Archiv für die Kategorie ‘Platten - Emo/Screamo’

Daitro – Y – Review

Oktober 3, 2009

daitro_y

[2009 Pure Pain Sugar]
[www.daitro.com]

Die Franzosen Daitro schafften es von ihrer ersten Single an sich stetig ein Stück vom stagnierenden Screamo Sound abzusetzen. Ihre fortlaufende Entwicklung vom Mid 90ies geprägtem Emo Sound bis hin zu epischeren Gefilden, welche ihren Höhepunkt auf der Split mit Sed Non Setia gefunden hatte, lies dennoch immer einen Wiedererkennungswert erkennen. Auf der nun erschienenden zweiten LP, welche schlicht – Y – betitelt ist, kündigten sie nun selbst neue Wege an. Ihr Gesang solle mehr cleane/melodische Parts enthalten und die Songstrukturen noch mehr Tiefgang besitzen….

Heute halte ich voller Erwartung das neuste Output der Franzosen in den Händen.
Schwieriger als erwartet fand ich Zugang zum neuen Material.
Ich benötigte drei Durchläufe, um mich an die neuen 10 Songs zu gewöhnen. Circa 33 Minuten hält die Reise zwischen Screamo und Post Rock an, in Sachen Melodie und abwechslungsreichem Gesang erfährt sie an Zugewinn.
Die Songs teilen sich einen langen Text. Als ein Konzeptalbum möchten Daitro – Y- dennoch nicht verstehen. Das Material wurde in verschiedenen Abschnitten innerhalb eines Jahres aufgenommen, dennoch klingt die Platte wie aus einem Guss. Für Abwechslung sorgt ein erhöhter Post Rock Faktor, der den Musikern die Möglichkeiten verleiht sich auf einer verspielten Art und Weise auszutoben und gerade in den ruhigen Momenten für zusätzliche Spannung sorgt.

Nicht überzeugen konnte mich das Artwork der Platte. Das gelbe Cover zeigt irgendein Gekrakel, dass als Kunst verstanden werden will. Den Bandnamen gibt es erst auf der Rückseite, die Angabe des Albumtitel fehlt völlig. Außerdem findet sich zum schwarzen Vinyl ein ebenso gefärbtes Label ohne Aufdruck. Den Text gibt es allerdings in einem feinen Beiheft in französisch und englischer Übersetzung.

Am Ende haben die Franzosen dennoch unterm Strich wieder alles richtig gemacht und ein spannendes Album aufgenommen.

Durchde

Bökanövsky – We Stumble 12inch – Review

September 26, 2009

bokanovsky

[2009 Flower of Carnage/Pure Pain Sugar]
[www.bokanovsky.com]

Mein Einstieg mit Bökanövsky kommt mit der – We Stumble – L.P. Die Franzosen decken Mid 90ies Emocore, alte Stonehenge Schiene bis hin zum modernen Screamo der Marke Daitro ab.
Episch, emotional und verzweifelt. Bökanövsky bedienen sich einer destruktiveren Klangfarbe, ähnlich wie Union of Uranus. Interessanterweise beinhaltet ihr neustes Release, vorher gab es eine One Side L.P und eine Split 7inch mit Tesa, nur einen Song.
- We Stumble – bietet eine 25 Minuten Rundreise in Sachen Screamo. Auch wenn hier das Rad nicht neu erfunden wurde, machen die Franzosen ihre Sache dennoch so gut, dass man sich die Scheibe unbedingt zu legen sollte, wenn man auf oben genanntes steht.
Die Jungs haben feine Ideen in ihrer Songstruktur und überraschen öfters mit Innovationen, welche ihren Sound spannend und trotz des langen Songs nicht langweilig werden lassen.
Ob es Sinn macht dieses Füllhorn an Ideen in einen Song zu packen, erschließt sich mir nicht. Dennoch würde ich das „Experiment“ als erfolgreich bezeichnen.

Das Vinyl kommt in einer limitierten bronzefarbenen Version. Das Coverartwork reißt mich nicht gerade vom Hocker. Auf dem Textblatt gibt es zusätzliche Anmerkungen und Gedanken…..

Tracklist:
We Stumble (25 Minuten)

Durchde

Zodiac – Rasierter Affe – 10inch – Review

September 19, 2009

zodiac

[2009 7 Degrees Records/Amplified Anger Records]
[www.bibelfreunde.de/zodiac/]
[www.myspace.com/zodiac]

Zodiac aus Bremen, so klingt also North Core 2009.
Auf der Debüt –Rasierter Affe – geht es nach dem Intro derb zur Sache. Brutal, roh und mit metallischem Sprenkel versehen; dies dürften die passenden Attribute des Zodiac Erstlings sein.

Ein Sänger, dem es wichtig erscheint eine Message in seinen Lyriks rüber zu bringen, ist in diesem Genre eher selten geworden. Angepisst von der Gesellschaft und das resultierende Unverständnis in Worte fassend, geschieht einprägsam. Um sich Gehör zu verschaffen, passiert dies derb und egozentrisch.
Wenn ich mich nicht täusche, müsste es sich beim Shooter Hauke um den ex. Age Sänger handeln. Damals schon wurde kein Blatt vor dem Mund genommen und die äußerst extremen Ansichten werden heute sogar noch auf die Spitze getrieben.

Im bebilderten Textheft, welches sehr anspruchsvoll umgesetzt wurde, finden sich zusätzlich verfasste Gedanken neben den enthaltenen Songs. Man sieht den Mensch als rasierten Affen, kotzt sich gegen blinden Glauben an Gott aus und äußert sich zum Schönheitswahn.
Suizides Gedankengut wird ebenso verarbeitet wie das Thema Drogenabhängigkeit im letzten Song. Zwischen diesen Zeilen gibt es außerdem Anmerkungen zum gewissenlosen Vergehen an Tieren. Scheißegal gibt es hier nicht…
Ohne Umschweife kommen Zodiac gleich auf den Punkt und präsentieren Hardcore zwischen brutalem Mosh und impulsivem Midtempo.

Schön endlich mal wieder eine deutsche Hardcore Kombo zu haben, welche auf einer eleganten Weise zwischen Emo- und Metalcore hin und her springt ohne aber auch nur einen Hauch von Machoanleihen. Zodiac haben einiges zu sagen und bringen es auf – Rasierter Affe – eindrucksvoll auf den Punkt. Leider ist nach knapp 13 Minuten schon wieder alles vorbei.
Mehr davon !!!!


Tracklist:

Drei
Schrebergarten
Schöner Schein
Abgesang
Nutzer

Durchde

It all takes place – CD Ep –

September 5, 2009

italltakesplace

[2009 DIY]
[myspace.com/italltakesplace]

Das fängt ja schon mal gut an. Als Schreiber bekommt man so einiges auf den Tisch und muss sich des öfteren durch mittelmäßige Neuveröffentlichungen quälen. Heute lag eine CD von It all takes place im Briefkasten. Unbekannte Band, keine Bandinfo und überhaupt was soll dieser Bandname eigentlich bedeuten? Ich schmeiße die Suchmaschine an und schaue was diese mir über die Band verrät…
Die drei Musiker kommen aus Baden Württemberg, mögen At the Drive in sowie The Smith und bewegen sich im Screamo Bereich. Spricht mich an, die Jungs scheinen Geschmack zu haben!

Also ab in den Player mit der bedruckten CDR und gespannt sein auf das was gleich aus den Lautsprechern dringt. Hmm, gleich nach dem ersten Durchlauf bin ich gewillt die Repeat Taste zu drücken und erfreue mich an modernen Hardcore mit einem Mix aus ATDI und Hot Cross in den ersten Tracks. Im weiteren Verlauf wird es dann sichtlich eigenständiger. So richtig gefallen tut mir It all takes place wenn weniger geschrien, die Muttersprache verwendet und sich einem ideenreichen, spannenden klingenden New School Hardcore gewidmet wird. Genau in diesen Momenten, gekoppelt mit Übergang in emotionalere Gefilde, liegt die Stärken von It all takes place.

Für eine Debüt ist dieses Release auf einem gehobenen Niveau angesiedelt. Macht Spaß und das ist erst einmal das entscheidende. Hoffentlich gibt es zukünftig von den Jungs mehr zu hören …
Die CD EP ist auf 150 Stück limitiert und kostet 4 Euro plus Porto.

Tracklist:
Your Body just proves that you hate yourself
Everyday
Für mich
My Doubts
A World
Leblose Gedanken
Ausdruck

(Knapp 16 Minuten Spieldauer)

Durchde

Danse Macabre – Einerseits, Andererseits

August 17, 2009

danse09

[2009 React with Protest]
[www.myspace.com/dmacabre]

Auf dem CMAR hat mir meine Lieblings Emoviolence Band Danse Macabre ganz schön den Mund mit ihren neuen Songs wässerig gemacht, die nun endlich auf einer 10 inch erschienen sind.

Was ist neu auf – Einerseits, Andererseits - ?
Als erstes fällt eine sauberere Produktion als bei – Synkopenleben, nein danke – auf und lässt die Chaosparts brutaler und in einer düsteren Klangfarbe erscheinen. Danse Macabre schlagen eine Brücke zwischen Mid 90ies Emo und Screamo, graniert mit Grindcore Versatzstücken. Der Stoff wirkt optimal auf die Texte und deren ausgedrückte Gefühle abgestimmt. Danse Macabre beweisen erneut Klasse und sind mindestens drei Schritte weiter als andere Bands im artverwandten Bereich. Endlich klingt die Band in konservierter Form annähernd wie ihre impulsiven Live Shows.

Danse Macabre konnten sich noch einmal steigern und melden sich eindrucksvoll zurück.
Die 10 inch im Klappcover dürfte einer konzeptionalen Idee entsprechen. Das großartige Artwork von Stefan Weyen umschließt Texte, welche mit Gedanken über den Sinn und Zweck und das sinnvolle Leben (können) eines kritischen Menschen in unserer Gesellschaft handeln. Die Lyriks müssen oftmals zwischen den Zeilen gelesen werden und regen zum nachdenken an. Zitiert werden im Anhang diverse Lyriker. Ein künstlerischer und kritischer Gesamteindruck führt durch das neue Werk und bietet weitaus More than Music ….

Tracklist:
Als Band Unhörbar, Als DJ’s Allererste Sahne
Einerseits/Andererseits
L’Aapparemment Cafe
Der pharisäische Käfer
Privat Bin Ich Eher Nicht So Gut
Fiasko
Zuhause, Aber Wo Ist Das?
Further Research is Needed
Ja, Nein, Vielleicht

Durchde

Trainwreck – Of Concrete Canyons And Inner Wastelands

August 15, 2009

trainwreck09

[2009 Adagio 830]
[www.myspace.com/trainwreck5]

Wie eine Dampfwalze zermalmt Trainwreck wieder einmal eindrucksvoll alles was ihren Weg kreuzt. Ob wütend nach vorne preschend oder im brutalen Midtempo Core gehalten, die Kölner beweisen auf – Of Concrete Canyons And Inner Wastelands – erneut warum sie zur Zeit Every Bodys Darling sind. Im Grundtenor ist alles beim alten geblieben und es gibt seit der Split mit Comadre keine großen Veränderungen im Songwriting zu vermelden .In den letzten zwei Jahren scheinen Trainwreck allgegenwärtig. Endlose Touren und regelmäßige Releases in gleich bleibender hohen Qualität, ob live oder auf Tonträger, das soll ihnen erst einmal einer nachmachen. Kehliger, angepisster Gesang trifft auf Destructor Core, der irgendwo zwischen Takaru und Zann angesiedelt ist. Trainwreck scheinen alles zu zerstören und dennoch gibt es am Ende keine Verletzten. Wer die Band kennt weiß, dass sich hinter ihr nette Zeitgenossen verbergen. – Of Concrete Canyons And Inner Wastelands – beweißt, dass Hardcore heute immer noch einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann, welcher weit über die viel zu kurze Spieldauer von 23 Minuten hinausragt.

Das Vinyl des Prerelease kommt in grau und auf dem Cover interpretiere ich ein Endzeitszenario, welches den enthaltenden düsteren, brachialen Sound illustriert. Wenn auch nicht viel neues geboten wird, haben Trainwreck trotzdem alles richtig gemacht. Solange man sich nicht eines Tages in Langeweile verfängt, darf es immer so weiter gehen …

Tracklist:
Less Than Nothing
We Must Run, We Must Run,We Must Run
Dem Staub keine Träne
The Dead Next Door
We’ve Got Skies In Mind But No Stars to see
Mistakes And Misdirections

Durchde

Alive at Last –Anchors Aweight

August 9, 2009

aliveatlast09

[2009 Pretty Pink Records]
[myspace.com/aliveatlast]

Aljoscha’s (Punk`d Royal) Pretty in Pink Records zeigt Vielfalt in Sachen Bandauswahl. Das neuste Signing hört auf den Namen Alive at Last. Die fünf Musiker aus Alfeld rocken seit 2006 deutsche Bühnen und teilen ihre Spielwiese unter anderem mit Fire in the Attic, Muff Potter oder Death by Stereo.
Einigen dürfte die Mannschaft, die nun mit der Debüt EP – Anchors Aweight – in die See sticht, somit schon bekannt sein. Für diejenigen, wie meine Wenigkeit, welche bisher von der Screamokapelle nichts mitbekommen haben und sich über eine frische Briese im angestaubten Gefilde freuen, sollten mal in die Songs auf der Alive at Last Myspace Seite reinhören.

Im Grundtenor, rein oberflächlich betrachtet, könnte man in der Grobstruktur – aggressive Beats treffen auf melodische Parts – einen Vergleich zu Victorys Atreyu ziehen. Auch wenn die Ideen auf – Anchors Aweight – nicht neu sind, schaffen es Alive at Last soundtechnisch die abgedroschene, musikalische Sparte aufzufrischen. Die Band zeigt kein Bedürfnis sich sinnlos auszukotzen und harte Burschen wollen sie schon gar nicht sein. Man bedient sich lieber einem zur Jahreszeit passendem sonnigen, melancholischen Mix. Im Vordergrund steht melodischer Gesang mit emotionalem Ausdruck, der sich gekonnt von Refrain zu Refrain hangelt. Im Kontrast, jedoch dezenter als üblich, sorgen Doublebass Blast mit Moshgewitter für den nötigen Drive.
Alive at Last klingt nach Spaß, positiver Energie, welche sie gekonnt in einem Mix von Metal bis hin zum Punk verpacken. Irgendwo in der Mitte dürfte das Debüt der Band zu Hause sein.

Aufgenommen wurden die Songs in einer umgebauten Wohnung. Gemastert von Sascha Hörold im Institut für Wohlklangsforschung Hannover. Hier wurde schon in der Vergangenheit für den Feinschliff von z.B Guano Apes oder Apoptygma Berzerk gesorgt.
Alive at Last frischer, unverkrampfter Sound auf – Anchors Aweight – ist eine runde Sache. Allerdings würde ich mir in Zukunft etwas mehr Experimentierfreudigkeit in den Songstrukturen wünschen…

Tracklist:
Requiem of older Days
2000 Lightyears
Since promises were broken
We all fall down
Anchors Aweigh
Give it up (in your Arms)
Bonus: Rund The World

Durchde

Coming Up For Air – Protagonauts 10inch

August 7, 2009

comingupforair10inch

[2009 Lechuza/Lala/Güldenes Haar]
[Coming Up For Air Myspace]

Coming Up For Air ließen mich mit offenem Mund völlig sprachlos nach ihrer Show in Köln im Raum stehen. Ihr Gig mit Mikrokosmos 23 hatte Spuren hinterlassen. Ärgerlich, dass ich damals ohne eine Platte der Kölner nach Hause fahren musste. Die recht jungen Musiker hatten eine unbändige Energie und flippten völlig aus. Ob es möglich ist den gespielten Chaos Core ähnlich eindrucksvoll auf Vinyl zu bannen? Umso mehr freute ich mich als mir die Tage via Lechuza Records ihre endlich veröffentlichte – Protagonauts – 10 inch ins Haus flatterte. Und siehe da, Coming Up For Air begeistern ebenso in konservierter Form….

- Protagonauts – ist eine Erlebnis-Reise, vom Punk zum Hardcore hin zum Screamo und zurück. Hecktisch – ungestüm und dezent chaotisch sind auf der 10inch stetig neue Elemente auszumachen. Die enthaltenden fünf Tracks haben zwar nur eine Spielzeit von 13:50, erfüllen den Zuhörer dennoch zum Ausklang der Platte. Diesen Soundtrack muss man erst einmal verarbeiten. CUFA`s kritische Lyriks passen ins Konzept. Mauern einreißen, auf Berge steigen, um sich dann kopfüber von der Klippe ins aufgewühlte, undurchsichtige Meer zu stürzen. Die Jungs beherrschen Jazz sowie Brutalocore bis in die Spitzen und bauen alle Elemente beherzt ein, wie es gerade beliebt. Chaos als Konzept, destruktive Ausdrucksform als Spiegel unserer Gesellschaft zu verstehen? Ein kläglicher Versuch von mir die entstandenen Emotionen in Worte zu fassen …

Die 10inch steckt im schmucken Siebdruckcover und ist auf 250 Stück limitiert.
Das Textsheet ist auf Pergament gedruckt und anbei gibt es einen Download Code für eine gratis Mp3 Version von Coming Up For Airs – Protagonauts -

Tracklist:
We Don’t Go To…
Boa
Protagonaut
Status Stasis
The Art Of Accepting

Durchde

Null Punkt Kelvin – same 10inch

August 6, 2009

nullpunkkelvin

[2009 Lechuza Records]
[www.myspace.com/lechuzarecords]
www.myspace.com/nullpunktkelvin]

Der zweite Streich aus dem Hause Lechuzar Records hört auf den Namen Null Punkt Kelvin.
Das Trio kommt aus Köln und lässt namentlich auf einen bösen zu Kälte erstarten Sound schließen. Dem ist allerdings nicht so. Sechs spannende Post Emo Punk Songs beinhaltet die auf nur 222 Stück limitierte, selbstbetitelte 10inch. Das Artwork wurde in einem aufwändigen Siebdruckverfahren realisiert. Im Klappcover, das Texte und ein eingeklebtes Foto beinhaltet, steckt blaues Vinyl. Für den Mp3 Player gibt es viva CDR die komplette Platte zusätzlich in digitale Form. Value for Money will ich bei einem Verkaufspreis von nur 9 Euro meinen…..

Doch nun zur Musik von Null Punk Kelvin. Nach dem ersten Durchlauf fiel mir eine dezent jedoch bedachte hektische Herangehensweise auf, welche besonders in der Schlagzeugarbeit für reichlich Abwechslung sorgt. Auch die Gitarre übt sich in stetig wechselnden Melodiebögen, den Anschein erweckend, dass hier nicht nur textlich einiges zum Ausdruck gebracht werden soll. Die Emocore verwandte Laut Leise Dynamik fließt dank der mehrstimmigen Gesänge nahtlos über und reicht in alle Facetten. Oberflächlich klingt das ganze als wenn Captain Planet mit Matula verschwägert heimlich Yage hören würde.
Allerdings sind NPK stetig bedacht nicht zu glatt zu klingen auch wenn die cleanen Gesangspassagen für etwas Ruhe in den wütenden Momenten sorgen.

…[ zitiere „Totschlagargument“...
Auch wenn es sich anfühlen mag wie Rückenwind. Der Wind in Deinen Segeln ist nur der Strom in dem Du schwimmst...]

Ihre Texte reichen Lyrisch von Gedichten mit kritischen, emotionalen Untertönen bis hin zu frei interpretierbaren Kurzgeschichten.

Bemerkenswert finde ich zu welch einem „Krach“ hier nur drei Musiker im Stande sind und erdenkliche Soundlücken zu schließen wissen. Die Tonmeisterei in Oldenburg hat dem ganzen dann noch den passenden Feinschliff verpasst. Somit lässt dieses aufwändige Release am Ende keine Fragen offen…

Tracklist:
1. Totschlagargument
2. Die Anderen
3. Nicht Versinken, Bitte!
4. Immer den Pfeilen nach
5. Nur noch 194 Tage, 11 Stunden und 21 Minuten
6. Alpina Weiß vs. Zufall

Durchde

The Force Within – Endurance L.P. + CD

August 4, 2009

theforcewithin

[2009 Lechuza Records]
[www.myspace.com/theforcewithin]
Limitiert auf 300 Stück

Das kleine, feine DIY Lechuza Label beglückte mich die Tage mit ihrer The Force Within LP. Leider bin ich wie zu oft zu spät dran. Die Band hatte vorher eine Split mit Tackleberry und vor kurzem leider schon ihre Abschieds Show gespielt. Traurig, dass ich erst jetzt meinen persönlichen Einstand durch die – Endurance – betitelte LP erlebe, zu spät um die 11 mitreißenden Hardcore Songs live erleben zu können…

The Force Within kamen aus dem Kölner Umfeld und spielten einen Mix aus Old School Hardcore mit Metal Kante. Nein, keine Angst es gibt hier keinen prolligen böse Buben Soundtrack zu erwarten, sondern Musik mit Liebe zum Detail und ganz viel Herzblut. Die Lyriks sind sozialkritischer Natur und bis auf zwei Songs in deutscher Sprache gehalten. Die Zeilen lesen sich äußerst intelligent und regen zum nachdenken an, hier gibt es mehr als sinnloses herum Geschreie. Den kehligen Gesang in Kooperation mit einem powervollen Sound möchte ich mit Amen 81 goes to Metal vergleichen. Anstatt sich auf Endlos-Mosh und Gitarrengewichse zu stützen, geben sich The Force Within lieber ihren druckvollen, melodischen Gitarren Leads hin.

Besonders hervorzuheben ist die liebevoll gestaltete Verpackung. Ein aufwändig gelayoutetes Lyrik Sheet schaut durch einen Rahmen, in dem weißes Vinyl steckt. Als Bonus gibt es die Songs noch einmal auf CD gepresst. Das ganze gibt es für circa 10 Euro plus Porto bei Lechuza Records …

Tracklist:
Prolog
Und sie wussten es besser…
The Refused Party Program was a hoax
Freilichtmuseum Guantánamo
Next week I´ll change the world
Ich, Du, Jugendgruppe!
The Shackleton
Disconnected
4 8 15 16 23 42
Epilog

Durchde

Mourning for Tomorrow – Deine Hülle, Deine Haut

August 3, 2009

mourning09

[2009 5gegen5000]
[myspace.com/mourningfortomorrow]

Fünf Jahre sind vergangen, als mich Mourning for Tomorrow mit ihrer ersten Veröffentlichung begeisterten. Leider kam in den letzten Jahren kein weiteres Output und Konzerte waren eher spärlich gesät. Mit einer neuen Platte hätte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet. Nun halte ich endlich eine Full Length in den Händen, die auf den Namen – Deine Hülle, Deine Haut – getauft wurde.

Matthias Gephart (disturbanity.com) hat sich dem Cover Design angenommen. Aufgeklappt fungiert das Textheftchen als Mini Poster, welches allerdings bei einem Vinyl Release noch besser zu Geltung gekommen wäre. Zusammen mit den dezent verworrenen Lyriks passt das Artwork und der Albumtitel in ein stimmiges Konzept.

Aufgenommen wurden die Songs schon 2008. Der Job vom Revierstudio in Witten, gekoppelt mit dem Mastering der Tonmeisterei Oldenburg, sorgt für ein fette Produktion, die den Instrumenten und elektronischen Spielereien die passende Note verleihen.
Mourning for Tomorrow entwickeln auf – Deine Hülle, Deine Haut – eine Metamorphose in epischeren Gefilden. Spürbar immer noch dem emotionalen Hardcore verschrieben, werden hier vermehrt die sperrigen, atmosphärischen Parts in den Vordergrund geschoben.

Der Gitarre wurden eine Fülle an Effekten eingespeist. Gepaart mit dem Gesang, der eine Symbiose aus geflüstert und geschrien, zeitweise als grollen aus den Tiefen des Unterleibs entsprungen scheint, webt sich dieser wie ein weiteres Instrument in die Erlebniswelten von Mourning for Tomorrow. Samples halten die Songs im Gefüge. Untermauert von ihrer druckvollen Bass/Schlagzeugkombination hinterlassen die 11 Tracks nach knapp 54 Minuten das Gefühl einer Pseudo- Filmischen Untermalung.

Der Song „Kollaps“ ist mein Liebling. Mit ihm im Gehör möchte ich aufstehen und einschlafen. Kein Song zur Zeit verkörpert meine Empfindungen besser, in dem ich mich heute noch dem Mid 90ies Emocore verbunden fühle. „Last“, einen Brückenschlag aus genanter Zeit und ein Konsens aus Postmodernen epischen Klängen. In eine ähnliche jedoch weitaus bombastischere Richtung geht „Cthulhu“, um meine momentanen Favoriten von – Deine Hülle Deine Haut – genannt zu haben.

Mit der hoffentlich bald erscheinenden Andorra Atkins Platte, dass wohl spannendste Release 2009 …

Tracklist:
Intro
Zeitzone
Kollaps
Inwieweit
Transition
Last
Cthulhu
Transition 2
Eklipse
Transition 3
Labyrinth

Durchde

Comadre – Wolf Ticket –

Juli 12, 2009

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[2009 Adagio 830]

Comadre are back! Allerdings hätte ich von einer L.P. etwas mehr Spielzeit erwartet. Gerade acht Songs sind auf dem einseitig bespielten Vinyl enthalten. Hingegen kann man in knapp 13.20 Minuten auch nicht viel falsch machen. Comadre bleiben Comadre…
Doch Obacht, wer die Band immer noch im Screamo Sektor sieht, sollte in das Album vorher einmal rein hören. Mir gefällt, dass die Band dezent diverse Hardcore Spielarten in sich aufnimmt und sich stetig weiter entwickelt hat. Die Schreiparts sind nun dezenter, der Sound von Wolf Ticket reicht von dezenten Chaosanleihen über Screamo bis hin zu leichten Indirock Anleihen.
Als Anspieltipp empfehle ich die beiden Viva Hate Tracks. Trotz ihrer kurzen Spieldauer beinhalten diese viele nette Elemente, fein auf den Punkt komprimiert.
Auch wenn Handclapparts und Mitgröhl Parts vermisst werden, tut Comadre der erweiterte Sound richtig gut. Jeder Song steht ein Stück weit für sich und bleibt spannend.

Wem das immer noch nicht als Kaufanreiz reicht, möchte ich auf die liebevolle Aufmachung der Schallplatte hinweisen. Das Cover beinhaltet in der limitierten Auflage braun/goldenes Vinyl, das auf der unbespielten Seite eine schicke Prägung erhalten hat……

Tracklist:
Hamlets
Tannerisms
Viva hate pt. 1
Viva hate pt. 2
Word is bond
Grow Worms
King Jeremy
Suicides may have been pact

Durchde

Raein – Ogni nuovo inizio – Review

Juni 27, 2009

raein_ogni

[2008 Sons of Vesta]
[blogs.myspace.com/raein]

Die Italiener Raein sind bis heute eine der besten europäischen Screamo Bands meiner Meinung nach. Neben etlichen Releases, eines besser als das Andere, löste sich die Band mindestens genauso oft auf….
Plötzlich erschienen neue Songs auf Myspace und Raein verkündeten, dass sie sich nie wirklich aufgelöst hätten. Da soll mal jemand durchblicken…. Umso besser war der Umstand, dass die Herren Ende 2008 eine neue Platte aufnahmen …..

-Ogni nuovo inizio – ist eine einseitig bespielte L.P., welche sehr schön gestaltet ist.. Schickes Cover, weißes Vinyl. Auf der unbespielten Seite gibt es einen schicken Siebdruck.
Musikalisch gibt man sich deutlich melodischer als früher. Nein, poppiger ist deren Sound dennoch nicht geworden. – Ogni nuovo inizio – bietet einen Track, welcher in sechs Segmente aufgeteilt ist. In 16 Minuten gibt es alles nach dem das Emo und Screamo Herz verlangt. Herzlichen bis geschrieenen Gesang. Epische Strukturen hinreichend bis zum kolossalen Gefühlsausbruch. Die Hinzunahme der Melodiebögen geben der neuen Raein eine ungewohnte Wärme. Fühlt sich gut an. Alles richtig gemacht!

Tracklist:
01- 1 Di 6
02- 2 Di 6
03- 3 Di 6
04- 4 Di 6
05- 5 Di 6
06- 6 di 6

Durchde

Andorra Atkins – Augenlied – Review

Juni 20, 2009

andorra_augenlied

[2009 Unveröffentlicht]
[myspace.com/andorraatkins]

Andorra Atkins, ex. Kill Kim Novak, könnten schon bald ihr lang erwartetes Quasi -Debüt auf den Markt bringen….
Als wenn es die Mid 90ies Emocore orientierte Screamo Band aus Soest durch einen Namensrechtsstreit resultierend nicht schon schwer genug hätte, muss nun auch noch ein neues Label gefunden werden…

Mit dem Album – Augenlied – können sich die Musiker erfolgreich ein Stück von zitierten Schubladen lösen. Um Szene Dogmen möchte man sich nicht kümmern und ein Vergleich mit anderen Bands fällt daher aus. Diese Unbefangenheit befreit und wird auf ihren unterhaltsamen Live Shows gelebt. Andorra Atkins Herhangensweise sorgt für die nötigen Freiräume, in welchen sich jedes Bandmitglied auslebt. Hieraus resultiert gegenüber den KKN Outputs ein gewachsenes musikalisches Spektrum.
Keine Angst, Adorra Atkins schaffen es trotz Hinzunahme von Indi und Post Punk Elementen weiterhin erkennbar zu klingen. Die Schreiparts kommen rauer und wütender, etwas verständlicher und weniger verzerrt. Besonderes in den Wechseldynamiken Laut und Leise agiert dieser wie ein weiteres Instrument.
Steven schafft es mit seiner abwechslungsreichen Gitarrenarbeit in den düsteren, druckvollen Stücken, „Zorniger als Gott“ oder „MS 2312“, eine bemerkenswerte Klangdynamik zu schaffen. Menny und Hille sorgen für ein druckvolles Fundament in der Rhythmusfraktion. Das i-Tüpfelchen ist eine nicht zu steril klingende Produktion, welche jegliche emotionalen Klangfarben des Albums herausarbeitet.

Der Opener „RAL9024“ zusammen mit „Setz die Segel“ sind meine persönlichen – Augenlied – Höhepunkte. Selten hörte ich Schmerz, Wut und Verzweiflung so glaubhaft schön in Musik verpackt ….

Tracklist:
RAL9021
Weltenende
Setz die Segel (Intro)
Setz die Segel
Syntax/Schnitt
Zorniger als Gott
Bleibt wie ich bin
Unbunt und Karg
MS2312

Durchde

Fargo – Zug um Zug 7inch Review

Juni 11, 2009

fargo_7inch09

[2009 adagio830/still.leben/cobretti]
[www.myspace.com/fargopunx]

Fargo aus Essen haben es mit ihrer Debüt 7inch geschafft mich für 6.30 Minuten in die wunderbare Zeit des Emocores Mitte der Neunziger zurück zu katapultieren.
Sechs Songs, welche böser, dunkler und wütender nicht sein könnten. Dessen Aggressivität bedarf kein Metal Mosh, sondern einzig alleine die ungezügelte Kraft des Hardcores.
Fargo zeichnet eine Schnittmenge aus Uranus und Zorn, gespickt mit kurzen Blast Parts aus.

So wunderbar wie die Songs klingen, ist die 7inch auch gestaltet. Braun marmoriertes Vinyl steckt in einem gezeichneten Endzeitcovermotiv. Anbei gibt es einen Sticker und ein kopiertes Textheftchen für das noch einmal die gute alte Schreibmaschine rausgeholt wurde.
Zug um Zug ist Old School Emocore und der richtige Stoff für diejenigen, welche den Hardcore zu seiner vielleicht innovativsten Zeit heute schmerzlich vermissen…

Beide Daumen nach oben. Will eine LP von denen !!!
Beeilt Euch bitte, ich denke die auf 300 Stück limitierte 7ìnch könnte bald ausverkauft sein …

Durchde

Ikaria – Repair my History – Review

April 21, 2009

ikaria_albumcover1

[2009 Cobretti Records/ Broken Silence]
[www.ikariaband.net/www.myspace.com/ikariamusic/
www.ikariaband.blogsport.de]

Ikaria (Hamburg/Berlin) präsentieren am 24.4.09 ihr erstes Album auf Cobretti Records/Broken Silence. Herausgekommen sind 8 wunderschöne ruhige Post Indi Perlen, die ihre Wurzeln irgendwo im modernen Emorock haben dürften.
Den Sound vom Album -Repair my History- zu umreißen gelingt nur oberflächlich und soll ausschließlich der groben Orientierung dienlich sein. Ikaria passen in kein Korsett. Man bewegt sich wunderbar zwischen den Stühlen und begeistert auf eine herrlich entspannte ruhige Art.

Klischees bleiben auf -Repair my History- außen vor. Nehmt Euch etwas Zeit und ihr werdet die Platte mit ihren traurigen und verträumten Momenten lieben lernen. Ganz langsam durch Monotonie entspringenden Klängen, gebärt sich ein Feuerwerk aus gefühlsvollen Eindrücken, die nicht selten mitten ins Herz treffen.

Besonderes der Song, „Non-Intrusive“ beinhaltet einen mitreisenden Stimmungsaufbau, der mich sehr berührte. Gefühltes Glück und Trauer lagen selten so nah beieinander.

Ikaria haben mit -Repair my History- alles richtig gemacht. Schade, dass solch ein Werk schnell in der Release Flut untergehen könnte.

Lasst Euch nicht vom schlichten Cover täuschen, unbedingt mal reinhören!

Tracklist:
Ease
To Give
Tenable Sedation
Perpetual
Non-Intrusive
Requirement for Habits
Marks
Sequel

Durchde

Girolamos Walk – 7 inch

April 5, 2009

girolamos_walk7

[2009 Kids in Misery]
[www.myspace.com/girolamoswalk]

Girolamos Walk kommen aus Hamburg und haben sich dem Mid 90ies Emo/Punk verschrieben. Die Stimmungsvolle Laut Leise Dynamik wird nett umgesetzt und ihre gekränkte/traurige Stimmung kommt überzeugend rüber.
Leider bedienen sich vielen Band dieser Elemente, bei denen es am Ende dann doch nur um Schreien des Schreiens Willens geht. Nicht so bei Girolamos Walk Erster Veröffentlichung…

Der auf der A Seite vertreten Song „Zertreten“ besitzt sehr interessante Elemente.
Diverse Stimmungen werden verarbeitet und können dank einer Spieldauer von circa 6.30 Minuten auch vollends ausgelebt werden. Der Mittelteil des Songs wird von einer Frau gesungen und steigert sich Schlussendlich in einem Männlichen Schreigesang. Klingt großartig! Besonderes gut werden meiner Meinung nach die Lyrik’s in dem Sound eingearbeitet. Durch das Wechselspiel, Deutsch/Englisch können beide Stimmliche Klangfarben in den richtigen Momenten verarbeitet werden.

Das Artwok zeigt ein schickes Gemälde und beiliegend ist ein kleiner Flyer auf dem die Texte gedruckt sind. So schön war es auch schon einmal vor vielen Jahren als Emo noch etwas bedeutete. Girolamos Walk machen das Beste draus um die spannende Zeit damals heute nicht in Vergessenheit zu bringen……

Tracklist:
1.Zertreten
2.Portbou

Durchde

White Lilium – Tarantula CDR EP – Review

März 22, 2009

[2009 Eigenproduktion]
[www.myspace.com/whitelilium]

Es gibt Momente im Leben da passt eine Platte einfach. Sie muss nicht unbedingt das Rad neu erfinden, was im Bereich Metalcore/Screamo sicherlich kaum noch möglich ist. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort können Songs welche ansonsten der Hintergrundbeschallung genügten oder in der Masse an Neuveröffentlichungen unter gehen würden, zur akustischen Begleitung in schwierigen Lebenslagen dienen. So ist es mir mit der dritten selbstproduzierten EP der Kieler White Lilium gegangen. Die abwechslungsreichen Stimmungsvollen Momente von – Tarantula – gekoppelt mit der bis ins Mark schneidenden Härte haben mich motiviert meine aktuellen problematischen Gedankenwelten in geordnete Bahnen zu leiten. Aber nun genug mit dem Geheule… ;-)

Die recht jungen Kieler, der Älteste von ihnen ist gerade 21 Jahre, haben einiges zu bieten. Auch wenn man sich den Szenetypischen Elementen wie laut/leise und hart/soft bedient, haben White Lilium mit den eingebauten Grindcore Elementen einen eigenen Weg gefunden und sorgen für einen frischen Wind im angestaubten Gerne. Carcass und Thursday könnten direkt nebeneinander im Plattenregal der Bandmitglieder stehen.

Auch wenn mich der Grunzgesang zu Anfang etwas nervte passt er prima zu den Mehrstimmigen Passagen. White Lilium`s melodischer Gesang wirkt keineswegs Poppig und kommt sehr ausgereift rüber. Auch wenn es auf – Tarantula – viel Metal gibt hat man sich dennoch nicht dem stumpfen Bollocore verschrieben. Das Cover ließ mich zuerst übelster Einheitsbrei erwarten doch die schmucke Verpackung beinhaltet vier Tracks die mich begeistern konnten.
Spannend finde ich die Songstrukturen im letzten Track „Love.Paper.Portrait.Grave“ welche von Hardcore/Metal bis zum Postrock reichen. Sehr abwechslungsreich und der vielleicht Beste Track der E.P.

Mit Interesse werde ich die Entwicklung der Band beobachten. Ich bin mir sicher dass in White Lilium noch viel mehr Potential steckt. Es könnte spannend werden wenn sich die Kieler auch Zukünftig verschiedener Stilistischen Elementen bedienen…..

Tracklist:
Protest of Innocence
Tarantula
A Cracked Egg in the Fridge is no Reason to turn into Crazy
Love.Paper.Portrait.Grave

Durchde

Captain Planet/Matula/Mikrokosmos 23/Planke Split 10inch

Februar 25, 2009

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[2008 Kids in Misery in Zusammenarbeit mit Unterm Durchschnitt]

Das vierte Release aus dem Hause Kids of Misery kann man als ein Geschenk an Freunde betiteln. Vier Bands, die nicht nur musikalisch eng zusammen stehen. Ihre schmucke Split 10inch könnte liebevoller nicht gestaltet sein. Das „herausgetrennte“ Foto zeigt eine Kindergruppe mit „aufklebten“ Erwachsenenaugen. Diese Collage dürfte jeder für sich selbst interpretieren können.
Eingesteckt ist ein gefaltetes Textheftchen. An dieser Stelle gibt es neben den Texten der vier Bands, Infos zu den Songs und eine liebevolle Message von Lars (Kids in Misery) an seine befreundeten Bands.
Das ist Emo, ohne Schreien des Schreiens wegen oder hippen Klamotten.
Hier spiegelt sich das Feuer von der herrlichen Mid 90ies Zeit wieder. Post Punk mit melancholischen/verzweifelten Momenten. Keine Selbstaufgabe, dafür klingt der Sound der Bands auf dieser Split 10inch dann doch am Ende wieder viel zu positiv. Ein Ventil, der zu verarbeitenden Gefühle dürften sich in den Texten und der Musik gefunden haben…..

Die Lyriks beinhalten diverse Stellen, welche mich nachdenklich gestimmt haben. Zeilen, die mich an Geschehnisse und offene Fragen erinnerten. Selten haben ich Texte so aufgesogen wie diese. Ich möchte hier einige Zeilen zitieren:

Planke –Kreide auf Asphalt
..Mit einer Leine um den Hals traut man sich weitere raus als ohne. Worans liegt hat man mir leider nie erzählt…

Matula – Komm rein Kollege Zukunft
…Die Fragen bleiben da und tanzten durch die Luft, keine Ahnung was das sollte.
Und plötzlichein Gedanke:
Der Typ da eben, der meint dich….

Mikrokosmos 23 – Gegen die Nacht
..Ein Licht das nie erlischt wenn es das wirklich gäbe wäre ich jetzt glücklich…..

Captain Planet – Eingekehrt
..Alles was zählt ist zu finden im Herzen wann immer es fehlt für alle Zeit im Herzen zu finden was immer uns fehlt….

Planke, welche mir bis dato unbekannt waren, konnten mich mit ihrem Beitrag sehr überzeugen. Stilistisch liegen sie zwischen Matula und Captain Planet.
Post Punkt mit Emokante

Matula veröffentlichen mit „Komm rein Kollege Zukunft“ einen Song aus der –Kuddel- Session, welche es nicht mehr auf ihr Debüt schaffte.

Mikrokosmos 23 haben extra einen neuen Song aufgenommen, welcher in ein ähnliches Fahrwasser ihrer letzen Veröffentlichung schwimmt. Klasse Mid 90ies Emopunk Sound, meine Kragenweite. Der ersten Yage 7inch nicht unähnlich.

Captain Planet haben mit „Eingekehrt“ ihren ersten geschrieben Song überhaupt neu aufgenommen.

So schön können knapp 12 Minuten Musik sein. Wenn man soviel Liebe rein steckt, muss am Ende auch was ganz feines rauskommen ……

Tracklist:
Mikrokosmos 23 – Gegen die Nacht
Planke – Kreide auf Asphalt
Matula – Komm rein Kolleg Zukunft
Captain Planet – Eingekehrt

Durchde

Thursday – Common Existence – Review

Januar 26, 2009

[2009 Epitaph]

Ich bewundere Thursday durch alle ihre Schaffensphasen und liebe deren Metamorphosen, welche die ursprüngliche Emoband mit jedem Release auf eine neue selbstfinderische Ebene platziert. Weg vom Major und kein zurück zu Victory Records, der Fan darf aufatmen. Die Zeiten der überproduzierten Platten ( – A City by a light divided – ) sind vorbei.

- Common Existence – stellt Thursday’s bis dato abwechslungsreichstes Album dar, welches eine Bandbreite von Emo über Indi bis hin zum Post Rock bietet.
Der Opener und erste Single Auskopplung „Resuscitation Of A Dead Man“ schlägt ebenso wie „Last Call“ ins bekannte Fahrwasser.
Allerdings kann man beim zweiten Track deutlich mehr Atmosphäre heraushören.
As He Climbed The Dark Mountain“ kennt der Fan schon von der genialen Split mit Envy. Hier darf endlich mal wieder im Hintergrund geschrieen werden.
Hervorheben möchte ich „Beyond the Visible Spectrum“ mit dezentem Streichereinsatz, sehr dynamisch durch verschiedene Stimmungsphasen tragend.
Time`s Arrwow“ ist eine bis dato untypische Thursday Nummer. Balladenhaft und melancholisch präsentiert, begleitet von teilweise schrägen Keyboardsounds zur Mitte des Tracks hin.
Der powervollste Track dürfte „Unintended Long Term Effects“ sein. Klasse Nummer, welche nach vorne prescht und doch Tiefgang in den Zwischenpassagen bietet. Klasse musikalischer Einsatz einer Band, welche sich nie zu lange an einem Beat und Riff festbeißt.
Circuits of Fever“ entwickelt sich ab Mitte des Track in eine spannende Post Rock Indi Nummer.
Subway Funeral“ ist eine emotionale Indirock Nummer mit geilem sich steigendem Schlusspart.
Love Has Led Us Astray“ ist die vielleicht emotionalste Nummer des Albums. Recht ruhig gespielt, welcher zum Ende hin etwas mehr Dynamik gewinnt. Klasse gefühlvoller Gesang in diesem Song.
Lauter wird es dann noch einmal im Schluss Track von – Common Existence -, welcher gerade zum Ende hin noch einmal richtig knallt. (“You Were The Cancer”)

Thursday haben sich wieder einmal nach all den Jahren selbst gefunden.
- Common Existence – ist kein Hitalbum, weißt jedoch an allen Ecken mit Überraschungen auf und macht es zu einer außerordentlichen und interessanten Scheibe.
Ein Release, welches Tiefgang und etwas Zeit vom Hörer abverlangt, um dann in seiner ganzen Größe erstrahlen zu können ….

Durchde