Archiv für die Kategorie ‘Platten - Punk’
November 8, 2009

[2009 Major Label]
[myspace.com/fliehendestrme]
Irgendwie liefen bei mir die Fliehende Stürme knapp 20 Jahre lang eher „nebenbei“, obwohl ich ihre Platten immer wieder zum hören bekam und sie auch nie wirklich schlecht fand. Die aus der Chaos Z entstandene Formation verschaffte mir Gehör, aber am Ende habe ich mich dennoch nicht weiter mit der Band beschäftigt. Es mag vielleicht daran liegen, dass ich vor ein paar Jahren musikalisch einen eher schmalen Blickwinkel besaß. Gothic und Joy Division Einflüsse im Punkrock konnten erst Jahre später bei mir punkten.
Mit – Die Tiere schweigen – präsentiert die Band ein Album, welches vom ersten bis zum letzten Akkord stimmig ist. Minimalistisch und auf den Punkt gespielt. Hier und da werden die Songs mit dezente Keyboardtönen angereichert, ansonsten von jedem Ballast befreit, trifft der Sound genau meinen aktuellen Geschmack. Die Lyriks werden traurig/melancholisch in bester EA80 Manier vorgetragen und sind Poesie fürs oft überdrüssige Gehör in den Releasefluten. Es gibt soviel zu sagen und noch mehr zwischen den Zeilen zu entdecken, die gesungenen Worte scheinen in jegliche Gefühlslage zu passen. „An einem besseren Tag“, „Spuren“, „Sirene“ und „Maschine“ sollen meine Anspieltipps sein.
Auch wenn ich nicht weiß was mir das Coverartwork im Zusammenhang mit dem Albumtitel sagen soll, unterstreicht es dennoch die düstere Stimmung der Songs.
Fliehende Stürme haben mit – Die Tiere schweigen – ein äußerst kompaktes Werk abgeliefert, welches keine Ausreißer bietet. Von eher ruhigen Nummern bis zu rockigen Tracks wird ein Feuerwerk an Gefühlen abgebrannt.
Ähnliches in seiner Gesamtheit auf dem Deutschsprachigen Sektor in Emotionalität konnten in den letzten Jahren nur Schrottgrenze mit ihrem Album – Das Ende unserer Zeit – bei mir erreichen…
Tracklist:
Turm
Fehlgänger
An einem besseren Tag
Strahlen
Spuren
Sirenen
Ende vom Anfang
Maschinen
In Sicherheit
Niemals für immer
Durchde
Schlagworte:Die Stiere schweigen, Fliehende Stürme, Review
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November 3, 2009

[2009 Unter Schafen]
[www.boxhamsters.net]
[www.myspace.com/boxhamsters]
Die Boxhamsters scheinen unverwüstlich und bescherten uns mit – Brut Imperial – vor ein paar Wochen eine neue Scheibe. Gefühlt gab es die Boxies eigentlich schon immer und haben in den letzten Jahrzehnten den ein oder anderen Klassiker aufgenommen..
Die Giessener galten in meiner Jugend oft als die melodische Antwort auf EA80 und waren wie die Gladbacher Pflichtprogramm, welche in jedes gute Punkrock Plattenregal gehörten.
- Brut Imperial – dreht nun seit einigen Stunden seine Runden und verhält sich recht unauffällig. Dennoch sind die Jungs aus Hessen ihren Mitstreitern meist eine Nasenlänge voraus. Allerdings kann man heute das gesetzte Alter der Herren heraushören und in den Tönen klingen die ersten Abnutzungserscheinungen.
Die Boxhamsters sind ruhiger geworden und brauchen den großen Krach nicht mehr um Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Das klappt auch wunderbar mit verträumten und eher poppigen Nummern.
Beim Song „Flöz & Pökel“ darf Eva von Juli vors Mikrofon. Wenn es hier nun evtl. nach einer Abkehrung von der guten alten Zeit klingen mag, möchte ich ein Stück zurück rudern. Die Boxhamsters haben es musikalisch und vor allem textlich immer noch drauf.
Politik, Erlebnisse und Gedankenfetzen werden voller Poesie in Worte verfasst, welche auch ohne musikalische Unterstützung bestens zu Gemühte geführt werden können.
„Mogli“ ist musikalisch sowie textlich mein absoluter Favorit:
…Herbstkalenderblätter fliegen durch die Nacht auf dem Herz geschlafen liegt man lange wach. Allein wie Millhouse – Blick zurück: Wo ist das innere von Glück …“
Weiter „Auffälligkeiten“:
„Schluchtenflitzer“, ist eine feine Homage an die Kreidler Florett. Passenderweise wird von Co ein Exemplar zum Kauf gesucht…
Ich hoffe, dass mit dem letzten Song der Platte „Der 3. Ton“ nicht das Ende der Boxhamsters angekündigt werden soll oder möchte man die Abwendung des Punkrocks in Worte fassen?
Gelungen finde ich das verspielte Artwork von – Brut Imperial -.
Drei Stofftiere sitzen aneinander gebunden im Schnee. Im Inneren der Hülle ist ein Schatten eines Tannenbaumes sichtbar an dem eine Pistole hängt. Der Interpretation sind keine Grenzen gesetzt …
Auch wenn mich die neuen Songs nicht sonderlich vom Hocker reißen, auf – Brut Imperial – wir solide, wenn auch etwas ruhigere Boxhamsters Schule geboten.
Tracklist:
1982
Herzigel
Mogli
Schluchtenflitzer
Unendlich
Flöz & Pökel
Daumenkino
Lochfraß
Im Gottmodus
Der 3.Ton
+ Bonus
Durchde
Schlagworte:Boxhamsters, Brut Imperial, Review
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Oktober 30, 2009

[2009 Boss Tunea]
[www.myspace.com/ukthestupids]
[www.thestupids.org]
Ob die Kids The Stupids wirklich nicht mögen, hmmmmm…
Der klassische Sound der Hardcoreveteranen dürfte eigentlich out sein. Kein Metal sondern Punk als treibende Kraft steht auf ihrer Fahne. Nach über 20 Jahren meldet sich das Trio aus UK mit einem neuen Album zurück. Eigentlich wollte die Band nur ihren Backkatalog neu auflegen und ein paar Shows spielen. Glücklicherweise gab es im Anschluss gleich eine neue Single und eine Full Lenght ließ nicht lange auf sich warten …..
Kann solch ein Revival eigentlich gut gehen, sind die Herren nicht zu alt für rotzigen, melodischen Punk vergangener Tage?
- The Kids don’t like it – lautet der Albumtitel, vielleicht haben sie ja recht, bei mir ging deren Comeback allerdings vollends auf. Ich bin dermaßen begeistert von den 16 neuen Tracks, dass ich mir am liebsten gleich ein neues Skateboard kaufen möchte und die Platte als Soundtrack zum Ausrollern nehmen möchte. Noch nie haben The Stupids so großartig geklungen, jeder Song ist ein kleiner Hit. Auch 2009 versteht es die Band den nötigen Drive mit bissigen und humorvollen Lyriks zu paaren und vergessen dabei die nötige Dosis an Melodien nicht.
Wer RKL, D.I. Adolecents und Circle Jerks liebt, muss hier zuschlagen. – The Kids don’t like it – kann ohne lange Überlegung neben den Klassikern oben genannter Bands einsortiert werden.
Mehr gibt es nicht zu sagen ….
Tracklist:
Malcom Bitch
Drumshop Arsehole
I Was Sexually Harassed
Remember Me, Dismember You
Feel The Suck
Charlton Heston
Beach Dick
Middle Aged Punk
It’s Not My Fault
Melt Me
Hate Hate
God And Country
Fragmented Interaction
Zero
Sons Of The Beach
Shagga
Durchde
Schlagworte:Review, The Kids don’t like it, The Stupids
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Juli 17, 2009

Mitte der 80er starteten zwei Kids eine unglaubliche Musikkarriere. Namentlich von den Einstürzenden Neubauten inspiriert, jubelten die Abstürzenden Brieftauben der angesagten Neuen Deutschen Welle einen flotten Punkrock unter.
Konrad und Micro, zwei Jungspunde mit auffällig bunt gefärbten Haaren und wilder Kleidung, schnappten sich Gitarre, Schlagzeug und Mikrofon und begannen ohne großes Können ihre ersten Songs zu schreiben. Gelegentlich wurden die Instrumente getauscht und mit viel Witz und Charme erspielten sich die Abstürzenden Brieftauben schnell ein breites Publikum. Schon bald durfte die Band im Vorprogramm der Toy Dolls, Ramones oder der New Model Army spielen. Das anfängliche Erfolgsrezept war sicherlich die unkomplizierte Besetzung des Duos, welches ohne großen Aufwand einspringen konnte. Die Jungs spielten sich den Arsch ab und ihre endlosen Proben mussten unter anderem ihre Nachbarn Fury in the Slaughterhouse ertragen, welche auf dieser DVD öfters zu Wort kommen. Irgendwann wurde die Industrie auf die Tauben aufmerksam und von da an ging alles Schlag auf Schlag. Alben in den Charts, ausverkaufte Tourneen und Interviews/Berichte in der Bravo und der Pop Rocky.
Das Sympathische an den Tauben dürfte trotz des Bekanntheitsgrades die Fannähe und die Tatsache sein, dass die beiden auf dem Boden geblieben sind. Mit Hinzunahme eines dritten Bandmitgliedes wurde ihre Musik abwechslungsreicher. Ich glaube, wäre Konrad nicht vor zwei Jahren verstorben und der Band nicht irgendwann die Ideen ausgegangen, würden die Tauben heute noch die Charts stürmen ….
Diese Doppel DVD würdigt die Abstürzenden Tauben in einem 25-jährigen Rückblick. Konrad und Micro erzählen auf eine lockere und lässige Art in über zwei Stunden die komplette Geschichte der Band, in der viele Zeitgenossen zu Wort kommen. Ein Ausschnitt zeigt die Tauben im Studio, in dem sie 2006 ihren letzten Song aufnahmen, welcher auf dieser DVD zum ersten Mal veröffentlicht wird.
Neben allen Videoclips sind zwei komplette Shows der Band enthalten. Einmal eine Aufnahme von 1991 im Düsseldorfer Tor 3 und dem letzten Gig 2002 in der Glocksee Hannover.
Die Abstürzenden Brieftauben haben Punkrockgeschichte geschrieben und bieten den Fans mit dieser Doppel DVD ein umfassendes Zeitdokument ihrer turbulenten, bunten Karriere.
Eine feine kurzweilige Sache, wie ich erfahren durfte ..
Inhalt:
DVD 1
Wir war’n die Tauben (Doku, 127 Minuten)
Outtakes (8 Minuten)
Die Brieftauben im Tonstudio 2006 (5 Minuten)
Punkrockrente (Der letzte Song der Abstürzenden Brieftauben, 3 Minuten)
DVD 2
Macht’s noch einmal Tauben (Live in der Glocksee 2002, 59 Minuten)
Ausser Kontrolle (1991 im Tor 3, 50 Minuten)
Die Videoclips
- Das Grauen kehrt zurück
- Im Strandbad
- Du brauchst es
- Fett & Hässlich
- Zuviel ist nicht genug
- Das Herz eines Boxers
Durchde
Schlagworte:25 Jahre sind genug, ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN, DVD Review
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Juni 20, 2009

[2009 Ass-Card Records]
[Myspace]
Das Album – Fort Orange – von den New Yorkern After the Fall ist das erste Werk, welches ich von den Melodic Punkrockern zu hören bekomme. Hiermit fällt leider ein Vergleich zur ersten Veröffentlichung des Trios flach.
Mit dem Boom dieser Musikrichtung hatte ich in den Neunzigern abgeschlossen, als Fat Wreck und Konsorten mich nur noch mit poppigen, pseudo- witzigen Elementen und Ska Einlagen langweilten. Auch wenn die besten Alben in diesem Bereich meiner Meinung nach schon lange eingespielt sind, können mich After the Fall passend zum heutigen sonnigen Wetter begeistern.
13 Songs in 23 Minuten, da kann man nicht viel falsch machen. Schnörkellosen, recht flotten auf den Punkt gebrachten Core bietet – Fort Orange -. Feine Harmonien und klasse Breakdowns lassen das Bein rasch im Takt wippen und ich genieße ihre nicht zu aalglatte Art.
Mit „ It’s her choice“ ist After the Fall eine angepisste, wütende Hardcoregranate gelungen. Textlich bewegt man sich für das Recht der Frauen, im Song „Macho Bullshit“ lässt man sich über Gewalt auf Konzerten aus. In anderen Songs geht es recht politisch zur Sache. Schön, dass man sich beim netten, tanzbaren Melodic Sound Gedanken über tiefgreifende Thematiken macht.
Ein wenig erinnern mich After the Fall an ältere Propagandhi Sachen. Wer die Metal Einlagen des aktuellen Albums nicht mag, wird mit – Fort Orange – seine wahre Freude haben….
Solltet ihr gefallen an dieser Veröffentlichung gefunden haben, dann legt Euch unbedingt die Schallplatte anstatt der CD Version zu. Im schönen orangen Vinyl gefärbt, liegt zum schicken Design ein kostenloser Download Code der Songs im Mp3 Format bei.
Tracklist:
Fort Orange
Thomas Philbrick
Decapitate
Armpit
Routine
Macho Bullshit
Poor Choice
Bummer
Escape
Not Today
Patroon Island
1994
Durchde
Schlagworte:Review, Ass-Card Records, After the Fall, Fort Orange
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Mai 12, 2009

[www.jupiter-jones.de/]
[Veröffentlichung erscheint am 22.5.09 auf Mathildas & Titus]
Wenn am 22.5.09 das nunmehr dritte Album der Indi Punker Jupiter Jones erscheint, heißt es sich mit dem Kauf zu beeilen, um die limitierte Digi Pack Version mit Bonus DVD zu bekommen. Darauf enthalten ist ein 45minütiges Making Off von „Holiday in Catatonia“ und das Video zur Single Auskopplung von „Das Jahr in dem ich schlief“
Jupiter Jones verstehen es erneut Herzschmerz Balladen mit Indi Rock zu kombinieren. Der Titeltrack „Das zu wissen“ knallt in einer ungewöhnlichen Power aus den Boxen. Eine Nummer aus Boy Sets Fire goes Hot Water Music hätte ich hier nicht erwartet. In einem ähnlichen Fahrwasser läuft auch die Nummer „Du und Jörg Haider“.
Bei den eher ruhigen Songs kommt reichlich Poesie zum tragen. Jupiter Jones verstehen es besonders dort niemals kitschig oder verblümt zu klingen. Textlich bewegt man sich auf einem hohen Niveau und bleibt dennoch verständlich. Um ehrlich zu sein, diesen ganzen intellektuellen „Quatsch“ mag ich gar nicht mehr hören, in dem sich einige bekanntere Bands öfters verstricken..
Auf – Holiday in Catatonia – gelingt es den Musikern wunderbar ihre Aussage musikalisch zu untermalen. Zur Unterstützung bedient man sich auch gerne mal einer Trompete, Keyboard oder weiblicher Gesangsstimme.
Die Erfahrung und Gelassenheit der Musiker sorgt für 11 gleichstarke Indi Punkrock Stücke, die anscheinend mühelos aus dem Ärmel geschüttelt wurden.
Die Bonus DVD zeigt, dass bei den Proben viel Spaß um die Produktion des Albums gemacht wurde.
Wer auf einen Mix aus Boxhamsters goes Schrottgrenze und in den lauten Passagen oben genannter Bands steht, muss in – Holiday in Catatonia – unbedingt mal reinhören.
Tracklist:
Das zu wissen
Das Jahr in dem ich schlief
Was anderes war
Eine Landjugend
Nordpol/Südpol
Er lässt doch immer alles fallen
Du und Jörg Haider
Da leiden hier leiden
Wer winkt hier eigentlich wem
Heute ist der erste Tag an dem ich mich offiziell alt fühle
Und dann warten
Durchde
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April 28, 2009

[2009 CDR-R 4 Euro]
[myspace.com/copilotmusik copilotmusik.de]
Copilot’s CD kommt in einem schönen DIY Cover und vermittelt den Flair jedem Käufer etwas Besonderes in die Hände geben zu wollen.
Leider verfliegt oft genau diese Energie wenn Bands bei einem Label unterkommen. Meist bleibt dann nach liebevoller Arbeit nur noch ein schmuckloses Cover im langweiligen Jewelcases übrig. Aber soweit sind die vier jungen Punks aus Enge zum Glück noch nicht.
Mit viel Liebe und einer Portion an Unbefangenheit tastet man sich durch die Musiklandschaft und findet sich irgendwo zwischen Bands wie Matula und Captain Planet wieder. Die Textlichen Ausführungen die teils Politischen und Persönlichen bis hin zu Emotionalen Momenten reichen, könnten ruhig noch etwas ausgeschmückt werden. Der Sprechgesang der die rockig Punkigen/Indi Nummern leitet weiß zu gefallen .
Copilot klingen rotzig und bieten eine Hauch von Ungestümteit der bei anderen Band ihres Bereiches leider schon oft verflogen ist. Auf „Kleinstadtgeschichten“ hört man deutlich den Punk im Tank und genau das ist was mir hier so gut gefällt…
Die Band sucht dringend Live Auftritte . Bucht Copilot, ich glaube das in den Jungs noch ne Menge Potential steckt. Wer mit soviel Liebe und Motivation eine selbstproduzierte CD auf den Markt bringt hat Unterstützung verdient. Die CD dürfte schnell vergriffen sein, da dieses schmucke Teil gerade mal auf 100 Stück limitiert ist …
Tracklist:
Zufallsgedicht
Ankunft: Ostbahnhof
Zuhause, Deine Front
Das Hinckley Motive
3000 KM
George Carlin
Höhenangst
Durchde
Schlagworte:Copilot, Kleinstadtgeschichten
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April 5, 2009

[2009 Kids in Misery]
[www.myspace.com/girolamoswalk]
Girolamos Walk kommen aus Hamburg und haben sich dem Mid 90ies Emo/Punk verschrieben. Die Stimmungsvolle Laut Leise Dynamik wird nett umgesetzt und ihre gekränkte/traurige Stimmung kommt überzeugend rüber.
Leider bedienen sich vielen Band dieser Elemente, bei denen es am Ende dann doch nur um Schreien des Schreiens Willens geht. Nicht so bei Girolamos Walk Erster Veröffentlichung…
Der auf der A Seite vertreten Song „Zertreten“ besitzt sehr interessante Elemente.
Diverse Stimmungen werden verarbeitet und können dank einer Spieldauer von circa 6.30 Minuten auch vollends ausgelebt werden. Der Mittelteil des Songs wird von einer Frau gesungen und steigert sich Schlussendlich in einem Männlichen Schreigesang. Klingt großartig! Besonderes gut werden meiner Meinung nach die Lyrik’s in dem Sound eingearbeitet. Durch das Wechselspiel, Deutsch/Englisch können beide Stimmliche Klangfarben in den richtigen Momenten verarbeitet werden.
Das Artwok zeigt ein schickes Gemälde und beiliegend ist ein kleiner Flyer auf dem die Texte gedruckt sind. So schön war es auch schon einmal vor vielen Jahren als Emo noch etwas bedeutete. Girolamos Walk machen das Beste draus um die spannende Zeit damals heute nicht in Vergessenheit zu bringen……
Tracklist:
1.Zertreten
2.Portbou
Durchde
Schlagworte:Girolamos Walk, Kids
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April 1, 2009

[2009 Kids in Misery]
[www.myspace.comzoschgrrrls]
Kids in Misery beweisen mal wieder einen sehr guten Riecher und haben sich mit Zosch eine weitere interessante Band unter den Nagel gerissen. Auch wenn man sich mit diesem Labeloutput auf teilweise neuem Terrain bewegt, passt die Kölner Grrrl Riot Combo, mit ihrem innovativen Elektropunk, dennoch gut ins DIY Konzept .
Die Gitarren haben Zosch gegen Keyboards eingetauscht und rocken aber mindestens genauso laut ….
Auf der Debüt L.P. erwartet Euch kein langweiliger Pop sondern Moderner Punk mit Ausdruckskraft. Etwas schräg , feine nett verpackte Texte , mal in Deutsch, Englisch oder auch in Französisch vorgetragen. Mit Politischen Unterton setzen sich Zosch mit ihrer Szene sowohl mit sozialkritischen und persönlichen Themen auseinander.
Das Frau Spaß versteht spiegelt sich z.B in den Samples von Michaels Jakson’s „Beat It „oder in „No Limit“ von 2 Unlimited wieder.
Im Konsens klingt Zosch’s „Punkmix“ tanzbar und absolut cool.
Die Platte kommt in der gewohnt hübschen und liebevollen gestalteten Kids in Misery Qualität.
Nette Neuentdeckung für mich…..
Tracklist:
1. Konflikt
2. I don’t know
3. Punk-O-Phil
4. Stretch
5. Read it
6. X-tra O
7. Ta Gueule!
8. Claim yr space
9. Zombies
10. Kriegste nich
11. Zuckerwasser
12. Dance
Durchde
Schlagworte:Kids in Misery, Review, Zosch
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März 28, 2009

[2009 Mathildas und Titus Tonträger]
[www.myspace.com/jupiterjones]
Jupiter Jones, Jupiter Jones, Mensch da war doch was …
- War das nicht dieser schreckliche Ausreißer der Drei ??? im Namens und Verlagsrecht Streit ?
Hmmm, die Indirock Band mit Punkeinschlag gibt es nun aber schon seid 2002…
Jupiter Jones haben bis dato zwei EP`s, drei LP`s und eine DVD Veröffentlicht und stehen mit der aktuellen Maxi als Appetizer zum kommenden Album (Veröffentlichung am 22.Mai) -Holiday in Catatonia - in den Startlöchern. Also muss ihr Name schon in früheren Hörspielfolgen erwähnt worden sein. Ich glaube ich werde langsam Alt und da wollen die Lyriks der Band aus der Eifel gleich noch viel besser passen.
- Intelligente und anspruchsvolle Texte zwischen Herzschmerz , Sentimentalität und reflektierende Emotionen passen als Vorboten zur Midlife Crisis
Musikalisch bewegt man sich irgendwo zwischen Kettcar und den Boxhamsters. Ruhige Songs treffen auf knallige melodische Rocknummern.
Der Titteltrack „Das Jahr in dem ich schlief“ ist die erste Auskopplung vom kommenden Album. Als Gast steht Oliver Rohrbeck –himself- alias Justus Jonas der Drei ??? als Sprecher hinterm Mikrofon.
„Bereit für den Aufstand“ und „Die Nacht in der Slayer in Uedelhoven spielten“ (nette Musikalische Anspielung auf die Metalgötter) sind zwei ältere Songs die bis dato nicht veröffentlicht worden.
Der letzte Song der auf dieser limitierten Digi Pack Maxi ist eine Remix von „Versickern/Versanden“ von der – Raum um Raum – Platte.
Wer – Das Jahr in dem ich schlief – als CD Version verpasst hat und nicht bis zur kommenden Platte – Holiday in Catatonia – warten möchte kann sich die Songs bei Itunes oder bei Musicload Downloaden.
Durchde
Schlagworte:Review, Jupiter Jones, Das Jahr in dem ich schlief, Justus Jonas, Dei drei ???, Oliver Rohrbeck, Raum um Raum, Holiday in Catatonia
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Februar 25, 2009

[2008 Kids in Misery in Zusammenarbeit mit Unterm Durchschnitt]
Das vierte Release aus dem Hause Kids of Misery kann man als ein Geschenk an Freunde betiteln. Vier Bands, die nicht nur musikalisch eng zusammen stehen. Ihre schmucke Split 10inch könnte liebevoller nicht gestaltet sein. Das „herausgetrennte“ Foto zeigt eine Kindergruppe mit „aufklebten“ Erwachsenenaugen. Diese Collage dürfte jeder für sich selbst interpretieren können.
Eingesteckt ist ein gefaltetes Textheftchen. An dieser Stelle gibt es neben den Texten der vier Bands, Infos zu den Songs und eine liebevolle Message von Lars (Kids in Misery) an seine befreundeten Bands.
Das ist Emo, ohne Schreien des Schreiens wegen oder hippen Klamotten.
Hier spiegelt sich das Feuer von der herrlichen Mid 90ies Zeit wieder. Post Punk mit melancholischen/verzweifelten Momenten. Keine Selbstaufgabe, dafür klingt der Sound der Bands auf dieser Split 10inch dann doch am Ende wieder viel zu positiv. Ein Ventil, der zu verarbeitenden Gefühle dürften sich in den Texten und der Musik gefunden haben…..
Die Lyriks beinhalten diverse Stellen, welche mich nachdenklich gestimmt haben. Zeilen, die mich an Geschehnisse und offene Fragen erinnerten. Selten haben ich Texte so aufgesogen wie diese. Ich möchte hier einige Zeilen zitieren:
Planke –Kreide auf Asphalt
..Mit einer Leine um den Hals traut man sich weitere raus als ohne. Worans liegt hat man mir leider nie erzählt…
Matula – Komm rein Kollege Zukunft
…Die Fragen bleiben da und tanzten durch die Luft, keine Ahnung was das sollte.
Und plötzlichein Gedanke:
Der Typ da eben, der meint dich….
Mikrokosmos 23 – Gegen die Nacht
..Ein Licht das nie erlischt wenn es das wirklich gäbe wäre ich jetzt glücklich…..
Captain Planet – Eingekehrt
..Alles was zählt ist zu finden im Herzen wann immer es fehlt für alle Zeit im Herzen zu finden was immer uns fehlt….
Planke, welche mir bis dato unbekannt waren, konnten mich mit ihrem Beitrag sehr überzeugen. Stilistisch liegen sie zwischen Matula und Captain Planet.
Post Punkt mit Emokante
Matula veröffentlichen mit „Komm rein Kollege Zukunft“ einen Song aus der –Kuddel- Session, welche es nicht mehr auf ihr Debüt schaffte.
Mikrokosmos 23 haben extra einen neuen Song aufgenommen, welcher in ein ähnliches Fahrwasser ihrer letzen Veröffentlichung schwimmt. Klasse Mid 90ies Emopunk Sound, meine Kragenweite. Der ersten Yage 7inch nicht unähnlich.
Captain Planet haben mit „Eingekehrt“ ihren ersten geschrieben Song überhaupt neu aufgenommen.
So schön können knapp 12 Minuten Musik sein. Wenn man soviel Liebe rein steckt, muss am Ende auch was ganz feines rauskommen ……
Tracklist:
Mikrokosmos 23 – Gegen die Nacht
Planke – Kreide auf Asphalt
Matula – Komm rein Kolleg Zukunft
Captain Planet – Eingekehrt
Durchde
Schlagworte:Matula, Captain Planet, Split, Kids in Misery, Mikrokosmos 23, Planke
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November 1, 2008

[2008 CD: Blacktop Records/Vinyl: Cobra X Records]
[www.withinwalls.org]
[www.myspace.com/withinwalls]
Das Hardcore Quartett Within Walls aus Österreich/Schweiz präsentieren in ihrer bis dato kurzen Bandgeschichte (since 2005) nach einer 7inch und Split 7 mit Nothing Gold Can Stay ihren ersten Longplayer.
Das Cover vom betitelten Debüt – Set me free – mutet aufgrund seines Styles eher einem Pop oder Elektroalbum an. Sieht jedoch sehr schick aus und sorgt für Frische im Hardcoreplatten Regal.
Musikalisch hat man sich dem New School Sound der 90ies verschrieben. 108 oder Unbroken könnten eine Hausnummer sein. Samples, ein Akustik Part und die kurze Pianonummer lockern den druckvoll, angepissten Sound auf und sorgen für Abwechslung, welche ein komplettes Album generell benötigt um spannend zu bleiben.
Die Songstrukturen sind explizit ausgefeilt und jeder der 12 Tracks erhält einen eigenständigen Charakter. Die Wut in den Songs, meist im Midtempo vorgetragen, hinterlassen Eindruck.
Auf Set Me Free gibt es Hardcore mit dezenter Metallkante ohne im Metallcore auszuarten. Within Walls verstehen es hervorragend Wut und Aggressivität durch perfektes Timing, einen guten Shouter und einfallsreichem Riffing zu dokumentieren.
Hut ab, klasse Album ich bin begeistert!
Tracklist:
Infinte I(magination)
Beneath the Surface
Windows
Apallic Syndrome
Straightjacket
Gas Chamber Amtosphere
Pawlow
Manson
Untitled
Antagonist
Piano
Under the Galley Rhythm
Durchde
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Oktober 28, 2008

[2008 Audiolith/Brokensilence]
Endlich erscheint nach etlichen Remixen eine eigenständige Veröffentlichung der Münchener Frittenbude. An die lieben tanzwütigen Musikliebhaber, welche immer noch nicht mit dem Sound von Frittenbude in Berührung gekommen sein sollten, sei als ungefähre musikalische Richtung Elektro Punk der Marke Egotronic, mit teilweise Sprechgesang, genannt .
Frittenbude bestücken ihre am 14.11 erscheinende Debüt CD – Nachtigall - mit 14 knalligen Songs. Wuchtige Bässe treffen auf schneidende Sounds und bedienen sich fröhlich aus allen greifbaren Stilelementen.
Durch diese Artenvielfalt kann dann neben Elektronummern auch schon einmal eine schicke New Wave Nummer entstehen. („Mindestens in 1000 Jahren“, absoluter Hammertrack !!!)
Man hört auf Frittenbude’s – Nachtigall – den Spaß in jeder Zeile und nicht nur aufgrund ihres Faible zu Pandabären („Pandabär“) wirken sie komplett durchgedreht.
Als reine Partyband möchte man sich dennoch nicht betiteln, denn in ihren Lyriks schwebt auch schon einmal ein kritischer Unterton. Hört euch die Songs „Hildegard“ oder „Ein Affentanz“ an, man gibt dem tanzwütigen Publikum hier ein paar Zeilen zum nachdenken mit nach Hause…
Nachtigall erscheint sowohl als CD bei Audiolith als auch als Direktdowload bei Finetunes.
Riptide/Cargo übernehmen die Vinyl Version.
Tracklist:
Hildegard
Ein Affentanz
Pandabär
Mindestens in 1000 Jahren
Superlude
Superschnitzellovesong
Irgendwie lieb ich das
Die Nacht
Es dreht sich alles um uns beide
Elektrofikkkke
Das Licht
Was ist nur mit mir passiert
Der Zucker
Der Tag
Durchde
Schlagworte:Audiolith, Brokensilence, Egotronic, Finetunes, Frittenbude, Nachtigall, Review
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Oktober 28, 2008

[2008 Audiolith]
Auf dem Hamburger Elektrolabel Audiolith erscheint endlich bald die dritte Scheibe der Polit Punk Raver Egotronic. Das geklaute Artwork von Clash`s London Calling ist nice, leider entschied man sich den aktuellen Output nicht mit Berlin Calling zu betiteln.
Das nun selbst betitelte Album, welches am 14.11 sowohl als Download als auch auf CD erscheint, geht die jetzt schon kultige erste Single Auskopplung – Kotzen – voraus. Mehr Infos zum Release, in dem Torsun einiges über unser schönes Land zu beklagen hat und kein Blatt vor dem Mund nimmt, findet ihr hier. Für die Fans aus dem Punk/Hardcore Lager sei noch einmal drauf hingewiesen, dass Walter Schreifels (Gorilla Biscuits) himself sogar eine Textzeile eingesungen hat ….
Auf – Egotronic – geht es eigentlich genau dort weiter wo es mit – Lustprinzip – aufgehört hat. Harte Techno Beats treffen auf Punk und NDW Sounds, welche zum unverzüglichen tanzen animieren.
Textlich bewegt man sich wieder zwischen Politik, wenn auch heute eher zwischen den Zeilen zu erfahren, szenespezifischem Allerlei und Partylaune.
Die Produktion des Albums kommt um einiges fetter und Plemo hat dem ganzen noch einmal ein Finetuning verpasst.
Hervorhebende Songs :
„Es muss steht’s hell für Gottes Auge Sein“, dessen Refrain auch aus der Feder von DAF entsprungen sein könnte. Als weitere Referenz muss man natürlich die Single „Kotzen“ und das Grauzone Cover „Der Weg zu zweit“ hören. Letzter ist dermaßen gut interpretiert, dass man fast vergessen könnte, dass der Song nicht erst 2008 geschrieben worden ist. Mein persönlicher Hit ist die eher emotionale Nummer „Vorbei“ und der Party -Punk Elektro-Feger „Unser Spaß sieht anderes aus“….
Zur Zeit entern Egotronic erfolgreich die deutschen Bühnen. Bei solch einem abwechslungsreichen und knackig produzierten Album darf nun nach ihrem Fleiß der Preis folgen. Der Erfolg sei Euch gegönnt…
Tracklist:
Berlin Calling
Kotzen (Walter Schreifels)
Heute Nacht
Es muss stehts hell um Gottes Auge sein
Tanzen gehen (feat. Tina)
Der Weg zu zweit (Grauzone Cover)
Verspult
Rampune vs. Egotronic (vs. Rampune)
What I don’t do (feat. Dance Inc.)
Vorbei
Unser Spaß sieht anderes aus
Ich wollte noch in die Bar (feat. Jean Luce)
Durchde
Schlagworte:Gorilla Biscuits, Review, Egotronic, Plemo, Audiolith, Walter Schreifels, Kotzen, Same, Grauzone, Clash
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Oktober 25, 2008

[2008 Kids in Miserey]
www.abentuer-autauen.de
www.anorock.de(Trauma)
www.kids-in-misery.net
Dritte Veröffentlichung aus dem Hause Kids of Miserey.
Abenteuer Auftauen stammen wie ihre Kollegen Trauma aus Ostdeutschland (Meißen und Zeitz) und teilen sich diese liebevollgestaltete Split L.P.
Das Release beinhaltet ein A5 Textheftchen, mit dem das Klangerlebnis auch noch einmal visuell in Bild und Text festgehalten wird.
Abenteuer Auftauen spielen emotionalen Punkrock, der eher melancholisch, stellenweise rotzig, als traurig/verzweifelt klingt. Hier sind keine Schreiorgien zu erwarten.
Die Kompositionen ummalen ihre Lyrik, in denen gerne schon einmal zwischen den Zeilen gelesen werden darf ….
Etwas lauter und vertrackter geht es bei Trauma zur Sache.
Die Boys aus Zeitz bedienen sich wie ihrer Kollegen aus dem Fundus des Mid 90ies Emopunk, welcher hier jedoch stärker Hardcore betont rüber kommt.
Untermalungen durch Samples und mehrstimmigen Gesang, die für Abwechslung sorgen, prägen die Songs. Mit dem Song „Fliessbandflitzer vs. Spiegelbild“ gibt es zum Abschied eine Coverversion von Abenteuer Auftauen…
Wenn ich es richtig verstanden habe, lösen sich die Jungs mit diesem Release auf.
Schade, ich hoffe, dass ihr Potential an anderen Stellen ein Ventil finden wird und vielleicht in neuer Form für interessante Veröffentlichungen sorgen wird …
Tracklist Abenteuer Auftauen:
Unter Kellerasseln
Wir sind Hollywood
Fernsehabend
Sitzriese
Unverbunden Unverzerrt
Tracklist Trauma:
Reformbau
Klassenbester
Terpentin
Fliessbandflitzer vs. Spiegelbild
Nationalquark
Durchde
Schlagworte:Review, Split, Trauma, Kids in Miserey, Abenteuer Auftauen
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Oktober 25, 2008

[2008 Kids in Misery]
www.mikrokosmos23.de
www.kids-in-misery.de
myspace.com/mikrokosmos
myspace.com/kidsinmisery
Mikrokosmos 23 Erstling – Als wir jung waren ist jetzt – katapultiert zurück in die Mid 90ies. Eine Zeit in der Emo noch Punk/HC bedeutete und Screamo ein Fremdwort war. Musikalisch erinnert mich die Symbiose aus Laut und Leise an einen Mix aus der ersten – Yage – 7inch und der Melancholie der letzten – Einleben – Platte. Unweigerlich erkenne ich auch Parallelen zur Band Sog.
Dies nur mal als Richtungsweiser, denn blind kopiert wurde hier sicherlich nicht. Ein solch unfangreiches Werk kann nur aus dem Bauch heraus entstehen und nicht am Reißbrett.
Man achte auf den jazzigen Grundtenor, den das Schlagzeug ständig in Abwechslung hält und die abwechslungsreichen Gitarren, welche die emotionalen Stimmungen der Lyriks untermalen.
Ob gesprochen, gesungen oder im dezenten Einsatz geschrieen, alles wirkt sehr konzentriert und dosiert auf dem Punkt gebracht. Musik zum nachdenken, vor allem im Textbereich bietet diese Platte mehr als nur den schnellen Genuss für zwischendurch…
Das Quartett kommt aus Meißen und veröffentlicht auf dem jungen Label – Kids in Misery – eine Platte mit einer Fülle an Ideen. Man macht es sich selbst nicht leicht, wie möchte man hier zukünftig einen draufsetzten?
Ich bin sehr glücklich dieses feine Werk entdecken zu dürfen. Der perfekte Soundtrack für mich in genervten Zeiten, Spätabends nach der Arbeit und der Erkenntnis mit meinen Gefühlen nicht alleine zu sein….
Super Einstand !
Tracklist:
1. Als wir jung waren ist jetzt
2. Kein weißt du noch
3. Fahrpläne
4. Das Wort einer Kultur
5. Die nächste Links
6. Sand im Kopf
7. Pan vs. Weltzeit
8. Solange du noch knien kannst
9. Farian
(circa 32 Minuten Spielzeit)
Durchde
Schlagworte:Review, Kids in Misery, Mikrokosmos 23, Als wir jung waren ist jetzt
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August 21, 2008

[2008 Audiolith - Internet Single ]
Als Vorgeschmack zum kommenden dritten Egotronic Album (VÖ: 24.10.) erscheint vorab am 17.10.08 die Internet Single – Kotzen – .
Walter Schreifels (Youth of Today/ Gorilla Biscuits) featured Egotronic!
Es muss ein Traum für Torsun war geworden sein, als er erfuhr, dass es zu einer Zusammenarbeit mit seinem Jugendidol kommen sollte. Ergriffen von einer Egotronic Show in Berlin, zeigte Walter sofortiges Interesse beim Song – Kotze -ein Stelldichein im Gesangsbereich zu geben.
Der Track untermauert die Kernaussage der Smashers „Raven gegen Deutschland“, vom letzten Album – Lustprinzip – der Rave Punker.
Harte Elektrosounds treffen auf aussagekräftige Lyriks. Egotronic machen noch mal deutlich klar, dass die Band für kein reines Spaßprojekt steht. Textlich wirft man nicht nur der Mittelschicht ein aufgewecktes Bild unserer tollen Heimat ohne Rosabrille entgegen. Die „Ich habe Dich wieder lieb Mentalität“ zum neu erweckten nationalen Bekennen, verdrängt die Schattenseiten Deutschlands.
Als Bonus gibt es „Raven gegen Deutschland“ einmal in der original Version und dreimal als Remix. Saint Pauli, Juri Garin und Frittenbude interpretieren den Track auf ihre persönliche Art und Weise. Letztgenannten spenden „Raven gegen Deutschland“ weitere Strophen und untermauern die Kernaussage deutlich.
Wieder einmal ein fettes Release aus dem Hause Audiolith, welches Geschmack auf mehr macht! Der Longplayer von Frittenbude kommt übrigens im Oktober 08…..
Durchde
Schlagworte:Gorilla Biscuits, Youth of Today, Egotronic, Frittenbude, Audiolith, Raven gegen Deutschland, Juri Garin, Saint Pauli, Kotze, Torsun, Walter Schreifels
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August 15, 2008

[2008 Bodog Music]
Serum 114 ? Da war doch was ….
Richtig! Serum 114 war der Stoff, welcher im Kultfilm Clockwork Orange aus schlechten Menschen Gute machen sollte. Seine Wirkung versagte und sorgte für Chaos.
Netter Vergleich für eine Deutschpunkband die rotzig/frech rüber kommen möchte …
Wem die Toten Hosen zu altbacken und wer den Ärzte schon lange entwachsen ist, könnte sich mal Serum 114 „kümmern“.
Musikalisch im Vergleich liegt man bei dem alten Material der ersten beiden Bands schon mal nicht schlecht. Wenn wir noch die rebellischen Zeiten von Slime und die Rotzigkeit von Social Distortion bei mixen, kommen wir dem Sound der Hesserner recht nahe.
Auch wenn Serum 114 den meisten noch unbekannt sein dürften, haben sie schon eine Tour mit den Donuts absolviert. Ihr geernteter Anklang wurde mit einem Plattendeal beim Bodog Music gedankt, auf dem sich sonst eher Größen wie DMX und Wu-Tang Clan tummeln.
Ein Auszug der Songs des selbstbetitelten Albums :
Im Songs „Alphatier“ wird mit Drogen dealenden Gangsterbossen abgerechnet.
„Wo wir zu Hause sind“ und „Serum 114“ könnten textlich aus der Feder der Onkelz stammen, deren große Klappe der von Serum 114 nicht unähnlich ist.
Nach Aussagen der Band hat man sich auf die Fahnen geschrieben kein Blatt vor dem Mund nehmen.
Hört Euch „Spiel mit mir“ oder „Schönen Gruß“ an und ihr wisst was ich meine …
„Du bist zu Fett“ könnte aus der Feder der Ärzte stammen, allerdings geht man hier viel rauer zur Sache als die Punkpopper.
„Auge und Auge“ bieten einen Mix aus Punk, mit dezenten Hardcore Elementen. Für meinen Geschmack der beste Track des Album.
„Durch diese Augen“ ist eine Hommage an die oben erwähnten Social Distortion und „Las Vegas“ Chorus ist dem Dead Kennedys „California über alles“ nicht unähnlich.
Hervorheben möchte ich den zweitbesten Song „Stadt ohne Licht“, einer rockigen Nummer, welche mir von der Gesamtstimmung sehr gut gefällt.
„Sorgenkind“ ist eine nach vorne peitschende melodische Punkrocknummer mit Ohrwurmcharakter.
Serums selbst betiteltes Debüt erscheint am 29.8.08.
Seit dem 15.8 ist ihre Singleauskopplung „Seid ihr bereit“ auf dem Markt.
Einen weiteren Vorgeschmack aufs kommende Album gibt es hier: www.netinfect.de/serum/
einen free mp3 download von „Adrenalin“
Tracklist:
1. 114
2. Alphatier
3. Wo wir zu Hause sind
4. Du bist zu fett
5. Auge um Auge
6. Adrenalin
7. Seid ihr bereit?
8. Las Vegas
9. Schönen Gruss / Deine Frau
10. Stadt ohne Licht
11. Sorgenkind
12. Spiel mit mir
13. Durch diese Augen
Durchde
Schlagworte:Review, Serum 114
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August 2, 2008

[2008 Digitalrelease Grand Hotel van Cleef]
Die Jahre ziehen ins Land. Irgendwann hatte ich But Alive aus den Augen verloren, sie lösten sich auf und Marcus Wiebusch gründete Kettcar eine poppigere Variante ihres Punkvorläufers.
Erst mit ihrem letzten Album Sylt, welches weit über die Szene hinaus Anerkennung erhielt, bin ich wieder auf die Hamburger Musiker aufmerksam geworden. Nullsummenspiel ist nun die zweite Auskopplung vom Album.
…Gedanken über das Funktionieren in unserer Gesellschaft. Glücklich, aber nie zufrieden sein, immer nach dem nächst Größeren streben und doch drei Stufen auf der Suche der Erfüllungen zurück zu fallen. Wo bin ich, wo ist mein Ziel, geht es den Anderen denn wirklich besser?…
So lautet meine Interpretation des Titeltracks, welcher wieder einmal sehr poetisch intellektuell vom Märchenonkel Marcus Wiebusch besungen wird. Die Lyriks sind verpackt in einem melodischen, poppigen Gewand, welche den Zugang zu denen ermöglicht, die sich ansonsten vielleicht nicht mit derart kritischer Substanz auseinander gesetzt hätten.
Ihre erste Single Graceland findet sich auf diesem Digitalrelease gleich in sechs Remixe namenhafter Künstler:
Computer verwandeln den Song in eine warme Elektro/Gitarrennummer, die etwas verträumt anmutet.
Egotronic schmücken Graceland in einem stampfenden Techno Rave Gewand mit Punk Attitüde. Cooler Remix für den Club.
Jan Weigel verzaubert Graceland in eine nette Trance Nummer, stielt dem Track seine ursprüngliche musikalische Stimmung und interpretiert völlig neu.
Frittenbude präsentieren meiner Meinung nach den interessantesten „Remix“
Die Jungs begnügen sich nicht damit „hier und da“ an den Reglern zu drehen und covern Graceland gleich komplett.
Weil es so schön punkig/raveig klingt, wird der Kettcar Song auch gleich in Raveland umgetauft. Frittenbudes Version könnte direkt aus deren Feder stammen, großes Kino!
Krink deformiert den Song zur Unkenntlichkeit. Mein Geschmack ist es nicht, auch wenn seine Interpretation für offene Ohren besonderes innovativ klingen könnte, Geschmacksache.
Zum Schluss gibt es noch einen Plemo Remix, welcher eine netter aber unauffälliger Remix geworden ist.
Kettcars – Nullsummenspiel – Digitalrelease ist eine sehr aufwändige Sache geworden, auf der Elektro und Pop nebeneinander harmonieren. Hier wurde sich wirklich Mühe gegeben nicht einfach nur einen langweiliges Singeloutake zu produzieren…
Durchde
Schlagworte:But Alive, Egotronic, Frittenbude, Graceland, Jan Weigel, Kettcar, Krink, Marcus Wiebusch, Nullsummenspiel, Plemo, Review
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Juli 30, 2008

[2007 Pretty Pink Records]
www.prettypinkrecords
www.punkdroyal.com
www.myspace.com/punkdroyalband
Beim Myspace Surfen bin ich aufs Düsseldorfer Trio Punk`D Royal gestoßen. Die Tracks fesselten mich sofort. Ich suchte nach Infos und staunte nicht schlecht, dass es ausschließlich positive Meinungen zur recht jungen Band gibt.
Ein paar Tage später halte ich ihre 2007er, auf Pretty Pink Records erschienene, Debüt CD – Bellyfeel - in den Händen.
Das Playmobil Cover deutet schon auf Liebe zum Detail hin, welches sich ungebrochen durch die komplette Aufmachung inklusive der Songs zieht.
Punk `D Royal zeigen wie man sich als Quasi Newcomerband in die Herzen spielen kann und bieten mit ihre ersten Fulltime CD ein perfektes Album. Es braucht nicht mehr gefeilt werden, man hat sich längst gefunden….
Das Trio bietet neben der klassischen Rockbesetzung, treibende Keyboard Elemente und erinnern nicht selten an die besten Momente von Minus the Bear, Gang of Four und Radio 4. Neben dem melodischen Gesang gibt es vereinzelt dezente Screamo Backvocals, die dem Indierock eine weitere persönliche Note geben.
Punk`D Royal’s treibende Beats dringen ins Tanzbein und die flirrenden Gitarren, unterstützt vom knalligen Keyboard Sound, geben jedem Dancefloor Feuer.
Großartig, nach der Thursday – Full Collapse - seinerzeit habe ich kein solch stimmiges Album im Konzept und Songaufteilung mehr gehört, ganz großes Kino Jungs!
Wenn ich nun noch den kernig eingebetteten Punkrock der Band anspreche, möchte man meinen, wo nehmen Punk`D Royal als dermaßen junge Band solch ein Breitenspektrum auf?
Erklären kann ich mir das dadurch, dass die Düsseldorfer ihr Herz am richtigen Fleck tragen, sich von ihren Emotionen treiben lassen und sich in kein Korsett stecken lassen.
So funktioniert eine der besten Platten, welche ich in den letzten 12 Monaten hören durfte.
Zur Zeit auf Tour und neue Songs sind in Arbeit, haltet die Augen offen!
Tracklist Bellyfeel:
1. Live on the dancefloor
2. A draft for my life
3. Damm right
4. This Holiday
5. Main Offender
6. Daylight
7. Together but alone
8. Monsters
9. Finally Wrong
10. Your Picture In My Wallet
11. Nobody Smiles Bright Enough
12. Sunday Matinee
Durchde
Schlagworte:Review, Punk`D Royal, Bellyfeel
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