Archiv für die Kategorie ‘Platten - Metal’

Demolition Hammer – Tortured Existence

November 29, 2006

Würden Metal-Alben vornehmlich nach dem Cover gekauft, hätten wir es hier mit einem Ladenhüter erster Klasse zu tun. Glücklicherweise sollte man hier vom Äusseren nicht auf den Inhalt schließen, denn dann entginge einem ein sehr ordentliches Thrash-Album. Nachdem sie offenbar im Demo-Bereich ziemlich mies abgeschnitten hatten, hoben Demolition Hammer mit ihrem Debut die Leistungskurve an und packten darauf einige hochklassige Songs. Angefangen beim Opener „44 Caliber Brain Surgery“ laufen DH vor allem in der Mitte des Albums mit dem Triumvirat „Crippling Velocity“ (!!!), „Infectious Hospital Waste“ und „Hydrophobia“ zur Höchstform auf. Hervorheben kann man vielleicht noch den Abschluss-Track „Cataclysm“, der Rest ist eher Durchschnitt. Stilistisch dürfte dieses Album in etwa in die Nachbarschaft von Malevolent Creation’s „The Ten Commandments“ einzuordnen sein, was auch aufgrund der gemeinsamen Produktionsstätte Morrisound nahe liegt. („Crippling Velocity“ hätte sich gut neben „Multiple Stab Wounds“ gemacht.)

Qualitativ wurde „Tortured Existence“ übrigens weitaus von seinem Nachfolger „Epidemic Of Violence“ überboten, bevor sich DH mit dem Drittwerk „Time Bomb“ und ohne Monster-Drummer Vinny Daze (R.I.P.) in die Bedeutungslosigkeit manövrierten…

Spearhead24

Edge Of Sanity -The Spectral Sorrows-

November 19, 2006



Bereits auf ihrem zweiten Album „Unorthodox“ hatten Edge Of Sanity mit ihrem anspruchsvollen, melodischen Death Metal angedeutet, welches Potential in ihnen steckt. Auf dem Drittwerk „The Spectral Sorrows“ ist es ihnen gelungen, dieses Potential auch völlig zu entfalten.

Die ersten vier Songs (nach dem Instrumetal-Intro / Titeltrack) sind allesamt auf höchster Qualitätsstufe, angefangen beim flotten „Darkday“ über das brutale „Livin’ Hell“ zur Hymne „Lost“ und das geniale „The Masque“ (mein Favorit!). Es folgt eine recht nette Version vom Manowar’s (!) „Blood Of My Enemies“, die allerdings (natürlich) nicht die Majestät des Originals erreicht und ruhig etwas flotter hätte ausfallen dürfen. „Jesus Cries“ (mit Bonbon für Sadisten / Satanisten: Hammerschläge und Gekreische), „Across The Fields Of Forever“ und „On The Other Side“ setzen den hohen Qualitätsstandard ein wenig niedriger fort, bevor mit dem gelungenen Gothic/Wave-Song „Sacrificed“ die nächste Überraschung folgt. Macht sich trotz des Stilwechsels wirklich gut. „Waiting To Die“ und „Feedin’ The Charlatan“ (mit Leadvocals von Gitarrist Dread) sind dann nicht mehr ganz so stark, als Abschluss gibt’s mit „A Serenade For The Dead“ noch ein Instrumental-Outro.

Besonders hervorzuheben wäre noch die fette Produktion, aus der leider die Snare unangenehm heraussticht. Da die Band selbst die Knöpfchen in der Hand hatte, dürfte Dan Swanö hier maßgeblichen Einfluss gehabt haben.

Alles in allem ein bärenstarkes Album, das bei gleichbleibendem Level (der ersten 4-6 Songs) das Zeug zum Klassiker hätte.

Spearhead24

SOLSTICE – SOLSTICE

November 19, 2006



Wie bereits im Review zu Malevolent Creation’s „Stillborn“ erwähnt, zockten bei dieser Combo aus Miami, Florida (nicht zu verwechseln, es gibt / gab (?) auch eine gleichnamige Band aus Europa) die im gleichen Jahr (1992) auch bei M.C. auftretenden Rob Barrett und Alex Marquez. Und diese Namen bürgen hierbei für Qualität! Geboten wird feinster, hasserfüllter Florida-(Death)-Thrash mit Hardcore-Einflüssen (denen man u. a. mit dem gelungenen Cover von Carnivore’s „S.M.D.“ Tribut zollt). Angetrieben vom Marquez’ unvergleichlichem Drumming (mit dem er auch Resurrection’s „Embalmed Existence“ veredelte) und Barrett’s aggressiven Vocals hauen die Amis der geneigten Hörerschaft neun akkustische Dreschflegel um die Ohren, meist im oberen Tempobereich angesiedelt, allerdings niemals zu stumpf drauflosbolzend, sondern stets mit geschickt eingestreuten Variationen und Moshparts. Tracks wie z. B. „Cleansed of Impurity“ oder „Survival Reaction“ sind Hassgeschosse erster Kajüte. Kein Wunder, wenn man sich die Thanx-Liste der Einflüsse im Booklet betrachtet (u. a. Slayer, Possessed, Exodus, Terrorizer etc.)

Der Sound ist übrigens sehr transparent und (trotz Morrisound und dem Mitwirken von Scott Burns als Engineer) nicht ganz so wuchtig und fett wie die meisten Morrisound-Erzeugnisse aus dieser Zeit. Tut der Gesamtwirkung aber keinen nennenswerten Abbruch. Positiv zu erwähnen wären noch die Lyrics, so kritisiert z. B. „Plasticized“ den würdelosen Umgang mit älteren Menschen und „Cleansed of Impurity“ verarbeitet die Wut über die Zustände, die zu den (damaligen) Unruhen in L. A. führten. Ach ja, die Spielzeit von knapp über einer halben Stunde ist leider nicht sehr üppig ausgefallen („Reign-in-Blood-Syndrom“ ;-) ), andererseits hätte eine längere Spieldauer vielleicht auch negativ auf die vorhandenen Tracks gewirkt (soll heißen, mehr als eine halbe Stunde Gedresche kann auch langweilig werden).

Das 1995 nachfolgende Album „Pray“ fiel dann leider nicht mehr so stark aus, was an Barrett’s Ausscheiden (abgesehen von Gastauftritten bei zwei Songs) gelegen haben könnte.

Wer Malevolent Creation’s „Retribution“ mag, sollte sich diesen Hammer (mit einem, praktisch als Sahnehäubchen, genialen Repka-Cover) gleich daneben stellen! „Get down on your knees, suck it!“ (Cleansed of Impurity)

Spearhead24

Diabolic -Subterraneal Magnitude-

November 19, 2006



Mal wieder eines dieser Alben, bei dem man sich nicht von der Tracklist auf dem Backcover irreleiten lassen sollte. Denn während man nach dem Klavier-Intro von „Vassago“ eigentlich auf einen naheliegenden (d. h. furiosen) Beginn wartet, wird dieser Eingangstrack erst mal unerwartet doomig fortgeführt, und auch hinter dem folgenden „Forewarning“ verbirgt sich ein weiteres (kurzes) Intro. Dann endlich bricht mit Track Nr. 3 die eigentlich erwartete Hölle über den mittlerweile ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch trommelden Hörer herein. Und wie! Mit „Extinction Level Event“ und den folgenden „Failed Extraction“ und „Deadly Deception“ gibt’s drei gnadenlose Death Metal-Bretter um die Ohren, die sich gewaschen haben, ehe es (mit dem Beginn von) „Fleshcraft“ mal eine merkliche (kurze) Verschnaufpause gibt (hält nicht lange!).

Wie bereits angedeutet, gehen Diabolic nur wenn nötig vom Gaspedal, allerdings immer an den richtigen Stellen, so dass es nie eintönig wird. Man führt also den auf „Supreme Evil“ eingeschlagenen Weg konsequent fort, wobei mir „Subterraneal Magnitude“ besser gefällt. Warum eigentlich? Hmm, wahrscheinlich, weil die Mannen um Drum-Tier Aantar „Blastmaster“ Coates (dem gebührt wahrlich dieser Name!) hier einfach die besseren Songs verewigt haben… Von diesen gibt’s übrigens neben den oben genannten noch 5 weitere auf diesem Album, wobei vielleicht „Necromancer Of the Ancient Arts“ noch einen Tick geiler (weil brutaler…) als seine 4 „Kollegen“ rüberkommt.

Wem Hate Eternal und Morbid Angel zusagen, der sollte sich dieses Brett von rasantem Florida Death Metal nicht entgehen lassen!

Spearhead24

Destruction – The Antichrist

November 19, 2006

Standen Destruction beim Erstellen des Vorgänger-Werkes „All Hell Breaks Loose“ noch unter dem Druck, sich nach der langen „Pause“ (d. h. vor der Reunion im 2/3-Classic-LineUp) erstmal wieder beweisen zu müssen, dürfte das bei „The Antichrist“ eine weitgehend entspanntere Angelegenheit geworden sein. Nach diversen gelungenen Comeback-Shows konnten sich Schmier & Co. ihrer Sache bedeutend sicherer sein, und das hat dem Album sichtlich gut getan. Auch wenn manch einer im Nachgang „All Hell…“ herunterspielen mag, war es kein schwaches Album, „The Antichrist“ präsentiert halt eine wesentlich besser eingespielte Band mit verbessertem Songwriting.

Kuriosum an Rande: die Erstauflage von „The Antichrist“ wurde nicht nur mit kackbraunem Pappschuber anstatt schwarzem produziert, sondern auch mit verkehrter Tracklist (so ein Exemplar hab’ ich nämlich). Es eröffnet hier also, nach kurzem Intro, „Dictators Of Cruelty“ (man beachte die Lyrics, die seit der ins Unermessliche gestiegenen Arroganz gewisser US-Politiker an Brisanz gewonnen haben….) und macht vor dem eigentlichen Opener „Thrash ‘Til Death“ (Primitiv-Thrash-Keule, wunderbarer Motto-Song) eine gute Figur. Es folgen weitere acht Klasse-Songs ohne jeglichen Ausfall, von denen eigentlich keiner besonders herausragt, „Nailed To The Cross“ gehörte schon vor der Veröffentlichung des Albums zum Live-Set. Der Knüppel-Fraktion seien „Godfather Of Slander“ und „The Heretic“ ans Herz gelegt. Zum Abschluss gibt’s als Track Nr. 66 (gääähhhn!) ein Remake des wahrscheinlich kultigsten Destruction-Werks „Curse The Gods“ (zieht euch auch mal die Defleshed-Version rein).

Technisch gibt’s, wie zu erwarten war, nix zu meckern, von Meister Tägtgren’s Produktion bis zum spielerischen Können alles optimal. Auch das Album-Cover (angelehnt an „Infernal Overkill“) macht sich sehr gut.

Ach so, es gibt doch noch etwas zu bemängeln: wo ist die Cover-Version von The Exploited’s „Fuck The USA“?! Wurde zwar später anderweitig veröffentlicht, muss hier aber als essentieller Ausstand gewertet werden.

Spearhead24

Paradise Lost -Shades Of God-

November 19, 2006



„Musik aus dem blauen Kellergewölbe“

So in etwa ließe sich der Inhalt dieses Albums vielleicht treffend beschreiben. Zumindest beim Hören solcher dunklen Kunstwerke wie „Crying For Eternity“, „Embraced“, „No Forgiveness“, „Your Hand In Mine“ oder (den in punkto „Hitpotential“ Nachfolger von „Eternal“) „As I Die“ kommen mir unweigerlich solche Bilder in den Sinn. („Keller“ wahrscheinlich wegen des leichten Halls auf Vocals und Drums…)

Als Zwischenstadium zwischen dem Aufsehen erregenden „Gothic“ und dem Durchbruch „Icon“, war „Shades Of God“ so etwas wie eine gelungene Mischung aus Vorgänger und Nachfolger. Trist, düster, überwiegend in mäßigem Tempo gehalten, wesentlich besser produziert als „Gothic“, allerdings auch merklich „kühler“ als „Icon“ und alles in allem eine gelungene Symbiose aus Heavyness und Schwermut.

Die auch hier allgegenwärtigen, melodiösen Leads von Gregor MacIntosh fügen sich ebenso perfekt in die unnachahmliche Atmosphäre dieses (im Vergleich zu den Nachfolgern) ungeschliffenen Meisterwerks ein wie Nick Holmes’ raue Vocals (weniger krächzend als auf „Gothic“) und dessen düstere Lyrics (siehe Kostprobe unten). Trotz der durchgängigen Stimmung ist für Abwechslung gesorgt, in Form von Up-Tempo Parts bzw. Einbringung eines kompletten, fast thrashigen Songs („Pity The Sadness“). (Selbiger wurde ja überflüssigerweise auf dem „Draconian Times“- Album in Form des Plagiats „Once Solemn“ auf peinliche Weise wieder aufgewärmt, leider ein deutliches Indiz, dass man sich damals mangels Ideen an den eigenen Highlights zu bedienen versuchte.)

Auch wenn es damals bereits Videos zu „As I Die“ und „Pity The Sadness“ (!) gab, vermittelt „Shades Of God“ einen Eindruck von Paradise Lost aus der Zeit vor der ungesunden MTV-Präsenz, die der Band spätestens ab „Draconian Times“ mit zum Verhängnis wurde. An dieser Stelle noch ein hochaufgerichteter Stinkefinger für’s kollektive Haareabschneiden!

Dieses Album ist eines dieser wenigen, die einen nahezu perfekten Soundtrack zu den dunkleren Jahreszeiten liefern. Hat mich auch schon durch einige depressive Phasen geleitet, in denen man sich merkwürdigerweise an der Faszination von der mit Tristesse verbundenen Schönheit der Musik wieder ein wenig hochziehen kann… Steht in der Reihe meiner All-Time-Favorites wohl auf ewig unter den ersten zehn.

„Lonely are my Tears of Pain
and I’m Punished by Their Cause
I’ll Rest on My Burning Throne
A Release I Move Towards is Eternal Sleep“
(Crying For Eternity)

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Bolt Thrower – TheIVth Crusade (& Spearhead EP)

November 9, 2006



Ende ‘92 legten Bolt Thrower mit ihrem vierten Album, naheliegenderweise „The IVth Crusade“ betitelt, ihr bisheriges Meisterwerk vor, das sie wohl auch nie wieder toppen werden können (auch wenn „…For Victory“ und „Honour – Valour – Pride“ verdammt nah dran waren). Klar, „War Master“ war ein starkes Album, allerdings gab es da noch deutliche Defizite im Songwriting und bei der Produktion. Letzteres Manko hat man unter der Mithilfe von Colin Richardson nun völlig ausgemerzt und „The IVth Crusade“ in ein dichtes, fettes Soundgewand verpacht. Waren es auf „War Master“ vor allem eher die vereinzelt auftretenden „Über-Songs“, die zu begeistern wussten („Profane Creation“, „Cenotaph“ etc.), so kommt „The IVth Crusade“ wie aus einem Guss daher, ohne wesentliche Schwächen oder gar Ausfälle. Bolt Thrower haben es geschafft, die Entwicklung vom Grindcore zum perfekten Death Metal mit diesem Album abzuschließen, ihren mächtigen Kriegsmaschinen-Sound an den richtigen Stellen mit Melodien zu bereichern, ohne die Brutalität und Vehemenz einzubüßen. Blastbeats sucht man hier also vergebens, und obwohl ich normalerweise Speed & Aggression dem Wohlklang vorziehe, besitzt „The IVth Crusade“ ein solch optimales Arrangement von Härte und Melodie, dass es (seit Jahren) meinen absoluten All-Time Favoriten unter den Metal-Alben darstellt. Da kommt einfach sonst niemand mehr dran.

Eröffnet wird „The IVth Crusade“ von seinem Titelsong, der bis heute ein Highlight im Live-Set von Bolt Thrower darstellt. Hier wird praktisch die Art Song vorausgenommen, die mit dem Titeltrack von „…For Victory“ die Perfektion erreichte, zunächst melodisch und bedächtig, sich zum Refrain hin bedrohlich steigernd, um nach kurzem Sturm wieder melodiös auszuklingen. Über das fulminante „Icon“ geht’s weiter zu „Embers“, dem nächsten Glied in der Kette „In Battle There’s No Law / World Eater / Cenotaph / …“. Relativ primitive, aber mächtige Death Metal-Dampfwalze, leider völlig unterbewertet. Es folgt das nicht ganz so starke „Where Next To Conquer“, das auch den schwächsten Song des Albums darstellt. Klingt in seinem High-Speed-Part ein wenig wie eine Rückbesinnung zu „War Master“. „As The World Burns“ ist dann wieder etwas gemäßigter, wobei hier in den schnelleren Abschnitten wieder wie schon bei „Embers“ mittels eines Killerriffs gewalzt wird (Randbemerkung: wenn man Fear Factory auf „Soul Of A New Machine“ Bolt Thrower-Einflüsse nachweisen will, sollte man mal besagte Teile von „As The World Burns“ und FF’s „Escape Confusion“ vergleichen, da wird’s deutlich.) „This Time It’s War“ schafft das, was bei „Where Next To Conquer“ nicht so gut gelungen ist, nämlich die Symbiose von Melodie, Geschwindigkeit und BT-Soundwand in den jeweils optimalen Dosen. Weiter geht’s mit dem schnellen Stampfer „Ritual“, bevor das unheilvolle „Spearhead“ alles zermalmt, was nicht schnell genug aus der Reichweite hüpft. Würde ich gerne mal live hören! Das wieder etwas gemäßigtere, aber dennoch formvollendete „Celestial Sanctuary“ und „Dying Creed“ bilden dem Abschluss, bevor „The IVth Crusade“ mit dem schleppenden Outro „Through The Ages“ ausklingt, ein nachdenklich stimmendes, akustisches Mahnmal (wie bereits „Cenotaph“, aber eindringlicher), bei dem so ziemlich alle großen Kriege der letzten 2000 Jahre Menschheitsgeschichte mit Datum aufgezählt werden. Es gibt also auf Jahre hin genug inhaltlichen Stoff für BT-Lyrics…

An dieser Stelle sei noch auf die ebenfalls essentielle „Spearhead“ EP hingewiesen, die einen „Extended Remix“ von „Spearhead“ (ca. 2 Minuten mehr Zermalmung! Geil!) sowie die beiden nicht auf dem Album enthaltenen Tracks „Crown Of Life“ und „Lament“ enthält. „Crown Of Life“ reiht sich nahtlos in die Reihe der hochklassigen Up-Tempo-Tracks auf „The IVth Crusade“ ein, während „Lament“ für Bolt Thrower Verhältnisse schon fast „romantisch“ ist, sehr melodisch und hymnisch, im Gegensatz zum ebenfalls langsamen „Through The Ages“ aber viel „wärmer“. Dazu gibt’s auf der EP noch das bereits bekannte „Dying Creed“, nur der Vollständigkeit halber. Mit diesen zwei bzw. drei mehr oder weniger anderen Tracks wäre „The IVth Crusade“ noch ein wenig perfekter…

Spearhead24


Bolt Thrower – Honour – Valour – Pride-

November 9, 2006



Nachdem sich die britischen Deathmetal-Gods zuletzt 1998 recht eindrucksvoll mit „Mercenary“ zurückgemeldet hatten, durfte man gespannt sein, ob es ihnen mit dem Folgewerk gelingen würde, die Schwachstellen von „Mercenary“ auszumerzen und ggf. auch ein paar mehr absolute Highlightsongs als drei Jahre zuvor abzuliefern (wie etwa „Mercenary“ oder „No Guts, No Glory“). Wer die Möglichkeit nutzte, sich den Vorab-Track „Inside the Wire“ (u. a. auf der Rock Hard Dynamit-CD) zu Gemüte zu führen, dürfte überzeugt gewesen sein, dass diese Hoffnungen nicht enttäuscht werden würden. Aber dann…. kam alles noch viel besser!

Bereits der (in bester Bolt Thrower-Manier) „plattwalzende“ und eigentlich ein wenig primitiv gestrickte Opener „Contact – Wait Out“ macht bereits unmissverständlich klar: dieses Album macht keine Gefangenen. Der neue Shouter Dave Ingram (Ex-Benediction) fügt sich nahtlos in die von Karl Willets hinterlassene Lücke ein und verleiht den mächtigen Songs noch eine Kante mehr Brutalität, wobei diese allerdings nach wie vor in erster Linie von der (endlich wieder völlig massiven) Gitarrenwand beigesteuert wird. Ein großes Lob muss auch für die druckvolle Produktion (die Band & Andy Faulkner) gemacht werden, die zwar nicht an die Intensität von „The IVth Crusade“ heranreicht, aber die beiden Vorgängeralben klar in den Schatten stellt. Zur Höchstform laufen Bolt Thrower bei den Tracks auf, bei denen sie ihre majestätisch-melodische Seite mit der brutalen optimal wechseln und kombinieren („7th Offense“, „K-Machine“). Letzterer Track stellt dann auch meiner Meinung nach das absolute Highlight des Albums dar, denn hier haben Bolt Thrower absolute Maßarbeit geliefert, einen Song, der an die Vertonung eines alles niederwalzenden Kriegsungetüms erinnert (und wie bereits z. B. „Tank Mk. I“ einen entsprechenden Namen trägt). (Empfindliche Pazifisten mögen bitte das Vokabular entschuldigen.) Und wenn man gerade daran dachte, die Highlights hinter sich zu haben, gibt einem das (bei der gewöhnlichen CD) abschließende „Pride“, das wie ein Resümee nochmals alle Schattierungen des typischen Bolt Thrower-Sounds in sich vereint, den Rest. Den bereits bekannten Böller am Schluss hätte man sich allerdings sparen können.

Fans sei noch die (diesmal etwas aufwändigere) Digi-Pack Version mit dem Bonustrack „Covert Ascension“ empfohlen, der das Level der regulären Album-Tracks problemlos hält.

Als Kritikpunkte bleiben eigentlich nur die etwas zu offensichtliche Anlehnung von „Inside the Wire“ an „No Guts, No Glory“ und das nicht sonderlich originelle Schlachten-Cover, das Erinnerungen an „Realm of Chaos“ weckt. Insgesamt ist „Honour – Valour – Pride“ das erste Album seit „The IVth Crusade“ ohne Durchhänger (auf einen Nachfolger zum etwas schwachbrüstigen „Powder Burns“ haben Bolt Thrower glücklicherweise verzichtet). Damit hat sich die Band die Messlatte für das nächste Album verdammt hoch gelegt; es ist zu hoffen, dass sie dieses Level zumindest noch lange halten (kann man da überhaupt noch was drauflegen?).

Spearhead24

Bloodbath -Resurrection Through Carnage-

November 9, 2006



Na, mal wieder angepisst wegen des Mülls, der heutzutage (auch in der Metalszene) so als „Musik“ verbreitet und abgefeiert wird? Gelüste nach in alten Tagen gefertigter Qualitätsware? Aber alle Highlights aus der Death-Metal-Hochphase Skandinaviens bereits in und auswendig gehört? Dann solltet ihr hier zugreifen, denn diese All-Star-Band um Mikael Akerfeldt (Opeth), Anders Nyström, Jonas Renske (beide Katatonia) und Dan Swanö (Ex-Edge Of Sanity und vieles mehr…) beschert uns mit diesem Album eine Huldigung an die Zeit, als Entombed, Unleashed, Dismember, Edge Of Sanity u.v.a. sowie unzählige Nachzügler und Nachahmer eine zunächst nicht zu bändigende Death-Metal-Welle lostraten, die letztendlich allerdings wohl mangels anhaltender Qualität und durch das Aufkommen des Black Metal wieder verebbte. Nichtsdestotrotz führt dieses Album zurück zum Beginn der 90er und wäre mit Sicherheit, falls damals erschienen, ein weiterer Klassiker in der Reihe der Releases o. g. Bands geworden. Kein Wunder, denn hier sind Könner am Werk.

Meister Akerfeldt grunzt fürstlich durch die 10 Tracks, die von Tausendsassa Swanö an den Drums (!) grundsolide und schnörkellos nach vorne gepeitscht werden, während Gitarren und Bass für eine mächtige Soundwand sorgen, nicht zuletzt aufgrund der unheimlich fetten (aber vielleicht etwas „trockenen“) Produktion (die genauso „Retro“ ist wie das Songmaterial…).

Letzteres überzeugt, wie bereits angedeutet, eben vor allem durch seine Authentizität, wobei dies den Abwechslungsreichtum mit einbezieht. So finden sich hier neben flotteren Krachern wie „So You Die“, oder „The Soulcollector“ auch eher gebremstere Teile wie „Mass Strangulation“, „Buried By The Dead“ oder „Like Fire“ (primitives Killerriff!). Vor allem diese machen das Album ggf. auch für Fans von Six Feet Under oder Obituary interessant, die sonst nicht sonderlich viel vom Elchtod halten. Aber eigentlich sind alle Songs im Tempobereich letztlich mehr oder weniger variabel gehalten, wobei die geschickt eingestreuten, melodischen Leads das Gesamtbild verfeinern. Well done!

Eine gelungene Hommage an die alten Tage, die Spaß und Lust auf mehr macht. Also, ihr Dismembers und Entombeds des 21. Jahrhunderts, wie wär’s mit einer (ernsthaften) Rückbesinnung?

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DRAGONLORD – RAPTURE

November 9, 2006



Dragonlord sind das Black Metal-Projekt von Testament-Klampfer Eric Peterson, der hier auch für die Vocals zuständig ist (und sich dabei durchaus achtbar schlägt). Mit an Bord sind u. a. auch Testament-Kollege Steve Smyth und Basser Steve DiGiorgio (Sadus, Death etc.). Zeugen des Dragonlord-Gigs beim W.O.A. 2002 (der ausschlaggebend dafür war, dass ich mir die CD zugelegt habe) durften fast das komplette Album live erleben (ohne DiGiorgio) und sollten bestätigen können, dass in dieser Kapelle einiges an Potential steckt.

Doch zum eigentlichen Album: die ersten Klänge des Openers „Unholyvoid“ (nach dem schönen Keyboard-Intro „Vals de la Muerte“) verunsichern einen beim ersten Hören noch, denn es klingt unüberhörbar wie Black-Metal, bei dem die Thrash-Roots der Musiker hervorstechen. Es gibt im Verlauf des Album noch ein paar mehr Stellen bzw. Ideen, die eigentlich auch gut (besser?) zu Testament gepasst hätten. Etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings muss man Peterson (der, abgesehen von „Vals…“, sämtliche Musik geschrieben hat) zu Gute halten, dass einem zu keinem Zeitpunkt besondere COF- oder Dimmu Borgir-Anleihen o. ä. übel aufstoßen (die Einsprengsel. von cleanem (Chor-)Gesang kommen dann aber doch nicht so doll, das sollte man lieber Bands wie Emperor bzw. deren Nachfolgern überlassen).

Insgesamt werden sieben Songs vom Stapel gelassen, die alle über ein gesundes Maß an Originalität und Qualität verfügen, ohne Ausfälle. Als Highlight könnte man vielleicht „Spirits in the Mist“ hervorheben. Zu kritisieren wären meiner Meinung nach der Mix (meine Dimmu-verwöhnten Lauscher melden, dass die Keyboards und der Rest etwas besser hätten zusammengemixt werden können) und die etwas knappe Spielzeit (ca. 35 min). Dafür gibt’s allerdings auch ein hübsch gestaltetes Booklet…

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Dismember – Like An Ever Flowing Stream-

November 9, 2006



Ehrlichgesagt habe ich nie verstanden, weshalb um die als Death-Metal-Gods gehandelten Entombed so ein Rummel gemacht wurde. Klar, ein paar nette Songs haben sie geschrieben, allerdings nie die Intensität und Brutalität von Bands wie Unleashed oder Dismember erreicht. Und letztere haben anno 1991 mit ihrem Debut einen Klassiker des schwedischen Death Metals abgeliefert, der sich gewaschen hat. (Stichwort „waschen“: die Blut- bzw. Ketchupbad-Bilder im Booklet sind ober-peinlich!).

Drummer Fred Estby und Thomas Skogsberg haben die acht bzw. zehn Death Metal-Walzen in ein unheimlich fettes Soundgewand verpackt, indem besonders die Kracher „Override Of The Overture“, „Bleed For Me“, „Dismembered“ (lasst euch hier nicht von dem melodiösen Intro irreleiten! Früher oder später bricht die Hölle los…) und „Skin Her Alive“ allerheftigst zur Geltung kommen. Nicht-Eingeweihte haben spätestens jetzt gemerkt, dass die Lyrics, ebenso wie die Musiker auf den Bandfotos (- hierzu ein interessantes Detail: nur drei posen besudelt, die anderen zwei hatten wohl verständlicherweise keinen Bock drauf und halten sich im Hintergrund; vielleicht auch war Frontmann Matti seine Körperfülle peinlich…-), ziemlich mit rotem Körpersaft triefen. Wegen „Skin Her Alive“ gab’s damals sogar Ärger mit der britischen Justiz, allerdings konnte man glücklicherweise die Zensur damals abwenden.

Erwähnenswert wären vielleicht noch die beiden CD-Bonustracks, von denen zumindest „Deathevocation“ eine gelungene Bereicherung zum „Normalprogramm“ des Albums ist. Aber das dürfte mittlerweile eh’ in anderer Form wiederveröffentlicht sein.

Eigentlich hätte diesem Album der Titel „Death Metal“, den Dismember erst ein paar Alben später verwendeten, besser zu Gesicht gestanden. (Was wäre gewesen, wenn Bolt Thrower „Realm Of Chaos“ mit diesem Mördersound aufgenommen hätten?!?) br>

Spearhead24


Usurper -Skeletal Season-

November 9, 2006



Ja, man kann es bereits am Bandnamen erkennen, diese Maniacs sind eindeutig von Celtic Frost beeinflusst, allerdings ohne als bloße Kopie dazustehen. Sicher, Frontmann Diabolical Slaughter (suuuper Pseudonym…) hat im Zweifelsfall auch die klassischen „Uuuhhs“ drauf, aber darauf beschränkt er sich bei Weitem nicht. Hmm, eigentlich gar nicht so einfach, diese Scheibe stilistisch einzuordnen… (immer diese Schubladen…). Irgendwo in der Schnittmenge Celtic Frost, Doom- und Black Metal würde ich tippen. Letzteres vor allem deshalb, da der „gute“(?) Slaughter an einigen Stellen regelrecht blackig daherkreischt („Dismal Wings Of Terror“, „Brimstone Fist“) und sich Drummer Dave Hellstorm (…ohne Kommentar…) dabei dreschtechnisch austoben darf.

Unabhängig vom Stil herrscht auf diesem Album durchgängig eine tief-morbide (Friedhofs-)Atmosphäre, die besonders bei den schleppenderen Tracks („Skeletal Season“, „Embrace Of the Dead“, „Cemetarian“(!), „Wolflord“) zum Tragen kommt. Vielleicht könnten sich sogar Freunde der ganz frühen Cathedral für diese Grusel-Songs begeistern. Im Gegensatz dazu wird aber, wie bereits angedeutet, auch oft genug losgeprügelt („Prowling Death“, „Brimstone Fist“).

Soundtechnisch wurden die 8 Tracks in ein Gewand Marke „bessere Garage“ verpackt, aber das dürfte durchaus gewollt sein und passt perfekt zu dem kultigen Auftreten der Chicagoer (im Gegensatz zu der Sonnenbrille, die einer von Ihnen auf dem Backcover, neben Nieten und Spikes wohlgemerkt, trägt). Im Booklet (geziert von einem stilvollen Friedhofs-Cover) wird übrigens sympatischerweise auch der textliche Hintergrund von „Shadowfiend“ und „Wolflord“ weitergegeben, beides europäische Werwolf-Stories aus dem 16. bzw. 18. Jahrhundert.

„Prowling Death“ stand, wenn ich mich recht erinnere, auf der allerletzten Deftone-CD, und genau damit bin ich auf Usurper aufmerksam geworden. Vielleicht hat die ja der ein oder andere noch zum Antesten griffbereit… Passt jedenfalls gut zur momentanen Jahreszeit, brrrr….

Spearhead24


Vader -Revelations-

November 9, 2006

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Wie bereits im meinem Review zu „Litany“ erwähnt, ist „Revelations“ weitaus weniger schnell und brachial ausgefallen als sein Vorgänger. Es ist wohl leider das Kreuz populärer Bands in „relativ“ extremen Gefilden, dass nach dem Abliefern eines (High-Speed-) Killer-Albums wie „Litany“ das Risiko umschifft werden muss, bei einem weiteren Album im gleichen oder ähnlichen Stil mit Klagen nach Abwechslung und Weiterentwicklung überschüttet zu werden. Schade. Was nicht heisst, dass Vader ihren Stil maßgeblich verändert hätten, er erscheint eben wesentlich kontrollierter. Um es plakativ auszudrücken: „Revelations“ ist sinngemäß eher Vader’s „Seasons In The Abyss“ als ihr „South Of Heaven“…

Die „Litany“-Fahne wird auf „Revelations“ am ehesten von Songs wie „Wolftribe“ oder „Whisper“ (Highlight!) hochgehalten, wobei „The Nomad“ gewissermaßen als Erbe von „Xeper“ als „gemäßigterer“ aber dennoch wuchtiger Song mit Killerriff durchgeht. Bei „The Code“ sind so was wie 80er-Jahre Thrash-Einflüsse vorhanden. Der (Digi-?)Bonustrack „Son Of Fire“ ist ebenfalls empfehlenswert, wobei auch die übrigen Songs eigentlich nicht übel sind, aber nie die Intensität von „Litany“ erreichen. Ein zweites „Cold Demons“ sucht man hier vergebens. Gravierendste Neuerung ist allerdings der Song „Revelation Of Black Moses“, der Vader von einer ganz anderen Seite zeigt, nämlich düster und eher schleppend. Durchaus gelungen, aber die Weiterführung ist absehbar. Mit zunehmender Popularität werden mehr solcher Songs zum Nachteil von Songs wie „Whisper“ auf den Vader-Alben auftauchen…

Die ultra-fette Produktion von „Litany“ ist übrigens (wie zu erwarten war) ebenfalls etwas zurückgeschraubt worden.

O. k., für die, dies noch nicht zwischen den Zeilen gelesen haben: gegenüber „Litany“ finde ich „Revelations“ eher enttäuschend, auch wenn das Album für sich gesehen durchaus stark ist. Aber ich mag Vader nun mal eher für ihr aggressives High-Speed-Geknüppel…

Spearhead24

Vader – Litany-

November 9, 2006



Boah, was für ein Brett! Wer auf Vader (so wie meine Wenigkeit) erst mit dem „Revelations“-Album aufmerksam wurde, hat definitiv bis dahin was verpasst und sollte sich schleunigst den Vorgänger (wenn man mal die „Reign Forever World“-EP außen vor lässt) daneben stellen. Auf diesem prügeln sich die Polen durch 11 brutale, oft pfeilschnelle, aber durchaus (auch ohne ein „Revelation of Black Moses“) ausreichend abwechslungsreiche Tracks; u. a. „Wings“, „Xeper“ und die Speed-Granaten „Cold Demons“ und „North“, um nur die absoluten Highlights zu nennen.

Bereits die ersten Töne des Openers „Wings“ geben ein prägendes Merkmal dieses Albums preis: einen Doc, der wie besessen seine Drums in Grund und Boden drischt, ausgestattet mit dem wohl fettesten Double-Bass-Sound, den eine Death-Metal-Scheibe je hatte (man stelle sich mal einen Dave Lombardo mit diesem Sound vor…). Dieser fügt sich gelungen in den ohnehin druckvollen, mächtigen Gesamtsound ein. In Verbindung mit dem durchweg hochklassigen Songmaterial ergibt das ein absolutes Death-Metal-Highlight (um nicht das Wort „Klassiker“ zu bemühen). Ein weiterer Pluspunkt ist dann auch noch, dass manche Passagen zwar etwas an Slayer oder Morbid Angel erinnern, man Vader im Großen und Ganzen aber attestieren muss, einen unverkennbaren Stil zu fahren und trotz aller allgegenwärtigen Brutalität und Raserei nie Langeweile aufkommen zu lassen. Die haben es einfach drauf, das Tempo an den richtigen Stellen zu variieren, ohne an Vehemenz einzubüßen.

Als Bonbon gibt’s dann noch das Video zu „Cold Demons“ mit auf der CD, begleitet von Discographie, Band-History etc. Der Clip (Panzer in allen Variationen in Aktion) dürfte wahrscheinlich besonders bei Pappnasen wie Marduk oder George W. Bush ankommen…

Stichwort Pappnasen: Nicht auszudenken, wenn die Herren von Slayer mal wieder richtig ihre Ärsche hochkriegen würden und etwas im Stile bzw. mit der Intensität von „Cold Demons“ abliefern würden… Und was wäre gewesen, wenn Sepultura nach „Arise“ mehr in die „Xeper“-Richtung gegangen wären, anstatt den Weg in die Belanglosigkeit zu finden…

Genug gemeckert (an dieser Stelle…), zurück zum Thema. Wer sich also beim Hören von „Revelations“ wünscht, dass (noch) öfter (vehementer) auf’s Gaspedal getreten würde, ist bei „Litany“ goldrichtig. Und wer überhaupt mal wieder Bock auf ein mächtiges, infernalisches Death-Metal-Gewitter hat, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Spearhead24

Witchery -Symphony For The Devil-

November 9, 2006



Very well done. Meister Jensen und seine makabren Gesellen legen mit „Symphony For The Devil“ ihr drittes Album (wenn man „Witchburner“ nicht mitzählt) und gleichzeitig wohl auch das reifste vor. Alle vertretenen 12 Songs (inkl. zwei Bonustracks) sind auf gleichbleibenden hochkarätigem Level angesiedelt und decken ein sehr vielfältiges Spektrum ab. Von speedigen Thrashern wie dem Opener „The Storm“ (Killer!) oder „Wicked“ über Stampfer wie „Inquisition“ und „Enshrined“ zu den Instrumentals „Bone Mill“ (hat was von Annihilator) und „Hearse Of The Pharaohs“. Über allem liegen die bekannt-krächzigen Vocals von Frontmann Toxine, der sein Gekreisch diesmal sehr songdienlich variiert. Klar, das ein oder andere Slayer-Riff gibt’s natürlich auch wieder zu hören, aber das ist aufgrund der durchgehend gelungenen Arrangements auch gut so. Natürlich werden wieder ein paar Gimmicks mit Augenzwinkern serviert, so z. B. das Gastspiel von Hank Sherman bei letztgenanntem Track (bei welcher Band war der noch mal…? :-) ) oder das Ausborgen von Dark Angel-Vokabular in „Shallow Grave“ (nette Huldigung). Und auf Songtitel wie „None Buried Deeper“ oder den Albumtitel muss man erst mal kommen…

Alles in allem finde ich, dass Witchery auf diesem Album perfekt demonstrieren, wie man die Einflüsse aus den Glanzzeiten des Metal (also vor allem 1980′er) zu einem zeitgemäßen Werk zusammenfliessen lassen kann, ohne Altbewährtes einfach wieder aufzuwärmen. Weiter so! Bleibt zu hoffen, dass Jensen auch weiterhin, trotz der Doppelbelastung (oder ist das ggf. gar keine?), in zwei Top-Bands zu spielen, solche Klasse-Alben (mit-)hinbekommt.

Spearhead24


RESURRECTION – EMBALMED EXISTENCE-

November 9, 2006



Hier haben wir es mit einem leider völlig untergegangenen Release aus dem Jahre 1993 zu tun. Man sollte sich von Bandlogo und Dan Seagrave-Cover nicht täuschen lassen, denn Resurrection aus Florida zockten auf ihrem Debüt-Album „Embalmed Existence“ eine abgefahrene, technische Mischung aus Thrash- und Death-Metal, die sich deutlich von Einheitsbrei des damaligen US-Death-Metals abhebt. Man könnte die Mucke vielleicht auch als „Obituary meets Malevolent Creation“-Mischung beschreiben, ohne damit der Band ihre Eigenständigkeit absprechen zu wollen. Geschickt werden hier wuchtiger Thrash und schleppender Death-Metal (oder auch alles umgekehrt :-) miteinander verbunden, angereichert durch raue, grimmige Vocals (kein langweiliges Gegrunze) und eine wie üblich fette, druckvolle Morrisound-/Scott Burns-Produktion. Beachtenswert auch die von (in diesem Fall Aushilfsdrummer) Alex Marquez (zu der Zeit noch bei Malevolent Creation und Solstice tätig) in bewährter Weise eingeprügelten Drums.

Das in Grau- und Blautönen gehaltene Seagrave-Cover passt allerdings gut zur gesamten Atmosphäre des Albums, das seine Düsternis auch aus den geschickt eingestreuten, schleppenden Parts (man höre den Titeltrack sowie das fiese „Smell Of Blood“) sowie dezenten Piano-Akkorden(!!) bezieht. Als weitere Besonderheit kommen die völlig verrückten „Spoken Words“-Stücke dazu, die die einzelnen Songs umfassen. Ein Typ mit abgedrehter Stimme gibt ebensolche Story-Fragmente zum Besten. Außerdem hervorzuheben wäre noch die imposante Coverversion des Kiss-Klassikers „War Machine“, der die Jahre später in die Welt gesetzte Six Feet Under-Version nicht im Geringsten das Wasser reichen kann. Sorry Mr. Barnes, hättet ihr euch also sparen können.

Wie schon angedeutet, fand dieses Album leider nicht die ihm gebührende Resonanz und Anerkennung, so dass es meines Wissens nach keine Fortsetzung gab. Liebhaber von Malevolent Creation’s „Retribution“ und sonstigen Werken mit Marquez’scher Beteiligung sollten sich „Embalmed Existence“ auf jeden Fall zulegen. (Anspieltipps: „Torture Chamber“, „Test Of Fate“)

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Solitude Aeturnus – Into the Dephts of Sorrow-

November 9, 2006



Ähnlich wie im Fall Sepultura, die Anfang der 90er als Thronfolger von Slayer gehandelt wurden, erschien damals mit Solitude Aeturnus ein legitimer Nachfolger für die damals in der Belanglosigkeit herumkrebsenden Candlemass (logisch, da ohne Messiah). Geboten wird hier atmosphärischer Doom der Güteklasse A, 7 Songs (+ Intro), alle mindestens 5 Minuten lang. Doch sollte man sich beim Stichwort „Doom“ nicht täuschen lassen, es geht nicht gezwungenermaßen schleppend zu, sondern es gibt durchaus auch Ausflüge bis in den flotteren Power Metal-Bereich (sogar in der Hymne „Destiny Falls To Ruin“), wobei besonders dann die treibende Double-Bass zum Tragen kommt.

Solitude Aeturnus haben es ausgezeichnet verstanden, ihren Songs durchgehend „Feeling“ zu verpassen (man höre z. B. den Beginn von „Transcending Sentinels“), allerdings finde ich nicht, dass der Titel und das Cover des Albums dazu passen. Es ist gewissermaßen wie beim Hören von Dimmu Borgir’s „Stormblast“, man wird für die Dauer des Albums in eine andere, sehr melancholische Welt entführt (auch wenn die hier weitaus weniger frostig ist). Besonders gut zu hören bei Kerzenschein oder auch unterm Nachthimmel. Das hat die Band wohl leider später auf späteren Alben nicht mehr so hinbekommen. Ich kann nur dringend raten, sich nicht von der christlichen Prägung der Lyrics abschrecken zu lassen!

In Robert Lowe haben Solitude Aeturnus (genau wie Candlemass) einen Ausnahmesänger vorzuweisen, und der kann (wie auch Messiah) wirklich singen. Mag nicht jedermann’s Fall sein, aber ich halte es auf jeden Fall auch deshalb für legitim, dass sich Solitude Aeturnus einige Jahre später mit Erfolg an Black Sabbath’s „Heaven and Hell“ versucht haben (selbstverständlich ohne das Original zu toppen).

Als besonderen Anspieltip (auch wenn eigentlich jeder Song dafür herhalten könnte) möchte ich noch den Abschluß-Track „Where Angels Dare To Tread“ nennen, mein persönlicher Favorit (beinharte Up-Tempo-Parts!).

Alles in Allem ein wahrer Klassiker ohne Durchhänger, hier stimmt einfach alles: Songs, Atmosphäre, Produktion, musikalisches Können…. Bis heute sträflich unterbewertet! (Zumindest) Doom-Fans müssen hier zugreifen!

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Sepultura -Chaos A. D.-

November 9, 2006



Groß waren die Erwartungen zu diesem Album, nachdem Sepultura mit „Arise“ ein (weiteres) hochklassiges Death-/Thrash-Album vorgelegt hatten, was ihnen nach dem bereits beliebten „Beneath The Remains“ einen weiteren Popularitätsschub verschaffte. Der Vorab-Videoclip zu „Territory“ liess zwar eine Vorschau auf einen ganz netten Track zu, gleichzeitig aber auch hoffen, dass dies einer der (wenigen) nicht so dollen Songs des Albums sein sollte. Pustekuchen! Mit „Amen“ und „Nomad“ finden sich durchaus mehrere höchstens durchschnittliche Songs auf „Chaos A. D.“, ebenso wie man mit „Slave New World“ ein langweiliges Armutszeugnis abgeliefert hat. Neben gelungenen Experimenten wie dem Akkustik-Track „Kaiowas“ oder dem schleppenden „We Who Are Not As Others“ steht mindestens ein misslungenes (das deplatzierte New Model Army-Cover „The Hunt“ – ganz nett, aber was hat das auf dem Nachfolger von „Arise“ zu suchen?). „Refuse/Resist“, „Biotech Is Godzilla“ und das alleinige Highlight „Manifest“ halten zwar noch ein wenig die heftige Fahne hoch, aber die Tatsache, dass das eigentlich in die selbe Sparte gehörende „Propaganda“ nicht zündet, spricht Bände.

Tja, hätte „Manifest“ anstelle von „Propaganda“ auf der „Refuse/Resist“-Maxi gestanden, hätte man sich die Anschaffung von „Chaos A. D.“ getrost sparen können zugunsten dieser Auskopplung sowie der „Territory“-Maxi (da gab’s „Biotech Is Godzilla“).

Fazit:
nach zwei bis drei starken Alben (inkl. des unterbewerteten „Schizophrenia“) begaben sich Sepultura mit „Chaos A. D.“ unter dem Vorwand der Weiterentwicklung und Abkehr vom Death/Thrash auf den absteigenden Ast.

Spearhead24


The Haunted -The Haunted Made Me Do It-

November 9, 2006



Thrash, thrash, thrash!!! Nach dem gutklassigen, aber noch nicht überragenden Debut legten The Haunted mit „The Haunted Made Me Do It“ einen Brocken hin, der seines Gleichen sucht. Eingekleidet in ein provokantes, aber durchaus gelungenes und nachdenklich stimmendes Artwork (man führe sich nur mal den dargestellten üppigen Waffenhandels-Kassenzettel mit dem netten Gruß „Thank You, Have A Nice Day“ zu Gemüte), stellt THMMDI einen Meilenstein des modernen Thrash dar, den sich jeder Fan gleich neben At The Gates’ „Slaughter Of The Soul“ stellen sollte (auch wenn kein zweites „Blinded By Fear“ enthalten ist). Die Qualität kommt also keineswegs von ungefähr, schließlich sind hier die Björler-Brothers (Ex-At The Gates) sowie Riffmaster Jensen (auch bei Witchery) zu Gange. Den zu Cradle Of Filth abgewanderten Drummer Adrian hat man mit Per M.Jensen (Ex-Invocator) adäquat ersetzt sowie die Vocals-Position mit Marco Aro (Ex-Face Down) enorm aufgewertet, denn dessen Perfomance kommt weitaus kraftvoller und weniger nervig als die von Peter Dolving auf dem Debut rüber.

„Moderner Thrash“ übrigens u. a. deshalb, da man auf THMMDI neben Speed-Geschossen wie „Bury Your Dead“, „The World Burns“ oder „Victim Iced“ auch Tracks wie das atmosphärisch-böse „Leech“ und den „Hit“ „Hollow Ground“ findet, bei denen zu Gunsten innovativen Riffings deutlich weniger Slayer-Einflüsse zun Tage treten. Beim Schwachpunkt des Albums „Under The Surface“ ist dieser Schritt allerdings nach hinten losgegangen, glücklicherweise wird allein hier einer dieser wie beim Debut auftretenden grausligen Refrains eingesetzt.

Pflichtanschaffung für Thrash-Fans!

Spearhead24

Testament -The Gathering-

November 9, 2006



Wieder mal so ein Album, bei dem ich mich selbst dafür wohin treten könnte, dass ich’s mir nicht gleich bei Erscheinen geschnappt habe… Allen, die Testament seit „Practice What You Preach“ abgeschrieben hatten, sei ebenso geraten, sich dieses hochklassige Werk des (modernen) Thrash-Metals schleunigst zuzulegen, ihr verpasst sonst was… „Modern“ soll hier weniger heißen, dass hier neuerdings Machine Head- oder sonstige Anklänge anzutreffen sind, sondern vielmehr, dass das Material problemlos mit allen sonstigen Veröffentlichungen seines Genres aus dieser Zeit mithalten kann (o. k., streng genommen würde „Eyes Of Wrath“ auch auf jedem MH-Album ein Highlight darstellen…).

Nach dem zwiespältig aufgenommenen Ausflug ins Death Metal-Lager (vor allem bei den Vocals) mit dem „Demonic“-Album haben sich Testament auf ihre eigentlichen Stärken zurückbesonnen, allen voran Chuck Billy, der das Gegrunze zugunsten seiner ansonsten gewohnt-charismatischen Stimme (die streckenweise gar wieder wie in den good old 80’s klingt, man höre „Down For Life“) zurückgefahren hat und die Growls nun gezielt an solchen Stellen einsetzt, wo es auch passt. Darüber hinaus trumpft „The Gathering“, das im Übrigen nix mit Anneke & Co. zu tun hat, mit überragendem Songmaterial auf, das in punkto Abwechslung und Qualität seines Gleichen sucht: zwischen dem Opener „D. N. R.“ und dem Rausschmeisser „Fall Of Sipledome“ gibt’s ein Thrash-Feuerwerk von 9 weiteren Meisterwerken ohne jeglichen Ausfall zu bestaunen. Aber auch die zurückgewonnene hörbare Spielfreude und Vehemenz fallen positiv auf (checkt mal die Mid-Tempo-Nackenbrecher „Eyes Of Wrath“ und „Sewn Shut Eyes“ an). Die letzten High-Speed-Kracher vom Kaliber „D. N. R.“, „Legions Of The Dead“ oder „Fall of Sipledome“ gab’s meiner Erinnerung nach zu seligen „The New Order“-Zeiten…

Erwähnenswert wäre noch, dass neben den o. g. Highlights auch ein gemäßigterer Song wie „True Believer“ (be)steht (keine Ballade!).

Ach ja, auf die personelle Besetzung sollte noch hingewiesen sein, standen den Bandköpfen Chuck und Eric doch die „All-Stars“ James Murphy (wieder) und Steve DiGiorgio sowie der unvergleichliche Dave Lombardo zur Seite, wobei besonders letzterer einen Extraklasse-Job hingelegt hat.

Insgesamt herausragender Song ist meiner Meinung nach das rasende „Fall of Sipledome“; wer hätte gedacht, dass Testament jemals wieder ein solches (Geschwindigkeits-)Level erreichen würden. Strategisch günstig am Ende des Album platziert, bleibt nach dem (am Besten auf Knien zu verfolgenden) Vorüberrasen dieses Geschosses (Lombardo!!) nur noch eins zu sagen (bzw. zu flehen): Mehr davon! (Her mit der „First Strike Still Deadly“!!)

Mit Testament ist also definitiv wieder zu rechnen.

Spearhead24