Gespeichert unter: Platten - Metal, Platten - Rock | Schlagworte: Alice Cooper, Along Came A Spider, Review

[2008 Steamhammer]
Der spontane Kommentar meiner Frau beim zufälligen Aufschnappen einiger Takte dieses (Konzept-)Albums: “Klingt veraltet und nach Alice Cooper.”
Packt man diese Aussage in einen etwas wohlwollenderen Zusammenhang,
ist sie eigentlich schon ein Kompliment, denn der Old-School-Hardrock-Klang
ist, wenn er hier denn zum Tragen kommt, Absicht, und ein Wiedererkennungswert sicherlich auch ein Pluspunkt.
Auf einem 25. Studioalbum darf man ja sicherlich erwarten, dass ein
paar Reminiszenzen an die (erfolgreiche) Vergangenheit und die Wurzeln (hier die 60’s) enthalten sind.
Über den Verlauf von 11 Songs erzählt Alice auf “Along Came A Spider” aus der Ich-Perspektive die Story
eines Serienkillers mit Spinnenpersönlichkeit - ein makaberes Augenzwinkern ist stets nicht fern, allein aufgrund der Tatsache, dass es sich bei den meisten Songs um gepflegten Hardrock handelt, der mit anderen Lyrics eigentlich im Gute-Laune-Spektrum anzusiedeln wäre (”I Know Where You Live”, “I’m Hungry” - klingt glatt wie aus einem Musical).
Das Album ist in sich stimmig und mit vielen Hooks ausgestattet, die ausgezeichnet ins Ohr gehen, in Sachen Melodien wurde hier über die meiste Zeit hervorragende Arbeit geleistet. Effekte und zusätzliche
Instrumentierung werden sparsam und stets passend eingesetzt.
“Vengeance Is Mine” (mit Leads von Slash) und “Catch Me If You Can” fahren die breitesten Gitarrenseiten auf dem Album auf und zählen daher zu meinen persönlichen Favoriten.
“Wake The Dead” (feat. Ozzy) kommt ähnlich wie ein moderner Rolling-Stones-Song (Einfluss von Producer Danny Saber?) daher, “Wrapped In Silk” hätte auch aus der AC/DC-Ecke kommen können.
Inhaltlich fügen sich auch die Ballade
“Killed By Love” und das harmlose “Salvation” zwar in den Gesamtkontext, stellen aber meines Erachtens nach nicht unbedingt Höhepunkte dar - dieser wird uns getreu dem Motto “save the best for last”
mit dem fiesen Quasi-Titeltrack “I Am The Spider” am Ende des Albums präsentiert.
Fiele das Niveau der Songs im Mittelteil (”(In Touch With) Your Feminine Side”) nach dem guten Auftakt nicht etwas ab, wäre meinerseits vielleicht sogar sowas wie Begeisterung anstatt wohlwollender
Anerkennung drin gewesen.
Zusammenfassend ist also zu attestieren, dass Mr. Cooper auch mit sechzig Lenzen auf dem Buckel noch ordentlich rocken kann und mit “Along Came A Spider” ein würdiges
Jubiläumswerk abgeliefert hat. Könnte mir gut vorstellen, dass dieses Album bei einigen Fans in der Highlight-Kategorie landen wird. Qualitätsbewusste Hardrock-Fans sollten auch ohne vorherige Alice-Affinität
ein Ohr riskieren.
Spearhead24

Die Tage flatterte mir der von den Rammstein Fans sehnsüchtig
Nach dem für meinen Geschmack verunglückten Vorläufer
Juhu! Mit dieser DVD werde meine Kindheitserinnerungen zurückgeholt!
Die Metallband schlechthin und hier mit ihrer ersten L.P. Fand ich immer besser als die weiteren, da hier noch Paul Di` anno am Mikro stand und eine richtig geile Röhre hatte. Beim anhören dieser Scheibe träume ich jedes Mal davon noch einmal auf einem Konzert von denen zu sein. Ich meine so mit Eddy und so! Hier stimmt noch alles, Melodie, Rock und keine maßlosen Solos. Der geilste Track der Scheibe ist und bleibt - Murders in the rue Morgue- der mit einem schönen balladenartigen Intro beginnt und dann sofort in einem flotten Rocksong übergeht. Hier kann ich wirklich nicht mehr ruhig sitzen und hätte mal wieder Lust vor dem Spiegel Luftgitarre zu spielen. Diese unereichten Gitarrenparts, göttlich! Maiden Rules…..
Die Tage, ich surfte mal wieder durch ein paar Musikseiten, da kam ich doch darauf mir mal wieder ein paar alte Metalalben anzuhören.
Die Trashmetal Legende ist zurück!!!! Man was habe ich diese Band geliebt, und endlich wieder ein Lebenszeichen. Sabina Classen produzierte mit Andy Classen (auch Drummer bei den Rykers) eine Mini L.P. die alle Metal Bands ihres Bereiches alt aussehen lässt. Hier wird wieder richtig Gas gegeben und keinen Moment Rücksicht auf Verluste genommen. Vergesst einfach die letzten Platten und stellt Euch eine besser produzierte Finished with the dog L.P. vor. Sabina schreit ins Mikro das einem Angst und Bange wird. Es scheint das die Gute all ihren Frust den sie in den verlangenden Jahren gehabt hat versucht zu kompensieren, und während den Produktionen von Master of Disaster freien Lauf gelassen hat!!! Neben ihnen sieht jede Metallband blass aus und gibt mir den Glauben an die guten alten Tage zurück, an denen diese Musik noch von Leuten mit Biss gespielt wurde. Absoluter Kult!!!!
Würden Metal-Alben vornehmlich nach dem Cover gekauft, hätten wir es hier mit einem Ladenhüter erster Klasse zu tun. Glücklicherweise sollte man hier vom Äusseren nicht auf den Inhalt schließen, denn dann entginge einem ein sehr ordentliches Thrash-Album. Nachdem sie offenbar im Demo-Bereich ziemlich mies abgeschnitten hatten, hoben Demolition Hammer mit ihrem Debut die Leistungskurve an und packten darauf einige hochklassige Songs. Angefangen beim Opener “44 Caliber Brain Surgery” laufen DH vor allem in der Mitte des Albums mit dem Triumvirat “Crippling Velocity” (!!!), “Infectious Hospital Waste” und “Hydrophobia” zur Höchstform auf. Hervorheben kann man vielleicht noch den Abschluss-Track “Cataclysm”, der Rest ist eher Durchschnitt. Stilistisch dürfte dieses Album in etwa in die Nachbarschaft von Malevolent Creation’s “The Ten Commandments” einzuordnen sein, was auch aufgrund der gemeinsamen Produktionsstätte Morrisound nahe liegt. (”Crippling Velocity” hätte sich gut neben “Multiple Stab Wounds” gemacht.)
Bereits auf ihrem zweiten Album “Unorthodox” hatten Edge Of Sanity mit ihrem anspruchsvollen, melodischen Death Metal angedeutet, welches Potential in ihnen steckt. Auf dem Drittwerk “The Spectral Sorrows” ist es ihnen gelungen, dieses Potential auch völlig zu entfalten.
Wie bereits im Review zu Malevolent Creation’s “Stillborn” erwähnt, zockten bei dieser Combo aus Miami, Florida (nicht zu verwechseln, es gibt / gab (?) auch eine gleichnamige Band aus Europa) die im gleichen Jahr (1992) auch bei M.C. auftretenden Rob Barrett und Alex Marquez. Und diese Namen bürgen hierbei für Qualität! Geboten wird feinster, hasserfüllter Florida-(Death)-Thrash mit Hardcore-Einflüssen (denen man u. a. mit dem gelungenen Cover von Carnivore’s “S.M.D.” Tribut zollt). Angetrieben vom Marquez’ unvergleichlichem Drumming (mit dem er auch Resurrection’s “Embalmed Existence” veredelte) und Barrett’s aggressiven Vocals hauen die Amis der geneigten Hörerschaft neun akkustische Dreschflegel um die Ohren, meist im oberen Tempobereich angesiedelt, allerdings niemals zu stumpf drauflosbolzend, sondern stets mit geschickt eingestreuten Variationen und Moshparts. Tracks wie z. B. “Cleansed of Impurity” oder “Survival Reaction” sind Hassgeschosse erster Kajüte. Kein Wunder, wenn man sich die Thanx-Liste der Einflüsse im Booklet betrachtet (u. a. Slayer, Possessed, Exodus, Terrorizer etc.)
Mal wieder eines dieser Alben, bei dem man sich nicht von der Tracklist auf dem Backcover irreleiten lassen sollte. Denn während man nach dem Klavier-Intro von “Vassago” eigentlich auf einen naheliegenden (d. h. furiosen) Beginn wartet, wird dieser Eingangstrack erst mal unerwartet doomig fortgeführt, und auch hinter dem folgenden “Forewarning” verbirgt sich ein weiteres (kurzes) Intro. Dann endlich bricht mit Track Nr. 3 die eigentlich erwartete Hölle über den mittlerweile ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch trommelden Hörer herein. Und wie! Mit “Extinction Level Event” und den folgenden “Failed Extraction” und “Deadly Deception” gibt’s drei gnadenlose Death Metal-Bretter um die Ohren, die sich gewaschen haben, ehe es (mit dem Beginn von) “Fleshcraft” mal eine merkliche (kurze) Verschnaufpause gibt (hält nicht lange!).
Standen Destruction beim Erstellen des Vorgänger-Werkes “All Hell Breaks Loose” noch unter dem Druck, sich nach der langen “Pause” (d. h. vor der Reunion im 2/3-Classic-LineUp) erstmal wieder beweisen zu müssen, dürfte das bei “The Antichrist” eine weitgehend entspanntere Angelegenheit geworden sein. Nach diversen gelungenen Comeback-Shows konnten sich Schmier & Co. ihrer Sache bedeutend sicherer sein, und das hat dem Album sichtlich gut getan. Auch wenn manch einer im Nachgang “All Hell…” herunterspielen mag, war es kein schwaches Album, “The Antichrist” präsentiert halt eine wesentlich besser eingespielte Band mit verbessertem Songwriting.
“Musik aus dem blauen Kellergewölbe”
Ende ‘92 legten Bolt Thrower mit ihrem vierten Album, naheliegenderweise “The IVth Crusade” betitelt, ihr bisheriges Meisterwerk vor, das sie wohl auch nie wieder toppen werden können (auch wenn “…For Victory” und “Honour - Valour - Pride” verdammt nah dran waren). Klar, “War Master” war ein starkes Album, allerdings gab es da noch deutliche Defizite im Songwriting und bei der Produktion. Letzteres Manko hat man unter der Mithilfe von Colin Richardson nun völlig ausgemerzt und “The IVth Crusade” in ein dichtes, fettes Soundgewand verpacht. Waren es auf “War Master” vor allem eher die vereinzelt auftretenden “Über-Songs”, die zu begeistern wussten (”Profane Creation”, “Cenotaph” etc.), so kommt “The IVth Crusade” wie aus einem Guss daher, ohne wesentliche Schwächen oder gar Ausfälle. Bolt Thrower haben es geschafft, die Entwicklung vom Grindcore zum perfekten Death Metal mit diesem Album abzuschließen, ihren mächtigen Kriegsmaschinen-Sound an den richtigen Stellen mit Melodien zu bereichern, ohne die Brutalität und Vehemenz einzubüßen. Blastbeats sucht man hier also vergebens, und obwohl ich normalerweise Speed & Aggression dem Wohlklang vorziehe, besitzt “The IVth Crusade” ein solch optimales Arrangement von Härte und Melodie, dass es (seit Jahren) meinen absoluten All-Time Favoriten unter den Metal-Alben darstellt. Da kommt einfach sonst niemand mehr dran.
Nachdem sich die britischen Deathmetal-Gods zuletzt 1998 recht eindrucksvoll mit “Mercenary” zurückgemeldet hatten, durfte man gespannt sein, ob es ihnen mit dem Folgewerk gelingen würde, die Schwachstellen von “Mercenary” auszumerzen und ggf. auch ein paar mehr absolute Highlightsongs als drei Jahre zuvor abzuliefern (wie etwa “Mercenary” oder “No Guts, No Glory”). Wer die Möglichkeit nutzte, sich den Vorab-Track “Inside the Wire” (u. a. auf der Rock Hard Dynamit-CD) zu Gemüte zu führen, dürfte überzeugt gewesen sein, dass diese Hoffnungen nicht enttäuscht werden würden. Aber dann…. kam alles noch viel besser!
Dragonlord sind das Black Metal-Projekt von Testament-Klampfer Eric Peterson, der hier auch für die Vocals zuständig ist (und sich dabei durchaus achtbar schlägt). Mit an Bord sind u. a. auch Testament-Kollege Steve Smyth und Basser Steve DiGiorgio (Sadus, Death etc.). Zeugen des Dragonlord-Gigs beim W.O.A. 2002 (der ausschlaggebend dafür war, dass ich mir die CD zugelegt habe) durften fast das komplette Album live erleben (ohne DiGiorgio) und sollten bestätigen können, dass in dieser Kapelle einiges an Potential steckt.
Ehrlichgesagt habe ich nie verstanden, weshalb um die als Death-Metal-Gods gehandelten Entombed so ein Rummel gemacht wurde. Klar, ein paar nette Songs haben sie geschrieben, allerdings nie die Intensität und Brutalität von Bands wie Unleashed oder Dismember erreicht. Und letztere haben anno 1991 mit ihrem Debut einen Klassiker des schwedischen Death Metals abgeliefert, der sich gewaschen hat. (Stichwort “waschen”: die Blut- bzw. Ketchupbad-Bilder im Booklet sind ober-peinlich!).