
Americon
Psychopathy Red
Playing with Dolls
Not of this God

Durchde