Durchdes Welt -Ego Electric Zine-


Alice Cooper - Along Came A Spider - Review
Juli 18, 2008, 9:19 Uhr nachmittags
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[2008 Steamhammer]

Der spontane Kommentar meiner Frau beim zufälligen Aufschnappen einiger Takte dieses (Konzept-)Albums: “Klingt veraltet und nach Alice Cooper.”
Packt man diese Aussage in einen etwas wohlwollenderen Zusammenhang,
ist sie eigentlich schon ein Kompliment, denn der Old-School-Hardrock-Klang
ist, wenn er hier denn zum Tragen kommt, Absicht, und ein Wiedererkennungswert sicherlich auch ein Pluspunkt.
Auf einem 25. Studioalbum darf man ja sicherlich erwarten, dass ein
paar Reminiszenzen an die (erfolgreiche) Vergangenheit und die Wurzeln (hier die 60’s) enthalten sind.

Über den Verlauf von 11 Songs erzählt Alice auf “Along Came A Spider” aus der Ich-Perspektive die Story
eines Serienkillers mit Spinnenpersönlichkeit - ein makaberes Augenzwinkern ist stets nicht fern, allein aufgrund der Tatsache, dass es sich bei den meisten Songs um gepflegten Hardrock handelt, der mit anderen Lyrics eigentlich im Gute-Laune-Spektrum anzusiedeln wäre (”I Know Where You Live”, “I’m Hungry” - klingt glatt wie aus einem Musical).
Das Album ist in sich stimmig und mit vielen Hooks ausgestattet, die ausgezeichnet ins Ohr gehen, in Sachen Melodien wurde hier über die meiste Zeit hervorragende Arbeit geleistet. Effekte und zusätzliche
Instrumentierung werden sparsam und stets passend eingesetzt.
“Vengeance Is Mine” (mit Leads von Slash) und “Catch Me If You Can” fahren die breitesten Gitarrenseiten auf dem Album auf und zählen daher zu meinen persönlichen Favoriten.
“Wake The Dead” (feat. Ozzy) kommt ähnlich wie ein moderner Rolling-Stones-Song (Einfluss von Producer Danny Saber?) daher, “Wrapped In Silk” hätte auch aus der AC/DC-Ecke kommen können.
Inhaltlich fügen sich auch die Ballade
“Killed By Love” und das harmlose “Salvation” zwar in den Gesamtkontext, stellen aber meines Erachtens nach nicht unbedingt Höhepunkte dar - dieser wird uns getreu dem Motto “save the best for last”
mit dem fiesen Quasi-Titeltrack “I Am The Spider” am Ende des Albums präsentiert.
Fiele das Niveau der Songs im Mittelteil (”(In Touch With) Your Feminine Side”) nach dem guten Auftakt nicht etwas ab, wäre meinerseits vielleicht sogar sowas wie Begeisterung anstatt wohlwollender
Anerkennung drin gewesen.

Zusammenfassend ist also zu attestieren, dass Mr. Cooper auch mit sechzig Lenzen auf dem Buckel noch ordentlich rocken kann und mit “Along Came A Spider” ein würdiges
Jubiläumswerk abgeliefert hat. Könnte mir gut vorstellen, dass dieses Album bei einigen Fans in der Highlight-Kategorie landen wird. Qualitätsbewusste Hardrock-Fans sollten auch ohne vorherige Alice-Affinität
ein Ohr riskieren.

Spearhead24



Cult of Luna –Eternal Kingdom –
Juni 17, 2008, 8:14 Uhr nachmittags
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[2008 Earache Records]

Ich muss gestehen , ein wenig Angst hatte ich schon vor dem ersten Durchlauf des nunmehr fünften Albums der Epic Bulldozer Könige Cult of Luna aus Schweden ….
Ihre Vorlage aus dem Jahr 2006, –Somewhere Along the Highway –, war einfach zu perfekt.
Nachdem ich - Eternal Kingdom - in den Player legte hätte ich beinahe nach zwei Minuten einen absoluten Verriss geschrieben …..

Das Cult of Luna wieder ihren Horizont erweitern würden sollte zu erwarten gewesen sein.
Oberflächlich betrachtet wirkte - Eternal Kingdom - vorschnell als eine abgespeckte Version des Vorgängers. Nachdem ich mich vom ersten Eindruck befreien konnte, nahm ich mir das Werk noch einmal vor und wurde nach wenigen Minuten Eins mit ihren einnehmenden Kompositionen. Die neuen Songs fallen straighter aus und setzen sich schnell fest.

Allerdings sei angemerkt das ich ihr neues Werk nicht als eingängig oder gar kommerziell betiteln möchte.
Ich denke das der gewählte Schritt zurück zur klassischen Instrumentierung, bestehend aus weniger Keyboard und Soundspielereien, bietet der Band sogar noch etwas mehr an ihrer bekannten gewaltigen Durchschlagskraft.
Cult of Luna präsentieren wieder ein episches Brett in allen Klangfarben des Menschlichen Abgrundes. Etwas minimiert kommt - Eternal Kingdom - dafür um Längen aggressiver.

Die neue Luna ist das Beste was ich in diesem Bereich gehört habe.
Kauft euch die Scheibe, ihr werdet es nicht bereuen !!!!

Dieses Monster von einer Platte bietet 10 Songs mit einer Stunde Spielzeit.

Durchde



Emigrate -Emigrate-
Juli 26, 2007, 7:23 Uhr nachmittags
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[2007 Pilgrim/Motor Music]

Die Tage flatterte mir der von den Rammstein Fans sehnsüchtig
erwartet Ableger Emigrate ins Haus.
Gitarrist Richard Z. Kruspe als Songschreiber und Sänger erfüllt sich in der Schaffenspause seiner Hauptband einen Lebenstraum und veröffentlicht unter anderem zusammen mit dem Drummer von Clawfinger dieses Sideprojekt.

Wer einen Rammstein Clone erwartet darf gleich weghören, der Innovativen experimentellen Industrial/Metal verliebten Hörer sollte sich mal näher mit dem am 31.8 erscheinen Werk auseinander setzen.
Das Riffing in den härteren Passagen dürfte der einzigste nennenswerte Vergleich zu seinem Brötchengeber sein.
Das Album klingt nach einem von Fessel gelöster Musiker dessen angestaute Ideen in einem starren Korsett wie Rammstein niemals zu Geltung hätten kommen können.

Schnelle druckvolle Songs treffen auf emotionale Balladen mit Tiefgang.
Besonderes der Gesang dominiert über das gesamten Konzept.
Schön harmonisch und weniger aggressive und wütend, klar/verständlich wenn auch in Englischer Sprache vorgetragen .

Die 11 Tracks besitzen in den Refrains fast schon Hymnencharakter, einige erinnern sogar an Placebo (Song: Temptation).
Wie zu erkennen ist es nicht leicht ein solch umfangreiches Album in ein paar Zeilen zu umreißen.
Es würde dem Werk Emigrate auch nicht gerecht werden.

Die Scheibe dürfte selbst nicht Rammstein Fans gefallen und es währe doch gelacht wenn die Band nicht schon bald ganz oben mitspielen dürfte….


x Durchde x



Radio 4 -Enemies like this-
Februar 6, 2007, 4:20 Uhr nachmittags
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[2006 City Slang]


Nach dem für meinen Geschmack verunglückten Vorläufer
-Stealing of a Nation- habe ich Radio 4 leider fast aus den Augen verloren…

Fast währe mir das im letzten Jahr erschienene Album
-Enemies like this- entgangen.
Radio 4 gehen einen Schritt zurück, finden die Rockigen Gitarrenklänge wieder und reihen sich zwischen ihren ersten Beiden Releases ein.
-Enemies like this- hat einen knalligen breiten Livesound erhalten und wirkt wie ein frischer Befreiungsschlag nach dem befremdlichen Vorläufer.

Disco Wave Punk der direkt aus den 80iegern zu kommen scheint!
Geile 10 Rockige Popperlen mit Dubeinlagen die niemals langweilig werden bilden eine “Runde” Sache.
Diesen Sound wünsche ich mir in der Disko oder im Radio und ich währe wieder dabei , hahah !
Neo Wave zwischen Gang of Four und the Clash -back to the Roots - Enjoy!!!!

x Durchde x



The Men of Hell -The Return of the Gods-
Januar 26, 2007, 2:15 Uhr nachmittags
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[1998 Maximum Voice]

Lange habe ich gegrübelt ob es ex Zorn mit dieser Platte Ernst meinen. Was hier geboten wird hat bis auf dem gewohnten Gesang nichts mehr mit Hardcore zu tun, sondern man versucht sich hier mit Heavy Metal. Die weiterhin deutsche Texte bewegen sich ebenso deutlich im selben Lager. Das Geniale Wolverin Cover wird sicher meinen X-Men begeisterten Freund Kiste begeistern. Ab und an blicken dann doch mal ein paar nette Momente durch und hätte ich noch lange Haare würde ich sicher nach einer Flasche Bier mit Kiste um die Wette bängen. Immer noch besser als der übliche Metalschrott und der gewohnte Zorn Schreigesang reißt noch gerade den Karren aus dem Dreck.

Durchde



Iron Maiden -Visions of the Beast-
Januar 26, 2007, 1:36 Uhr nachmittags
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The Complete Video History

[2003 Doppel DVD]

Juhu! Mit dieser DVD werde meine Kindheitserinnerungen zurückgeholt!
Kappe vom Kopf reißen, die Luftgitarre umgeschwungen uns zum rockigen Maiden Sound die Matte geschwunden. Ja das waren noch Zeiten!

Iron Maiden, die vielleicht wichtigste Metal Band überhaupt. Mit dieser Doppel DVD haben sie mir all ihre Videoclips “geschenkt” die sie je veröffentlicht hatten. Wusste gar nicht das es so viele wahren?! Zusätzlich gibt es einiges an Zusatzmaterial und ein wirklich cool animiertes Intro. Vier Videos wurden noch einmal neu bearbeitet und in ihnen Animatics eingeführt, netter Bonus. Als das was ich bei den meisten Band DVD`s vermisse finde ich hier. Für den doch recht hohen Preis wird ne Menge geboten. Kristallklarer Sound, netter Pappschuber und gute Unterhaltung. Eine komplette Übersicht über die Band wir geboten. Auflistung aller ihrer Platten. Jedoch ihre schwarzen Tage in den 90igern mit anderen Sänger hätten sie dann doch schneiden können ;-) …..

Wie gesagt diese DVD ist genau richtig für all die mit Maiden aufgewachsen sind, und bestimmt nicht nur für die, ihr werdet nicht enttäuscht werden!

Durchde



Iron Maiden -Killers-
Januar 26, 2007, 1:01 Uhr nachmittags
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[1981 Fuck EMI]

Die Metallband schlechthin und hier mit ihrer ersten L.P. Fand ich immer besser als die weiteren, da hier noch Paul Di` anno am Mikro stand und eine richtig geile Röhre hatte. Beim anhören dieser Scheibe träume ich jedes Mal davon noch einmal auf einem Konzert von denen zu sein. Ich meine so mit Eddy und so! Hier stimmt noch alles, Melodie, Rock und keine maßlosen Solos. Der geilste Track der Scheibe ist und bleibt - Murders in the rue Morgue- der mit einem schönen balladenartigen Intro beginnt und dann sofort in einem flotten Rocksong übergeht. Hier kann ich wirklich nicht mehr ruhig sitzen und hätte mal wieder Lust vor dem Spiegel Luftgitarre zu spielen. Diese unereichten Gitarrenparts, göttlich! Maiden Rules…..

Durchde



Helloween -Walls of Jericho-
Januar 25, 2007, 1:13 Uhr nachmittags
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[Irgendwann Ende der 80iger]

Die Tage, ich surfte mal wieder durch ein paar Musikseiten, da kam ich doch darauf mir mal wieder ein paar alte Metalalben anzuhören.
Darunter auch die erste Helloween. Ende der Achtziger kamen hier bei uns in Deutschland die geilsten Thrash Platten heraus. Seinerzeit spielten Helloween noch genialsten melodischen Trashmetal, zuletzt lieferten sie ja bekanntlich nur noch mittelmäßige Poppalben ab.
Wie gesagt, hier war die Welt noch in Ordnung. Das was Manowar im Metalrock sind, das waren Helloween auf ihrem -Walls of Jericho Album- im Trashbereich. Man, das hier ist echt der Hammer! Beim anhören fühle ich mich fast wieder in die “alte Zeit” versetzt und möchte am liebsten meine nicht vorhandene Matte im Tackt mitschwingen. Coole Meldodiebögen umgeben von Speedattacken und n einen wirklich guten und “richtigen” Metalsänger mit allem was dazu gehört! Selbst die Solos sind kein dummes rumgedudel, sondern ausgefeilte Parts. Wie gesagt, in den Achtzigern gaben Helloween wirklich noch was her, was man in den späteren Jahren nicht mehr behaupten konnte.

Heavy Metal is the Law…..

Durchde




Holy Moses -Master of Disaster-
Januar 25, 2007, 1:12 Uhr nachmittags
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[2001 Century Media]

Die Trashmetal Legende ist zurück!!!! Man was habe ich diese Band geliebt, und endlich wieder ein Lebenszeichen. Sabina Classen produzierte mit Andy Classen (auch Drummer bei den Rykers) eine Mini L.P. die alle Metal Bands ihres Bereiches alt aussehen lässt. Hier wird wieder richtig Gas gegeben und keinen Moment Rücksicht auf Verluste genommen. Vergesst einfach die letzten Platten und stellt Euch eine besser produzierte Finished with the dog L.P. vor. Sabina schreit ins Mikro das einem Angst und Bange wird. Es scheint das die Gute all ihren Frust den sie in den verlangenden Jahren gehabt hat versucht zu kompensieren, und während den Produktionen von Master of Disaster freien Lauf gelassen hat!!! Neben ihnen sieht jede Metallband blass aus und gibt mir den Glauben an die guten alten Tage zurück, an denen diese Musik noch von Leuten mit Biss gespielt wurde. Absoluter Kult!!!!

Durchde




Demolition Hammer - Tortured Existence
November 29, 2006, 2:59 Uhr nachmittags
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Würden Metal-Alben vornehmlich nach dem Cover gekauft, hätten wir es hier mit einem Ladenhüter erster Klasse zu tun. Glücklicherweise sollte man hier vom Äusseren nicht auf den Inhalt schließen, denn dann entginge einem ein sehr ordentliches Thrash-Album. Nachdem sie offenbar im Demo-Bereich ziemlich mies abgeschnitten hatten, hoben Demolition Hammer mit ihrem Debut die Leistungskurve an und packten darauf einige hochklassige Songs. Angefangen beim Opener “44 Caliber Brain Surgery” laufen DH vor allem in der Mitte des Albums mit dem Triumvirat “Crippling Velocity” (!!!), “Infectious Hospital Waste” und “Hydrophobia” zur Höchstform auf. Hervorheben kann man vielleicht noch den Abschluss-Track “Cataclysm”, der Rest ist eher Durchschnitt. Stilistisch dürfte dieses Album in etwa in die Nachbarschaft von Malevolent Creation’s “The Ten Commandments” einzuordnen sein, was auch aufgrund der gemeinsamen Produktionsstätte Morrisound nahe liegt. (”Crippling Velocity” hätte sich gut neben “Multiple Stab Wounds” gemacht.)

Qualitativ wurde “Tortured Existence” übrigens weitaus von seinem Nachfolger “Epidemic Of Violence” überboten, bevor sich DH mit dem Drittwerk “Time Bomb” und ohne Monster-Drummer Vinny Daze (R.I.P.) in die Bedeutungslosigkeit manövrierten…

Spearhead24



Edge Of Sanity -The Spectral Sorrows-
November 19, 2006, 7:22 Uhr nachmittags
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Bereits auf ihrem zweiten Album “Unorthodox” hatten Edge Of Sanity mit ihrem anspruchsvollen, melodischen Death Metal angedeutet, welches Potential in ihnen steckt. Auf dem Drittwerk “The Spectral Sorrows” ist es ihnen gelungen, dieses Potential auch völlig zu entfalten.

Die ersten vier Songs (nach dem Instrumetal-Intro / Titeltrack) sind allesamt auf höchster Qualitätsstufe, angefangen beim flotten “Darkday” über das brutale “Livin’ Hell” zur Hymne “Lost” und das geniale “The Masque” (mein Favorit!). Es folgt eine recht nette Version vom Manowar’s (!) “Blood Of My Enemies”, die allerdings (natürlich) nicht die Majestät des Originals erreicht und ruhig etwas flotter hätte ausfallen dürfen. “Jesus Cries” (mit Bonbon für Sadisten / Satanisten: Hammerschläge und Gekreische), “Across The Fields Of Forever” und “On The Other Side” setzen den hohen Qualitätsstandard ein wenig niedriger fort, bevor mit dem gelungenen Gothic/Wave-Song “Sacrificed” die nächste Überraschung folgt. Macht sich trotz des Stilwechsels wirklich gut. “Waiting To Die” und “Feedin’ The Charlatan” (mit Leadvocals von Gitarrist Dread) sind dann nicht mehr ganz so stark, als Abschluss gibt’s mit “A Serenade For The Dead” noch ein Instrumental-Outro.

Besonders hervorzuheben wäre noch die fette Produktion, aus der leider die Snare unangenehm heraussticht. Da die Band selbst die Knöpfchen in der Hand hatte, dürfte Dan Swanö hier maßgeblichen Einfluss gehabt haben.

Alles in allem ein bärenstarkes Album, das bei gleichbleibendem Level (der ersten 4-6 Songs) das Zeug zum Klassiker hätte.

Spearhead24



SOLSTICE - SOLSTICE
November 19, 2006, 4:09 Uhr nachmittags
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Wie bereits im Review zu Malevolent Creation’s “Stillborn” erwähnt, zockten bei dieser Combo aus Miami, Florida (nicht zu verwechseln, es gibt / gab (?) auch eine gleichnamige Band aus Europa) die im gleichen Jahr (1992) auch bei M.C. auftretenden Rob Barrett und Alex Marquez. Und diese Namen bürgen hierbei für Qualität! Geboten wird feinster, hasserfüllter Florida-(Death)-Thrash mit Hardcore-Einflüssen (denen man u. a. mit dem gelungenen Cover von Carnivore’s “S.M.D.” Tribut zollt). Angetrieben vom Marquez’ unvergleichlichem Drumming (mit dem er auch Resurrection’s “Embalmed Existence” veredelte) und Barrett’s aggressiven Vocals hauen die Amis der geneigten Hörerschaft neun akkustische Dreschflegel um die Ohren, meist im oberen Tempobereich angesiedelt, allerdings niemals zu stumpf drauflosbolzend, sondern stets mit geschickt eingestreuten Variationen und Moshparts. Tracks wie z. B. “Cleansed of Impurity” oder “Survival Reaction” sind Hassgeschosse erster Kajüte. Kein Wunder, wenn man sich die Thanx-Liste der Einflüsse im Booklet betrachtet (u. a. Slayer, Possessed, Exodus, Terrorizer etc.)

Der Sound ist übrigens sehr transparent und (trotz Morrisound und dem Mitwirken von Scott Burns als Engineer) nicht ganz so wuchtig und fett wie die meisten Morrisound-Erzeugnisse aus dieser Zeit. Tut der Gesamtwirkung aber keinen nennenswerten Abbruch. Positiv zu erwähnen wären noch die Lyrics, so kritisiert z. B. “Plasticized” den würdelosen Umgang mit älteren Menschen und “Cleansed of Impurity” verarbeitet die Wut über die Zustände, die zu den (damaligen) Unruhen in L. A. führten. Ach ja, die Spielzeit von knapp über einer halben Stunde ist leider nicht sehr üppig ausgefallen (”Reign-in-Blood-Syndrom” ;-)), andererseits hätte eine längere Spieldauer vielleicht auch negativ auf die vorhandenen Tracks gewirkt (soll heißen, mehr als eine halbe Stunde Gedresche kann auch langweilig werden).

Das 1995 nachfolgende Album “Pray” fiel dann leider nicht mehr so stark aus, was an Barrett’s Ausscheiden (abgesehen von Gastauftritten bei zwei Songs) gelegen haben könnte.

Wer Malevolent Creation’s “Retribution” mag, sollte sich diesen Hammer (mit einem, praktisch als Sahnehäubchen, genialen Repka-Cover) gleich daneben stellen! “Get down on your knees, suck it!” (Cleansed of Impurity)

Spearhead24



Diabolic -Subterraneal Magnitude-
November 19, 2006, 3:03 Uhr nachmittags
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Mal wieder eines dieser Alben, bei dem man sich nicht von der Tracklist auf dem Backcover irreleiten lassen sollte. Denn während man nach dem Klavier-Intro von “Vassago” eigentlich auf einen naheliegenden (d. h. furiosen) Beginn wartet, wird dieser Eingangstrack erst mal unerwartet doomig fortgeführt, und auch hinter dem folgenden “Forewarning” verbirgt sich ein weiteres (kurzes) Intro. Dann endlich bricht mit Track Nr. 3 die eigentlich erwartete Hölle über den mittlerweile ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch trommelden Hörer herein. Und wie! Mit “Extinction Level Event” und den folgenden “Failed Extraction” und “Deadly Deception” gibt’s drei gnadenlose Death Metal-Bretter um die Ohren, die sich gewaschen haben, ehe es (mit dem Beginn von) “Fleshcraft” mal eine merkliche (kurze) Verschnaufpause gibt (hält nicht lange!).

Wie bereits angedeutet, gehen Diabolic nur wenn nötig vom Gaspedal, allerdings immer an den richtigen Stellen, so dass es nie eintönig wird. Man führt also den auf “Supreme Evil” eingeschlagenen Weg konsequent fort, wobei mir “Subterraneal Magnitude” besser gefällt. Warum eigentlich? Hmm, wahrscheinlich, weil die Mannen um Drum-Tier Aantar “Blastmaster” Coates (dem gebührt wahrlich dieser Name!) hier einfach die besseren Songs verewigt haben… Von diesen gibt’s übrigens neben den oben genannten noch 5 weitere auf diesem Album, wobei vielleicht “Necromancer Of the Ancient Arts” noch einen Tick geiler (weil brutaler…) als seine 4 “Kollegen” rüberkommt.

Wem Hate Eternal und Morbid Angel zusagen, der sollte sich dieses Brett von rasantem Florida Death Metal nicht entgehen lassen!

Spearhead24



Destruction - The Antichrist
November 19, 2006, 3:00 Uhr nachmittags
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Standen Destruction beim Erstellen des Vorgänger-Werkes “All Hell Breaks Loose” noch unter dem Druck, sich nach der langen “Pause” (d. h. vor der Reunion im 2/3-Classic-LineUp) erstmal wieder beweisen zu müssen, dürfte das bei “The Antichrist” eine weitgehend entspanntere Angelegenheit geworden sein. Nach diversen gelungenen Comeback-Shows konnten sich Schmier & Co. ihrer Sache bedeutend sicherer sein, und das hat dem Album sichtlich gut getan. Auch wenn manch einer im Nachgang “All Hell…” herunterspielen mag, war es kein schwaches Album, “The Antichrist” präsentiert halt eine wesentlich besser eingespielte Band mit verbessertem Songwriting.

Kuriosum an Rande: die Erstauflage von “The Antichrist” wurde nicht nur mit kackbraunem Pappschuber anstatt schwarzem produziert, sondern auch mit verkehrter Tracklist (so ein Exemplar hab’ ich nämlich). Es eröffnet hier also, nach kurzem Intro, “Dictators Of Cruelty” (man beachte die Lyrics, die seit der ins Unermessliche gestiegenen Arroganz gewisser US-Politiker an Brisanz gewonnen haben….) und macht vor dem eigentlichen Opener “Thrash ‘Til Death” (Primitiv-Thrash-Keule, wunderbarer Motto-Song) eine gute Figur. Es folgen weitere acht Klasse-Songs ohne jeglichen Ausfall, von denen eigentlich keiner besonders herausragt, “Nailed To The Cross” gehörte schon vor der Veröffentlichung des Albums zum Live-Set. Der Knüppel-Fraktion seien “Godfather Of Slander” und “The Heretic” ans Herz gelegt. Zum Abschluss gibt’s als Track Nr. 66 (gääähhhn!) ein Remake des wahrscheinlich kultigsten Destruction-Werks “Curse The Gods” (zieht euch auch mal die Defleshed-Version rein).

Technisch gibt’s, wie zu erwarten war, nix zu meckern, von Meister Tägtgren’s Produktion bis zum spielerischen Können alles optimal. Auch das Album-Cover (angelehnt an “Infernal Overkill”) macht sich sehr gut.

Ach so, es gibt doch noch etwas zu bemängeln: wo ist die Cover-Version von The Exploited’s “Fuck The USA”?! Wurde zwar später anderweitig veröffentlicht, muss hier aber als essentieller Ausstand gewertet werden.

Spearhead24



Paradise Lost -Shades Of God-
November 19, 2006, 1:58 Uhr nachmittags
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“Musik aus dem blauen Kellergewölbe”

So in etwa ließe sich der Inhalt dieses Albums vielleicht treffend beschreiben. Zumindest beim Hören solcher dunklen Kunstwerke wie “Crying For Eternity”, “Embraced”, “No Forgiveness”, “Your Hand In Mine” oder (den in punkto “Hitpotential” Nachfolger von “Eternal”) “As I Die” kommen mir unweigerlich solche Bilder in den Sinn. (”Keller” wahrscheinlich wegen des leichten Halls auf Vocals und Drums…)

Als Zwischenstadium zwischen dem Aufsehen erregenden “Gothic” und dem Durchbruch “Icon”, war “Shades Of God” so etwas wie eine gelungene Mischung aus Vorgänger und Nachfolger. Trist, düster, überwiegend in mäßigem Tempo gehalten, wesentlich besser produziert als “Gothic”, allerdings auch merklich “kühler” als “Icon” und alles in allem eine gelungene Symbiose aus Heavyness und Schwermut.

Die auch hier allgegenwärtigen, melodiösen Leads von Gregor MacIntosh fügen sich ebenso perfekt in die unnachahmliche Atmosphäre dieses (im Vergleich zu den Nachfolgern) ungeschliffenen Meisterwerks ein wie Nick Holmes’ raue Vocals (weniger krächzend als auf “Gothic”) und dessen düstere Lyrics (siehe Kostprobe unten). Trotz der durchgängigen Stimmung ist für Abwechslung gesorgt, in Form von Up-Tempo Parts bzw. Einbringung eines kompletten, fast thrashigen Songs (”Pity The Sadness”). (Selbiger wurde ja überflüssigerweise auf dem “Draconian Times”- Album in Form des Plagiats “Once Solemn” auf peinliche Weise wieder aufgewärmt, leider ein deutliches Indiz, dass man sich damals mangels Ideen an den eigenen Highlights zu bedienen versuchte.)

Auch wenn es damals bereits Videos zu “As I Die” und “Pity The Sadness” (!) gab, vermittelt “Shades Of God” einen Eindruck von Paradise Lost aus der Zeit vor der ungesunden MTV-Präsenz, die der Band spätestens ab “Draconian Times” mit zum Verhängnis wurde. An dieser Stelle noch ein hochaufgerichteter Stinkefinger für’s kollektive Haareabschneiden!

Dieses Album ist eines dieser wenigen, die einen nahezu perfekten Soundtrack zu den dunkleren Jahreszeiten liefern. Hat mich auch schon durch einige depressive Phasen geleitet, in denen man sich merkwürdigerweise an der Faszination von der mit Tristesse verbundenen Schönheit der Musik wieder ein wenig hochziehen kann… Steht in der Reihe meiner All-Time-Favorites wohl auf ewig unter den ersten zehn.

“Lonely are my Tears of Pain
and I’m Punished by Their Cause
I’ll Rest on My Burning Throne
A Release I Move Towards is Eternal Sleep”
(Crying For Eternity)

Spearhead24



Bolt Thrower - TheIVth Crusade (& Spearhead EP)
November 9, 2006, 7:59 Uhr nachmittags
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Ende ‘92 legten Bolt Thrower mit ihrem vierten Album, naheliegenderweise “The IVth Crusade” betitelt, ihr bisheriges Meisterwerk vor, das sie wohl auch nie wieder toppen werden können (auch wenn “…For Victory” und “Honour - Valour - Pride” verdammt nah dran waren). Klar, “War Master” war ein starkes Album, allerdings gab es da noch deutliche Defizite im Songwriting und bei der Produktion. Letzteres Manko hat man unter der Mithilfe von Colin Richardson nun völlig ausgemerzt und “The IVth Crusade” in ein dichtes, fettes Soundgewand verpacht. Waren es auf “War Master” vor allem eher die vereinzelt auftretenden “Über-Songs”, die zu begeistern wussten (”Profane Creation”, “Cenotaph” etc.), so kommt “The IVth Crusade” wie aus einem Guss daher, ohne wesentliche Schwächen oder gar Ausfälle. Bolt Thrower haben es geschafft, die Entwicklung vom Grindcore zum perfekten Death Metal mit diesem Album abzuschließen, ihren mächtigen Kriegsmaschinen-Sound an den richtigen Stellen mit Melodien zu bereichern, ohne die Brutalität und Vehemenz einzubüßen. Blastbeats sucht man hier also vergebens, und obwohl ich normalerweise Speed & Aggression dem Wohlklang vorziehe, besitzt “The IVth Crusade” ein solch optimales Arrangement von Härte und Melodie, dass es (seit Jahren) meinen absoluten All-Time Favoriten unter den Metal-Alben darstellt. Da kommt einfach sonst niemand mehr dran.

Eröffnet wird “The IVth Crusade” von seinem Titelsong, der bis heute ein Highlight im Live-Set von Bolt Thrower darstellt. Hier wird praktisch die Art Song vorausgenommen, die mit dem Titeltrack von “…For Victory” die Perfektion erreichte, zunächst melodisch und bedächtig, sich zum Refrain hin bedrohlich steigernd, um nach kurzem Sturm wieder melodiös auszuklingen. Über das fulminante “Icon” geht’s weiter zu “Embers”, dem nächsten Glied in der Kette “In Battle There’s No Law / World Eater / Cenotaph / …”. Relativ primitive, aber mächtige Death Metal-Dampfwalze, leider völlig unterbewertet. Es folgt das nicht ganz so starke “Where Next To Conquer”, das auch den schwächsten Song des Albums darstellt. Klingt in seinem High-Speed-Part ein wenig wie eine Rückbesinnung zu “War Master”. “As The World Burns” ist dann wieder etwas gemäßigter, wobei hier in den schnelleren Abschnitten wieder wie schon bei “Embers” mittels eines Killerriffs gewalzt wird (Randbemerkung: wenn man Fear Factory auf “Soul Of A New Machine” Bolt Thrower-Einflüsse nachweisen will, sollte man mal besagte Teile von “As The World Burns” und FF’s “Escape Confusion” vergleichen, da wird’s deutlich.) “This Time It’s War” schafft das, was bei “Where Next To Conquer” nicht so gut gelungen ist, nämlich die Symbiose von Melodie, Geschwindigkeit und BT-Soundwand in den jeweils optimalen Dosen. Weiter geht’s mit dem schnellen Stampfer “Ritual”, bevor das unheilvolle “Spearhead” alles zermalmt, was nicht schnell genug aus der Reichweite hüpft. Würde ich gerne mal live hören! Das wieder etwas gemäßigtere, aber dennoch formvollendete “Celestial Sanctuary” und “Dying Creed” bilden dem Abschluss, bevor “The IVth Crusade” mit dem schleppenden Outro “Through The Ages” ausklingt, ein nachdenklich stimmendes, akustisches Mahnmal (wie bereits “Cenotaph”, aber eindringlicher), bei dem so ziemlich alle großen Kriege der letzten 2000 Jahre Menschheitsgeschichte mit Datum aufgezählt werden. Es gibt also auf Jahre hin genug inhaltlichen Stoff für BT-Lyrics…

An dieser Stelle sei noch auf die ebenfalls essentielle “Spearhead” EP hingewiesen, die einen “Extended Remix” von “Spearhead” (ca. 2 Minuten mehr Zermalmung! Geil!) sowie die beiden nicht auf dem Album enthaltenen Tracks “Crown Of Life” und “Lament” enthält. “Crown Of Life” reiht sich nahtlos in die Reihe der hochklassigen Up-Tempo-Tracks auf “The IVth Crusade” ein, während “Lament” für Bolt Thrower Verhältnisse schon fast “romantisch” ist, sehr melodisch und hymnisch, im Gegensatz zum ebenfalls langsamen “Through The Ages” aber viel “wärmer”. Dazu gibt’s auf der EP noch das bereits bekannte “Dying Creed”, nur der Vollständigkeit halber. Mit diesen zwei bzw. drei mehr oder weniger anderen Tracks wäre “The IVth Crusade” noch ein wenig perfekter…

Spearhead24




Bolt Thrower - Honour - Valour - Pride-
November 9, 2006, 7:58 Uhr nachmittags
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Nachdem sich die britischen Deathmetal-Gods zuletzt 1998 recht eindrucksvoll mit “Mercenary” zurückgemeldet hatten, durfte man gespannt sein, ob es ihnen mit dem Folgewerk gelingen würde, die Schwachstellen von “Mercenary” auszumerzen und ggf. auch ein paar mehr absolute Highlightsongs als drei Jahre zuvor abzuliefern (wie etwa “Mercenary” oder “No Guts, No Glory”). Wer die Möglichkeit nutzte, sich den Vorab-Track “Inside the Wire” (u. a. auf der Rock Hard Dynamit-CD) zu Gemüte zu führen, dürfte überzeugt gewesen sein, dass diese Hoffnungen nicht enttäuscht werden würden. Aber dann…. kam alles noch viel besser!

Bereits der (in bester Bolt Thrower-Manier) “plattwalzende” und eigentlich ein wenig primitiv gestrickte Opener “Contact - Wait Out” macht bereits unmissverständlich klar: dieses Album macht keine Gefangenen. Der neue Shouter Dave Ingram (Ex-Benediction) fügt sich nahtlos in die von Karl Willets hinterlassene Lücke ein und verleiht den mächtigen Songs noch eine Kante mehr Brutalität, wobei diese allerdings nach wie vor in erster Linie von der (endlich wieder völlig massiven) Gitarrenwand beigesteuert wird. Ein großes Lob muss auch für die druckvolle Produktion (die Band & Andy Faulkner) gemacht werden, die zwar nicht an die Intensität von “The IVth Crusade” heranreicht, aber die beiden Vorgängeralben klar in den Schatten stellt. Zur Höchstform laufen Bolt Thrower bei den Tracks auf, bei denen sie ihre majestätisch-melodische Seite mit der brutalen optimal wechseln und kombinieren (”7th Offense”, “K-Machine”). Letzterer Track stellt dann auch meiner Meinung nach das absolute Highlight des Albums dar, denn hier haben Bolt Thrower absolute Maßarbeit geliefert, einen Song, der an die Vertonung eines alles niederwalzenden Kriegsungetüms erinnert (und wie bereits z. B. “Tank Mk. I” einen entsprechenden Namen trägt). (Empfindliche Pazifisten mögen bitte das Vokabular entschuldigen.) Und wenn man gerade daran dachte, die Highlights hinter sich zu haben, gibt einem das (bei der gewöhnlichen CD) abschließende “Pride”, das wie ein Resümee nochmals alle Schattierungen des typischen Bolt Thrower-Sounds in sich vereint, den Rest. Den bereits bekannten Böller am Schluss hätte man sich allerdings sparen können.

Fans sei noch die (diesmal etwas aufwändigere) Digi-Pack Version mit dem Bonustrack “Covert Ascension” empfohlen, der das Level der regulären Album-Tracks problemlos hält.

Als Kritikpunkte bleiben eigentlich nur die etwas zu offensichtliche Anlehnung von “Inside the Wire” an “No Guts, No Glory” und das nicht sonderlich originelle Schlachten-Cover, das Erinnerungen an “Realm of Chaos” weckt. Insgesamt ist “Honour - Valour - Pride” das erste Album seit “The IVth Crusade” ohne Durchhänger (auf einen Nachfolger zum etwas schwachbrüstigen “Powder Burns” haben Bolt Thrower glücklicherweise verzichtet). Damit hat sich die Band die Messlatte für das nächste Album verdammt hoch gelegt; es ist zu hoffen, dass sie dieses Level zumindest noch lange halten (kann man da überhaupt noch was drauflegen?).

Spearhead24



Bloodbath -Resurrection Through Carnage-
November 9, 2006, 7:56 Uhr nachmittags
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Na, mal wieder angepisst wegen des Mülls, der heutzutage (auch in der Metalszene) so als “Musik” verbreitet und abgefeiert wird? Gelüste nach in alten Tagen gefertigter Qualitätsware? Aber alle Highlights aus der Death-Metal-Hochphase Skandinaviens bereits in und auswendig gehört? Dann solltet ihr hier zugreifen, denn diese All-Star-Band um Mikael Akerfeldt (Opeth), Anders Nyström, Jonas Renske (beide Katatonia) und Dan Swanö (Ex-Edge Of Sanity und vieles mehr…) beschert uns mit diesem Album eine Huldigung an die Zeit, als Entombed, Unleashed, Dismember, Edge Of Sanity u.v.a. sowie unzählige Nachzügler und Nachahmer eine zunächst nicht zu bändigende Death-Metal-Welle lostraten, die letztendlich allerdings wohl mangels anhaltender Qualität und durch das Aufkommen des Black Metal wieder verebbte. Nichtsdestotrotz führt dieses Album zurück zum Beginn der 90er und wäre mit Sicherheit, falls damals erschienen, ein weiterer Klassiker in der Reihe der Releases o. g. Bands geworden. Kein Wunder, denn hier sind Könner am Werk.

Meister Akerfeldt grunzt fürstlich durch die 10 Tracks, die von Tausendsassa Swanö an den Drums (!) grundsolide und schnörkellos nach vorne gepeitscht werden, während Gitarren und Bass für eine mächtige Soundwand sorgen, nicht zuletzt aufgrund der unheimlich fetten (aber vielleicht etwas “trockenen”) Produktion (die genauso “Retro” ist wie das Songmaterial…).

Letzteres überzeugt, wie bereits angedeutet, eben vor allem durch seine Authentizität, wobei dies den Abwechslungsreichtum mit einbezieht. So finden sich hier neben flotteren Krachern wie “So You Die”, oder “The Soulcollector” auch eher gebremstere Teile wie “Mass Strangulation”, “Buried By The Dead” oder “Like Fire” (primitives Killerriff!). Vor allem diese machen das Album ggf. auch für Fans von Six Feet Under oder Obituary interessant, die sonst nicht sonderlich viel vom Elchtod halten. Aber eigentlich sind alle Songs im Tempobereich letztlich mehr oder weniger variabel gehalten, wobei die geschickt eingestreuten, melodischen Leads das Gesamtbild verfeinern. Well done!

Eine gelungene Hommage an die alten Tage, die Spaß und Lust auf mehr macht. Also, ihr Dismembers und Entombeds des 21. Jahrhunderts, wie wär’s mit einer (ernsthaften) Rückbesinnung?

Spearhead24



DRAGONLORD - RAPTURE
November 9, 2006, 7:42 Uhr nachmittags
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Dragonlord sind das Black Metal-Projekt von Testament-Klampfer Eric Peterson, der hier auch für die Vocals zuständig ist (und sich dabei durchaus achtbar schlägt). Mit an Bord sind u. a. auch Testament-Kollege Steve Smyth und Basser Steve DiGiorgio (Sadus, Death etc.). Zeugen des Dragonlord-Gigs beim W.O.A. 2002 (der ausschlaggebend dafür war, dass ich mir die CD zugelegt habe) durften fast das komplette Album live erleben (ohne DiGiorgio) und sollten bestätigen können, dass in dieser Kapelle einiges an Potential steckt.

Doch zum eigentlichen Album: die ersten Klänge des Openers “Unholyvoid” (nach dem schönen Keyboard-Intro “Vals de la Muerte”) verunsichern einen beim ersten Hören noch, denn es klingt unüberhörbar wie Black-Metal, bei dem die Thrash-Roots der Musiker hervorstechen. Es gibt im Verlauf des Album noch ein paar mehr Stellen bzw. Ideen, die eigentlich auch gut (besser?) zu Testament gepasst hätten. Etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings muss man Peterson (der, abgesehen von “Vals…”, sämtliche Musik geschrieben hat) zu Gute halten, dass einem zu keinem Zeitpunkt besondere COF- oder Dimmu Borgir-Anleihen o. ä. übel aufstoßen (die Einsprengsel. von cleanem (Chor-)Gesang kommen dann aber doch nicht so doll, das sollte man lieber Bands wie Emperor bzw. deren Nachfolgern überlassen).

Insgesamt werden sieben Songs vom Stapel gelassen, die alle über ein gesundes Maß an Originalität und Qualität verfügen, ohne Ausfälle. Als Highlight könnte man vielleicht “Spirits in the Mist” hervorheben. Zu kritisieren wären meiner Meinung nach der Mix (meine Dimmu-verwöhnten Lauscher melden, dass die Keyboards und der Rest etwas besser hätten zusammengemixt werden können) und die etwas knappe Spielzeit (ca. 35 min). Dafür gibt’s allerdings auch ein hübsch gestaltetes Booklet…

Spearhead24




Dismember - Like An Ever Flowing Stream-
November 9, 2006, 7:41 Uhr nachmittags
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Ehrlichgesagt habe ich nie verstanden, weshalb um die als Death-Metal-Gods gehandelten Entombed so ein Rummel gemacht wurde. Klar, ein paar nette Songs haben sie geschrieben, allerdings nie die Intensität und Brutalität von Bands wie Unleashed oder Dismember erreicht. Und letztere haben anno 1991 mit ihrem Debut einen Klassiker des schwedischen Death Metals abgeliefert, der sich gewaschen hat. (Stichwort “waschen”: die Blut- bzw. Ketchupbad-Bilder im Booklet sind ober-peinlich!).

Drummer Fred Estby und Thomas Skogsberg haben die acht bzw. zehn Death Metal-Walzen in ein unheimlich fettes Soundgewand verpackt, indem besonders die Kracher “Override Of The Overture”, “Bleed For Me”, “Dismembered” (lasst euch hier nicht von dem melodiösen Intro irreleiten! Früher oder später bricht die Hölle los…) und “Skin Her Alive” allerheftigst zur Geltung kommen. Nicht-Eingeweihte haben spätestens jetzt gemerkt, dass die Lyrics, ebenso wie die Musiker auf den Bandfotos (- hierzu ein interessantes Detail: nur drei posen besudelt, die anderen zwei hatten wohl verständlicherweise keinen Bock drauf und halten sich im Hintergrund; vielleicht auch war Frontmann Matti seine Körperfülle peinlich…-), ziemlich mit rotem Körpersaft triefen. Wegen “Skin Her Alive” gab’s damals sogar Ärger mit der britischen Justiz, allerdings konnte man glücklicherweise die Zensur damals abwenden.

Erwähnenswert wären vielleicht noch die beiden CD-Bonustracks, von denen zumindest “Deathevocation” eine gelungene Bereicherung zum “Normalprogramm” des Albums ist. Aber das dürfte mittlerweile eh’ in anderer Form wiederveröffentlicht sein.

Eigentlich hätte diesem Album der Titel “Death Metal”, den Dismember erst ein paar Alben später verwendeten, besser zu Gesicht gestanden. (Was wäre gewesen, wenn Bolt Thrower “Realm Of Chaos” mit diesem Mördersound aufgenommen hätten?!?) br>

Spearhead24