Archiv für die Kategorie ‘Platten - Hardcore’

The Stupids – The Kids don’t like it

Oktober 30, 2009

stupids09

[2009 Boss Tunea]
[www.myspace.com/ukthestupids]
[www.thestupids.org]

Ob die Kids The Stupids wirklich nicht mögen, hmmmmm…
Der klassische Sound der Hardcoreveteranen dürfte eigentlich out sein. Kein Metal sondern Punk als treibende Kraft steht auf ihrer Fahne. Nach über 20 Jahren meldet sich das Trio aus UK mit einem neuen Album zurück. Eigentlich wollte die Band nur ihren Backkatalog neu auflegen und ein paar Shows spielen. Glücklicherweise gab es im Anschluss gleich eine neue Single und eine Full Lenght ließ nicht lange auf sich warten …..

Kann solch ein Revival eigentlich gut gehen, sind die Herren nicht zu alt für rotzigen, melodischen Punk vergangener Tage?
- The Kids don’t like it – lautet der Albumtitel, vielleicht haben sie ja recht, bei mir ging deren Comeback allerdings vollends auf. Ich bin dermaßen begeistert von den 16 neuen Tracks, dass ich mir am liebsten gleich ein neues Skateboard kaufen möchte und die Platte als Soundtrack zum Ausrollern nehmen möchte. Noch nie haben The Stupids so großartig geklungen, jeder Song ist ein kleiner Hit. Auch 2009 versteht es die Band den nötigen Drive mit bissigen und humorvollen Lyriks zu paaren und vergessen dabei die nötige Dosis an Melodien nicht.

Wer RKL, D.I. Adolecents und Circle Jerks liebt, muss hier zuschlagen. – The Kids don’t like it – kann ohne lange Überlegung neben den Klassikern oben genannter Bands einsortiert werden.
Mehr gibt es nicht zu sagen ….

Tracklist:
Malcom Bitch
Drumshop Arsehole
I Was Sexually Harassed
Remember Me, Dismember You
Feel The Suck
Charlton Heston
Beach Dick
Middle Aged Punk
It’s Not My Fault
Melt Me
Hate Hate
God And Country
Fragmented Interaction
Zero
Sons Of The Beach
Shagga

Durchde

Seed of Pain – Blindfolded and Doomed

Oktober 26, 2009

seedofpain09

[2009 Cobra X Records]
[myspace.com/seedofpain]

Es ist noch gar nicht so lange her als die erste Mini LP der Schweizer im Briefkasten lag. Ich war dermaßen begeistern von Seed of Pain und so drehte die Scheibe einige extra Runden. Im Anschluss kam eine weitere 7inch und eine Collection beider Aufnahmen auf den Markt. Obwohl man sich Burn und 108 öfters als Referenz gefallen lassen musste, brachte man schon von Anfang an seine eigenen Zutaten mit und konnte sich spielend vom Einheitsbrei abheben.

Nun liegt die erste vollständige Seed of Pain L.P. auf meinem Plattenteller.
- Blindfolded and Doomed – ist ein düster gelayoutetes Release dessen Äußeres Erscheinungsbild auch das einer Crust Core Band entsprechen könnte. Innen ist das Klappcover jedoch eher schlicht gestaltet und wirkt etwas billig. Neben dem Text gibt es einige Grafiken, welche lieblos platziert wurden.

Zum musikalischen Inhalt:
Einleitend gibt es ein fast beschwörerisch vorgetragenes Gedicht, „Nur zwei Dinge“ von Gottfried Benn, untermalt von düsteren Klängen.
Mit reichlich Effekten versehende Gitarren leiten eine ungewohnte breit gefächerte Soundwand ein, die an eine melodisch eingängigere Version der alten Neurosis Sachen erinnert. Mit dem Einsetzen des verzweifelt wütenden und zugleich angepissten Gesanges erkennt man, dass man es noch immer mit den New School Hardcorelern Seed of Pain zu tun hat. Die Instrumente erarbeiten sich einen frischen Sound, der sich abwechselnd zwischen ruhigen Atmosphären bis hin zu wütenden Hardcore vereint.
Blinfolded“ ist der aufwändigste Song der Band und darf als zukünftige Messlatte verstanden werden. Selbst „richtig“ gesungene Passagen werden kunstvoll im Sound verwebt, ohne brav oder gar anbiedernd „schön“ klingen zu wollen.

Die Band aus Luzern ist zu etwas dermaßen Großen gewachsen, dass mir die Worte fehlen, um einer verständlichen Beschreibung gerecht werden zu können Mit einer derartigen Metamorphose habe ich nicht gerechnet…
- Blindfolded and Doomed – bleibt auch nach mehrmaligem hören spannend und kann zweifelsohne als eine der interessantesten Hardcore Releases 2009 verstanden werden.

Tracklist:
Nur zwei dinge
Blind masses
Meritocracy
By mystake
Blindfolded
Doomed
Nosce te ipsum
Existence
Dependency

Durchde

Hatebreed – Hatebreed -Review

Oktober 21, 2009

hatebreed_same

[2009 Roadrunner Records]

Schon wieder eine neue Platte? Mensch sind die fleißig!
Hatebreed dürften die wohl am härtesten arbeitende Hardcoreband sein. Vor zwei Jahren stand ihre letzte Platte im Regal und im letzten gab es ein Coveralbum auf dem die Band ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellte.

Hatebreeds fünftes Release, welches Schlichterweise selbstbetitelt wurde, trotzt nicht gerade vor Kreativität. Größere Abwechslung waren wir in der Vergangenheit von Jamey und Co. eh nicht gewöhnt.
Überraschenderweise erweitern die Jungs heute ihren Horizont und beweisen, dass sie weitaus mehr drauf haben als stumpfen monotonen Gitarrenmosh mit geshouteten Durchhalteparolen. Der Sound klingt um einiges breiter, was einerseits durch den fetten Mix und der vermehrten melodisch eingesetzten Leadgitarre realisiert wurde. Gesanglich zeigt sich Jamey kreativer als je zuvor.
Beim Smasher „In Ashes they shall reap“, wird zum ersten mal richtig gesungen.
Im folgenden Track „Everyone Bleeds Now“ bricht man Geschwindigkeitsrekorde, die mit kurzen Gitarrensolie versetzt als eine weitere Bereicherung gesehen werden dürfen.
Beim dem siebten Song „No halos for the heartless“ dürften die Meinungen der Fans weit auseinander gehen. Oi Chöre werden zwischen den moshenen Gitarrenwänden eingebaut. Klingt nicht schlecht, muss mich dennoch erst dran gewöhnen.
Recht punkig geht es dank des melodischen Gesanges beim Song „Every lasting scar“ zur Sache, der mich an die Oi Phase von Agnostic Front erinnert. Für mich eine der interessantesten Nummern des Albums.
Undiminshed“ ist ein powervolles Instrumentalstück geworden, bei dem am Ende zarte Pianoklänge im Outro zu vernehmen sind .

Die verbliebenden Songs des 14 Track fassenden Longplayers bieten gewohnten harten/prolligen Hatebreed Sound, der es versteht Hardcore und Metal auf eine eindrucksvolle Art zu verbinden wie wohl keine andere Band zur Zeit.
Erfreulicherweise fallen die reichhaltigen Neuerungen selten dominierend ins Gewicht und entfremden das gewohnte Klangbild von Hatebreed eher auf einer dezenten Art und Weise.
Im großen und ganzen haben sich die Jungs nicht sonderlich verbogen, Hatebreed kann auch 2009 weiterhin als Speerspitze des Metalcores verstanden werden.

Tracklist:
Become the fuse
Not my Master
Between hell and a heartbeat
In Ashes they shall reap
Hands of a dying man
Everyone bleeds now
No halos for the heartless
Through the throns
Every lasting scar
As damaged as me
Words became untruth
Undiminished
Merciless Tides
Pollution of the soul

Durchde

Patsy O’ Hara – Deathinteresse – Review

Oktober 10, 2009

patsy09

[2009 Per Koro Records/Phobiact]
[myspace.com/patsyohara]

Puhhhh, fast hätte ich wieder was feines verpasst. Gott sei dank, Per Koro haben an mich gedacht und mir ihre Patsy O’ Hara LP zwecks Besprechung überlassen. Die Debüt L.P. hört auf dem Namen – Deathinteresse -. Herrliches Namensspiel, warum ist darauf vorher noch keiner gekommen?
Das schwarze Gold steckt in einem ideenreich gestaltetem Kunstwerk. Stetig entdecke ich neue Elemente. Das Textblatt ziert das Covermotiv in Posterform. Außerdem findet sich im Album ein Downloadcode, zum kostenlosen herunterladen der Mp3`s des gesamten Albums.
Sehr interessant das Ganze und bis dato habe ich noch nicht einmal die Musik angehört.

Die Bielefelder eröffnen auf der ersten Seite mit einer feinen von Streichern begleiteten Einleitung. Kurz darauf prescht moderner, meist im Midtempo getragener Hardcore aus den Speakern. Patsy’s rockiger Unterton sorgt für den nötigen Drive, welcher zusammen mit einem aggressiven wütenden Shouter, dessen Lyriks den nötigen Tiefgang besitzen, einen eigenen Stempel drauf setzen kann. Jeder Handgriff sitzt perfekt, die Jungs sind wirklich fit an ihren Instrumenten. Interessantes Riffing mit netten Einspielern hält mich bei Laune.
Wenn Patsy ihre druckvollen langsameren Passagen verlassen und den Fuß von der Bremse nehmen, fügen die Leadgitarren dezente Melodien hinzu. Klingt alles sehr spannend und auf einer angenehmen Art und Weise frisch. Als i-Tüpfelchen sorgt eine ausdrucksstarke Produktion, die den nötigen Feinschliff der Klangkonserve gibt.

Herausragend finde ich außerdem das einleitende Instrumentalstück der zweiten Seite.
Auf „Tyrannis“ hört der Song, welcher von epischen bis zu emotionalen verträumten Passagen reicht. Streicher finden im letzten Track „Matutinal Bleakness“ wieder ihren Einsatz und der abrupte Schluss des Longplayers regt sofort zum erneuten umdrehen der Platte an.

- Deathinteresse – ist ein Release mit dem man sich gerne und breitwillig längere Zeit auseinander setzen möchte…

Tracklist:
I am the night, color me black
Lethes Water
You came back with something (that was never gone)
Agenda 1980
Tyrannis
Exile
This untaught Kid
Matutinal Bleakness

Durchde

Zodiac – Rasierter Affe – 10inch – Review

September 19, 2009

zodiac

[2009 7 Degrees Records/Amplified Anger Records]
[www.bibelfreunde.de/zodiac/]
[www.myspace.com/zodiac]

Zodiac aus Bremen, so klingt also North Core 2009.
Auf der Debüt –Rasierter Affe – geht es nach dem Intro derb zur Sache. Brutal, roh und mit metallischem Sprenkel versehen; dies dürften die passenden Attribute des Zodiac Erstlings sein.

Ein Sänger, dem es wichtig erscheint eine Message in seinen Lyriks rüber zu bringen, ist in diesem Genre eher selten geworden. Angepisst von der Gesellschaft und das resultierende Unverständnis in Worte fassend, geschieht einprägsam. Um sich Gehör zu verschaffen, passiert dies derb und egozentrisch.
Wenn ich mich nicht täusche, müsste es sich beim Shooter Hauke um den ex. Age Sänger handeln. Damals schon wurde kein Blatt vor dem Mund genommen und die äußerst extremen Ansichten werden heute sogar noch auf die Spitze getrieben.

Im bebilderten Textheft, welches sehr anspruchsvoll umgesetzt wurde, finden sich zusätzlich verfasste Gedanken neben den enthaltenen Songs. Man sieht den Mensch als rasierten Affen, kotzt sich gegen blinden Glauben an Gott aus und äußert sich zum Schönheitswahn.
Suizides Gedankengut wird ebenso verarbeitet wie das Thema Drogenabhängigkeit im letzten Song. Zwischen diesen Zeilen gibt es außerdem Anmerkungen zum gewissenlosen Vergehen an Tieren. Scheißegal gibt es hier nicht…
Ohne Umschweife kommen Zodiac gleich auf den Punkt und präsentieren Hardcore zwischen brutalem Mosh und impulsivem Midtempo.

Schön endlich mal wieder eine deutsche Hardcore Kombo zu haben, welche auf einer eleganten Weise zwischen Emo- und Metalcore hin und her springt ohne aber auch nur einen Hauch von Machoanleihen. Zodiac haben einiges zu sagen und bringen es auf – Rasierter Affe – eindrucksvoll auf den Punkt. Leider ist nach knapp 13 Minuten schon wieder alles vorbei.
Mehr davon !!!!


Tracklist:

Drei
Schrebergarten
Schöner Schein
Abgesang
Nutzer

Durchde

Zero Mentality – Black Rock –

September 5, 2009

[2009 Let it burn Records]
[www.zeromentality.com]
[www.myspace.com/zeromentality]

Auf den Namen – Black Rock – hört das neuste Output der liebenswerten Ruhrpottler. Auch wenn man wieder gewohnt prollig zu Werke geht, lässt nun vermehrt ein gesundes Maß an Selbstironie durchblicken. Die Lyriks sind auf den Punkt gebracht, hier geht es ohne wenn und aber zur Sache. Gleich im Titeltrack punkten Zero Mentality mit einem coolen Station Mitgröhlpart, welchen Manowar nicht besser hin bekommen hätten.

Mit – Black Rock – löst man Fesseln und der ganze unnötige szeneübliche Ballast wird weit von sich geworfen. Zero Mentality machen den Anschein das gesamte Spektrum vom traditionellen Rock bis hin zum Metalcore vereinen zu wollen. Man bewegt sich in einem Bereich von Accept über Type O Negative bis hin zu Hatebreed. Das ganze jedoch nie ohne ihre im New York Hardcore verwurzelten Roots völlig zu verlieren.
Es wird weder davor zurück geschreckt im vorletzten Song „Dead Ember“ mit Akustik Gitarre und weiblichem Gesang eine stimmungsvolle Rockballade zu schreiben, Pianoklänge einzuarbeiten oder zwischen Deutsch und englischen Texten hin und her zu jonglieren.
Besonders spannend finde ich die Übergänge vom toughen Metalcore zum bodenständigen staubigen Rock.

Zero Mentality sind mit ihrem am 9. Oktober erscheinendem neuem Longplayer beim Münchener Let it burn Label gelandet, das von nun an durch Soulfood Music in Deutschland und Österreich vertrieben wird. Jacob Bredahl hat sich hinter die Regel gesetzt und der Band den wohl bis dato druckvollsten Sound gezaubert.

Und sollte die neue Platte keinen Anklang finden, dürften die feinen Bandpics im Textheftchen eine hervorragende „Pressemappe“ zur Bewerbung eines neuen H&M Posterboys dienen. Nein ganz ehrlich das Layout wirkt genau wie der Sound frisch und aufgeräumt.
Zero Mentality beweisen 2009 erneut Ideenreichtum und den Mut über den Tellerrand zu blicken. So prima kann Hardcore mit Metalkante klingen…

Tracklist:
Black Rock
Electric Lips
No salaam no shalom
Planet der Affen
Devils Charity
Fragile Heart
Feature dich selbst
Come Home
Dead Ember
Das Ende vom Lied

Durchde

Trainwreck – Of Concrete Canyons And Inner Wastelands

August 15, 2009

trainwreck09

[2009 Adagio 830]
[www.myspace.com/trainwreck5]

Wie eine Dampfwalze zermalmt Trainwreck wieder einmal eindrucksvoll alles was ihren Weg kreuzt. Ob wütend nach vorne preschend oder im brutalen Midtempo Core gehalten, die Kölner beweisen auf – Of Concrete Canyons And Inner Wastelands – erneut warum sie zur Zeit Every Bodys Darling sind. Im Grundtenor ist alles beim alten geblieben und es gibt seit der Split mit Comadre keine großen Veränderungen im Songwriting zu vermelden .In den letzten zwei Jahren scheinen Trainwreck allgegenwärtig. Endlose Touren und regelmäßige Releases in gleich bleibender hohen Qualität, ob live oder auf Tonträger, das soll ihnen erst einmal einer nachmachen. Kehliger, angepisster Gesang trifft auf Destructor Core, der irgendwo zwischen Takaru und Zann angesiedelt ist. Trainwreck scheinen alles zu zerstören und dennoch gibt es am Ende keine Verletzten. Wer die Band kennt weiß, dass sich hinter ihr nette Zeitgenossen verbergen. – Of Concrete Canyons And Inner Wastelands – beweißt, dass Hardcore heute immer noch einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann, welcher weit über die viel zu kurze Spieldauer von 23 Minuten hinausragt.

Das Vinyl des Prerelease kommt in grau und auf dem Cover interpretiere ich ein Endzeitszenario, welches den enthaltenden düsteren, brachialen Sound illustriert. Wenn auch nicht viel neues geboten wird, haben Trainwreck trotzdem alles richtig gemacht. Solange man sich nicht eines Tages in Langeweile verfängt, darf es immer so weiter gehen …

Tracklist:
Less Than Nothing
We Must Run, We Must Run,We Must Run
Dem Staub keine Träne
The Dead Next Door
We’ve Got Skies In Mind But No Stars to see
Mistakes And Misdirections

Durchde

Alive at Last –Anchors Aweight

August 9, 2009

aliveatlast09

[2009 Pretty Pink Records]
[myspace.com/aliveatlast]

Aljoscha’s (Punk`d Royal) Pretty in Pink Records zeigt Vielfalt in Sachen Bandauswahl. Das neuste Signing hört auf den Namen Alive at Last. Die fünf Musiker aus Alfeld rocken seit 2006 deutsche Bühnen und teilen ihre Spielwiese unter anderem mit Fire in the Attic, Muff Potter oder Death by Stereo.
Einigen dürfte die Mannschaft, die nun mit der Debüt EP – Anchors Aweight – in die See sticht, somit schon bekannt sein. Für diejenigen, wie meine Wenigkeit, welche bisher von der Screamokapelle nichts mitbekommen haben und sich über eine frische Briese im angestaubten Gefilde freuen, sollten mal in die Songs auf der Alive at Last Myspace Seite reinhören.

Im Grundtenor, rein oberflächlich betrachtet, könnte man in der Grobstruktur – aggressive Beats treffen auf melodische Parts – einen Vergleich zu Victorys Atreyu ziehen. Auch wenn die Ideen auf – Anchors Aweight – nicht neu sind, schaffen es Alive at Last soundtechnisch die abgedroschene, musikalische Sparte aufzufrischen. Die Band zeigt kein Bedürfnis sich sinnlos auszukotzen und harte Burschen wollen sie schon gar nicht sein. Man bedient sich lieber einem zur Jahreszeit passendem sonnigen, melancholischen Mix. Im Vordergrund steht melodischer Gesang mit emotionalem Ausdruck, der sich gekonnt von Refrain zu Refrain hangelt. Im Kontrast, jedoch dezenter als üblich, sorgen Doublebass Blast mit Moshgewitter für den nötigen Drive.
Alive at Last klingt nach Spaß, positiver Energie, welche sie gekonnt in einem Mix von Metal bis hin zum Punk verpacken. Irgendwo in der Mitte dürfte das Debüt der Band zu Hause sein.

Aufgenommen wurden die Songs in einer umgebauten Wohnung. Gemastert von Sascha Hörold im Institut für Wohlklangsforschung Hannover. Hier wurde schon in der Vergangenheit für den Feinschliff von z.B Guano Apes oder Apoptygma Berzerk gesorgt.
Alive at Last frischer, unverkrampfter Sound auf – Anchors Aweight – ist eine runde Sache. Allerdings würde ich mir in Zukunft etwas mehr Experimentierfreudigkeit in den Songstrukturen wünschen…

Tracklist:
Requiem of older Days
2000 Lightyears
Since promises were broken
We all fall down
Anchors Aweigh
Give it up (in your Arms)
Bonus: Rund The World

Durchde

The Force Within – Endurance L.P. + CD

August 4, 2009

theforcewithin

[2009 Lechuza Records]
[www.myspace.com/theforcewithin]
Limitiert auf 300 Stück

Das kleine, feine DIY Lechuza Label beglückte mich die Tage mit ihrer The Force Within LP. Leider bin ich wie zu oft zu spät dran. Die Band hatte vorher eine Split mit Tackleberry und vor kurzem leider schon ihre Abschieds Show gespielt. Traurig, dass ich erst jetzt meinen persönlichen Einstand durch die – Endurance – betitelte LP erlebe, zu spät um die 11 mitreißenden Hardcore Songs live erleben zu können…

The Force Within kamen aus dem Kölner Umfeld und spielten einen Mix aus Old School Hardcore mit Metal Kante. Nein, keine Angst es gibt hier keinen prolligen böse Buben Soundtrack zu erwarten, sondern Musik mit Liebe zum Detail und ganz viel Herzblut. Die Lyriks sind sozialkritischer Natur und bis auf zwei Songs in deutscher Sprache gehalten. Die Zeilen lesen sich äußerst intelligent und regen zum nachdenken an, hier gibt es mehr als sinnloses herum Geschreie. Den kehligen Gesang in Kooperation mit einem powervollen Sound möchte ich mit Amen 81 goes to Metal vergleichen. Anstatt sich auf Endlos-Mosh und Gitarrengewichse zu stützen, geben sich The Force Within lieber ihren druckvollen, melodischen Gitarren Leads hin.

Besonders hervorzuheben ist die liebevoll gestaltete Verpackung. Ein aufwändig gelayoutetes Lyrik Sheet schaut durch einen Rahmen, in dem weißes Vinyl steckt. Als Bonus gibt es die Songs noch einmal auf CD gepresst. Das ganze gibt es für circa 10 Euro plus Porto bei Lechuza Records …

Tracklist:
Prolog
Und sie wussten es besser…
The Refused Party Program was a hoax
Freilichtmuseum Guantánamo
Next week I´ll change the world
Ich, Du, Jugendgruppe!
The Shackleton
Disconnected
4 8 15 16 23 42
Epilog

Durchde

Mourning for Tomorrow – Deine Hülle, Deine Haut

August 3, 2009

mourning09

[2009 5gegen5000]
[myspace.com/mourningfortomorrow]

Fünf Jahre sind vergangen, als mich Mourning for Tomorrow mit ihrer ersten Veröffentlichung begeisterten. Leider kam in den letzten Jahren kein weiteres Output und Konzerte waren eher spärlich gesät. Mit einer neuen Platte hätte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet. Nun halte ich endlich eine Full Length in den Händen, die auf den Namen – Deine Hülle, Deine Haut – getauft wurde.

Matthias Gephart (disturbanity.com) hat sich dem Cover Design angenommen. Aufgeklappt fungiert das Textheftchen als Mini Poster, welches allerdings bei einem Vinyl Release noch besser zu Geltung gekommen wäre. Zusammen mit den dezent verworrenen Lyriks passt das Artwork und der Albumtitel in ein stimmiges Konzept.

Aufgenommen wurden die Songs schon 2008. Der Job vom Revierstudio in Witten, gekoppelt mit dem Mastering der Tonmeisterei Oldenburg, sorgt für ein fette Produktion, die den Instrumenten und elektronischen Spielereien die passende Note verleihen.
Mourning for Tomorrow entwickeln auf – Deine Hülle, Deine Haut – eine Metamorphose in epischeren Gefilden. Spürbar immer noch dem emotionalen Hardcore verschrieben, werden hier vermehrt die sperrigen, atmosphärischen Parts in den Vordergrund geschoben.

Der Gitarre wurden eine Fülle an Effekten eingespeist. Gepaart mit dem Gesang, der eine Symbiose aus geflüstert und geschrien, zeitweise als grollen aus den Tiefen des Unterleibs entsprungen scheint, webt sich dieser wie ein weiteres Instrument in die Erlebniswelten von Mourning for Tomorrow. Samples halten die Songs im Gefüge. Untermauert von ihrer druckvollen Bass/Schlagzeugkombination hinterlassen die 11 Tracks nach knapp 54 Minuten das Gefühl einer Pseudo- Filmischen Untermalung.

Der Song „Kollaps“ ist mein Liebling. Mit ihm im Gehör möchte ich aufstehen und einschlafen. Kein Song zur Zeit verkörpert meine Empfindungen besser, in dem ich mich heute noch dem Mid 90ies Emocore verbunden fühle. „Last“, einen Brückenschlag aus genanter Zeit und ein Konsens aus Postmodernen epischen Klängen. In eine ähnliche jedoch weitaus bombastischere Richtung geht „Cthulhu“, um meine momentanen Favoriten von – Deine Hülle Deine Haut – genannt zu haben.

Mit der hoffentlich bald erscheinenden Andorra Atkins Platte, dass wohl spannendste Release 2009 …

Tracklist:
Intro
Zeitzone
Kollaps
Inwieweit
Transition
Last
Cthulhu
Transition 2
Eklipse
Transition 3
Labyrinth

Durchde

World Gone Mad – Same- MCD

August 2, 2009

world_gone_mad

[2009 True Till Deaf]
[www.myspace.com/ourworldgonemad]

True Till Deaf präsentieren World Gone Mads Debüt. Nach einem feinen Intro prescht metallischer Hardcore mit Rock Einschlag aus den Boxen. Der erste Song der Belgier und zugleich Titeltrack der MCD zündet gleich. Mid Tempo Core mit reichlich Doppelanschlägen laden zum Moshen ein. Aufgelockert wird das Brett durch kernige Hard Rock Parts, die für einen fetten Einstieg sorgen. Weiter geht es in den folgenden Tracks in ähnlichem Fahrwasser, doch leider gehen World gone Mad schnell die Ideen aus. Ich werde das Gefühl nicht los in einer 13 Minuten Dauerschleife zu verweilen. Den Belgiern hätte zu Anfang eine 7inch mit zwei Knaller – Tracks besser zu Gesicht gestanden.

Die MCD von World Gone Mad bietet dennoch mit seiner sauberen Produktion und fitten Musikern mehr als belanglosen Einheitsbrei. Die technischen Fähigkeiten sind auf alle fälle gegeben. Ich hoffe, dass die Belgier mehr an zukünftigen Releasen feilen und sich auf das ein oder andere Experiment einlassen. Dann könnte es wirklich interessant werden.

Tracklist:
Smokescreens and lies
World gone mad
Rhymes of the troubled
Apathy for the masses
Hazy shades of life
Death of saint

Durchde

Goldust – Noir 7inch/MCD – Review

August 2, 2009

goldust09

[2009 (Digital) True Till Deaf www.truetilldeaf.com]
[(Analog 7inch) Apil/Break Out/My Fist Your Face]
[www.myspace.com/goldusthc]

Auch wenn das zweite Release der Münsteraner Goldust nur eine MCD bzw. 7inch geworden ist, bieten die fünf neuen Tracks alles was eine Moderne Hardcore Platte braucht. Ihre momentane Stimmung, dem Cover ableitend, ist deutlich düsterer und böser ausgefallen. Innerhalb von 10 Minuten schaffen es Goldust vorbildlich alle wichtigen Elemente, die eine wütende Scheibe braucht, unterzubringen. Hier sind wirklich Fachleute am Werke. Solch eine angepisste Stimme kann nicht inszeniert werden und klingt wie der gesamte Sound mehr als authentisch.

Das düstere Intro bereitet den Hörer auf ein brutales Gewitter vor. Die Songs auf – Noir – verstehen es akzentuiert gespielt und ohne unnötigen Ballast zu punkten. Kraftvoll im Ausdruck zwischen Midtempo Parts, die dezenten Metal Gitarrenläufen angereichert und plötzlich wahnsinnigen Knüppelparts jonglieren.

Goldust – Noir – erfuhr ich als eine Symbiose aus Agnostic Front’s metallischen Zeiten und eine große Portion Integrity. Das ganze auf einem Modernen Stand gebracht, ergibt ein kurzweiliges Vergnügen, in das man unbedingt einmal herein gehört haben sollte…….

Tracklist:
M/Aevum
Thorn II
Caedes
Rome
Chrisis

Durchde

Black Thunder – Not Enough Graves – MCD

August 2, 2009

black_thunder09

[2009 True Till Deaf www.truetilldeaf.com]
[www.myspace.com/blackthunderkills]

Puh, Durchde und Death Metal?
Diese Spielart lag mir früher öfters schwer im Magen, als Pete (von der Radau AG) meinte mir auf Autofahrten seine neusten Scheiben zu präsentieren. Jetzt lese ich den Zusatz –Melodic auf dem Beipackzettel und traue mich dann doch noch meine Anlage zu entweihen ….

Das feine Coverartwork erinnert mich ein wenig an den legendären Pushead. In Verbindung mit dem Namen Black Thunder könnte man vorschnell auf eine weitere Metalcore Band schließen. Wem die Band Dead for Seven Week etwas sagt, denn damit starteten die fünf Hannoveraner vor acht Jahren, dem darf Black Thunder als Nachfolger bekundet werden. Irgendwoher muss ja diese Versiertheit herkommen, welche ihr Debüt – Not Enough Graves – in technischer Hinsicht zu bieten hat. Es wird reduzierter Death Metal gespielt. Der übliche Kreischgesang bleibt aus und neben dämonischem Brüllen wird auf melodische Leadgitarren gesetzt. Die fünf Tracks mit knapp 22 Minuten Spielzeit, erinnern an einen Querschnitt aus Entombeds letzten Werken und Iron Maiden. Denke Dir noch eine präzise Schlagzeugarbeit ala Carcass hinzu und Du hast eine ungefähre Vorstellung von dem was Black Thunder auf Not enough Graves bieten.
Die Songs kommen fast durchgehend im Mid Tempo Bereich. Irgendwie fehlten mir am Ende zwar gewisse Highlights, was nicht heißen soll, dass mir die Platte nicht gefallen hätte.
- Not enough graves – bewegt sich eher unauffällig, erwischte mich dennoch dabei öfters die Repeate Taste meines Players zu drücken.

Für Fans des Modernen Death Metal dürfte Black Thunder Pflichtstoff sein, hört einfach mal rein ….

Tracklist:
Dura Mater
If only the black Birds fly
The Falcon has been shot
Silent march of the 2nd Garrison
Lead the Chariot to the cliffs

Durchde

Graf Orlock – Destination Time Today –

Juli 15, 2009

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[2009 Adagio 830]
[www.myspace.com/graforlock]

Das Berliner Adagio 830 Label hat sich der aktuellen Veröffentlichung der Grind Coreler Graf Orlock angenommen. Wie bei den letzten beiden Alben zuvor, haben die Kalifornier in Sachen Layout mit ihrem dritten Werk aus der konzeptionellen- Destination Time … – Reihe erneut Akzente gesetzt. Die Vinyl Version erscheint als Klappcover mit Sichtfenster, in der Form eines Fadenkreuzes. Durch einen Ausschnitt schaut man auf das Textblatt, das unterschiedlich gefaltet diverse verstorbene Persönlichkeiten zeigt. Die Rückseite schmückt ein schickes „Zeitreise“ Motiv. Die 13 Songs der – Destination Time Today – Scheibe sind in der limitierten Fassung auf Lila/Pinken Vinyl gepresst. Fürs Auge wird erneut einiges geboten. Ein Grund mehr aufs schicke Vinyl bei der Tonträgerwahl zu setzen.

Graf Orlocks neuer Shouter führt das Werk seines verstorbenen Vorgängers konsequent weiter. Im Grundtenor des aktuellen Materials herrscht wie zuvor Chaos und wütende Aggressivität. Erfreulicherweise klappt das ganze fast gänzlich ohne Metalmosh. Hardcore mit Grindpassagen bilden den Sound der Kalifornier. Soweit zur Info für diejenigen, welche erst heute mit der Band in Berührung kommen. Keine Anbiederungen und das ganze nie konzeptlos, die Strukturen bleiben selbst in den hektischen Parts erkennbar. Auf – Destination Time Today – erweitern Graf Orlock ihre Musik mit dezenten, melodischen Versatzstücken. Keine Angst, es findet kein genereller Stilbruch statt, es sorgen gerade diese Einspieler für die nötige Abwechslung um über Jahre hinweg interessant zu bleiben. Im Song „Day of high Adventure“ trauen sich Graf Orlock sogar an einen kurzen Blasereinsatz, der im krassen Kontrast zu ihrem Sound steht.
Textlich bewegt man sich wie zuvor im Bereich der Filmzitate. Einspieler zwischen den Songs untermauern ihren Faible, welcher sympathisch und amüsant rüber kommt.

Auch wenn Graf Orlock vielleicht nicht mehr diese unglaubliche Durchschlagskraft, wie eine Veröffentlichung zuvor bieten, ist – Destination Time Today – dennoch ein rohes, brutales Hardcore Release geworden. Wenn man sich stetig auf einem ähnlichem Level bewegt, kann man kaum enttäuschen, es fehlen jedoch die überraschenden Momente, welche für ein unvergessliches Album sorgen…

Tracklist:
1. Chapter iii
2. Run over by a truck
3. Franky; buying dog food
4. An interest in prosthetics
5. Not our problem
6. Days of high adventure
7. Deluxe mental hospital tour
8. Jamming in traffic
9. Pre-retirement nerves; “cop killers”
10. Talking terrorism
11. Murder on the mta
12. A bad day in Africa
13. Voice of america’s sons

Durchde

Comadre – Wolf Ticket –

Juli 12, 2009

comadre_wolf

[2009 Adagio 830]

Comadre are back! Allerdings hätte ich von einer L.P. etwas mehr Spielzeit erwartet. Gerade acht Songs sind auf dem einseitig bespielten Vinyl enthalten. Hingegen kann man in knapp 13.20 Minuten auch nicht viel falsch machen. Comadre bleiben Comadre…
Doch Obacht, wer die Band immer noch im Screamo Sektor sieht, sollte in das Album vorher einmal rein hören. Mir gefällt, dass die Band dezent diverse Hardcore Spielarten in sich aufnimmt und sich stetig weiter entwickelt hat. Die Schreiparts sind nun dezenter, der Sound von Wolf Ticket reicht von dezenten Chaosanleihen über Screamo bis hin zu leichten Indirock Anleihen.
Als Anspieltipp empfehle ich die beiden Viva Hate Tracks. Trotz ihrer kurzen Spieldauer beinhalten diese viele nette Elemente, fein auf den Punkt komprimiert.
Auch wenn Handclapparts und Mitgröhl Parts vermisst werden, tut Comadre der erweiterte Sound richtig gut. Jeder Song steht ein Stück weit für sich und bleibt spannend.

Wem das immer noch nicht als Kaufanreiz reicht, möchte ich auf die liebevolle Aufmachung der Schallplatte hinweisen. Das Cover beinhaltet in der limitierten Auflage braun/goldenes Vinyl, das auf der unbespielten Seite eine schicke Prägung erhalten hat……

Tracklist:
Hamlets
Tannerisms
Viva hate pt. 1
Viva hate pt. 2
Word is bond
Grow Worms
King Jeremy
Suicides may have been pact

Durchde

Lighten Up – Absolutely Not – Review

Juni 26, 2009

lighten_up

[2009 Ass-Card Records]
[myspace.com/lightenup]

Lighten Up aus Philadelphia kommend, präsentieren auf ihrem Debüt
early 80ies Old School Hardcore. 12 Songs in knapp 17 Minuten geben zwar ein sehr kurzweiliges Vergnügen, auf der anderen Seite ist in ihrer Kompaktheit die Musik auf den Punkt komprimiert und es wird vor unnötigem Ballast bewart. Unkompliziert und schnörkellos geht es auf dem Album – Absolutely Not – zur Sache. Für neues Futter aller Fans von Paint it Black bis hin zu Black Flag und Minor Thread ist hiermit gesorgt. Das ganze klingt so frisch wie aus der Zeit in der Hardcore noch nicht zum Pseudonym des Modernen Metalls verkam. Kraft und Energie braucht halt keine Moshparts mit wilden Doubelbass Attacken, das hier ist der Beweis…
Lighten Up klingen wie ein Lehrbeispiel der Grundzüge des Hardcores . Auch wenn die schnelle Passagen dominieren, so wird trotz kurzer Spieldauer dem Song ausreichend Platz für Melodie und Midtempo Passagen zur Verfügung gestellt.

Die Schallplatte beinhaltet einen Donwload Code der Mp3 Version des Albums. In limitierter Version erscheint diese im blauen Vinyl. Natürlich gibt es das ganze auch als CD zu erwerben….

Tracklist:
Invisible Checks
Reality World
Bet 2
Negative Equity
Boyz 2 Wolves
Born to Perspire
Life on Earth
Dolphins are sharks with a good publicist
Butt- Speak
I don’t think so,Tim
Absolutely not
Personality Implants

Durchde

After the Fall – Fort Orange – Review

Juni 20, 2009

afterthefall_09


[2009 Ass-Card Records]

[Myspace]

Das Album – Fort Orange – von den New Yorkern After the Fall ist das erste Werk, welches ich von den Melodic Punkrockern zu hören bekomme. Hiermit fällt leider ein Vergleich zur ersten Veröffentlichung des Trios flach.
Mit dem Boom dieser Musikrichtung hatte ich in den Neunzigern abgeschlossen, als Fat Wreck und Konsorten mich nur noch mit poppigen, pseudo- witzigen Elementen und Ska Einlagen langweilten. Auch wenn die besten Alben in diesem Bereich meiner Meinung nach schon lange eingespielt sind, können mich After the Fall passend zum heutigen sonnigen Wetter begeistern.
13 Songs in 23 Minuten, da kann man nicht viel falsch machen. Schnörkellosen, recht flotten auf den Punkt gebrachten Core bietet – Fort Orange -. Feine Harmonien und klasse Breakdowns lassen das Bein rasch im Takt wippen und ich genieße ihre nicht zu aalglatte Art.

Mit „ It’s her choice“ ist After the Fall eine angepisste, wütende Hardcoregranate gelungen. Textlich bewegt man sich für das Recht der Frauen, im Song „Macho Bullshit“ lässt man sich über Gewalt auf Konzerten aus. In anderen Songs geht es recht politisch zur Sache. Schön, dass man sich beim netten, tanzbaren Melodic Sound Gedanken über tiefgreifende Thematiken macht.

Ein wenig erinnern mich After the Fall an ältere Propagandhi Sachen. Wer die Metal Einlagen des aktuellen Albums nicht mag, wird mit – Fort Orange – seine wahre Freude haben….
Solltet ihr gefallen an dieser Veröffentlichung gefunden haben, dann legt Euch unbedingt die Schallplatte anstatt der CD Version zu. Im schönen orangen Vinyl gefärbt, liegt zum schicken Design ein kostenloser Download Code der Songs im Mp3 Format bei.

Tracklist:
Fort Orange
Thomas Philbrick
Decapitate
Armpit
Routine
Macho Bullshit
Poor Choice
Bummer
Escape
Not Today
Patroon Island
1994

Durchde

The Cassidy Scenario – Withstanding Voracity – Review

Mai 25, 2009

cassidy2009

[2009 Let it Burn Records]
[www.thecassidyscenario.com / myspace.com/thecassidyscenario]

The Cassidy Scenario, ex Estate aus Österreich, spielen modernen, melodischen und breakreichen Hardcore mit vielen netten Ansätzen. Der Gesang ist deutlich Screamo orientiert und bedient sich glücklicherweise selten der ausgenudelten, zweistimmigen Gesangsfarbe.

Interessant werden The Cassidy Scenario wenn man sich getragenen Midtempo Parts zuwendet, welche feine Möglichkeiten andeuten. Klasses Intro, gleich beim Opener „The Arrival“. Ergreifend kommt das Instrumental „The Abandonment“ rüber und “Ghostship“ hat ein klasses Outro…
Leider gibt es solche Momente nicht häufig und TCS verlieren sich dann dem Drang alle musikalischen Vorlieben unter einen Hut bringen zu wollen.
Beim Track „Black Mountain, Red Sea“ springt man mal nicht stetig zwischen den Stühlen und beweißt, dass es The Cassidy Scenario auf jeden Fall drauf haben Persönlichkeit ins Spiel zu bringen.

Das nötige Feuer im Hintern haben sie auf alle Fälle und wahrscheinlich ist – Withstanding Voracity – genau das was sich viele vom Modern Hardcore versprechen.
Die Jungs verstehen ihr Handwerk vorbildlich auch wenn ganz klar weniger breakreicher Einsatz mehr gewesen sein dürfte. Würde man The Cassidy Scenario einen erhöhten Clean Part Gesang spendieren, hätten sie vor ein paar Jahren wunderbar auf Victory Records gepasst. Jedoch verschreibt man sich auf – Withstanding Voracity – lieber dem szeneträchtigen Hardcore/Punk.

Auch wenn der Markt von ähnlichen Sounds überflutet wird, können mich The Cassidy Scenario in ihren kompromisslosen Parts und flotten Passagen mitreißen. Irgendwo machen es die Jungs schon richtig. Leider nutzt man das musikalische Potential zu selten für genügend Eigenständigkeit.
Drauf haben es die Österreicher auf alle Fälle und werden sicherlich Fans von Comeback Kid, Boys Sets Fire oder Grade ein Lächeln ins Gesicht zaubern…

Tracklist:
The Arrival
Ghostship
Black Mountain,Red Sea
Atlantis A.D.
The essential is hidden for the eye
Chasing Memories or Delusions
The Abandonment
Promising Heaven & Earth
Ruin On/Off
Reunion with Yourself
Suspire Life

Durchde

Black Friday 29 – Black Friday 2009 EP – Review

Mai 25, 2009

bf2009

[2009 Let it Burn Records]
[www.myspace.com/blackfriday29]

Black Friday 29, zweifelsohne die deutsche Hardcore Vorzeigeband, ist im Jahr 2009 angekommen. Das nicht alles rund läuft in unserer Welt thematisieren die Ruhrpotter nicht erst seit gestern. Auf der selbstbetitelten 9 Song EP tragen BF 29 Wut und Frust gebündelt in roher Energie mit einem Faustschlag unters Volk. Auch wenn man den favorisierten New York Sound nicht neu erfindet, entwickeln sich BF 29 dennoch stetig weiter.
Björns Stimme klingt angepisster und musikalisch tritt man vermehrt auf die Bremse. Genau hier liegt die Stärke des neusten Outputs. Die Midtempo Parts treten spürbar in die Magengegend und verweilen dort bis zum nächsten herannahenden Ausbruch..

Einer Bombe gleicht der Mittelteil von „No Farwell“. Auf der anderen Seite zeigt man sich im melodischen Gitarrenspiel und bewegt sich dann fast hymenhaft. Hier wird
Hardcore in seiner klassischen Form gelebt, hart und aggressiv, und wenn metallisch dann kommt man ohne stumpfes rumgemoshe aus.
Klasse, dass man sich heute noch neu definieren kann und die Flamme der early 80ies am lodern hält. Auf der – Black Friday 2009 – gibt es Hardcore weit über dem oftmals primitiven Machogehabe. Wut im Bauch und Spielfreude im Herzen, ich bin begeistert!

Mutig finde ich den Song „Totalausfall“. Auch wenn dieser Track aufgrund der deutschen Lyriks aus der Reihe fällt, meistert Björn die sprachliche Integration in den NY Sound perfekt. So etwas würde ich gerne öfters hören.

Zur Vollkommenheit rundet das geile Coverartwork und bebilderte Textheftchen der CD dieses kompakte Werk ab. – Black Friday 2009 – wird ein weiterer Meilenstein und stellt heute schon einen Anwärter auf das Hardcore Album des Jahres..

Tracklist:
Auri Sacra Fames
Growing Colder
Tell Tale Stories
Set my Focus
Memories
Society of easy Solutions
Instrumental
No Farwell
Totalausfall

Durchde

Tackleberry – Reinventing Appetite for Destruction – Review

April 8, 2009

tackleberry_02

[2009 Zeitstrafe]
[myspace.com/tackleberryhc]

So lange ist es noch gar nicht her als mich Tackleberry mit ihrer Debüt Platte überraschten. Etwa ein Jahr hat es gedauert, und die Kieler Hardcorefraktion meldet sich schon heute mit einer neuen L.P. zurück.

Reinventing Appetite for Destruction ist eine konsequente Weiterentwicklung von Call me Green. Dem Zuhörer wird Old School Hardcore um die Ohren gehauen welcher deutlich kehliger und angepisster klingt als noch vor einem Jahr. Man hört der Band an das stetig getourt worden ist. Ein perfektes Zusammenspiel sorgt für Feinheiten welche besonderes in den Fill Ins und coolen Midtempo Parts ausgelebt werden. Einerseits schlagen Tackleberry direkt auf die 12 , auf der anderen Seite lockern sie die wüste Spannung mit feinen Melodien.
Deutlich härter und aggressiver ist Reinventing Appetite for Destruction als sein Vorgänger ausgefallen. Die Produktion aus der Tonmeisterei in Oldenburg sorgt für einen wuchtigen knalligen Sound.

Auch wenn das Album viel zu schnell zu Ende geht ist am Ende alles gesagt. Keine Songs als Lückenfüller, keine Langeweile und direkt auf den Punkt gebracht. (Meist liegt die Spieldauer der acht Songs unter zwei Minuten.)

Tackleberry sind zurück, und zwar wie !
Ich hätte nicht gedacht das nach Call me Green eine Steigerung möglich und das ihr Sound genug Luft besitzt um sich dermaßen positiv und spannend weiter zu entwickeln.
Da kann man gespannt sein wohin die Reise führt …
Nicht nur für die Ohren, auch für die Augen wird einiges geboten. Das Coverartork ist einfach großartig.

Alles richtig gemacht, Hut ab !

Wie fast immer gerade auf Tour :
02.04.2009 Kiel, Pumpe°
03.04.2009 Saalfeld, Klubhaus°
04.04.2009 Plauen, Zooma°
05.04.2009 SL – Banska Bystrica, Irish Pub°
06.04.2009 H – Szeged, Garabonciás°
07.04.2009 H – Györ, Rado Club°
08.04.2009 A – Groß-Enzersdorf, Raghead°
09.04.2009 CR – Zagreb, Squat°
10.04.2009 I – Bologna, Lazaretto Squat°
12.04.2009 CH – Luzern, Kulturhaus°
13.04.2009 F – Clermont-Ferrand, Raymond Bar°
15.04.2009 Köln, Sonic Ballroom°
16.04.2009 NL – Arnhem, The Stage°
17.04.2009 Regensburg, W1°
18.04.2009 B – Meerhout, Groezrock Festival°
30.04.2009 Berlin, Festsaal Kreuzberg*
01.05.2009 Wiesbaden, Schlachthof*
02.05.2009 München, Backstage*
09.05.2009 Neumünster, AJZ
15.05.2009 Köln, Luxor*
16.05.2009 Hamburg, Logo*
26.06.2009 Hannover, Stumpf
27.06.2009 Leipzig, Summer Inside Festival
* mit Smoke Blow
° mit Static Radio

Tracklist:
01.Reinventing Appetite For Destruction
02. Ain’t no glam at eight AM
03. You simply can’t rely on hearts
04. Let’s see what happens
05. Sure no good for a do-gooder
06. Unfuckwithable
07. Modern wife is law
08. Group sociology, lesson one

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