Archiv für die Kategorie ‘Platten - Metal’

Black Thunder – Not Enough Graves – MCD

August 2, 2009

black_thunder09

[2009 True Till Deaf www.truetilldeaf.com]
[www.myspace.com/blackthunderkills]

Puh, Durchde und Death Metal?
Diese Spielart lag mir früher öfters schwer im Magen, als Pete (von der Radau AG) meinte mir auf Autofahrten seine neusten Scheiben zu präsentieren. Jetzt lese ich den Zusatz –Melodic auf dem Beipackzettel und traue mich dann doch noch meine Anlage zu entweihen ….

Das feine Coverartwork erinnert mich ein wenig an den legendären Pushead. In Verbindung mit dem Namen Black Thunder könnte man vorschnell auf eine weitere Metalcore Band schließen. Wem die Band Dead for Seven Week etwas sagt, denn damit starteten die fünf Hannoveraner vor acht Jahren, dem darf Black Thunder als Nachfolger bekundet werden. Irgendwoher muss ja diese Versiertheit herkommen, welche ihr Debüt – Not Enough Graves – in technischer Hinsicht zu bieten hat. Es wird reduzierter Death Metal gespielt. Der übliche Kreischgesang bleibt aus und neben dämonischem Brüllen wird auf melodische Leadgitarren gesetzt. Die fünf Tracks mit knapp 22 Minuten Spielzeit, erinnern an einen Querschnitt aus Entombeds letzten Werken und Iron Maiden. Denke Dir noch eine präzise Schlagzeugarbeit ala Carcass hinzu und Du hast eine ungefähre Vorstellung von dem was Black Thunder auf Not enough Graves bieten.
Die Songs kommen fast durchgehend im Mid Tempo Bereich. Irgendwie fehlten mir am Ende zwar gewisse Highlights, was nicht heißen soll, dass mir die Platte nicht gefallen hätte.
- Not enough graves – bewegt sich eher unauffällig, erwischte mich dennoch dabei öfters die Repeate Taste meines Players zu drücken.

Für Fans des Modernen Death Metal dürfte Black Thunder Pflichtstoff sein, hört einfach mal rein ….

Tracklist:
Dura Mater
If only the black Birds fly
The Falcon has been shot
Silent march of the 2nd Garrison
Lead the Chariot to the cliffs

Durchde

Age of Evil – Living A Sick Dream – Review

April 11, 2009

living_a_sick_dream_cover_web

Zum x-ten Mal höre ich mir diese Scheibe nun an, und habe immer noch Probleme, das Gehörte in Wortezu fassen. Diese US-Jungspunde, zwei Brüderpaare aus Arizona, sind ein Phänomen. Es ist ihnen auf ihrem Debut-Album gelungen, Old-School-Metal, Speed- & Thrash zu einer stimmigen Melange anzurühren und dem Ganzen einen modernen Anstrich zu verpassen. Die Unbekümmertheit des guten alten US-Powerthrash (Anthrax, Overkill etc.) gepaart mit traditionellem Metal und erstklassigen Melodien, dargebracht mit hevorragendem Sound und tadelloser Handwerkskunst (insb. die Leads sind erste Wahl).

Es ist wirklich nicht einfach, das zu beschreiben, denn es drängt sich nicht wirklich ein längerfrisitger Vergleich mit anderen Bands auf – eigentlich ein riesiger Pluspunkt… Mancher Part ist sicherlich auf Pantera-Konsum zurückzuführen, an anderer Stelle gibt’s gar Raserei á la Strapping Young Lad („Glimpse Of Light“ – Anspieltipp, zusammen mit „Eye For An Eye“), manch dezenter Keyboard-Einsatz und melodische Gesangslinie hat was von Fear Factory – aber irgendwie verdienen diese Wunderkinder auch nicht, dass ihr herausragendes Werk mit Vergleichen auseinander genommen wird – dafür ist die Mucke zu abwechlungsreich. (Bei Hören von „Kill ‘Em All“ denkt man ja auch nicht alle Nase lang an Diamond Head, Venom und Motörhead, sondern genießt die Platte als eigenständiges Meisterwerk.)

Allerdings frage ich mich, warum die Scheibe trotz aller Qualität bei mir selbst nicht so richtig zündet?
Vielleicht ist mancher Melodik-Part einfach doch zuviel und die (Jungspund-)Vocals doch ein wenig zu harmlos. Ein gemäßigterer Track wie „The Storm“ kommt halt bei mir leider nicht über den Status „ganz nett“ hinaus. Das gory Cover von“Living A Sick Dream“ ist also etwas irreführend, sooo heftig ist die Platte nicht.

Könnte mir gut vorstellen, dass diese Scheibe sowohl im traditionellen Headbanger-Lager als auch bei den jüngeren Fraktion gut einschlägt und somit allgemein in der Metal-Szene mindestens Kult-Status erlangen wird. Hoffnungsträger sind ja immer gerne gesehen und gehört, und diese Auszeichnung dürfen sich Age Of Evil schon mal anstecken. Hoffen wir mal, dass dieser Level gehalten werden kann.

Spearhead24

White Lilium – Tarantula CDR EP – Review

März 22, 2009

[2009 Eigenproduktion]
[www.myspace.com/whitelilium]

Es gibt Momente im Leben da passt eine Platte einfach. Sie muss nicht unbedingt das Rad neu erfinden, was im Bereich Metalcore/Screamo sicherlich kaum noch möglich ist. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort können Songs welche ansonsten der Hintergrundbeschallung genügten oder in der Masse an Neuveröffentlichungen unter gehen würden, zur akustischen Begleitung in schwierigen Lebenslagen dienen. So ist es mir mit der dritten selbstproduzierten EP der Kieler White Lilium gegangen. Die abwechslungsreichen Stimmungsvollen Momente von – Tarantula – gekoppelt mit der bis ins Mark schneidenden Härte haben mich motiviert meine aktuellen problematischen Gedankenwelten in geordnete Bahnen zu leiten. Aber nun genug mit dem Geheule… ;-)

Die recht jungen Kieler, der Älteste von ihnen ist gerade 21 Jahre, haben einiges zu bieten. Auch wenn man sich den Szenetypischen Elementen wie laut/leise und hart/soft bedient, haben White Lilium mit den eingebauten Grindcore Elementen einen eigenen Weg gefunden und sorgen für einen frischen Wind im angestaubten Gerne. Carcass und Thursday könnten direkt nebeneinander im Plattenregal der Bandmitglieder stehen.

Auch wenn mich der Grunzgesang zu Anfang etwas nervte passt er prima zu den Mehrstimmigen Passagen. White Lilium`s melodischer Gesang wirkt keineswegs Poppig und kommt sehr ausgereift rüber. Auch wenn es auf – Tarantula – viel Metal gibt hat man sich dennoch nicht dem stumpfen Bollocore verschrieben. Das Cover ließ mich zuerst übelster Einheitsbrei erwarten doch die schmucke Verpackung beinhaltet vier Tracks die mich begeistern konnten.
Spannend finde ich die Songstrukturen im letzten Track „Love.Paper.Portrait.Grave“ welche von Hardcore/Metal bis zum Postrock reichen. Sehr abwechslungsreich und der vielleicht Beste Track der E.P.

Mit Interesse werde ich die Entwicklung der Band beobachten. Ich bin mir sicher dass in White Lilium noch viel mehr Potential steckt. Es könnte spannend werden wenn sich die Kieler auch Zukünftig verschiedener Stilistischen Elementen bedienen…..

Tracklist:
Protest of Innocence
Tarantula
A Cracked Egg in the Fridge is no Reason to turn into Crazy
Love.Paper.Portrait.Grave

Durchde

Uncovered Noise – Requiem For The Masses – Review

März 22, 2009

uncovered-noise

„Die Augen können dich täuschen, traue ihnen nicht.“ – selbiges gilt für das aktuelle Album der Kölner „Uncovered Noise„, die mit „Requiem For The Masses“ ihr neues Album vorgelegt haben. Bevor die Silberscheibe im Player verschwindet, fällt die CD inkl. Booklet schon mal sowohl durch ihre äußerst professionelle Gestaltung auf als auch durch die düstere Illustrierung. Man könnte also, insbesondere in Verbindung mit dem Albumtitel, zunächst meinen, es hier mit einer tristen Gothic- oder Doom-Kapelle zu tun zu haben, aber auch wenn Einflüsse aus der Gothic-Ecke sicherlich meist präsent sind, gehen UN doch einen eigenen Weg. Ihre eigene Info nennt „gotisch-melodischen Rock-Heavy …. (und diverse andere Schubladen)“ – das kann man so stehen lassen.

Was den musikalischen Inhalt betrifft, ist UN eine solide Leistung zu bescheinigen. Einiges an guten Melodien
mit Wiedererkennungswert hat seinen Weg auf diese CD gefunden. Zwischen den treibenden Gitarren und Drums bleibt immer genug Luft für die wohldosierten Keyboards. Mit dem Gesang von Frontfrau Michaela werde ich allerdings bei allem Wohlwollen nicht richtig warm. Ihre Stimme ist nicht unangenehm, fällt aber auch nicht wirklich postiv auf. Da dürfte stilistisch noch was rauszuholen sein.

Thematisch sind UN vorwiegend mit mehr oder weniger realen menschlichen Abgründen befasst und z. T. ganz nahe am Puls der Zeit. So haben die Lyrics zu „Nothing’s Allright“ durch die Tragödie von Winnenden eine traurige Aktualität.“Billy The Kid“ geht in eine ähnliche Richtung. „The Six Conspirators“ hat „The Fog ? Nebel des Grauens“ als Vorlage. Zugegebenermaßen könnte die Mucke vor diesem Hintergrund noch einiges am Schwärze vertragen.

Fans von melodischem Metal mit Düster-Beigeschmack sollten also mal ein Ohr riskieren. Als Anspieltipps würde ich mal „Copper“ und „Burning Desire“ nennen – deren Melodien gefallen mir am besten.

Die Homepage der Band findet ihr unter http://www.uncoverednoise.de/

Spearhead24

Metallica – Death Magnetic – Review

Februar 22, 2009

metallica_death

Das nennt man dann wohl mal „dumm gelaufen“: nachdem ich mich erstmals mit der ersten „Death Magnetic“-Auskopplung „The Day That Never Comes“ konfrontiert sah (youtube oder so),habe ich aus Enttäuschung das komplette Album abgeschrieben. Was sollte dieser absolut dreiste Klau bei sich selber („To Live Is To Die“ lässt grüßen und den armen Cliff im Grab rotieren); wenn das die neue Marschrichtung sein sollte, dann Gute Nacht. Ein paar Monate später steige ich bei einem Sportskameraden ins Auto, es läuft laut flotter Thrash-Metal aus den Boxen und ich denke: „klingt fantastisch, wie aus den guten alten Achtzigern – fast wie Met….“. Ungläubig nehme ich dann zur Kenntnis, dass es sich um „Death Magnetic“ handelt. Also ein paar Tage später doch die CD für ‘nen Zehner bei Karstadt eingesackt und nicht bereut…

Wenn man es mal ganz überschwänglich inkl. rosaroter Brille ausdrücken möchte, dann ist „Death Magnetic“ tatsächlich das Album, auf dass wir seit „…And Justice For All“ warten mussten, und das sind immerhin ca. 20 Jahre und vier mehr oder weniger schlimme Album-Querschläger. Ein Ereignis, mit dem eigentlich nicht mehr zu rechnen war. Vielleicht war das zwiespältige Experiment „St. Anger“ wirklich die Emanzipation von der Kommerzialisierung und der notwendige Wegbereiter für ein Album, das glücklicherweise kaum noch etwas mit den Alben 5 – 7 zu tun hat – dafür umso mehr mit „Justice“. Es dürft mitnichten Zufall sein, dass „Death Magnetic“ atmosphärisch dem 1988er-Output am nächsten steht, wobei mit Ausnahme des oben genannten
Vergehens am eigenen Repertoire keine weiteren Selbstplagiate ins Ohr springen. Manches Riff bringt einfach diesen „das hätte schon 1989 kommen können“-Gedanken mit sich, hier und da gibt es aber auch modernere Anklänge oder gar völlig zeitlosen Metal oberer Güteklasse.

Es geht flott und punkig mit „That Was Just Your Life“ los, sehr ordentlich und nett, aber noch nicht so wirklich heftig. Würde ich mal wertungsmäßig in die Umgebung von „Blackened“
einsortieren, geht immerhin gut nach vorne los.
„The End Of The Line“ ist etwa auf gleicher Höhe, nicht spektakulär, aber macht Laune. Klingt in etwa, als hätte man die Vibes von „Creeping Death“ und „Master Of Puppets“ mit ein wenig Modernem Metal gekreuzt.
Mit „Broken, Beat & Scarred“ wird endlich eine Energie- und Härte-Schippe drauf gelegt – mit seinem Double-Bass-getriebenen Chorus erstes Highlight.
Allerdings geht es in Achterbahn-Manier auch gleich wieder runter, denn das balladeske „The Day That Never Comes“ schließt sich an – dem man immerhin eine Steigerung zum Ende hin zugute halten kann.
Und gleich wieder ganz rauf - „All Nightmare Long“ stellt das absolute Highlight des Albums dar und beinhaltet eines der geilsten Thrash-Riffs, die ich je vernommen habe *in die „not-worthy“-Haltung gehe*. Der Song geht mir mittlerweile auch nicht mehr aus dem Kopf.
„Cyanide“ ist ein Klasse-Midtempo-Song mit Groove an den richtigen Stellen.
Bei „The Unforgiven III“ lässt der Titel erstmal das Schlimmste fürchten, glücklicherweise hat der Song musikalisch nicht zu viel mit dem Black-Album-Ursprung oder dem fürchterlichen Reload-Neuaufguss zu tun. Damit sollte es aber auch hoffentlich gut sein mit der „Unforgiven“-Reihe.
„The Judas Kiss“ ist wie die beiden ersten Tracks wieder ein ordentlicher harter Song.
Mit „Suicide & Redemption“ schließt sich das (gelungene und unterhaltsame) erste Instrumental seit „To Live Is To Die“ bzw. „Orion“ an – das können sie also immer noch.
Das Finale „My Apocalypse“ setzt die Tradition der heftigen 80er-Closer („Damage Inc.“, „Dyers Eve“) fort und liegt für meinen Geschmack qualitativ näher an erstgenannter Keule – also auch prima gelungen.

Das macht unter dem Strich ein prima Comeback-Album mit Abstrichen bei zwei von zehn Songs, da kann man also nicht mehr viel meckern. Man muss vielleicht dankbar sein für jeden gutklassigen „Death Magnetic“-Song, der es nicht auf den Album-Vorgänger geschafft hat und nun in guter Produktion vorliegt, Das Engagement von Produzenten-Guru Rick Rubin hat sich offensichtlich bezahlt gemacht (WTF is Bob Rock?). Rubin hat es damit bemerkenswerterweise geschafft, mit den beiden populärsten Thrash-Bands des Planeten im Studio zu arbeiten.

„Justice“ hatte mit „One“, „Harvester Of Sorrow“ und „To Live Is To Die“ drei unsterbliche Klassiker an Board; setzt man Death Magnetic’s „All Nightmare Long“ und die übrigen gelungenen Tracks mit Potential zum „Grower“ dagegen, dann muss es heissen: Mission Accomplished – mit „Death Magnetic“ einen großkalibrigen Fehdehandschuh im Ringen um den Thron der besten Metal-Band in die Runde geworfen. Welcome back!
(Sich jetzt noch rückblickend die Re-Load-Desasterplatten reinzuziehen, tut übrigens noch mehr weh als zuvor.)

Spearhead24

Saxon – Into The Labyrinth – Review

Januar 9, 2009

Hmm, ich höre jetzt ca. mein halbes Leben lang Heavy Metal, aber eine Saxon-CD hat sich bisher nicht in meine Sammlung verirrt. Woran liegt’s? Trotz ihres allgemeinen Klassiker-Status’ habe ich bisher noch keinen Song von diesen NWOBHM-Veteranen gehört, der mir wirklich essentiell vorkam… Na ja, eigentlich auch eine relativ gute Grundlage, um sich dem mittlerweile 18. Saxon-Studioalbum doch eher unbefangen zu nähern.

„(…)a mix of powerful in-your-face rock songs and pure heavy metal tracks“ meint Sänger Biff Byford, damit hat er nicht ganz Unrecht, wenn auch die Auslegung von „powerful“ Geschmackssache ist. Im Krefelder Twilight Hall Studio unter der Regie von Charlie Bauernfeind aufgenommen, verfügt „Into The Labyrinth“ auf alle Fälle schon mal über einen guten Sound. 13 Tracks inkl. zwei Intros und einem Remake sind enthalten, ein vierzehnter Track soll nach der Veröffentlichung des Album iTunes-exklusiv erhältlich sein.“Live To Rock“ gibt’s schon jetzt als Download über die Band-Homepage.

Der Opener“Battalions Of Steel“ ist ein keyboardlastiger Bombastsong, schon mal ganz nett. Die Single „Live To Rock“ hat in ihrer Schlichtheit viel von AC/DC – ordentlich, reisst aber auch keine Bäume aus. Es folgt mit „Demon Sweeney Todd“ der Track mit dem meisten Dampf unter der Haube und daher auch mein Favorit. Das kurze Intermezzo „The Letter“ verbindet zum treibenden „Valley Of The Kings“, das sich mit dem alten Ägypten auseinandersetzt. „Slow Lane Blues“ ist wieder traditioneller Hardrock und eher unspannend. „Crime Of Passion“ und das drei Plätze weiter folgende „Protect Yourself“ sind ordentliche
Hartmetallstampfer auf der Habenseite. Die dem Intro „Premonition in D-Minor“ folgende Ballade „Voice“ ist der unspektakulärste Song des Albums, zu vorhersehbar. „Hellcat“ ist wieder flotterer Metal, es folgt das hynische „Come Rock Of Ages“, das live ganz gut abgehen dürfte. Ganz am Ende gibt es mit der „Bottleneck Version“ von „Coming Home“ noch eine akkustische Variante eines bereits bekannten Songs mit etwas Western-Feeling.

Unter dem Strich wird also nicht viel Aufsehenerregendes geboten, aber ich würde durchaus attestieren, das „Into The Labyrinth“ mit ordentlich Herzblut daher kommt und mit mehr Plus als Minus. Stilistisch irgendwo zwischen den (noch guten) 80er-Jahre-Scorpions und Hammerfall angesiedelt, würde ich im Überblick mal schätzen – also hat Biff doch recht…

Spearhead24

Sepultura – A-lex – Review

Januar 5, 2009

Anfang der 90er waren Sepultura noch die größte Hoffnung im Bereich Thrash- und Death-Metal, doch mit den Alben „Chaos A. D.“
und „Roots“ entfernte man sich rapide vom Stil der Klassiker „Beneath The Remains“ und „Arise“ – folgerichtig habe ich seit
„Roots“ kein Sepultura-Album mehr in Händen und Ohren gehabt. Der Stachel über den Verlust der einstigen Lichtgestalten
sitzt noch immer tief… aber mit diesem erheblichen Abstand bietet sich eigentlich auch eine recht gute Basis, um eher
unvoreingenommen an das nunmehr elfte Studioalbum heranzugehen.
Nachdem beim vorangegangenen Album noch Dantes „Göttliche Komödie“ herhalten musste, nahmen sich die nun völlig Cavalera-losen
Brasilianer (es trommelt Jean Dollabella) Anthony Burgess’ Klassiker „A Clockwork Orange“ als Vorlage für ein weiteres
Konzeptalbum. Unabhängig vom Stil der einzelnen Songs würde ich insgesamt sagen, die Umsetzung ist gelungen. Ob High-Speed-Gebolze
(„Moloko Mesto“ – fast so heftig wie der „Arise“-Titeltrack),
Groove-Metal („Conform“), eher schleppende („We’ve Lost You“ – Highlight!) oder gar fast todesbleierne Einlagen („Forceful Behaviour“)
- „A-lex“ verbreitet als Gesamtwerk stets eine Stimmung zwischen Beklemmung und Raserei, mit treffendem Bezug auf die lyrische Vorlage.
Dürfte quasi sowas wie ein Potpourri aus den verschiedenen Stilrichtungen der Sepultura-Karriere sein, wenn man mal die rumpeligen Anfangstage
auslässt. Nicht jeder der 13 Songs (zzgl. den 5 Intros/Intermezzi „A-lex I – IV“ und „Ludwig Van“) trifft den Nagel auf den Kopf,
aber wenn die Aussage stimmt, dass „A-lex“ ein Produkt von dreimonatigen Studio-Jams ist, muss man wohl oder übel den Hut ziehen. Mission accomplished!
SepulFans dürfen also getrost zugreifen, Skeptikern empfehle ich eher mal, in die genannten Songs reinzuhören.

Spearhead24

Kreator – Hordes Of Chaos – Review

Januar 5, 2009

Die Zeit der Experimente ist endgültig vorbei. Mille & Co. legen mit Ihrem zwölften Album nunmehr den dritten Thrash-Hammer in Serie vor,
der für die lauen 90er-Releases der deutschen Thrash-Institution entschädigt. Wo heutzutage Kreator draufsteht, ist (wieder) Germany’s finest Thrash-Metal
drin (ja ja, selbstvertändlich gibt es da immer noch ein Triumvirat auf dem Thron). Ein wohliges „Schön, dass es sowas noch gibt“-Gefühl, komprimiert
in ca. 38 min Musik, gilt es zu geniessen.
Stellenweise geht es auf „Hordes Of Chaos“ noch aggressiver als auf dem Vorgänger „Enemy Of God“ zu – man führe sich vor dem akkustischen Inhalt
allein mal die Songtitel zu Gemüte – „Destroy What Destroys You“, „Absolute Misantropy“ etc. – da ist die
Marschrichtung glasklar. Nur nicht vom melodiösen Intro irritieren lassen, mit dem Titeltrack und „Warcurse“ (Anspieltipps) gibt’s erstmal ordentlich mit Karacho
was auf die Ohren. Daran reihen sich 7 weitere Songs (+1 Intro) auf einem gleichbleibend hohen Niveau – Abstiche gibt es allenfalls bei „Escalation“ und
dem streckenweise zu dudeligen „To The Afterborn“ zu machen. Positiv herauszuheben ist allerdings der grandiose Schlusstrack „Demon Prince“ – Göttliches
Maiden-like Intro und dann voll auf die Zwölf…wenn dieser Feger erst der Prinz sein soll, möchte ich mal den König hören!

Die Entscheidung, die Basic-Tracks zum ersten mal seit „Pleasure To Kill“ live im Studio einzuspielen, hat sich voll bezahlt gemacht. Es wird zwar
nicht mehr so ungestüm geholzt wie anno 1986, aber ein bemerkenswert hoher Energielevel ist problemlos auszumachen. Trotz aller Härte machen sich allerdings
an den richtigen Stellen die bewährten melodiösen Sprenkel bemerkbar, so dass es nicht bei purem Gekloppe bleibt. Abgerundet wird das Ganze durch
Milles gewohnte, mit lesenswerten Lyrics gespickten, Kreischvocals. Respekt, der Mann wird ja schließlich auch nicht jünger.

Viel besser kann man intelligenten Thrash-Metal kaum schmieden. Zugreifen! (Liebhaber und Komplettisten sollten nach der Albumversion mit DVD Ausschau halten.)

Spearhead24

Callejon – Zombieactionhauptquartier – Review

Dezember 2, 2008

callejon_zombie

[2008 Nuclear Blast]

Callejon konnten schon immer mit einem perfekten geschnürten Paket aus Live Performance, eigenständigem Sound und aufwändigem Artwork aufwarten.
Dieser Einsatz wurde nun mit einem Deal bei Nuclear Blast belohnt.

Zombieactionhauptquatier öffnet ein neues Kapitel Callejon’s, die Metalcore Elemente wurden von fast lupenreinem Trashmetal verdrängt. Bernhards Gitarrenkünste können nun vollends ausgelebt werden und reichen von Death Metal bis Iron Maiden. Frontmann Bastian versucht sich immer mehr in den Cleanen Gesangparts, welche bis hin zu zwei Balladen auf dem Album führen.

Ein Knackpunkt ist für mein Geschmack der Mix des neuen Albums.
Der Gesang steht zu sehr im Vordergrund und erhält in den Cleanen Gesangparts durch Dopplung der Spuren eine zu poppige Note. Instrumental klingt der Mix zu sauber und nimmt der Band die Rohheit, welche sie auf ihren Shows versprüht.

Ansonsten bieten Callejon wieder viel neuen Wind, der nun auch das Metal Publikum ansprechen dürfte. Textlich bewegt man sich mit einfallsreicher Lyrik in heimischer Sprache. Ich bin wirklich gespannt wohin die weitere Reise führt.
Eines ist auf alle Fälle sicher, wenn Callejon mit solch einem Einsatz weiter arbeiten, ist ihnen ein Liga Platz ganz oben sicher ….

Tracklist :
1. Zahq
2. Zombiefied
3. Spiel mir das Lied vom Sterben
4. Und wenn der Schnee
5. Mein Puls = 0
6. Tanz der Teufel
7. Phantomschmerz
8. Quarantäne
9. Infiziert
10. Der Tag an dem die Schwärze blieb
11. Fremdkörper
12. Das Ende von John Wayne
13. Porn From Spain

Durchde

Motörhead – Motörizer – Review

August 21, 2008


[2008 Steamhammer SPV]

Über Lemmy und Motörhead muss man keine überflüssigen Worte verlieren, daher belasse ich es auch bei dem im Plattenfirma-Info genutzten „what you see is what you get“ – denn es trifft vollkommen zu. Das 24ste Motörhead-Album enthält auf seinen 11 Titeln durchgehend oberklassigen Heavy-Rock ‘N Roll in bewährter Manier, allerdings meiner Meinung nach nicht wirklich in der im Info vielbeschworenen Vielseitigkeit. Mir kommt beim Hören von „Motörizer“ oft der Klassiker „1916“ in den Sinn – und der hatte
mit dem Titeltrack und „Nightmare“ mindestens zwei völlig aus dem Rahmen fallende Tracks, sowas sucht man auf „Motörizer“ vergebens.
Aber das muss ja auch kein Nachteil sein, denn wir haben es nun mit einem gut klassigen, aber nicht unbedingt herausstechendem Werk zu tun, das in sich stimmig und ohne Ausfälle daher kommt.

Der groovige Up-tempo-Opener „Runaround Man“ bringt mich unwillkürlich zum mitwippen. Darauf folgt mit „Teach You How To Sing The Blues“ ein simpler, aber effektiver Track mit Ohrwurmcharakter.

When The Eagle Screams“ ist aus ähnlichem Holz geschnitzt und strahlt eine
gewisse Zeitlosigkeit aus – hätte also gut und gerne bereits vor 25 Jahren auf einem Motörhead-Album erscheinen können und wäre keinen Deut schlechter. Das selbe gilt für das, wieder etwas flottere „Rockout„. Bis hierhin also nur echt geile Songs, wären wir noch in den 80ern, müsste man von einer bärenstarken A-Seite sprechen. Leider war es das bis dahin fast auch schon mit den herausragenden Highlights
auf „Motörizer“, denn der Rest der Songs kommt eher solide und in der Kategorie „ganz nett“ daher.

One Short LIfe“ ist ein bluesiger Song mit interessantem Text, in dem Lemmy über seine Erziehung berichtet. „Buried Alive“ ist wieder ein guter Up-Tempo-Song, verpasst aber die Highlight-Riege um ein Stück. Daran schließt sich mit „English Rose“ dann doch noch ein neuer Klassiker an, ein Lemmy-Lovesong, der vom Feeling ungefähr wie eine bessere Version von „Angel City“ daherkommt – geil!

Die folgenden drei Tracks „Back On The Chain„,“Heroes“ (ein Lemmy-typischer Anti-Kriegssong) und „Time Is Right“ sind alle unterhaltsam, kommen aber nicht an die vorgenannten Songs heran.
Der Rausschmeißer ist „The Thousand Names Of God“ ist ein kräftiger Stampfer, mit dem dann auch das Kapitel Religion – nach Sex, Drugs, Rock ‘N Roll, Krieg etc. – inhaltlich abgedeckt ist.

Thematisch und musikalisch also alles dabei, was zu einem Motörhead-Album gehört. Fans können also blind zugreifen, auch die anderen wohlgesonnenen Heavy-Hörer (zu denen ich mich auch mal zählen würde) können durch die sechs genannten Anspieltipps kaum etwas verkehrt machen.
Außer an Lemmy’s Organ sind keine Alterserscheinungen erkannbar, das sollte man honorieren. Jetzt möchte ich nur noch wissen, ob das vereinzelte Einstreuen alter Motörhead-Songtitel in den Lyrics was besonderes zu bedeuten hat…

Spearhead24

Walls of Jericho – The American Dream – Review

Juli 31, 2008

[2008 Trustkill]

Früher als erwartet stehen Walls of Jericho mit einem neuen Album auf der Matte.
Es ist noch nicht lange her als die bewusst experimentelle MCD – Redemption – herauskam, und sorgen nun mit 11 neuen Tracks für Nachschub.
Der Fan fragt sich natürlich ob wieder alles beim Alten, sprich Metalcore pur geboten wird.
Diese Frage lässt sich leider nicht so einfach beantworten. …

Einerseits siedelt man wieder bei den lauten Klängen an, auf der anderen Seite möchten mir ihre Weiterentwicklungen auf – The American Dream – überhaupt nicht zusagen.
Cadence nervt mit einer völlig feminin entschwundener Stimme. WoJ’s Markenzeichen , die schier angepisste kreischende Junge Frau mutiert zur Auswechselbarkeit und grölt wie aus dem Kohlenkeller.

Der nächste Kritikpunkt am neuen Album sind die fehlenden Ideen.
Meist wird nur langweilig auf dem E-Akkord geschrammelt, die wahnsinnigen Doublebass Parts nur noch wie aus einer Retorte klingend und das sich immer steigernde Riffing kaum noch zu erkennen. Die Hardcorelemente scheinen fast erloschen und weichen einer schlechten Holy Moses Kopie in fast allen Stücken.

Lichtblicke gibt es beim Titeltrack der stellenweise an altem Material erinnert.
Der beste Track dürfte „Feeding Frenzy“ sein, wenn Erweiterungen dann evtl. so.
Atmosphärischer Song mit rockigen Gitarren und abwechslungsreichen Gesang.

Den Rest des Albums vergessen ich mal ganz schnell wieder. Einen Ausrutscher sei selbst Walls of Jericho zugestanden ….

Tracklist:

1. The New Ministry
2. The Prey
3. The American Dream
4. Feeding Frenzy
5. The Hunter
6. Famous Last Words
7. A Long Walk Home
8. Shock Of The Century
9. Discovery Of Jones
10. Standing On Paper Stilts
11. Night Of A Thousand Torches

Durchde

Alice Cooper – Along Came A Spider – Review

Juli 18, 2008

[2008 Steamhammer]

Der spontane Kommentar meiner Frau beim zufälligen Aufschnappen einiger Takte dieses (Konzept-)Albums: „Klingt veraltet und nach Alice Cooper.“
Packt man diese Aussage in einen etwas wohlwollenderen Zusammenhang,
ist sie eigentlich schon ein Kompliment, denn der Old-School-Hardrock-Klang
ist, wenn er hier denn zum Tragen kommt, Absicht, und ein Wiedererkennungswert sicherlich auch ein Pluspunkt.
Auf einem 25. Studioalbum darf man ja sicherlich erwarten, dass ein
paar Reminiszenzen an die (erfolgreiche) Vergangenheit und die Wurzeln (hier die 60’s) enthalten sind.

Über den Verlauf von 11 Songs erzählt Alice auf „Along Came A Spider“ aus der Ich-Perspektive die Story
eines Serienkillers mit Spinnenpersönlichkeit – ein makaberes Augenzwinkern ist stets nicht fern, allein aufgrund der Tatsache, dass es sich bei den meisten Songs um gepflegten Hardrock handelt, der mit anderen Lyrics eigentlich im Gute-Laune-Spektrum anzusiedeln wäre („I Know Where You Live“, „I’m Hungry“ – klingt glatt wie aus einem Musical).
Das Album ist in sich stimmig und mit vielen Hooks ausgestattet, die ausgezeichnet ins Ohr gehen, in Sachen Melodien wurde hier über die meiste Zeit hervorragende Arbeit geleistet. Effekte und zusätzliche
Instrumentierung werden sparsam und stets passend eingesetzt.
„Vengeance Is Mine“ (mit Leads von Slash) und „Catch Me If You Can“ fahren die breitesten Gitarrenseiten auf dem Album auf und zählen daher zu meinen persönlichen Favoriten.
„Wake The Dead“ (feat. Ozzy) kommt ähnlich wie ein moderner Rolling-Stones-Song (Einfluss von Producer Danny Saber?) daher, „Wrapped In Silk“ hätte auch aus der AC/DC-Ecke kommen können.
Inhaltlich fügen sich auch die Ballade
„Killed By Love“ und das harmlose „Salvation“ zwar in den Gesamtkontext, stellen aber meines Erachtens nach nicht unbedingt Höhepunkte dar – dieser wird uns getreu dem Motto „save the best for last“
mit dem fiesen Quasi-Titeltrack „I Am The Spider“ am Ende des Albums präsentiert.
Fiele das Niveau der Songs im Mittelteil („(In Touch With) Your Feminine Side“) nach dem guten Auftakt nicht etwas ab, wäre meinerseits vielleicht sogar sowas wie Begeisterung anstatt wohlwollender
Anerkennung drin gewesen.

Zusammenfassend ist also zu attestieren, dass Mr. Cooper auch mit sechzig Lenzen auf dem Buckel noch ordentlich rocken kann und mit „Along Came A Spider“ ein würdiges
Jubiläumswerk abgeliefert hat. Könnte mir gut vorstellen, dass dieses Album bei einigen Fans in der Highlight-Kategorie landen wird. Qualitätsbewusste Hardrock-Fans sollten auch ohne vorherige Alice-Affinität
ein Ohr riskieren.

Spearhead24

Cult of Luna –Eternal Kingdom –

Juni 17, 2008

[2008 Earache Records]

Ich muss gestehen , ein wenig Angst hatte ich schon vor dem ersten Durchlauf des nunmehr fünften Albums der Epic Bulldozer Könige Cult of Luna aus Schweden ….
Ihre Vorlage aus dem Jahr 2006, –Somewhere Along the Highway –, war einfach zu perfekt.
Nachdem ich – Eternal Kingdom – in den Player legte hätte ich beinahe nach zwei Minuten einen absoluten Verriss geschrieben …..

Das Cult of Luna wieder ihren Horizont erweitern würden sollte zu erwarten gewesen sein.
Oberflächlich betrachtet wirkte – Eternal Kingdom – vorschnell als eine abgespeckte Version des Vorgängers. Nachdem ich mich vom ersten Eindruck befreien konnte, nahm ich mir das Werk noch einmal vor und wurde nach wenigen Minuten Eins mit ihren einnehmenden Kompositionen. Die neuen Songs fallen straighter aus und setzen sich schnell fest.

Allerdings sei angemerkt das ich ihr neues Werk nicht als eingängig oder gar kommerziell betiteln möchte.
Ich denke das der gewählte Schritt zurück zur klassischen Instrumentierung, bestehend aus weniger Keyboard und Soundspielereien, bietet der Band sogar noch etwas mehr an ihrer bekannten gewaltigen Durchschlagskraft.
Cult of Luna präsentieren wieder ein episches Brett in allen Klangfarben des Menschlichen Abgrundes. Etwas minimiert kommt – Eternal Kingdom – dafür um Längen aggressiver.

Die neue Luna ist das Beste was ich in diesem Bereich gehört habe.
Kauft euch die Scheibe, ihr werdet es nicht bereuen !!!!

Dieses Monster von einer Platte bietet 10 Songs mit einer Stunde Spielzeit.

Durchde

Emigrate -Emigrate-

Juli 26, 2007


[2007 Pilgrim/Motor Music]

Die Tage flatterte mir der von den Rammstein Fans sehnsüchtig
erwartet Ableger Emigrate ins Haus.
Gitarrist Richard Z. Kruspe als Songschreiber und Sänger erfüllt sich in der Schaffenspause seiner Hauptband einen Lebenstraum und veröffentlicht unter anderem zusammen mit dem Drummer von Clawfinger dieses Sideprojekt.

Wer einen Rammstein Clone erwartet darf gleich weghören, der Innovativen experimentellen Industrial/Metal verliebten Hörer sollte sich mal näher mit dem am 31.8 erscheinen Werk auseinander setzen.
Das Riffing in den härteren Passagen dürfte der einzigste nennenswerte Vergleich zu seinem Brötchengeber sein.
Das Album klingt nach einem von Fessel gelöster Musiker dessen angestaute Ideen in einem starren Korsett wie Rammstein niemals zu Geltung hätten kommen können.

Schnelle druckvolle Songs treffen auf emotionale Balladen mit Tiefgang.
Besonderes der Gesang dominiert über das gesamten Konzept.
Schön harmonisch und weniger aggressive und wütend, klar/verständlich wenn auch in Englischer Sprache vorgetragen .

Die 11 Tracks besitzen in den Refrains fast schon Hymnencharakter, einige erinnern sogar an Placebo (Song: Temptation).
Wie zu erkennen ist es nicht leicht ein solch umfangreiches Album in ein paar Zeilen zu umreißen.
Es würde dem Werk Emigrate auch nicht gerecht werden.

Die Scheibe dürfte selbst nicht Rammstein Fans gefallen und es währe doch gelacht wenn die Band nicht schon bald ganz oben mitspielen dürfte….


x Durchde x

The Men of Hell -The Return of the Gods-

Januar 26, 2007


[1998 Maximum Voice]

Lange habe ich gegrübelt ob es ex Zorn mit dieser Platte Ernst meinen. Was hier geboten wird hat bis auf dem gewohnten Gesang nichts mehr mit Hardcore zu tun, sondern man versucht sich hier mit Heavy Metal. Die weiterhin deutsche Texte bewegen sich ebenso deutlich im selben Lager. Das Geniale Wolverin Cover wird sicher meinen X-Men begeisterten Freund Kiste begeistern. Ab und an blicken dann doch mal ein paar nette Momente durch und hätte ich noch lange Haare würde ich sicher nach einer Flasche Bier mit Kiste um die Wette bängen. Immer noch besser als der übliche Metalschrott und der gewohnte Zorn Schreigesang reißt noch gerade den Karren aus dem Dreck.

Durchde

Iron Maiden -Visions of the Beast-

Januar 26, 2007


The Complete Video History

[2003 Doppel DVD]

Juhu! Mit dieser DVD werde meine Kindheitserinnerungen zurückgeholt!
Kappe vom Kopf reißen, die Luftgitarre umgeschwungen uns zum rockigen Maiden Sound die Matte geschwunden. Ja das waren noch Zeiten!

Iron Maiden, die vielleicht wichtigste Metal Band überhaupt. Mit dieser Doppel DVD haben sie mir all ihre Videoclips „geschenkt“ die sie je veröffentlicht hatten. Wusste gar nicht das es so viele wahren?! Zusätzlich gibt es einiges an Zusatzmaterial und ein wirklich cool animiertes Intro. Vier Videos wurden noch einmal neu bearbeitet und in ihnen Animatics eingeführt, netter Bonus. Als das was ich bei den meisten Band DVD`s vermisse finde ich hier. Für den doch recht hohen Preis wird ne Menge geboten. Kristallklarer Sound, netter Pappschuber und gute Unterhaltung. Eine komplette Übersicht über die Band wir geboten. Auflistung aller ihrer Platten. Jedoch ihre schwarzen Tage in den 90igern mit anderen Sänger hätten sie dann doch schneiden können ;-) …..

Wie gesagt diese DVD ist genau richtig für all die mit Maiden aufgewachsen sind, und bestimmt nicht nur für die, ihr werdet nicht enttäuscht werden!

Durchde

Iron Maiden -Killers-

Januar 26, 2007


[1981 Fuck EMI]

Die Metallband schlechthin und hier mit ihrer ersten L.P. Fand ich immer besser als die weiteren, da hier noch Paul Di` anno am Mikro stand und eine richtig geile Röhre hatte. Beim anhören dieser Scheibe träume ich jedes Mal davon noch einmal auf einem Konzert von denen zu sein. Ich meine so mit Eddy und so! Hier stimmt noch alles, Melodie, Rock und keine maßlosen Solos. Der geilste Track der Scheibe ist und bleibt – Murders in the rue Morgue- der mit einem schönen balladenartigen Intro beginnt und dann sofort in einem flotten Rocksong übergeht. Hier kann ich wirklich nicht mehr ruhig sitzen und hätte mal wieder Lust vor dem Spiegel Luftgitarre zu spielen. Diese unereichten Gitarrenparts, göttlich! Maiden Rules…..

Durchde

Helloween -Walls of Jericho-

Januar 25, 2007


[Irgendwann Ende der 80iger]

Die Tage, ich surfte mal wieder durch ein paar Musikseiten, da kam ich doch darauf mir mal wieder ein paar alte Metalalben anzuhören.
Darunter auch die erste Helloween. Ende der Achtziger kamen hier bei uns in Deutschland die geilsten Thrash Platten heraus. Seinerzeit spielten Helloween noch genialsten melodischen Trashmetal, zuletzt lieferten sie ja bekanntlich nur noch mittelmäßige Poppalben ab.
Wie gesagt, hier war die Welt noch in Ordnung. Das was Manowar im Metalrock sind, das waren Helloween auf ihrem -Walls of Jericho Album- im Trashbereich. Man, das hier ist echt der Hammer! Beim anhören fühle ich mich fast wieder in die „alte Zeit“ versetzt und möchte am liebsten meine nicht vorhandene Matte im Tackt mitschwingen. Coole Meldodiebögen umgeben von Speedattacken und n einen wirklich guten und „richtigen“ Metalsänger mit allem was dazu gehört! Selbst die Solos sind kein dummes rumgedudel, sondern ausgefeilte Parts. Wie gesagt, in den Achtzigern gaben Helloween wirklich noch was her, was man in den späteren Jahren nicht mehr behaupten konnte.

Heavy Metal is the Law…..

Durchde


Holy Moses -Master of Disaster-

Januar 25, 2007


[2001 Century Media]

Die Trashmetal Legende ist zurück!!!! Man was habe ich diese Band geliebt, und endlich wieder ein Lebenszeichen. Sabina Classen produzierte mit Andy Classen (auch Drummer bei den Rykers) eine Mini L.P. die alle Metal Bands ihres Bereiches alt aussehen lässt. Hier wird wieder richtig Gas gegeben und keinen Moment Rücksicht auf Verluste genommen. Vergesst einfach die letzten Platten und stellt Euch eine besser produzierte Finished with the dog L.P. vor. Sabina schreit ins Mikro das einem Angst und Bange wird. Es scheint das die Gute all ihren Frust den sie in den verlangenden Jahren gehabt hat versucht zu kompensieren, und während den Produktionen von Master of Disaster freien Lauf gelassen hat!!! Neben ihnen sieht jede Metallband blass aus und gibt mir den Glauben an die guten alten Tage zurück, an denen diese Musik noch von Leuten mit Biss gespielt wurde. Absoluter Kult!!!!

Durchde


Demolition Hammer – Tortured Existence

November 29, 2006

Würden Metal-Alben vornehmlich nach dem Cover gekauft, hätten wir es hier mit einem Ladenhüter erster Klasse zu tun. Glücklicherweise sollte man hier vom Äusseren nicht auf den Inhalt schließen, denn dann entginge einem ein sehr ordentliches Thrash-Album. Nachdem sie offenbar im Demo-Bereich ziemlich mies abgeschnitten hatten, hoben Demolition Hammer mit ihrem Debut die Leistungskurve an und packten darauf einige hochklassige Songs. Angefangen beim Opener „44 Caliber Brain Surgery“ laufen DH vor allem in der Mitte des Albums mit dem Triumvirat „Crippling Velocity“ (!!!), „Infectious Hospital Waste“ und „Hydrophobia“ zur Höchstform auf. Hervorheben kann man vielleicht noch den Abschluss-Track „Cataclysm“, der Rest ist eher Durchschnitt. Stilistisch dürfte dieses Album in etwa in die Nachbarschaft von Malevolent Creation’s „The Ten Commandments“ einzuordnen sein, was auch aufgrund der gemeinsamen Produktionsstätte Morrisound nahe liegt. („Crippling Velocity“ hätte sich gut neben „Multiple Stab Wounds“ gemacht.)

Qualitativ wurde „Tortured Existence“ übrigens weitaus von seinem Nachfolger „Epidemic Of Violence“ überboten, bevor sich DH mit dem Drittwerk „Time Bomb“ und ohne Monster-Drummer Vinny Daze (R.I.P.) in die Bedeutungslosigkeit manövrierten…

Spearhead24